Archiv der Kategorie: Allg. Rechtsberatung

Aussetzung der Insolvenzantragspflichten oder doch Sanierung unter einem Schutzschirm?

Die Corona-Krise hat den Gesetzgeber dazu bewogen, die Insolvenzantragsplicht vorerst bis zum 30.9.2020 auszusetzen. Allerdings kann es für viele Unternehmen trotzdem Sinn machen, ein Insolvenzverfahren in vorläufiger Eigenverwaltung oder unter einem Schutzschirm einzuleiten.

Die derzeitigen Hilfsmaßnahmen der Politik sehen vor, dass die Unternehmen einen leichteren und schnelleren Zugang zum Kurzarbeitergeld erhalten und hierbei auch die Sozialversicherungsbeiträge von der Agentur für Arbeit übernommen werden. Außerdem sind staatliche Hilfen durch die Übernahme entsprechender Bürgschaften bei der Neuaufnahme von Krediten vorgesehen. Weiterhin ist es zumindest für die Monate März, April und Mai möglich, Anträge auf Stundung der Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung zu stellen. Anschließend ist eine ratenweise Rückzahlung vorgesehen. Auch Umsatzsteuervorauszahlungen werden auf Antrag zurückerstattet. Weitere Steuererleichterungen wurden gerade verabschiedet, so soll die MwSt. für sechs Monate auf 16 Prozent reduziert werden.

Kreditgewährung zweifelhaft

Die Praxis zeigt, dass die Neuaufnahme von Krediten auf der Grundlage diverser Landes- und Bundesprogramme oftmals an den Hausbanken scheitert, denn diesen erscheint selbst eine Selbstbeteiligung von nur 10 Prozent oder gar 20 Prozent als zu risikobehaftet. Die Argumente der Banken sind vielfältig. Beispielsweise wird die fehlende Kapitaldienstfähigkeit ins Feld geführt oder es werden realistische Sanierungsaussichten in Frage gestellt. Selbst wenn die Bank Finanzierungsbereitschaft signalisiert, verlangt sie oftmals eine werthaltige Gesellschaftersicherheit. Neuere Programme sehen zwar in Einzelfällen eine 100 prozentige Bürgschaftshaftung des Staates vor, knüpfen dies aber an strenge Bedingungen, die von vielen Unternehmen nicht erfüllt werden können. Auch sind Unternehmen, die sich bereits vor Corona in Schwierigkeiten befanden, von den Bürgschaftsprogrammen ausgeschlossen. Im Übrigen gilt es zu berücksichtigen, dass die Unternehmen zunächst weitere Schulden aufbauen, die irgendwann auch zurückzuführen sind. Dies gilt nicht nur für gestundete Steuern, Sozialabgaben und Neukredite, sondern gleichermaßen für nicht gezahlte Mieten oder Leasingraten sowie Strom, Gas-, Wasser- oder andere Versorgungskosten. Nennenswerte Einnahmen stehen dem aktuell nicht gegenüber. Beispielsweise haben Modefilialisten z.T. hohe Lieferantenverbindlichkeiten, die am Ende bezahlt werden müssen. Saisonware ist in wenigen Wochen aber nur noch wenig wert. Damit erhöhen sich die Verluste, und Eigenkapital wird verzehrt.

Im Übrigen wird auch verkannt, dass Kurzarbeitergeld, so hilfreich es sein mag, zunächst durch das Unternehmen vorfinanziert werden muss. Leistungsanträge können erst am ersten des Folgemonats gestellt werden und es ist derzeit völlig offen, wann die Bundesagentur auszahlen wird. Bei einigen Agenturen liegen bis zu 30.000 Anträge auf Kurzarbeit vor. Es wird dauern, diese Berge abzuarbeiten. Auch bei den Sofortkrediten werden die maßgeblichen Stellen vor dem Hintergrund der zuletzt offengelegten Internetbetrugsfälle eine gewisse Zurückhaltung walten lassen. Durch die Notwendigkeit zur Vorfinanzierung wird die Liquidität weiter belastet.

Aussetzungsantrag: Oft schlechte Aussichten auf Überwindung der Zahlungsunfähigkeit in Verbindung mit Gefahren der Verfolgung wegen Insolvenzverschleppung

Nach dem C0VID-19-Aussetzungsgesetz ist die Insolvenzantragspflicht bis zum 30.09.2020 ausgesetzt, wenn der Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung auf die Auswirkungen der Corona Pandemie ab März 2020 zurückzuführen ist und zudem – was bei der Prüfung häufig übersehen wird – berechtigte Aussichten bestehen, die aktuelle Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen. Aber hilfreich: Das Vorliegen der Aussetzungsvoraussetzungen wird vermutet, wenn das Unternehmen am 31.12.2019 noch zahlungsfähig war. Letzteres sollte dokumentiert werden, was in den meisten Fällen auch möglich sein wird.

Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht ist jedoch nicht ohne Risiko für den Geschäftsführer einer GmbH oder den Vorstand einer AG. Ein mit entsprechender objektiver Prüfung verbundener Antrag auf Aussetzung ist nämlich nicht erforderlich. Sollte es aber zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Insolvenzantrag kommen, könnte dadurch schon die Vermutung widerlegt sein, dass in der Zeit der Aussetzung auch wirklich Aussichten bestanden, die zum Zeitpunkt der Aussetzung bestehende Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen. Die Vermutung wäre dann widerlegt. Zudem ist ungeklärt, ob die Aussetzungsvoraussetzung nur zu Beginn der Aussetzung vorliegen muss oder permanent zu prüfen ist .

Im Übrigen scheint es bei der Vielzahl von Neuverbindlichkeiten, die das Unternehmen bis zum Wiederanlauf des Geschäftsbetriebes ohne nennenswerte Einnahmen aufbaut, eher unwahrscheinlich zu sein, dass die Zahlungsfähigkeit in einem überschaubaren Zeitraum wiederhergestellt werden kann. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird das jedenfalls bis zum Ende der Aussetzungsfrist am 30.9.2020 nicht der Fall sein. Wenn das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt immer noch zahlungsunfähig ist, was ohne ausreichende Neukredite durchaus der Fall sein könnte, muss spätestens dann ein Insolvenzantrag gestellt werden; es sei denn, die Aussetzungsfrist würde weiter verlängert und das Problem damit weiter vertagt.

Die meisten Wirtschaftszweige werden nicht sofort zum alten Umsatzniveau zurückkehren. Im Falle einer daraufhin notwendigen Insolvenz werden Haftungsansprüche durch einen späteren Insolvenzverwalter Tür und Tor geöffnet. Ähnliches wie bei der allseits bekannten Verfolgung von Anfechtungsansprüchen ist auch hier zu erwarten. Alle Zahlungen, die der Geschäftsführer oder Vorstand während der Aussetzung an Dritte geleistet hat, könnten danach vom Insolvenzverwalter nach § 64 GmbHG oder § 92 AktG zurückgefordert werden. Der Betroffene hat diese Verbindlichkeiten aus seinem Privatvermögen zu begleichen, unabhängig davon, ob er eine Gegenleistung erhalten hat oder nicht. Und die zivilrechtliche Haftung allein beschreibt noch nicht das vollständige Risiko. Es droht fernerhin strafrechtliche Verfolgung wegen Insolvenzverschleppung (§ 15a Abs. 4 InsO) und darüber hinaus wegen:

  • der Nichtabführung von Arbeitnehmerbeiträgen, wenn zwar gestundet wurde, aber die Voraussetzungen dafür nicht vorlagen (§266 StGB),
  • Eingehungsbetrugs, wenn in dieser Phase Lieferungen und Leistungen entgegengenommen wurden, (§ 263 StGB) oder diverser Bankrottdelikte (§ 283 StGB).

Zeitnahe Sanierung im Rahmen einer Insolvenz in Eigenverwaltung (ESUG) mit vielen Vorteilen gegenüber Aussetzungsantrag

Nach der Erwartung vieler Experten werden trotz aller Hilfsmaßnahmen des Staats 20 Prozent aller mittelständischen Unternehmen Corona bedingt schon im Herbst ein Insolvenzverfahren einleiten müssen. Sollte das Aussetzungsrecht durch Rechtsverordnung bis zum März 2021 verlängert werden, wird sich das Problem bei den meisten Unternehmen in das nächste Jahr verlagern. Berücksichtigt man die Haftungsrisiken, die bei einer Inanspruchnahme der Aussetzungsmöglichkeiten bestehen, kann die zeitnahe Sanierung im Rahmen einer Insolvenz in Eigenverwaltung (ESUG) ein überaus geeignetes Mittel für den betroffenen Unternehmer darstellen, die durch Corona ausgelöste Krise zu bewältigen. Mit dem ESUG (Gesetz zur erleichterten Sanierung von Unternehmen) hat der Gesetzgeber bereits im Jahr 2012 ein Instrument geschaffen, das besonders einem unverschuldet in die Krise geratenen Unternehmer helfen kann und ihn motivieren soll, frühzeitig einen Insolvenzantrag zu stellen, um damit unter anderem Insolvenzverschleppungstatbestände und unnötige wirtschaftliche Schäden für Dritte zu vermeiden, vor allem aber um keine Haftungsrisiken für die Handelnden zu provozieren. Es bietet eine Reihe von Vorteilen:

Auch nach Einleitung eines ESUG-Verfahrens bleibt der Unternehmer bzw. der Geschäftsführer verwaltungs- und verfügungsberechtigt über das gesamte operative Geschäft. Er bleibt somit im „Driver Seat“ und „am Ruder“, er muss folglich nicht befürchten, die Kontrolle an einen Insolvenzverwalter zu verlieren, der bei der klassischen Regelinsolvenz eingesetzt wird. Im ESUG-Verfahren findet grundsätzlich nur eine Missbrauchskontrolle durch einen gerichtlich bestellten Sachwalter und ggfs., durch einen Gläubigerausschuss statt.

Die Arbeitnehmer erhalten für drei Monate das sogenannte Insolvenzgeld. Hierbei werden für diesen Zeitraum die vollen Löhne und Gehälter durch die Agentur für Arbeit getragen, allerdings der Höhe nach begrenzt durch Beitragsbemessungsgrenzen (6.700 € in den neuen bzw. 6.900 € in den alten Bundesländern). Anders als beim Kurzarbeitergeld ist auch eine Vorfinanzierung des Insolvenzgelds durch eine Bank möglich, sodass das Unternehmen nicht in Vorleistung treten muss, was zu einer echten Entlastung der Liquidität führt.

Weiterhin dürfen Altverbindlichkeiten, die bis zur Einleitung des Verfahrens entstanden sind, nicht mehr bezahlt werden (Moratorium). Für Bankkredite gilt das ebenso, wie für Lieferantenverbindlichkeiten. Zinsen und Tilgungen werden also z.B. erst einmal nicht geleistet. Diese Gläubiger können auch nicht wegen ihrer Forderungen vollstrecken. Eine quotale Auszahlung wird später im Rahmen eines Insolvenzplans mit diesen Gläubigern je nach Leistungsfähigkeit des Unternehmens verhandelt, nur in ganz wenigen Fällen wird es zu einer Rückführung aller ungesicherten Altverbindlichkeiten kommen. Meist werden diese quotal zwischen 10 Prozent und 20 Prozent bedient. Das gilt auch für in Anspruch genommenes Insolvenzgeld, nicht bezahlte Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung oder Steuerverbindlichkeiten. Diese Verbindlichkeiten belasten folglich -und gerade anders als bei einer bloßen Aussetzung der Insolvenzantragspflicht – nicht mehr die für den Neustart dringend erforderliche Liquidität. Neukredite sind dann meist nicht erforderlich.

Sodann hat das Unternehmen im eröffneten ESUG-Verfahren außerdem diverse „Sanierungswerkzeuge“ zur Verfügung. Es kann sich viel einfacher und mit kürzeren Fristen von Vertragsverhältnissen lösen. Das gilt vor allem für Dauerschuldverhältnisse, wie Miet- oder Leasingverträge. Unabhängig von der Restlaufzeit dieser Verträge können sie mit einer Frist von drei Monaten ab Eröffnung des Eigenverwaltungsverfahrens gekündigt werden. Viele Unternehmen werden einen deutlichen Personalabbau nicht vermeiden können; jedenfalls dann, wenn die Umsätze nicht schnell genug wieder auf das Vor-Corona-Niveau ansteigen. Im Rahmen eines Eigenverwaltungsverfahrens reduzieren sich die Kosten für einen Sozialplan auf maximal 2,5 Monatsgehälter. Unabhängig von der Dauer der Betriebszugehörigkeit können Mitarbeiter mit einer Maximalfrist von drei Monaten gekündigt werden und auch bei der Sozialauswahl bestehen Erleichterungen.

In der Regel bleibt die bisherige Gesellschafterstruktur erhalten, d.h. der Unternehmer muss nicht den Verlust seines Unternehmens befürchten, wie dies fast immer bei der klassischen Insolvenz der Fall ist.

Im Ergebnis werden sowohl Liquidität als auch Eigenkapital generiert. Das von Corona betroffene Unternehmen hat die Möglichkeit, sich im Rahmen eines geordneten Verfahrens neu aufzustellen. Genauso wichtig ist es, dass der Geschäftsführer oder Vorstand alle Haftungsrisiken vermeidet, die er bei einer Inanspruchnahme einer Aussetzung der Insolvenzantragspflicht in Kauf nimmt.

Fazit

Viele Unternehmer haben die vorbeschriebenen Vorteile in der jetzigen Krise erkannt und diesen Weg bereits beschritten. Prominente Beispiele sind Maredo, Kaufhof Karstadt, e.Go, Esprit und AppelrathCüpper, Sinn Leffers u.v.m. Wenn es ein solches Verfahren wie die Eigenverwaltung nicht schon gäbe, müsste man es spätestens jetzt erschaffen, weil viele Unternehmer unverschuldet in die Krise geraten sind. Auch sind die Stimmen derjenigen verstummt, die Eigenverwaltungsverfahren viele Jahre an den Pranger gestellt haben. Im Gegenteil: Mittlerweile werben auch die ehemaligen ärgsten Kritiker dafür.

Robert Buchalik
Robert Buchalik
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Hiernach wurde gesucht:

  • prontor entlassungen

Sanierungsverfahren der SPT PRODUCTION erfolgreich beendet

  • Amtsgericht hebt Schutzschirmverfahren auf
  •  Vertriebstätigkeit wird weiter ausgebaut

Das Amtsgericht Mönchengladbach hat das Schutzschirmverfahren der SPT PRODUCTION GmbH aufgehoben. Das Unternehmen gilt damit als erfolgreich saniert und entschuldet. Nachdem die Gläubiger den Insolvenzplan Ende April einstimmig angenommen hatten, konnte der Weg für die Beendigung des Sanierungsverfahrens eingeleitet werden. Die beiden SPT-Geschäftsführer Erik und Heinz-Peter Backes hatten zuvor gemeinsam mit der Düsseldorfer Kanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp ein Sanierungskonzept entwickelt und dieses bereits in Teilen umgesetzt. Das Konzept regelt die Entschuldung und skizziert die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen zum Fortbestehen des Unternehmens. Bereits im Verfahren hat SPT seine Vertriebstätigkeit ausgeweitet und aussichtsreiche Gespräche mit namenhaften Geschäftspartnern geführt.
Das Unternehmen entwickelt und produziert seit 2005 komplexe Formteile und Dichtungen für die Automobil- und Bauindustrie. Mit seinen 23 Mitarbeitern erzielt das Unternehmen einen Jahresumsatz in Höhe von über EUR 3 Mio. Eine klageweise geltend gemachte strittige Forderung in beträchtlicher Höhe (Insolvenzanfechtung) führte SPT PRODUCTION in die wirtschaftliche Schieflage. Die sinkenden Absatzmengen aufgrund veränderter Absatzstrukturen und auslaufender Projekte in der Automobilbranche stellten das Unternehmen zusätzlich vor große Herausforderungen. In der Folge entschloss sich die Unternehmensleitung zu einer Sanierung des Unternehmens im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens.
Bei dem Schutzschirmverfahren, das dem amerikanischen Chapter-11-Verfahren ähnelt und im Rahmen dessen sich beispielsweise General Motors sanierte, trägt die bisherige Geschäftsführung weiterhin die Verantwortung für alle Entscheidungen. Sie führt die Sanierung selbst durch. Voraussetzung ist, dass keine Zahlungsunfähigkeit, sondern lediglich eine drohende Zahlungsunfähigkeit vorliegt. Zudem hat ein externer Gutachter die Sanierungsfähigkeit des Unternehmens zu bestätigen. In juristischer und betriebswirtschaftlicher Hinsicht wurde SPT PRODUCTION von der Wirtschaftskanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf begleitet. Ferner wurde der Verfahrensablauf von dem gerichtlich bestellten Insolvenzexperten Dr. Binar Bähr aus der internationalen Sozietät White & Case beaufsichtigt. Dr. Bähr überwachte als Sachwalter die Einhaltung der insolvenzrechtlichen Regelungen und trug mit konstruktiven Ideen zum Sanierungserfolg bei.
„SPT PRODUCTION konnte die schwierige Phase durch die hohe Loyalität und Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiter sowie das uneingeschränkte Vertrauen der Kunden und Lieferanten meistern. Durch das Schutzschirmverfahren konnten wir uns wieder wettbewerbsfähig am Markt aufstellen. Ich bedanke mich deshalb bei allen Beteiligten“, erklärt Geschäftsführer Erik Backes und Heinz-Peter Backes ergänzt: „Unsere Signale stehen auf grün. Nun gilt es die begonnenen Maßnahmen konsequent weiter zu führen. Wir haben eine zweite Chance bekommen, die werden wir nutzen.“ In der Zukunft wird sich das Unternehmen unabhängiger von der Automobilindustrie aufstellen. Der Grundstein hierfür wurde bereits im Rahmen des Sanierungsverfahrens gelegt.

Über SPT PRODUCTION GmbH:
Die SPT PRODUCTION GmbH entwickelt und produziert seit 2005 Dichtungen und Formteile aus Kunststoff und Gummi im Spritzguss für verschiedene Anwendungen. Das Unternehmen ist Teil einer Unternehmensgruppe und produziert mit aktuell 23 Mitarbeitern ausschließlich in Wegberg. Zu den Kunden der SPT zählen besonders die Automobil- und die Bauindustrie – unter anderem auch große Automobilkonzerne wie BMW.

MTM Metalltechnik Michelau GmbH nutzt Eigenverwaltungsverfahren zur Sanierung

Die MTM Metalltechnik Michelau GmbH erreicht planmäßig den nächsten Schritt für eine erfolgreiche Sanierung. Das Coburger Amtsgericht eröffnete das Insolvenzverfahren über das Vermögen von MTM und hat zugleich die Eigenverwaltung angeordnet. Mit der Eröffnung sieht auch das Gericht gute Chancen für eine Sanierung der Gesellschaft. Nun können die Sanierungsmaßnahmen zum Erhalt des Unternehmens durch die Geschäftsführer Thorsten Bauer und Nicolaas van der Sluis weiter umgesetzt werden. Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt und unverändert weiter. Laufende und künftige Projekte werden termingerecht fertiggestellt. „Auch unsere Vertriebsoffensive trägt erste Früchte. Aktuell konnten verschiedene neue Kunden gewonnen werden“, erklärt Geschäftsführer Bauer. Wegen Zahlungsunfähigkeit hatte das Unternehmen sehr frühzeitig den entsprechenden Antrag beim Amtsgericht Coburg gestellt.

In dem Verfahren wird MTM von dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp (Düsseldorf) begleitet. „Derzeit laufen die Maßnahmen zur operativen Restrukturierung und die Fokussierung auf das bestehende Geschäftsmodell auf Hochtouren“, erklärt Sanierungsexperte Tim Langstädtler aus dem Hause Buchalik Brömmekamp, der in dem Verfahren als Generalbevollmächtigter der MTM unterstützend tätig ist.

Im Mittelpunkt des entwickelten Sanierungskonzeptes stehen die Anpassung der Produktionsstruktur an die zu erwartenden Umsätze sowie die Optimierung von Unternehmensprozessen. Weiterhin will das Unternehmen künftig seine Auftragsplanung stärker optimieren. Dem Sanierungskonzept, das die Entschuldung des Unternehmens aufzeigt, müssen später die Gläubiger zustimmen. Anschließend muss das Amtsgericht Coburg das Konzept bestätigen.

MTM hatte Anfang Dezember 2019 einen Insolvenzantrag gestellt. Schon damals ordnete das Amtsgericht Coburg auf Antrag des Unternehmens eine vorläufige Eigenverwaltung an. Hintergrund der wirtschaftlichen Schieflage des 1987 gegründeten Unternehmens sind vor allem fehlerhafte Kalkulationen und eine unzureichende Datenqualität. Im Ergebnis führte dies auch zu einer geringen Liefertermintreue. MTM will sich durch das Eigenverwaltungsverfahren sanieren, den Umsatzrückgang kompensieren und sich wieder wettbewerbsfähig aufstellen.

In der Eigenverwaltung werden die Geschäfte weiterhin unter der Leitung der bisherigen Geschäftsführung geführt. Anders als in einer Regelinsolvenz wird in diesem Verfahren die Unternehmensleitung unter die Aufsicht eines Sachwalters gestellt, der – ähnlich eines Aufsichtsrates – die Interessen der Gläubiger vertritt. Das Amtsgericht Coburg hat als Sachwalter Dr. Harald Schwartz (SRI Rechtsanwaltsgesellschaft mbH) bestellt, der auch schon zuvor als vorläufiger Sachwalter in dem Verfahren tätig war.

Hiernach wurde gesucht:

  • insolvenzverfahren leistungserbringung vorläufige eröffnete

ProContur hat sich im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens neu aufgestellt

Die ProContur Individuelle Feinblech- und Kunststoffprodukte GmbH aus Wittlich hat ihren Restrukturierungskurs erfolgreich abgeschlossen. Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten. Das Unternehmen, das aktuell 70 Mitarbeiter beschäftigt, hatte am 11. November 2019 beim Amtsgericht Wittlich ein Schutzschirmverfahren beantragt. ProContur konstruiert, produziert und vertreibt Gehäusetechnik aus Feinblech und Kunststoff für elektrotechnische Geräte. Das Unternehmen beliefert Kunden aus den Branchen Elektrotechnik, Bau, Medizintechnik sowie Anlagen- und Maschinenbau.

Hintergrund für die Krise war ein unerwartet starker Auftragsrückgang in den drei Kernbranchen (Elektrotechnik, Bau- und Medizintechnik), der bereits Mitte 2019 seinen Anfang fand.

Die ProContur hat in den letzten Monaten im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens zusammen mit der Kanzlei Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf einen Restrukturierungsplan erarbeitet, den die Gläubiger nunmehr einstimmig angenommen haben. Das Verfahren ist damit beendet, die ProContur von Altlasten befreit und mit deutlich mehr Liquidität ausgestattet als dies noch zu Beginn des Verfahrens der Fall war. Auch die Eigenkapitalquote konnte erheblich gesteigert werden. Das Unternehmen konnte trotz der spürbaren negativen Auswirkungen der Corona-Krise zukunftssicher aufgestellt werden und in der Krise sogar zwei neue Großkunden gewinnen. Mit starker Unterstützung der Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank eG Wittlich, die in dieser schwierigen Zeit zum Unternehmen gestanden hat, wurden die Verbindlichkeiten im Sinne des Unternehmens neu geordnet.

 „Das Schutzschirmverfahren hat uns die Möglichkeit gegeben, selbstbestimmt auf die starken Veränderungen zu reagieren. Durch die positiven Ergebnisse des Verfahrens konnten wir die Auswirkungen der Corona-Krise sehr gut meistern. In Zusammenarbeit mit allen Parteien haben wir einen sehr guten Weg gefunden. Nach Abschluss des Verfahrens sehen wir uns nun nachhaltig gestärkt und für die Zukunft gut gerüstet“, so Jens Pohlmann, Geschäftsführer des Unternehmens.
Von der positiven Entwicklung des Restrukturierungsweges ist auch der Sachwalter, Herr Rechtsanwalt Jens Lieser, überzeugt: „Das Unternehmen hat die Zeit des Schutzschirmverfahrens hervorragend genutzt und die Instrumente aufgesetzt, um die eingeleiteten Optimierungen im Interesse aller Stakeholder erfolgreich umzusetzen.“

 

Handtaschenhersteller Picard kündigt Stellenabbau an

Das Traditionsunternehmen, bekannt geworden durch qualitativ hochwertige Handtaschen im mittleren Preissegment, leidet wie viele Unternehmen unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Ein wichtiger Vertriebspartner war bislang die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof, die im Zuge der Corona-Pandemie allerdings selbst in Schwierigkeiten geraten ist. Beide Unternehmen befinden sich zwischenzeitlich in einem Schutzschirmverfahren. Picard sucht nun nach einem strategischen Investor, der bereit sei in das Unternehmen zu investieren. Die Zukunft wird im Online-Handel gesehen. Bereits jetzt steht fest, dass sich das Unternehmen aufgrund der niedrigeren Umsätze kostenseitig schlanker aufstellen muss. Es sei daher laut Geschäftsführung mit gravierenden Einschnitten bei der Belegschaft zu rechnen. Eine genaue Zahl wurde nicht genannt.

Wenn Sie von einem Stellenabbau betroffen sind, bedeutet dies meist einen erheblichen Einschnitt in Ihre persönliche Lebenssituation. Meist stellt sich dann die Frage, ob einem eine Abfindung bei Kündigung zusteht oder wie die Berechnung der Abfindung erfolgt. Vermeiden Sie Unsicherheiten in einer ohnehin belastenden Ausnahmesituation und holen Sie sich bereits jetzt professionelle Hilfe, damit Sie bestmögliche Chancen auf eine Abfindung haben. Informieren Sie sich mithilfe unseres Abfindungsrechners über die mögliche Höhe Ihrer Abfindung. Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Themen Kündigung und Abfindung finden Sie auch in unserem Ratgeber.

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Philipp Künne
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Deutsche Bahn kündigt Sparprogramm an – Gewerkschaft sieht 10.000 Jobs in Gefahr

Die Deutsche Bahn wird nicht nur in Bezug auf Verspätungen schon länger als Sorgenkind des Bundes als Haupteigentümer beschrieben. Das Unternehmen ächzte schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie unter einem großen Schuldenberg. Während des Corona-bedingten Stillstands hat die Bahn trotz Reise- und Kontaktbeschränkungen ihr Angebot größtenteils aufrechterhalten, um eine Grundversorgung aufrechtzuerhalten. Dieses wurde aber offensichtlich nicht in ausreichendem Maße genutzt. Laut Medienberichten könnte sich der Schaden im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie auf bis zu 13,5 Milliarden Euro belaufen. Die Bahn ist nun aufgefordert, den Verlust zumindest teilweise durch eigene Anstrengungen auszugleichen. Die Bahngewerkschaft EVG befürchtet nun, dass bis zu 10.000 Arbeitsplätze wegfallen könnten. Genaue Zahlen gibt es bislang nicht.

Der Verlust des Arbeitsplatzes ist ein einschneidendes Erlebnis mit weitreichenden Folgen. Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Themen Kündigung und Abfindung finden Sie in unserem Ratgeber. Die Höhe einer möglicherweise in Betracht kommenden Abfindung können Sie ganz unkompliziert mit unserem Abfindungsrechner berechnen.

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Philipp Künne
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Traton plant signifikanten Stellenabbau

Der zum Volkswagen-Konzern gehörende Nutzfahrzeughersteller Traton setzt die Verhandlungen zum bereits angekündigten massiven Stellenabbau auch während der Corona-Pandemie fort. Betroffen sein dürften hiervon vor allem die Mitarbeiter der Verwaltung. Bereits in der Vergangenheit war die Rede von einem Abbau jeder sechsten Stelle im Konzern. Das würde insgesamt ca. 6.000 Stellen betreffen. Zu dem Konzern gehört u.a. auch die Marke MAN.

Der Verlust des Arbeitsplatzes ist ein einschneidendes Erlebnis mit weitreichenden Folgen. Warten Sie nicht bis zur Kündigung und informieren Sie sich bereits vorher bei unseren Experten über Ihre Rechte und Möglichkeiten. Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Themen Kündigung und Abfindung finden Sie in unserem Ratgeber. Wir unterstützen Sie dabei, das bestmögliche für Sie aus der Situation herauszuholen. Die Höhe einer möglicherweise in Betracht kommenden Abfindung können Sie ganz unkompliziert mit unserem Abfindungsrechner berechnen.

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Philipp Künne
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Hiernach wurde gesucht:

  • traton man Stellenabbau
  • abfindung bei standortschließung

Allego streicht die Hälfte aller Stellen

Der Ladeinfrastruktur-Betreiber Allego steht offenbar vor einem massiven Stellenabbau. Deutschland ist hiervon neben einigen anderen Ländern besonders betroffen. Von den aktuell rund 220 Beschäftigten müssen demnach ca. 110 mit einer Kündigung rechnen. Hintergrund ist offenbar eine umfassende Restrukturierung des Betriebs, die neben der Auslagerung von einzelnen Geschäftsbereichen auch die Schließung anderer umfasst. Lediglich für das Kerngeschäft unverzichtbare Bereiche sollen erhalten bleiben. Bereits jetzt steht fest, dass der Standort Erkrath bei Düsseldorf komplett geschlossen wird. Hintergrund für diesen Schritt ist offenbar, dass sich das Geschäft nicht wie erwartet entwickelt hat. Mit der nun angekündigten Reorganisation versucht man, das Unternehmen an die tatsächlichen Begebenheiten anzupassen und somit zukunftsfähig aufzustellen.

Bleiben Sie nicht untätig, wenn Sie eine Kündigung erhalten und lassen Sie sich von Experten zu Ihren Rechten und Möglichkeiten beraten. Die Höhe einer möglicherweise in Betracht kommenden Abfindung können Sie mit unserem Abfindungsrechner berechnen.

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Trivago kündigt massiven Stellenabbau an

Die deutsche Hotelsuchmaschine Trivago mit seiner Zentrale in Düsseldorf, ist von der Corona-Pandemie stark gebeutelt. Trivago teilte seinen Aktionären laut einschlägigen Presseartikeln zu Beginn der letzten Aprilwoche mit, dass der Umsatz in der letzten Märzwoche 2020 um ca. 95 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen ist. Trivago teilte weiter mit, über die derzeit laufende Kurzarbeit hinaus auch signifikante Personalanpassungen, sprich einen Personalabbau, vornehmen zu wollen. Über die Höhe des Personalabbaus ist bislang nichts bekannt.

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Philipp Künne
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Flughafen Düsseldorf plant Abbau von ca. 600 Stellen

Die Reise- und Tourismusindustrie leidet mit am stärksten unter den aufgrund der Corona-Pandemie von vielen Ländern erlassenen Kontakt- und Einreiseverboten. Seit Mitte März ist der Reiseverkehr auf den deutschen Flughäfen somit auch fast vollständig zum Erliegen gekommen. Diesen Einbruch spüren auch die Betreiber der Flughäfen, denen nicht nur die Einnahmen der Fluggesellschaften fehlen. In der aktuellen Situation werden auch die Parkhäuser oder andere Einrichtungen nicht genutzt. Hierdurch entgehen den Flughäfen wichtige Einnahmen. Der Flughafen Düsseldorf hat nun auf die veränderte Geschäftslage reagiert und ggü. seinen Mitarbeitern einen Abbau von voraussichtlich 600 Stellen angekündigt. Dies entspricht ungefähr jeder vierten Stelle am Airport. Die Zahl ergibt sich aus der Annahme, dass der Flughafen für die kommenden Jahre mit ca. 20 bis 30 Prozent weniger Flügen rechnet als vor Ausbruch der Corona-Pandemie angenommen. Der Flugverkehr wird sich nach aktuellen Schätzungen frühestens erst in ca. drei Jahren wieder einigermaßen normalisiert haben. Um den Bestand des Unternehmens nicht zu gefährden, sieht sich die Geschäftsleitung des Flughafen Düsseldorf in der aktuellen Situation dazu gezwungen entsprechend gegenzusteuern. Der Stellenabbau soll nächstes Jahr beginnen. Der Flughafen beschäftigte zuletzt rund 2.300 Mitarbeiter, die jedoch aktuell bis zum Jahresende in Kurzarbeit geschickt wurden.

Wenn Sie von einem Stellenabbau betroffen sind, bedeutet dies meist einen erheblichen Einschnitt in Ihre persönliche Lebenssituation. Werden Sie daher bereits im Vorfeld aktiv und holen Sie sich professionelle Hilfe, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Informieren Sie sich mithilfe unseres Abfindungsrechners über die mögliche Höhe Ihrer Abfindung und holen Sie sich professionelle Unterstützung bei der Durchsetzung Ihrer Rechte! Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Themen Kündigung und Abfindung finden Sie auch in unserem Ratgeber.

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Philipp Künne
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  • flughafen düsseldorf entlassung