Archiv der Kategorie: Gläubigerausschuss-Beratung

ADCADA: Die Forderungsanmeldung im Fall ADCADA – jetzt für morgen vorbereitet sein

Auf die Anordnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens folgt regelmäßig die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Gläubiger insolventer Gesellschaften sollten sich im vorläufigen Insolvenzverfahren mit dem Ablauf sowie den weiteren Schritten vertraut machen.

Mehrere Gesellschaften der ADCADA-Gruppe sind insolvent. Das Insolvenzgericht hat Herrn Professor Schulze zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Für die ADCADA GmbH ist ein vorläufiger Gläubigerausschuss eingesetzt. Diesem Kontrollgremium gehört der Abwickler der BaFin, das Finanzamt sowie Rechtsanwalt Sascha Borowski von der Kanzlei Buchalik Brömmekamp an.

Wann können die Gläubiger ihre Forderungen anmelden?

Die Forderungsanmeldung ist erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens zur Tabelle möglich. Das heißt, nachdem das Insolvenzgericht einen sogenannten Eröffnungsbeschluss erlässt, ist die Anmeldung zulässig. Das Insolvenzgericht setzt den Gläubigern (Anlegern) eine Frist zur Forderungsanmeldung, innerhalb derer die Anmeldung erfolgen sollte.

TIPP: Gläubiger sollten ihre Forderung nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens und innerhalb der vom Insolvenzgericht gesetzten Frist anmelden. 

Die wirksame Anmeldung der Forderung ist nicht leicht. Die Angabe eines Betrages reicht nicht aus. Gläubigern können sogenannte Aus- und Absonderungsrechte zustehen, auf die nicht verzichtet werden sollte. Zur Vermeidung weiterer Verluste sollten Anleger ihre Forderung durch einen auf das Insolvenzrecht und Kapitalmarktrecht versierten sowie erfahrenen Rechtsanwalt anmelden lassen.

Muss ich meine Forderung im Insolvenzverfahren anmelden?

Die Pflicht zur Anmeldung der Forderung besteht nicht. Gläubiger, die ihre Forderung nicht anmelden, erhalten am Ende des Insolvenzverfahrens keine Insolvenzquote und gehen damit leer aus. Kurz gesagt: „Wer nicht anmeldet, bekommt auch kein Geld.“

TIPP: Gläubiger, die einen nennenswerten Betrag ihres verlorenen Geldes zurückbekommen möchten, sollten ihre Forderung im Insolvenzverfahren anmelden.

Muss die Forderung ein Rechtsanwalt anmelden?

Ein sogenannter Anwaltszwang besteht nicht. Die Forderungsanmeldung ist äußerst sorgfältig zu erstellen. Sie stellt die Grundlage für die Feststellung zur Tabelle dar. Nur festgestellte Forderungen gewähren eine sogenannte Insolvenzquote. Unterbleibt die Anmeldung der Forderung, erhält der Gläubiger ebenfalls keine Insolvenzquote.

TIPP: Gerade bei gezeichneten Kapitalanlageprodukten empfiehlt sich die Anmeldung der Forderungen durch einen Spezialisten.

Was kostet die Forderungsanmeldung durch einen Rechtsanwalt?

Die Rechtsanwaltskosten bemessen sich an der Höhe der der anzumelden Forderung. Die Kosten können variieren, je nachdem, ob zusätzlich eine Vertretung im Insolvenzverfahren beauftragt wird.

TIPP: Vor der Beauftragung eines Rechtsanwaltes sollten die Kosten der Forderungsanmeldung abgeklärt werden.

Unseren Mandanten teilen wir vor der Erteilung des Auftrages die Kosten der Forderungsanmeldung mit. Für unsere Mandanten besteht eine vollständige Kostentransparenz. Die Kosten der Forderungsanmeldung übernehmen oft Rechtsschutzversicherungen. Eine kostenlose Deckungsanfrage bei der Versicherung stellen wir“, so Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Sascha Borowski von der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp.

Wann muss ich als Gläubiger der ADCADA Gesellschaften tätig werden?

Gläubiger (Kapitalanleger) sollten sich jetzt anwaltlich beraten lassen, damit sie keine wertvolle Zeit verlieren. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens beginnt die Frist der Forderungsanmeldung. Die vom Gericht gesetzte Frist beträgt regelmäßig nur wenige Wochen.

ADCADA bot den Anlegern eine Vielzahl von unterschiedlichen Kapitalanlageprodukten an. „Viele Anleger fragen sich, ob das von ihnen gezeichnete Produkt von der Insolvenz betroffen ist. In den meisten Fällen ist hier eine umfassende Sachverhaltsaufklärung erforderlich. Deshalb sollten betroffene Anleger jetzt tätig werden“, so Rechtsanwalt und Fachanwalt Sascha Borowski.

Welche Produkte wurden von der ADCADA angeboten?

  • Unterschiedlichste Nachrangdarlehen
  • Schuldverschreibungen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Bedingungen
  • „festverzinsliche Immobiliendarlehen mit 110-prozentiger Besicherung erstrangiger Briefgrundschulden mit einer Laufzeit über 2, 4 oder 5 Jahren“

Welche ADCADA-Gesellschaften sind insolvent?

  • Adcada GmbH
  • capital GmbH
  • fashion GmbH
  • finance GmbH
  • immo GmbH
  • marketing GmbH & Co. KG
  • shop GmbH & Co. KG
  • fashion GmbH & Co. KG
  • ZONE GmbH & Co. KG

Kostenlose Erstberatung

Gerne beraten wir Sie bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche. Unsere Erstberatung ist kostenlos. Für rechtsschutzversicherte Anleger übernehmen wir die Deckungsanfrage bei der Rechtsschutzversicherung.

Wer sind wir?

Seit über zwölf Jahren vertritt Rechtsanwalt Sascha Borowski (Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht) von der Kanzlei Buchalik Brömmekamp erfolgreich Investoren. Er berät sowohl bei der Durchsetzung als auch der Abwehr von Forderungen im Insolvenzverfahren.

Die Kanzlei Buchalik Brömmekamp zählt zu den markführenden Insolvenz- und Sanierungsberatern und wurde vielfach, so u.a. vom FOCUS zur TOP Wirtschaftskanzlei im Bereich Insolvenz & Sanierung ausgezeichnet.

Setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung:

per E-Mail:

per Telefon: 0211 828977-200

oder postalisch: Buchalik Brömmekamp Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Prinzenallee 15, 40549 Düsseldorf.

Besuchen Sie uns unter: https://www.kapitalanlagen-krise.de/

Sascha Borowski als Mitglied des vorläufigen Gläubigerausschusses der JD Norman Germany bestellt

Das Amtsgericht Meiningen hat Rechtsanwalt Sascha Borowski von Buchalik Brömmekamp zum Mitglied des vorläufigen Gläubigerausschusses im Insolvenzverfahren der JD Norman Germany GmbH bestellt. Der Automobilzulieferer JD Norman hatte Anfang Oktober einen Insolvenzantrag gestellt. Dem Hersteller von Motorenteilen macht die Absatzkrise der Autoindustrie zu schaffen, so die Einschätzung des Insolvenzverwalters. Sascha Borowski vertritt im vorläufigen Gläubigerausschuss einen Lieferanten.

Das Unternehmen produziert in den beiden Werken Hörselberg-Hainich bei Eisenach (Thüringen) und in Witzenhausen (Hessen) Zylinderköpfe, Nockenwellen, Getriebegehäuse, Pleuelstangen und Rails. Betroffen sind insgesamt 683 Mitarbeiter. JD Norman Germany wurde im Jahr 2017 gegründet und übernahm ein Jahr später den Geschäftsbetrieb der seinerzeit insolventen Rege Motorenteile GmbH.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee erklärte bei einem Besuch des Werkes in Eisenach, angesichts der Probleme von einigen Autozulieferern wolle die Landesregierung eine Art schnelle Eingreiftruppe installieren. Die Automobilindustrie ist bisher der umsatzstärkste Industriebereich in Thüringen.

Was Verlage jetzt tun können – Insolvenzrechtler Dr. Jasper Stahlschmidt zur KNV-Insolvenz

Eine Insolvenz bedeutet für alle Beteiligten einen Schock und ist für viele eine völlig ungewohnte Situation. Neben der Hoffnung in der Buchbranche, dass KNV mit seinen systemrelevanten Leistungen erhalten bleibt, stellt sich für die von der Insolvenz betroffenen Lieferanten die Frage, wie sie an ihr Geld für bereits gelieferte Ware kommen, welche Risiken mit der Weiterbelieferung verbunden sind und welche weiteren Optionen es gibt.

Für eine rechtliche Bewertung gilt stets die Einschätzung des Einzelfalls und die Notwendigkeit anwaltlicher Begutachtung und Beratung. Die Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp vertritt nach eigener Angabe Verlage und Dienstleister bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche im Insolvenzverfahren der KNV-Gruppe. Jasper Stahlschmidt, Fachanwalt für Insolvenzrecht in der Kanzlei Buchalik Brömmekamp beleuchtet im nachfolgenden Fachbeitrag die Insolvenz von KNV unter folgenden Fragestellungen:

  • Die Sicherheit der weiteren Belieferung
  • Praktische Tipps für Verlage und Lieferanten
  • Die Möglichkeiten der Einflussnahme der Verlage im Verfahren
  • Die Chance einer Übernahme des Zwischenbuchhändlers durch die Verlage.

Lesen Sie den kompletten Artikel: KNV-INSOLVENZ – Was Verlage jetzt tun können?

Sanierung statt Zerschlagung : Robert Buchalik beim RP-Wirtschaftsforum „Insolvenz und Sanierung“

Eine Insolvenz bedeutet in der Regel das Aus für die betroffenen Unternehmen – oder den Verkauf. Am Ende steht der Unternehmer, der seine Firma oft mit viel Einsatz und Herzblut aufgebaut hat, in den meisten Fällen mit leeren Händen da. Die Alternative zu diesem Szenario ist eine Sanierung unter Insolvenzschutz. Um diese Möglichkeit zu fördern, hat der Gesetzgeber im Herbst 2012 das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (kurz: ESUG) verabschiedet. Am 1. März 2012 ist das Gesetz in Kraft getreten. Wichtigster Punkt beim Eigenverwaltungsverfahren: Die bisherige Geschäftsführung bleibt im Amt. Es ist also ein Insolvenzverfahren ohne Insolvenzverwalter. Anders als bei einer Regelinsolvenz soll das Unternehmen dem Unternehmer erhalten werden. „Ziel der Reform ist es, die Sanierungschancen in Deutschland zu verbessern, Schuldner und Gläubiger in den Sanierungsprozess gleichermaßen einzubeziehen, allen Beteiligten eine größere Planungssicherheit hinsichtlich des Verfahrensablaufs zu geben,  sowie das Insolvenzplanverfahren zu fördern“, erklärt Robert Buchalik von der Düsseldorfer Rechts- und Unternehmensberatung Buchalik  Brömmekamp.

Nach Einführung des Gesetzes habe die Eigenverwaltung nach anfänglichen Schwierigkeiten große Zustimmung in der Wirtschaft gefunden, so Buchalik. Im vergangenen Jahr seien von den 100 größten Insolvenzverfahren in Deutschland bereits knapp 70 Prozent Eigenverwaltungsverfahren gewesen. „Doch immer noch ziehen viele Unternehmer ein Regelinsolvenzverfahren vor, weil sie Irrtümern unterliegen“, sagt Robert Buchalik, der fünf wesentliche Fehleinschätzungen zurechtrückt.

Die fünf Irrtümer lesen Sie hier

Robert Buchalik zu 5 Jahre ESUG: Stigma der Insolvenz verhindert immer noch viele Firmenrettungen

Mit dem ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen) hat der Unternehmer einen neuen Weg aus der Krise erhalten. Die Regelungen sollen das Insolvenzverfahren planbar machen und die Unternehmer motivieren, frühzeitig eine Sanierung zu starten. Die Bilanz nach fünf Jahren: Das Gesetz hat seine Ziele teilweise erreicht. Rund 1300 Unternehmer haben bisher ein Eigenverwaltungsverfahren im Rahmen des ESUG genutzt. Das Potenzial ist jedoch dreimal so hoch. Hinderungsgrund ist weiterhin das Stigma der Insolvenz.

Deutlich mehr als 20 000 Unternehmen gehen in Deutschland in jedem Jahr in die Insolvenz. Damit werden regelmäßig Werte in Milliarden-Höhe und mehr als 100 000 Arbeitsplätze vernichtet. In vielen Fällen müsste es nicht so weit kommen. Mehrere tausend insolvenzgefährdete Unternehmen wären zu retten, wenn die Verantwortlichen frühzeitig die Option einer Sanierung unter Insolvenzschutz in ihre Überlegungen einbeziehen würden. Stattdessen meiden viele Unternehmen ein gerichtliches Verfahren. Sie melden erst Insolvenz an, wenn auch die letzten finanziellen Reserven erschöpft sind. Für eine Sanierung in Eigenverwaltung ist es dann häufig zu spät.

Um das zu ändern, trat am 1. März 2012 das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) in Kraft. Damit wollte der Gesetzgeber die Stigmatisierung der Insolvenz überwinden und Unternehmen in einer Krisensituation den Weg ebnen, sich über eine Insolvenz zu sanieren. Gleichzeitig sollte der Gang durch die Insolvenz für den Insolvenzschuldner berechenbar werden. Fünf Jahre nach der Reform des Insolvenzrechts ist dieses Ziel erst teilweise erreicht. „Viele Unternehmen lassen sich inzwischen zielgerichtet und frühzeitig über die Möglichkeiten einer Sanierung im Rahmen des ESUG beraten. Aber noch immer zögert die überwiegende Zahl der Betroffenen zu lange, sich mit der Insolvenz als Sanierungschance zu beschäftigen. Viele kennen diese Option auch noch gar nicht“, stellt Sanierungsexperte Robert Buchalik, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungsunternehmens Buchalik Brömmekamp, fest.

Auch bei der vorläufigen Eigenverwaltung oder dem Schutzschirmverfahren handelt es sich um ein Insolvenzverfahren. Allerdings räumt das ESUG Unternehmen, die sich frühzeitig unter den Schutz des Insolvenzrechts stellen, eine Vielzahl von Sondervergünstigungen ein, damit die Sanierung gelingt und Arbeitsplätze erhalten werden. So bleibt die Geschäftsführung im Amt und vertritt das Unternehmen auch weiterhin nach außen – allerdings unter Aufsicht eines (vorläufigen) Sachwalters. Löhne und Gehälter werden bis zu drei Monaten aus den Mitteln des Insolvenzgelds vorfinanziert. Die dadurch gesparte Liquidität kann voll für die Sanierung eingesetzt werden. Zudem kann sich das Unternehmen unter Insolvenzschutz aus ungünstigen, auch langfristigen Verträgen durch einfache Erklärung lösen. Ein Sanierungskonzept bedarf nicht der Zustimmung aller Gläubiger, sondern kann auch mit Mehrheit durchgesetzt werden. Während der Dauer des Verfahrens ist das Unternehmen vor Eingriffen der Gläubiger geschützt.

„Unternehmen in einer Krisensituation, die ausreichend Liquidität haben, um die Verfahrenskosten zu finanzieren und ein belastbares operatives Sanierungskonzept umsetzen, gehen regelmäßig gestärkt aus einem Eigenverwaltungsverfahren hervor“, sagt Buchalik. Im vergangenen Jahr nutzten etwa 250 insolvenzgefährdete Unternehmen diese Option zur Sanierung. „Das zeigt, dass das Thema ESUG in der Breite angekommen ist. Denn von den knapp 22 000 Unternehmen, die im vergangenen Jahr in die Insolvenz gingen, eigneten sich allenfalls 500 bis 600 für ein solches Verfahren“, stellt Buchalik fest. Bei der überwiegenden Zahl der Unternehmensinsolvenzen handelt es sich üblicherweise um sehr kleine Betriebe. Ein Eigenverwaltungsverfahren lässt sich dagegen meist nur bei Unternehmen mit einer Mindestgröße von 20 Mitarbeitern sinnvoll durchführen.Nach Einschätzung von Buchalik würden die Sanierungsmöglichkeiten im Rahmen des ESUG noch stärker genutzt, wenn Industrie- und Fachverbände besser darüber informieren würden. In manchen Branchen, etwa in der Bauwirtschaft oder im Einzelhandel, seien Eigenverwaltungsverfahren erst wenig bekannt. Auch würden insolvenzgefährdete Unternehmen häufig falsch beraten. „Unternehmer gehen in der Krise oft zu einem Insolvenzverwalter. Die haben jedoch kein großes Interesse, ein Eigenverwaltungsverfahren durchzuführen. Viel lieber begleiten sie ein Unternehmen in die Regelinsolvenz. Das ist weniger komplex und verspricht in vielen Fällen ein deutlich höheres Honorar“, beobachtet Buchalik.

Nach seiner Einschätzung ist eine Insolvenz in Deutschland nach wie vor ein Stigma. Sie werde gleichgesetzt mit Versagen. In vielen anderen Ländern, insbesondere in Amerika, sei das ganz anders. Dort gelte es als wertvolle Erfahrung, eine Insolvenz durchlebt zu haben. Niemand werde deshalb geächtet. So seien auch Apple-Gründer Steve Jobs, Henry Ford oder Walt Disney mehrfach gescheitert, bevor sie ihren Durchbruch schafften.

Weil ein gerichtliches Verfahren nach wie vor stigmatisiert ist, wünschen sich große Teile des deutschen Mittelstands ein gesondertes, nicht mehr in der Insolvenzordnung eingebettetes Restrukturierungsverfahren. Das zeigen entsprechende Befragungen. Die Europäische Kommission hat im vergangenen Jahr einen entsprechenden Richtlinienvorschlag veröffentlicht. Die Bundesregierung wird dazu 2017 einen Gesetzesentwurf vorlegen. „Ein solches Verfahren wird allerdings nicht die Möglichkeiten eines Insolvenzplanverfahrens bieten. Der entscheidende Vorteil in der Eigenverwaltung ist, dass man sich leichter von Altlasten und unrentablen Langfristverträgen trennen kann. Vorinsolvenzlich geht das nicht, weil beispielsweise die Rechte der Mitarbeiter nicht angetastet werden dürfen“, sagt Buchalik.

Das komplette Interview mit Robert Buchalik lesen Sie hier

Hiernach wurde gesucht:

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Restrukturierungsberatung Buchalik Brömmekamp mit neuem Standort in Stuttgart

  • Dirk Eichelbaum wechselt in Beraterkanzlei und baut Geschäft in Süddeutschland aus

Düsseldorf/Stuttgart. 3. November 2015. Die Düsseldorfer Wirtschaftskanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp hat am 1. November ihr neues Büro in Stuttgart eröffnet. Gleichzeitig wechselt Rechtsanwalt Dirk Eichelbaum als Partner zum Spezialisten für Restrukturierung und Eigenverwaltungsverfahren und übernimmt die Standortleitung. Aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt will die Wirtschaftskanzlei das Beratungsgeschäft in Süddeutschland weiter ausbauen und dort das komplette Angebot von Rechtsberatung in der Eigenverwaltung, Verfahrensbegleitung, Erstellung von Sanierungsgutachten, Insolvenzplanerstellung und operative Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen anbieten.

„In dem wirtschaftlichen Umfeld in Baden-Württemberg mit den meist mittelständisch geprägten Produktions- und Dienstleistungsunternehmen bietet sich eine Sanierung unter Insolvenzschutz oft in idealer Weise an. Viele Unternehmer kennen noch nicht die Chancen, die eine Eigenverwaltung für das Unternehmen und den Unternehmer bieten“, erklärt Gründungspartner Robert Buchalik. Die Krisenursachen können vielfältig sein: beispielsweise unvorhersehbare Umsatzrückgänge aufgrund politischer Restriktionen, hohe Belastungen der Passivseite durch Pensionsverpflichtungen, Regressforderungen (Kartellstrafen oder nicht ausreichend durch Versicherungsschutz abgedeckte Mängelgewährleistungen), nicht ausreichend versicherte Betriebsunterbrechungen und Maschinenausfälle oder hohe Belastung der Passivseite mit Bankverbindlichkeiten. In einer Planinsolvenz in Eigenverwaltung können – die operative Sanierungsfähigkeit vorausgesetzt – die Krisenursachen meist beseitigt werden.

Im Verfahren wird in der Regel ausreichend Liquidität generiert, um die Verfahrenskosten zu bedienen und auch die ungesicherten Gläubiger zu befriedigen. Gleichzeitig bleibt häufig genügend Liquidität, um das künftige Geschäft ohne neue Bankkredite zu finanzieren. Zudem wird der Personalabbau und die Kündigung langfristiger Dauerschuldverhältnisse (z.B. Miet- oder Leasingverträge) nicht nur erheblich erleichtert, sondern ist auch wesentlich kostengünstiger. „Buchalik Brömmekamp hat sich mit seiner interdisziplinären Ausrichtung  als Marktführer zur Durchführung von Planinsolvenzen in Eigenverwaltung etabliert und übernimmt dabei einen aktiven Part bei der Umsetzung der vom Gesetzgeber gewollten Neugestaltung des Insolvenz- und Sanierungsrechts in Deutschland.

Derzeit zeichnet sich ab, dass bei den mittelständischen Unternehmen der Trend zur Eigenverwaltung weiter wächst, die Kunden erwarten aber eine Betreuung aus der Region heraus. Bei der Umsetzung der daraus entstandenen Expansionsstrategie in Süddeutschland setzt Buchalik Brömmekamp auf den 51jährigen Dirk Eichelbaum. Der Rechtsanwalt ist seit 1994 ausschließlich auf dem Gebiet des Insolvenzrechts und der Sanierung tätig. Er hat über 1.000 Insolvenzverfahren bearbeitet.

Buchalik Brömmekamp übernimmt bewusst keine Insolvenzverwaltungen, um die Glaubwürdigkeit nicht zu gefährden. Dirk Eichelbaum lässt sich deshalb bei den Insolvenzgerichten auch nicht mehr für neue Insolvenzverfahren bestellen, sondern konzentriert sich ausschließlich auf seine Beraterrolle. „Ich freue mich, diese Herausforderung anzunehmen und das Konzept von Buchalik Brömmekamp für den süddeutschen Raum umsetzen zu können, zumal ich mit den regionalen Besonderheiten bestens vertraut bin“, erklärt Dirk Eichelbaum.

Mit der Einführung des ESUG hat Eichelbaum seinen Schwerpunkt bereits auf die Tätigkeit als Sachwalter, Insolvenzplanersteller und Berater der Geschäftsführung von Unternehmen in der Eigenverwaltung gelegt. In den interdisziplinären Ansatz von Buchalik Brömmekamp wird er seine bisherige Erfahrung deshalb sehr gut einbringen können. „Mit seiner ausgewiesenen Kompetenz als Verwalter und Berater, vor allem auch in Eigenverwaltungsverfahren, kann Dirk Eichelbaum das Konzept von Buchalik Brömmekamp hervorragend in Baden Württemberg umsetzen“, so Robert Buchalik zum Wechsel.

Kontakt Standort Stuttgart:

RA Dirk Eichelbaum, Industriestraße 4, 70565 Stuttgart, E-Mail:

Vergütungsvereinbarungen im Insolvenzplan

Das LG Heilbronn hat als Beschwerdegericht in seinem Beschluss vom 25.3.2015 (ZInsO 2015, 910) eine interessante Entscheidung zur Zulässigkeit von Vergütungsabsprachen mit dem Insolvenzverwalter im Insolvenzplan getroffen. Für die Praxis bedeutsam ist diese Entscheidung, weil das Gericht zu der kontrovers diskutierten Frage, ob Planvereinbarungen hinsichtlich der Vergütung des Insolvenzverwalters im Insolvenzverfahren zulässig und für das Gericht bindend sind, Stellung genommen hat. Abgeändert wurde mit dem Beschluss die Entscheidung des Insolvenzgerichts, mit der dieses in Abweichung zur Planvereinbarung eine geringere als die im Plan vereinbarte Vergütung festgesetzt hatte. Das LG Heilbronn führt aus, dass eine Vereinbarung mit Billigung aller Beteiligten im Insolvenzplanverfahren zulässig und für das Insolvenzgericht bei Festsetzung der Vergütung bindend ist.

Die Entscheidung des LG Heilbronn zeigt, dass sich in Bezug auf die vorbezeichneten Fragestellung ein Nord-Süd-Gefälle gebildet hat. Auf der einen Seite stehen insbesondere die Insolvenzrichter in Köln, die sich klar gegen die Zulässigkeit von Vergütungsvereinbarungen im Insolvenzplan positionieren. Diese sehen zum einen die Unabhängigkeit des Insolvenzverwalters als gefährdet an, zum anderen tragen sie vor, dass das Insolvenzgericht mangels Beteiligung an der Vereinbarung und hinsichtlich materieller Regelungen im Insolvenzplan nicht planunterworfen sei.

Auf der anderen Seite stehen das hier zitierte Gericht sowie das LG München, die von einer Bindungswirkung einer Planvereinbarung für das Insolvenzgericht ausgehen, soweit alle Beteiligten im Insolvenzplanverfahren dieser zugestimmt haben.

Handlungsempfehlung:

Die Entscheidung kann in keinem Fall so verstanden werden, dass Vergütungsvereinbarungen im Insolvenzplan generell bindend und zulässig sind. Es handelt sich um Entscheidungen einzelner Gerichte, die sich bisher allein auf die Vergütung des Insolvenzverwalters bezogen. Ist in einem Insolvenzplanverfahren eine Vergütungsvereinbarung bzw. ein Vergütungsvorschlag im Insolvenzplan vorgesehen, zu Gunsten welcher Partei auch immer, so bleibt es weiterhin angeraten, diese/n mit dem Gericht im Vorfeld abzustimmen.

Buchalik Brömmekamp mit neuen Standorten in Berlin und Dresden

  • Hubertus Bartelheimer wird Partner der Wirtschaftskanzlei

Düsseldorf/Berlin. 23. März 2015. Buchalik Brömmekamp eröffnet zum 1. Mai 2015 neue Standorte in Berlin und Dresden. Damit ist die auf Sanierung von Unternehmen spezialisierte Wirtschaftskanzlei in Düsseldorf, Frankfurt, der Bundeshauptstadt und Dresden mit eigenen Büros tätig und verstärkt ihre Präsenz in Ostdeutschland. Das Berliner und das Dresdner Büro mit insgesamt vier Rechtsanwälten wird Dr. Hubertus Bartelheimer leiten. Gleichzeitig wird Dr. Bartelheimer neben den Namensgebern Robert Buchalik und Dr. Utz Brömmekamp sowie Dr. Jasper Stahlschmidt Partner der Sozietät.

Rechtsanwalt Dr. Hubertus Bartelheimer führte seit 2008 zusammen mit seinem Partnerkollegen Dr. Christoph Junker die Insolvenzverwalterkanzlei Junker Bartelheimer und hat sich seit 2002 auf Insolvenzverwaltung und die wirtschaftsrechtliche Beratung von Unternehmen in der Krise, Sanierung und Insolvenz spezialisiert. Daneben ist er Gründer und stellvertretender Vorsitzender der Neuen Insolvenzverwaltervereinigung Deutschlands e.V. (NIVD). Seine Tätigkeit als Insolvenzverwalter, im Rahmen derer er insbesondere von den Gerichten Charlottenburg, Chemnitz, Cottbus, Dresden, Frankfurt / Oder, Leipzig und Potsdam regelmäßig bestellt wurde, gibt er auf. Seine laufenden mehrere hunderte Verfahren wird er durch Beauftragung der ebenfalls von Dr. Junker und ihm seit einigen Jahren betriebenen Insoshare Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, einem Spezialdienstleister für Insolvenzverwalter, zu Ende führen.

„Ich freue mich, meine in 13 Jahren auf Verwalterseite gesammelten Erfahrungen durch den Wechsel zu Buchalik Brömmekamp künftig gezielt Unternehmen und Unternehmern zur Sanierung ihrer Gesellschaften zur Verfügung stellen zu können. Mein Wechsel auf die Beraterseite ist gleichzeitig eine Reaktion auf die weiter zunehmende Unberechenbarkeit des Verwaltergeschäfts in Zeiten des ESUG“, erklärt Dr. Bartelheimer seine Aufgabe der Verwaltertätigkeit. Robert Buchalik ergänzt: “Mit Dr. Bartelheimer haben wir einen sehr versierten Kollegen gewinnen können. Seine Erfahrung wird unsere Eigenverwaltungs- und außergerichtlichen Sanierungsverfahren weiter voranbringen, uns dabei unterstützen, unsere führende Marktposition als Berater in Eigenverwaltungsverfahren weiter auszubauen und uns insbesondere in den neuen Bundesländern stärker zu positionieren.“

Finance-Magazin: ESUG-Eigenverwaltung: Das Berater-Ranking: Buchalik Brömmekamp ist Marktführer

Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung nach dem ESUG hat ein lukratives Spielfeld für Berater geschaffen. Aber nur wenige Player haben sich im Markt etabliert – wer bei den ESUG-Verfahren die Fäden zieht.
Noch ist der Anteil von ESUG-Verfahren im Vergleich zur Menge an regulären Insolvenzverfahren gering. Aber für die Beraterbranche hat der Gesetzgeber mit der Einführung der Sanierung unter Eigenverwaltung ganz neue Betätigungsfelder eröffnet. Denn: Anders als im klassischen Insolvenzverfahren, bei dem ein vom Gericht ernannter Verwalter das Unternehmen häufig nur rechtlich abwickelt, zielt das ESUG-Verfahren auf eine langfristige Restrukturierung. Da sind nicht nur juristische Kenntnisse gefragt, sondern auch betriebswirtschaftliches Knowhow.

Gläubigerausschüsse geben grünes Licht für strategische Neuausrichtung der Wellemöbel-Gruppe

  • Ausrichtung erfordert Anpassung der Kostenstrukturen, des Produktportfolios und des Mitarbeiterstamms
  • Geschäftsleitung informiert Gläubigerausschüsse, Betriebsräte und Mitarbeiter über das Sanierungskonzept
  • Investitionsprogramm für den Ausbau des Maschinenparks

 

Bad Lippspringe. 17. März 2015. Die vorläufigen Gläubigerausschüsse der Wellemöbel GmbH, Howelpa Logistik GmbH und MF Bad Lippspringe GmbH haben den jeweiligen Sanierungskonzepten grünes Licht gegeben und damit die strategische Neuausrichtung der Wellemöbel-Gruppe bestätigt. Ebenso befürwortet der vorläufige Sachwalter Rechtsanwalt Stefan Meyer die Restrukturierungsmaßnahmen der Unternehmen. Wie bereits vor einem Monat angekündigt, wird sich der Hersteller für Kastenmöbel als Systemeinrichter positionieren, sich damit stärker auf die bereits vorhandenen Systemmöbel fokussieren und von Produkten im unteren Segment trennen, die in einem preisaggressiven Wettbewerb stehen und nicht mehr kostendeckend in Deutschland produziert werden können.

Die Ausrichtung wird zunächst zu einer deutlichen Verschlankung des Produktportfolios der Wellemöbel-Gruppe führen. Beim Erhalt der Segmente (Baby, Jugend, Büro und Schlafmöbel, JOOP!) werden das Sortiment und die Variantenvielfalt bereinigt. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Wellemöbel-Gruppe langfristig sicherzustellen und eine nachhaltige Rentabilität zu erreichen, müssen infolgedessen die Kostenstrukturen angepasst werden. Deshalb sieht das Sanierungskonzept die Optimierung von Prozessen und leistungswirtschaftliche Sanierungsmaßnahmen in allen Einheiten wie Vertrieb, Einkauf, Produktion, Verwaltung und Logistik vor. Auch die Personalkapazitäten müssen angepasst werden. Ohne Berücksichtigung der Logistiksparte Howelpa müssen rund 270 Arbeitsplätze so sozialverträglich wie möglich gemäß dem Sanierungskonzept abgebaut und der Standort in Detmold bis März 2016 geschlossen werden. Eine Fortsetzung der Produktion an drei Standorten, wovon zwei sehr nahe beieinanderliegen, kann betriebswirtschaftlich nicht länger verantwortet werden. Bei der Howelpa werden über einen längeren Zeitraum bis Ende 2017 ebenfalls rund 50 Arbeitsplätze abgebaut. Die übrigen Arbeitsplätze bleiben vorbehaltlich der normalen, auch altersbedingten Fluktuation erhalten. Die Geschäftsführung hat das Restrukturierungskonzept den Arbeitnehmervertretern und der Belegschaft heute vorgestellt. „Unsere Hauptaufgabe ist es nun, unsere Leistungsfähigkeit zu steigern, das neue Kerngeschäft zu stärken und langfristig Wachstumspotenziale zu erschließen“, so Sanierungsgeschäftsführer Dr. Jasper Stahlschmidt.

Der Grund für die wirtschaftliche Schieflage der Wellemöbel-Gruppe ist vielschichtig: Auf dem deutschen Möbelmarkt ist eine Polarisierung zwischen den Herstellern hochwertiger Möbel und den Anbietern von Billigmöbeln zu beobachten. Das mittlere Segment zwischen dem unteren und gehobenen Segment, in dem sich die Wellemöbel-Gruppe bisher vorrangig bewegt hat, wird weiterhin deutlich abnehmen. Darüber hinaus muss die deutsche Möbelindustrie immer mehr Marktanteile an osteuropäische, insbesondere polnische Lieferanten abgeben. In diesen Ländern bestehen nach wie vor Kostenvorteile (insbesondere im Personalkostenbereich) bei gleichzeitig zu beobachtender zunehmender Produktivität. „Jedes vierte Möbelstück, das in deutschen Wohn-, Ess- oder Schlafzimmern steht, stammt mittlerweile aus einem polnischen Betrieb. In Deutschland sehen wir aufgrund der internationalen Wettbewerbssituation keine Möglichkeit mehr, Möbel in den unteren Preissegmenten profitabel herzustellen. Darauf haben wir reagiert. Mit dem nun vorliegenden Restrukturierungskonzept konsolidieren und stärken wir die Wellemöbel und wollen das Unternehmen sodann mittel- und langfristig wieder auf nachhaltigen Wachstumskurs bringen“, so Volker Meurer, Geschäftsführer der Wellemöbel GmbH. Der Geschäftsbetrieb konnte frühzeitig nach Einleitung des Eigenverwaltungsverfahrens erfolgreich stabilisiert werden. Durch den weiteren, ungebrochenen Kundenzuspruch verlaufen die Finanzzahlen derzeit planmäßig, teilweise sogar leicht über Plan.

Mit der Erstellung der Sanierungskonzepte für alle drei operativen Gruppenunternehmen (Wellemöbel GmbH, MF Bad Lippspringe GmbH, Howelpa Logistik GmbH) und der Freigabe durch die vorläufigen Gläubigerausschüsse ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer erfolgreichen Sanierung genommen. Nun steht in den nächsten Wochen die Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen im Mittelpunkt.

Die zentrale Kernaussage des 400 Seiten umfassenden Restrukturierungskonzeptes ist die Ausrichtung als Systemeinrichter. Als einer der führenden deutschen Hersteller von Kastenmöbeln mit breiter Segmentaufstellung erhalten die Kunden ein Höchstmaß an Qualität und Zuverlässigkeit bei gleichzeitiger hoher Individualisierungsmöglichkeit. Damit folgt Wellemöbel dem Wunsch der Kunden nach mehr Individualität. „Die Zeit der reinen Standardprodukte ist vorbei. Unser Vertrieb und unsere Produktion werden so ausgerichtet, dass wir mit unseren Produkten dem Handel die Möglichkeiten geben, genau diesem Trend gerecht zu werden und die vielfältigen Wünsche der Endkunden zu erfüllen“, erklärt Volker Meurer.

Die Howelpa Logistik GmbH wird sich in Zukunft als unabhängiger und spezialisierter Logistikdienstleister in der Möbelbranche positionieren. Bislang war die Howelpa weitgehend gruppenintern für die Gesamtlogistik zuständig und hat sich dadurch nicht im Drittkundengeschäft bewegt. Hier soll zukünftig angesetzt werden und mit einer Vertriebsinitiative der Kundenkreis deutlich ausgebaut werden. Es werden umfangreiche Spezial-Dienstleistungen rund um die Möbellogistik angeboten, von Lager- und Transportleistungen bis hin zu Zusatzleistungen wie Retourenmanagement. Die Howelpa gehört zu einem der wenigen Logistikunternehmen, die diese Dienstleistung professionell erbringen können.

Die Sanierungskonzepte der drei operativen Gesellschaften, die mit der Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp entwickelt wurden, umfassen rund 200 Einzel-Maßnahmen, die die Wellemöbel-Gruppe wieder wettbewerbs- und renditefähig machen werden. „Zusammen mit den Mitarbeitern haben wir zahlreiche Prozesse und Strukturen der Gruppe untersucht. Alle Beteiligten waren sehr motiviert, Verbesserungen zu entwickeln. Mit den nun vorgestellten Ergebnissen, gehen wir davon aus, dass die Gruppe saniert werden kann. Allerdings ist die Neuausrichtung unabdingbar mit einer deutlichen Stärkung des Vertriebes und signifikanten Investitionen verbunden“, erklärt Bozidar Radner, Geschäftsführer der Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung. Die Gläubigerausschüsse haben deshalb einem umfangreichen Investitionsprogramm zugestimmt. Die Unternehmen werden drei Millionen Euro in die Erneuerung und Modernisierung der Maschinen investieren, ein beträchtlicher Teil davon in Bad Lippspringe.

Weiterhin zeigt das Konzept die Herausforderungen auf der Kostenseite auf. „Unsere Personalkosten liegen deutlich über den Personalaufwendungen der Wettbewerber, während die Umsatzentwicklung in den vergangenen Jahren rückläufig war. Um zukünftig wettbewerbsfähig am Markt agieren zu können, ist eine Anpassung der Personalstruktur unabdingbar. Wir werden jetzt zeitnah Gespräche und Verhandlungen mit den Betriebsräten sowie der Gewerkschaft aufnehmen und konstruktiv nach sozialverträglichen Lösungen suchen“, sagt die personalverantwortliche Geschäftsführerin Anna Sommermeyer-Rickert.

„Ich habe schon an anderer Stelle angedeutet, dass die Sanierung der Wellemöbel-Gruppe kein Selbstläufer ist. Das hat sich nunmehr an dem sehr umfassenden Maßnahmenpaket der Sanierungskonzepte gezeigt; ein Maßnahmenpaket, welches zwingend erforderlich ist, um die Gruppe wieder wettbewerbsfähig und rentabel zu gestalten, was wiederum für den langfristigen Erhalt der Unternehmen unabdingbar ist. Bedauerlicherweise fallen der Sortimentsbereinigung auch einige Arbeitsplätze und mit Detmold ein gesamter Standort zum Opfer. Die Entscheidung, die niemandem unter den Beteiligten leicht gefallen ist, dient aber am Ende dem Erhalt der Gruppe und muss umgesetzt werden. Ein weiter so, wie bisher, würde die nachhaltigen Probleme nicht lösen“, erklärt der vorläufige Sachwalter Rechtsanwalt Stefan Meyer.