Penn Textile Solutions stellt Antrag auf Eigenverwaltung

  • Produktion und Lieferfähigkeit weiterhin gesichert

Paderborn. 25.9.2015. Die Penn Textile Solutions ist aufgrund der globalen Marktschwäche in seinen Absatzmärkten dazu gezwungen, sich strategisch neu aufzustellen. Zur Beschleunigung dieses Prozesses hat Penn beim Amtsgericht Paderborn einen Antrag auf Einleitung eines Eigenverwaltungsverfahrens gestellt. Beim Eigenverwaltungsverfahren können die Geschäftsführer Markus Regenstein und Thomas Siemensmeyer unter dem Schutz des Insolvenzrechtes die Sanierungsmaßnahmen eigenverantwortlich entwickeln und umsetzen. Penn produziert elastische Wirk- und Strickwaren für Mieder-, Wäsche- und Sportbekleidungshersteller und erwirtschaftet rund 20 Mio. Euro. Die 170 Mitarbeiter sind in einer Betriebsversammlung über den Antrag informiert worden. Die Löhne und Gehälter sind für die nächsten drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert.

Penn Textile Solutions wird durch die Wirtschaftskanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp (Düsseldorf) durch das Eigenverwaltungsverfahren begleitet. Zudem wird Rechtsanwalt Daniel Meintz als Sanierungsgeschäftsführer die Unternehmensleitung ergänzen. Buchalik Brömmekamp hat in der Region unter anderem die Wellemöbel (Bad Lippspringe), die Eisengießerei Karlshütte (Bünde), Blanke Textech (Bielefeld) und F. &. K. Trailer Service (Rheda-Wiedenbrück) erfolgreich durch ein Eigenverwaltungsverfahren begleitet. Mit der Eigenverwaltung nutzt Penn Textile Solutions die seit dem 1. März 2012 geltenden Möglichkeiten einer Sanierung unter Insolvenzschutz. Es handelt sich dabei um ein Sanierungsverfahren bei dem das Unternehmen erhalten werden soll. In der Eigenverwaltung steht das Unternehmen lediglich unter der Aufsicht des Amtsgerichts und eines vorläufigen Sachwalters, der aber keine operative Verantwortung übernimmt.

Das Amtsgericht Paderborn hat Frau Rechtsanwältin Sandra Bitter zur vorläufiger Sachwalterin bestellt. Hintergrund der wirtschaftlichen Schieflage ist der deutliche Umsatzrückgang unter dem seit 2011 die gesamte deutsche Textilbranche leidet. So sind die Umsätze seit vier Jahren um rund ein Viertel gesunken. Zudem stehen die Hersteller aufgrund des internationalen Wettbewerbs insbesondere aus Fernost und eines schrumpfenden Absatzmarktes unter einem erheblichen Preisdruck. „Wir haben in unserer bisherigen Sanierung bereits viel erreicht. Jedoch ist das immer noch nicht genug, um die Kosten an die gesunkenen Umsätze anzupassen und um wieder wettbewerbsfähig am Markt agieren zu können. Deshalb haben wir den Eigenverwaltungsantrag gestellt“, erklärt Geschäftsführer Markus Regenstein.

Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens wird während des Eigenverwaltungsverfahrens vollumfänglich fortgeführt. Die Produktion und Lieferfähigkeit sind umfassend gesichert. In den nächsten Wochen wird das Unternehmen zusammen mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp ein Sanierungskonzept erarbeiten und zügig umsetzen. „Dabei stellen wir auch unsere Strategie auf den Prüfstand und werden das Geschäftsmodell an die Markterfordernisse anpassen. Für die Umsetzung der neuen Strategie und der Sanierung ist die Eigenverwaltung das richtige Verfahren, um im Interesse aller Beteiligten das Unternehmen schnell wieder wettbewerbsfähig aufzustellen“, erklärt Sanierungsexperte Daniel Meintz. Das nun zu entwickelnde Sanierungskonzept mündet später in einen Insolvenzplan, in dem die Entschuldung und nachhaltige Fortführung des Unternehmens aufgezeigt wird. Dem Plan müssen die Gläubiger zustimmen. Danach wird er vom Amtsgericht Paderborn bestätigt. Auch die Sachwalterin Bitter zeigt sich zuversichtlich für eine Unternehmensfortführung. Die Rechtsanwältin hatte sich nach der Antragsstellung des Unternehmens vor Ort einen ersten Überblick verschafft.