Prof. Dr. Gerhard Pape: „Geschäftsführerhaftung in der Eigenverwaltung“ – 18. Juni 2019 – Crowne Plaza Neuss

Der BGH hat in einem Urteil vom 26. April 2018 (Az. IX ZR 238/17) die Haftung des Geschäftsführers, der sich in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung nach §§ 270 ff. InsO befindet, über die ihm sonst eigentümliche Innenhaftung gegenüber der Gesellschaft hinaus erweitert. Der BGH legt damit an den die Eigenverwaltung ausführenden Geschäftsführer ähnliche Haftungsmaßstäbe an, wie an den gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter.

Mit seiner Entscheidung hat der BGH die Haftung des Geschäftsführers bei der Ausübung von Insolvenzverwaltertätigkeiten gegenüber Dritten erweitert, also vor allem an die Insolvenzverwalterhaftung angeglichen. Bisher musste der Geschäftsführer eine solche Außenhaftung nur in Ausnahmefällen fürchten. Durch die Haftungserweiterung wird der Geschäftsführer im Eigenverwaltungsverfahren
zu einem zusätzlichen potentiellen Schuldner für die Gläubiger der eigenverwalteten Gesellschaft.

Für den Geschäftsführer, auch für den eigens in einem solchen Verfahren bestellten CRO, besteht somit ein zusätzliches Haftungsrisiko, das vor der Beantragung des Eigenverwaltungsverfahrens sorgfältig abgewogen werden muss. Insbesondere wird der Geschäftsführer sich
künftig verstärkt an schutzwürdigen Interessen der Gläubiger zu orientieren haben, um eine persönliche Haftung zu vermeiden. Damit ist ein Umdenken in der Geschäftsführertätigkeit verbunden. Dieses sollte sich jeder Geschäftsführer vor dem Hintergrund der Haftungsfolgen zu eigen machen. Offen geblieben ist im Rahmen der BGH Entscheidung, ob das Haftungsrisiko für einen Externen, der nicht zum Geschäftsführer bestellt wird, sondern als Generalbevollmächtigter handelt, für sich das Haftungsrisiko aus den §§ 60,61 InsO ausschließen kann.

Die Entscheidung des BGH führt zu einer erheblichen Ausweitung der Haftung des Beraters, der für die Dauer des Verfahrens als CRO in die Gesellschaft eintritt und eventuell auch für den Generalbevollmächtigten. Dieses Haftungsrisiko wird in der Praxis insbesondere dann manifest, wenn die Eigenverwaltung scheitert und zu einem späteren Zeitpunkt in die Regeleinsolvenz überführt wird.

Der Bundesverband ESUG und Sanierung Deutschland e.V. (kurz: BV ESUG) und das Deutsche Institut für angewandtes Insolvenzrecht e.V. (DIAI) laden zur Veranstaltung rund um das Thema „Restrukturierung und Insolvenz“ nach Düsseldorf-Neuss ein.

Es erwartet Sie Prof. Dr. Gerhard Pape, Richter am Bundesgerichtshof, zu dem Thema „Geschäftsführerhaftung in der Eigenverwaltung“, am Dienstag, den 18.06.2019, ab 15 Uhr.
Veranstaltungsort Crowne Plaza Düsseldorf -Neuss, Rheinallee 1, 41460 Neuss (Nähe Rheinpark-Center)

Teilnahmegebühr: ESUG- und DIAI-Mitglieder: 80,00 EUR; Verbundpartner: 100,00 EUR; Nicht-Mitglieder: 140,00 EUR

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