Verfahrenseröffnung bei Wellemöbel

  • Maßnahmen zur Sanierung laufen auf Hochtouren

Bad Lippspringe, 28. April 2015. Die Sanierungen der Wellemöbel GmbH, Howelpa Logistik GmbH und MF Bad Lippspringe GmbH haben einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Das Amtsgericht Paderborn eröffnete planmäßig das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Unternehmensgruppe und hat zugleich die Eigenverwaltung angeordnet. Damit können die im März vorgestellten Sanierungsmaßnahmen zum Erhalt der Unternehmen weiterhin unter Aufsicht des Sachwalters Rechtsanwalt Stefan Meyer umgesetzt werden. Sachwalter Meyer hatte zuvor in seinem Gutachten die positiven Fortführungsaussichten der Unternehmen bestätigt. Die Produktion und die Auslieferung an Kunden laufen auch im eröffneten Verfahren ungehindert weiter.

Die Insolvenzpläne der drei Unternehmen, die im Wesentlichen aus den Sanierungskonzepten bestehen und die Entschuldung der Unternehmen regeln, sollen in Kürze fertiggestellt und beim Amtsgericht Paderborn eingereicht werden. Mit der Beendigung der Verfahren, so Sanierungsgeschäftsführer Dr. Jasper Stahlschmidt von der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp, werde im Sommer 2015 gerechnet. Die Gläubigerausschüsse, die Kunden und Lieferanten unterstützen die umfangreichen Sanierungskonzepte, die mehr 200 Maßnahmen beinhalten und bereits erste Erfolge verzeichnen. „Im März sind die Umsätze gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen und liegen über Plan. Die Neuheiten, die wir auf der Kölner Möbelmesse vorstellten, kommen bei den Kunden sehr gut an. Das zeigt, dass alle Beteiligten weiterhin zu Wellemöbel und der Sanierungsfähigkeit der Unternehmensgruppe stehen“, erklärt Volker Meurer, Geschäftsführer der Wellemöbel GmbH.

Nach der Sicherstellung der Finanzierung für das Sanierungskonzept kann nun das umfangreiche Investitionsprogramm starten. Der Systemeinrichter und Hersteller für Kastenmöbel wird drei Millionen Euro in die Erneuerung und Modernisierung der Maschinen investieren, ein beträchtlicher Teil davon in Bad Lippspringe. Weiterhin einigte sich die Geschäftsführung mit den Betriebsräten und der IG Metall über den sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau von 260 Stellen und die Schließung des Standortes Detmold. Die betroffenen Mitarbeiter können in eine Transfergesellschaft wechseln. Die Transfergesellschaft hat die Aufgabe, die betreuten Beschäftigten so schnell wie möglich wieder in neue Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln. Nach einem ersten Gespräch schließen sich für die Mitarbeiter individuelle Qualifizierung- und Weiterbildungsmaßnahmen an. „Die Personalmaßnahmen sind uns nicht leichtgefallen. Sie sind jedoch erforderlich, damit die Wellemöbel-Gruppe fortgeführt werden kann und wir langfristig und wettbewerbsfähig am Markt agieren können“, erklärt Geschäftsführerin Anna Sommermeyer-Rickert.