Reserv GmbH ist gerettet

  • Gläubiger nehmen den Insolvenzplan einstimmig an
  • Aufhebung des Verfahrens Ende Mai 2016 erwartet

Prenzlau, 11. Mai 2016. Die Reserv GmbH aus Prenzlau wird voraussichtlich Ende Mai 2016 erfolgreich saniert sein. Zuvor haben bereits alle Gläubiger beim Erörterungs- und Abstimmungstermin vor dem Amtsgericht Neuruppin den vom Unternehmen vorgelegten Insolvenzplan einstimmig angenommen. Das Amtsgericht bestätigte daraufhin den Plan, der die Sanierungsmaßnahmen zur Fortführung des Unternehmens sowie die Entschuldung beschreibt. Die Zustimmung des Gerichts ist eine wesentliche Voraussetzung für die Beendigung des Eigenverwaltungsverfahrens. „Mit der Gläubigerzustimmung haben wir einen wesentlichen Meilenstein zur Sanierung der Reserv GmbH erreicht. Mein Dank gilt deshalb allen Gläubigern, die nun mit uns die Zukunft angehen werden, den Kunden, die uns weiterhin begleitet haben, und den Mitarbeitern, die die Doppelbelastung von Eigenverwaltung und Alltagsgeschäft bewältigt haben“, erklärt Geschäftsführerin Kirstin Düzel nach dem Erörterung- und Abstimmungstermin. Durch das Eigenverwaltungsverfahren konnte das überregional tätige Dienstleistungsunternehmen mit seinen 170 Mitarbeitern innerhalb von acht Monaten gerettet werden.

In den Wochen nach der Insolvenzeröffnung im Dezember 2015 hatte Geschäftsführerin Düzel zusammen mit dem Sanierungsexperten Dr. Hubertus Bartelheimer vom Berliner Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp das 144-seitige Sanierungsgrobkonzept entwickelt und seither in Teilen umgesetzt. So übernahm Anfang des Jahres Uwe Frick die kaufmännische Leitung von Reserv. Als ehemaliger Eigentümer des Autohauses Frick in Prenzlau konnte er seine Kontakte zu Kommunen und Industriekunden nutzen, um diese vom Verfahren zu überzeugen. Darüber hinaus konnte Kirstin Düzel die bestehenden Kunden und Lieferanten vom Sanierungsweg überzeugen und sie auch für die Zukunft gewinnen. Die vermehrte Vertriebsarbeit hat sich ausgezahlt. So wurde der Umsatz trotz des Verfahrens auf gleichem Niveau gehalten.

Weiterhin sieht das Zukunftskonzept die Konzentration auf das Kerngeschäft der Gebäudereinigung und der Objektpflege, zu dem auch der Winterdienst gehört, vor. Neben dem kommunalen Kunden, wie die Stadt Prenzlau, sollen zukünftig deutlich mehr gewerbliche Kunden die umfassenden Dienstleistungen der Reserv nutzen.

Seit 2012 ermöglicht das ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen), ein Unternehmen auf Basis eines abgestimmten Zukunftskonzepts in Eigenverwaltung unter Aufsicht eines vom Insolvenzgericht bestellten Sachwalters zu restrukturieren. „Im Fokus der Eigenverwaltung steht die Entschuldung des sanierungsfähigen Unternehmens, der Erhalt der Arbeitsplätze, der Kunden- sowie Lieferantenbeziehungen bei Beibehaltung der Eigentümerstruktur. Das gelingt über einen professionellen und tragfähigen Insolvenzplan, dem Gericht und Gläubiger zustimmen müssen“, erläutert Dr. Hubertus Bartelheimer. Die Reserv GmbH hatte das Verfahren unmittelbar nach der Antragstellung sehr gut genutzt und die entsprechenden Instrumente aufgesetzt, um die eingeleitete Sanierung im Interesse aller Beteiligten erfolgreich umzusetzen. „Bereits während des Verfahrens wurde sehr früh deutlich, dass die Sanierung wirklich erfolgversprechend sein wird. Im Mittelpunkt standen die operativen Maßnahmen. Die Reserv GmbH ist nun für die Zukunft sehr gut aufgestellt“, so Dr. Bartelheimer.