Masterplanung in der Produktion – der Weg in die Zukunft

Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens muss die Produktion frühzeitig an veränderte äußere Umstände angepasst und weiterentwickelt werden. Das betrifft beispielsweise die Änderung der Strategie, des Produktportfolios, der Kapazitäten, der Kundenstruktur, der Wertschöpfungstiefe, der Standorte, aber auch neue gesetzliche Rahmenbedingungen. Die Masterplanung ist das Hilfsmittel, diese Weiterentwicklung zielgerichtet zu steuern und Fehlinvestitionen sowie eine falsche Ausrichtung der Produktion für die Zukunft zu vermeiden.

Die Masterplanung bildet die benötigten Ressourcen an Mitarbeitern und Produktionsmitteln und deren Standorte über einen langfristigen Zeitraum von mindestens fünf Jahren ab. Bevor mit dem Aufbau einer Masterplanung begonnen werden kann, müssen einige Vorgaben der Geschäftsführung vorliegen. Dazu zählt insbesondere die Unternehmensstrategie, die die zukünftige Unternehmensaussrichtung definiert. Darüber hinaus sind die Markt- und Kundenanforderungen hinsichtlich Preis, Qualität und Lieferzeit zu ermitteln. Ein Vergleich mit den Wettbewerbern kann hierüber detaillierter Aufschluss geben.

 Die Regionale Planung

Neben der Unternehmensstrategie ist im nächsten Schritt - basierend auf der Vertriebsplanung - eine Standortstrategie zu entwicklen. Dies beantwortet die Frage, welche Produkte zukünftig an den einzelnen Standorten produziert werden sollen und von wo aus der Kunde beliefert wird.. Dabei werden Lohn- und Gemeinkosten der einzelnen Standorte ebenso wie die Verfügbarkeit der Arbeitskräfte, rechtliche Rahmenbedingungen und logistische Vorraussetzungen berücksichtigt.

Falls ein Distributionskonzept entwickelt werden soll, ist dieses auf Basis der Vertriebsplanung zu erstellen. Hierbei wird ermittelt, ob neben den einzelnen Produktionsstandorten weitere Lager und/oder Verteilstationen benötigt werden, um die Ware zielgerichtet und kostengünstig zum Kunden zu transportieren.

Verteilung der StandorteVerteilung der Standorte

Auszug Kapazitätsermittlung Standort EssenAuszug Kapazitätsermittlung Standort Essen

In dem hier dargstellten Beispiel ist für zwei Arbeitsgänge ein Kapazitätsaufbau erforderlich. Für zwei Arbeitsgänge steht ausreichend Kapazität zur Verfügung. Bei einem Arbeitsgang kann die erforderliche Kapazität durch Optimierungen (bspw. Steigerung der Produktivtät, Reduzierung des Ausschusses) erreicht werden.

Entwicklung des Standortlayouts

Durch die Entwicklung des Standortlayoutes wird sichergestellt, dass an dem Standort unter Berücksichtigung der vorliegenden Rahmenbedingungen die benötigten Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden können. Hierbei sind neben möglichen Desinvestitionen und notwendigen Investitionen auch zukünftige Technologien und Produktionsverfahren zu beachten. Wesentlicher Punkt ist jedoch die Entwicklung eines zukunftsfähigen Standortlayoutes. Hierbei ist sicherzustellen, dass sowohl produktions- als auch lagerseitig genügend Kapazitäten für die Fertigung zur Verfügung stehen. Bei der Ermittlung der Machbarkeit sind die Marktanforderungen in Bezug auf Preis, Qualität und Liefertermine mit den erzielbaren Resultaten zu vergleichen.

Layoutplanung Standort EssenLayoutplanung Standort Essen

Aus den internen Anforderungen an die Produktions- und Lagerkapazität ergibt sich ein Plan für die benötigten Flächen. Die anzupassenden Veränderungen werden in einer Layoutplanung dargestellt. Im Beispiel wird der Bereich der Sonderprodukte aufgegeben. Dies wurde in der Unternehmensstrategie festgelegt und in der Vertriebsplanung abgebildet. Dadurch können umfassende Änderungen, wie beispielsweise der Umzug des Zwischenlagers, im Layout erfolgen. Durch die Veränderungen kann der Materialfluss optimiert und die Fertigungszeiten verkürzt werden. Darüber hinaus wird der benötigte Platz für die Anschaffung der Fertigungsanlagen geschaffen.

Mit einer solchen Planung ist es möglich, Fehler bei Investitionen - wie zum Beispiel das Verwenden bereits verplanter Flächen für andere Projekte - zu vermeiden.  

Das Ziel der Masterplanung besteht darin, frühzeitig die zukünftigen Anforderungen an die Produktion transparent darzustellen und dadurch eine längerfristige Planung zu ermöglichen. 

Julia Dücker, Senior Consultant,
Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung GmbH
Dr. Dirk Dümpelmann, Projektmanager,
Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung GmbH