Sanierung der Hulvershorn Eisengießerei erfolgreich beendet

  • Gläubiger stimmten Insolvenzplan zu 100 Prozent zu
  • Eigenverwaltungsverfahren erfolgreich abgeschlossen
  • Eisengießerei beschäftigt weiterhin 180 Mitarbeiter

Bocholt, 14. April 2016. Die Sanierung der Hulvershorn Eisengießerei GmbH & CO KG ist erfolgreich zu Ende gegangen. Das Amtsgericht Münster hat das Eigenverwaltungsverfahren am 8. April 2016 aufgehoben. Zuvor hatte die Gläubigerversammlung Anfang Dezember 2015 den Sanierungsplänen einstimmig zugestimmt und damit den Weg für die Beendigung des Sanierungsverfahrens geebnet. Während des Verfahrens wurden die Geschäftsführer Christian Gündisch und Hans-Bernd Tenbrink durch den Sanierungsexperten Dr. Utz Brömmekamp vom Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp (Düsseldorf) unterstützt. Dr. Brömmekamp agierte als Sanierungsgeschäftsführer (CRO) im Unternehmen und unterstützte das Management in allen insolvenzrechtlichen Belangen. Er wird nunmehr planmäßig wieder aus der Geschäftsführung ausscheiden.

 

Die Sanierung war laut Geschäftsführer Gündisch erforderlich geworden, da das Unternehmen aufgrund der negativen Entwicklung wesentlicher Absatzmärkte und daraus resultierender massiver Auftragsstornierungen in den Vorjahren in eine finanzielle Schieflage geraten und anschließend zahlungsunfähig geworden war.

Statt eines Regelinsolvenzverfahrens, das in den meisten Fällen die Zerschlagung oder die Abwicklung des Unternehmens zur Folge hat, entschied sich Hulvershorn für eine Insolvenz in Eigenverwaltung. Die Eigenverwaltung ist ein relativ neues Instrument zur Sanierung in Schieflage geratener Unternehmen. Dabei bleibt die Geschäftsführung weiterhin im Amt und kann die Geschicke des Unternehmens eigenständig weiter lenken. Anstelle eines Insolvenzverwalters wird lediglich ein Sachwalter bestellt, welcher in erster Linie die Aufgabe hat, die wirtschaftliche Lage des schuldnerischen Unternehmens zu prüfen und die Geschäftsführung zu überwachen. Zum Sachwalter bestellte das Amtsgericht Dr. Sebastian Henneke (Kanzlei hrm Henneke Röpke) aus Bocholt.

„Ziel des Verfahrens war es, das Unternehmen nachhaltig zu entschulden und wieder wettbewerbsfähig am Markt zu positionieren und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, dies ist uns gelungen“ so Geschäftsführer Christian Gündisch. Seit der Aufhebung des Verfahrens kann das Unternehmen wieder frei von insolvenzrechtlichen Beschränkungen agieren. Besonders erfreulich ist, dass 180 der einst 209 Arbeitsplätze während des Verfahrens erhalten werden konnten.

Der Insolvenzplan und die darin enthaltenen Sanierungsmaßnahmen erarbeitete die Geschäftsleitung gemeinsam mit dem Düsseldorfer Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp. Dessen interdisziplinäres Team aus Rechtsanwälten, Ingenieuren und Betriebswirten setzte alles daran, die Hulvershorn Eisengießerei mit Hilfe der durch die Insolvenzordnung zur Verfügung stehenden Instrumente sowohl in finanzwirtschaftlicher Hinsicht als auch unter betriebswirtschaftlichen Aspekten umfangreich zu sanieren und gleichzeitig die Gläubiger bestmöglich zu befriedigen. „Allen Beteiligten gilt der Dank zum Gelingen der Sanierung“, so Interimsgeschäftsführer Dr. Brömmekamp. „Finanzielle Beiträge von Gesellschafterseite, eine motivierte Mannschaft sowie konstruktive Unterstützung des Sachwalters, des Gläubigerausschusses und des Gerichts haben den Erfolg erst möglich gemacht.“ Geschäftsführer Tenbrink legt Wert auf die Feststellung, dass Kunden und Lieferanten Hulvershorn die Treue gehalten haben.