ESUG am 1. März in Kraft getreten

  • Sanierung von Unternehmen wird erleichtert
  • Insolvenzrechtsreform stärkt Insolvenzplan und Eigenverwaltung

Düsseldorf, 1. März 2012 - Unternehmen, die in Schieflage geraten sind, können durch die  Insolvenzrechtsreform im Sinne aller Beteiligten schneller saniert werden. Das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) stärkt die Eigenverwaltung, also die Weiterführung des Betriebes durch den bisherigen Eigentümer. Auf diese Weise sollen Anreize für frühzeitigere Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren gesetzt werden und Unternehmen können mit dem neuen Gesetz die Chance auf eine Sanierung im Wege der Insolvenz noch konsequenter nutzen. Das Gesetz tritt am 1. März in Kraft.

„Durch das Gesetz werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Sanierung notleidender Unternehmen deutlich verbessert. Zudem fördert die Insolvenzrechtsreform die Fortführung des Unternehmens, das Risiko einer Zerschlagung wird deutlich reduziert“, erklärt Robert Buchalik, Geschäftsführer der Unternehmensberatung mbb [consult]. Der Gläubigereinfluss wird zum Wohle des Unternehmens gestärkt. Ein frühzeitig vom Gericht eingesetzter vorläufiger Gläubigerausschuss nimmt maßgeblichen Einfluss auf die Auswahl des vorläufigen Insolvenzverwalters. Voraussetzung für die Einsetzung des vorläufigen Gläubigerausschusses ist, dass der Schuldner ein Unternehmen betreibt, das nach Bilanzsumme, Umsatzerlösen und Arbeitnehmerzahl eine bestimmte Mindestgröße überschreitet. Spricht sich der vorläufige Gläubigerausschuss einstimmig für eine bestimmte Person als Verwalter aus, hat das Gericht diese zu ernennen.

Mit der Stärkung des Planverfahrens, der Einbeziehung der Gesellschafter sowie der Schaffung des Debt-Equity-Swaps (Umwandlung von Forderungen in Beteiligungen) bekommt das Insolvenzverfahren eine ausgeprägte Sanierungsorientierung. Die neuen Werkzeuge und Wege schaffen damit weitere Möglichkeiten in der strategischen Beratung von Unternehmen in der Krise. „In den erfolgreichen Sanierungen der Otto Kind AG und Julius Boos, die wir mit der Anwaltskanzlei bb sozietät durchführten, konnten wir mit der Eigenverwaltung bereits wichtige Erfahrungen sammeln. Inzwischen gelten sie als Paradebeispiele für eine gelungene Insolvenz in Eigenverwaltung“, so Buchalik. In diesen Fällen zeigte sich ein wesentlicher Vorteil für die Gläubiger: Die Verfahren erzeugten deutlich höhere Befriedigungsquoten für die Gläubiger als beispielsweise bei einer Liquidation oder übertragenen Sanierung.