Restrukturierung der Periscope durch Eigenverwaltung weiter fortsetzen

  • Geschäftsbetrieb weiterhin sichergestellt 

Paderborn, 26. November 2015. Geschäftsführer Heinrich Ollendiek beabsichtigt die Restrukturierung der Periscope GmbH, Paderborn, durch ein Eigenverwaltungsverfahren weiter zu forcieren. Das Amtsgericht Paderborn hat heute dem Antrag des Unternehmens entsprochen und die Eigenverwaltung mit dem Ziel der Fortführung des Unternehmens zugelassen. Das Besondere des Eigenverwaltungsverfahrens ist, dass die unternehmerische Verantwortung in den Händen der bisherigen Geschäftsführer bleibt und diese den Sanierungsprozess selbstständig durchführen kann. Dazu wird Heinrich Ollendiek mit der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp (Düsseldorf) ein tragfähiges Sanierungskonzept entwickeln, dem Gericht und Gläubiger zustimmen müssen. Weiterhin ergänzt der Sanierungsexperte Dr. Jasper Stahlschmidt, Partner bei Buchalik Brömmekamp, die Geschäftsführung. Er begleitet als CRO (Chief Restructuring Officer) das Eigenverwaltungsverfahren.

In einer Betriebsversammlung wurden heute die insgesamt 330 Beschäftigten über das Verfahren informiert. Die Löhne und Gehälter sind in den nächsten drei Monaten über das Insolvenzgeld gesichert. Ursachen für die wirtschaftliche Schieflage ist der Weggang von zwei Großkunden. Im Segment Industrie bezieht ein Kunde seine Lieferungen nunmehr aus günstigeren Produktionen aus Asien. Ein Automobilzulieferant hat einen Auftrag verloren und daraufhin seine Lieferung bei Persicope storniert. In diesem Jahr muss das Unternehmen aus Paderborn einen Umsatzrückgang von 30 Prozent in diesem Segment kompensieren.

„Wir sind gezwungen, die Kosten an die gesunkenen Umsätze anzupassen, um wieder wettbewerbsfähig agieren zu können. Die bisherigen Sanierungsmaßnahmen, die mit viel Engagement angegangen worden sind, haben leider noch nicht zu den notwendigen Einsparungen geführt, die wir erreichen müssen. Deshalb werden wir erneut alles auf den Prüfstand stellen", erklärte Ollendiek. Ein wesentlicher Kostentreiber sind die Personalaufwendungen, die laut einem externen Gutachten rund 20 Prozent über dem Wettbewerb liegen. Eine Anpassung der Personalstruktur ist deshalb unabdingbar. „Wir werden jetzt sehr schnell das Gespräch mit den Betriebsräten suchen. Ich bin davon überzeugt, dass wir im Dialog mit den Vertretern der Arbeitnehmer konstruktiv eine ausgewogene Lösungen entwickeln werden“, so Ollendiek weiter.

Mit der Eigenverwaltung nutzt Periscope die seit 2012 geltenden Möglichkeiten einer Sanierung unter Insolvenzschutz. In dem Sanierungsverfahren mit dem obersten Ziel der Unternehmensfortführung hat das Paderborner Amtsgericht Rechtsanwältin Sandra Bitter von der Kanzlei Bitter, Ehrhardt Rechtsanwälte (Paderborn) als vorläufige Sachwalterin bestellt. Die Sachwalterin übernimmt eine Aufsichtsfunktion und hat darüber hinaus die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen. Während des Verfahrens wird der Geschäftsbetrieb unverändert weitergeführt. Die Lieferungen an Kunden werden termingerecht erledigt.