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Alle Beiträge von Femke Brömmekamp

Sanierungsverfahren der SPT PRODUCTION erfolgreich beendet

  • Amtsgericht hebt Schutzschirmverfahren auf
  •  Vertriebstätigkeit wird weiter ausgebaut

Das Amtsgericht Mönchengladbach hat das Schutzschirmverfahren der SPT PRODUCTION GmbH aufgehoben. Das Unternehmen gilt damit als erfolgreich saniert und entschuldet. Nachdem die Gläubiger den Insolvenzplan Ende April einstimmig angenommen hatten, konnte der Weg für die Beendigung des Sanierungsverfahrens eingeleitet werden. Die beiden SPT-Geschäftsführer Erik und Heinz-Peter Backes hatten zuvor gemeinsam mit der Düsseldorfer Kanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp ein Sanierungskonzept entwickelt und dieses bereits in Teilen umgesetzt. Das Konzept regelt die Entschuldung und skizziert die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen zum Fortbestehen des Unternehmens. Bereits im Verfahren hat SPT seine Vertriebstätigkeit ausgeweitet und aussichtsreiche Gespräche mit namenhaften Geschäftspartnern geführt.
Das Unternehmen entwickelt und produziert seit 2005 komplexe Formteile und Dichtungen für die Automobil- und Bauindustrie. Mit seinen 23 Mitarbeitern erzielt das Unternehmen einen Jahresumsatz in Höhe von über EUR 3 Mio. Eine klageweise geltend gemachte strittige Forderung in beträchtlicher Höhe (Insolvenzanfechtung) führte SPT PRODUCTION in die wirtschaftliche Schieflage. Die sinkenden Absatzmengen aufgrund veränderter Absatzstrukturen und auslaufender Projekte in der Automobilbranche stellten das Unternehmen zusätzlich vor große Herausforderungen. In der Folge entschloss sich die Unternehmensleitung zu einer Sanierung des Unternehmens im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens.
Bei dem Schutzschirmverfahren, das dem amerikanischen Chapter-11-Verfahren ähnelt und im Rahmen dessen sich beispielsweise General Motors sanierte, trägt die bisherige Geschäftsführung weiterhin die Verantwortung für alle Entscheidungen. Sie führt die Sanierung selbst durch. Voraussetzung ist, dass keine Zahlungsunfähigkeit, sondern lediglich eine drohende Zahlungsunfähigkeit vorliegt. Zudem hat ein externer Gutachter die Sanierungsfähigkeit des Unternehmens zu bestätigen. In juristischer und betriebswirtschaftlicher Hinsicht wurde SPT PRODUCTION von der Wirtschaftskanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf begleitet. Ferner wurde der Verfahrensablauf von dem gerichtlich bestellten Insolvenzexperten Dr. Binar Bähr aus der internationalen Sozietät White & Case beaufsichtigt. Dr. Bähr überwachte als Sachwalter die Einhaltung der insolvenzrechtlichen Regelungen und trug mit konstruktiven Ideen zum Sanierungserfolg bei.
„SPT PRODUCTION konnte die schwierige Phase durch die hohe Loyalität und Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiter sowie das uneingeschränkte Vertrauen der Kunden und Lieferanten meistern. Durch das Schutzschirmverfahren konnten wir uns wieder wettbewerbsfähig am Markt aufstellen. Ich bedanke mich deshalb bei allen Beteiligten“, erklärt Geschäftsführer Erik Backes und Heinz-Peter Backes ergänzt: „Unsere Signale stehen auf grün. Nun gilt es die begonnenen Maßnahmen konsequent weiter zu führen. Wir haben eine zweite Chance bekommen, die werden wir nutzen.“ In der Zukunft wird sich das Unternehmen unabhängiger von der Automobilindustrie aufstellen. Der Grundstein hierfür wurde bereits im Rahmen des Sanierungsverfahrens gelegt.

Über SPT PRODUCTION GmbH:
Die SPT PRODUCTION GmbH entwickelt und produziert seit 2005 Dichtungen und Formteile aus Kunststoff und Gummi im Spritzguss für verschiedene Anwendungen. Das Unternehmen ist Teil einer Unternehmensgruppe und produziert mit aktuell 23 Mitarbeitern ausschließlich in Wegberg. Zu den Kunden der SPT zählen besonders die Automobil- und die Bauindustrie – unter anderem auch große Automobilkonzerne wie BMW.

MTM Metalltechnik Michelau GmbH nutzt Eigenverwaltungsverfahren zur Sanierung

Die MTM Metalltechnik Michelau GmbH erreicht planmäßig den nächsten Schritt für eine erfolgreiche Sanierung. Das Coburger Amtsgericht eröffnete das Insolvenzverfahren über das Vermögen von MTM und hat zugleich die Eigenverwaltung angeordnet. Mit der Eröffnung sieht auch das Gericht gute Chancen für eine Sanierung der Gesellschaft. Nun können die Sanierungsmaßnahmen zum Erhalt des Unternehmens durch die Geschäftsführer Thorsten Bauer und Nicolaas van der Sluis weiter umgesetzt werden. Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt und unverändert weiter. Laufende und künftige Projekte werden termingerecht fertiggestellt. „Auch unsere Vertriebsoffensive trägt erste Früchte. Aktuell konnten verschiedene neue Kunden gewonnen werden“, erklärt Geschäftsführer Bauer. Wegen Zahlungsunfähigkeit hatte das Unternehmen sehr frühzeitig den entsprechenden Antrag beim Amtsgericht Coburg gestellt.

In dem Verfahren wird MTM von dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp (Düsseldorf) begleitet. „Derzeit laufen die Maßnahmen zur operativen Restrukturierung und die Fokussierung auf das bestehende Geschäftsmodell auf Hochtouren“, erklärt Sanierungsexperte Tim Langstädtler aus dem Hause Buchalik Brömmekamp, der in dem Verfahren als Generalbevollmächtigter der MTM unterstützend tätig ist.

Im Mittelpunkt des entwickelten Sanierungskonzeptes stehen die Anpassung der Produktionsstruktur an die zu erwartenden Umsätze sowie die Optimierung von Unternehmensprozessen. Weiterhin will das Unternehmen künftig seine Auftragsplanung stärker optimieren. Dem Sanierungskonzept, das die Entschuldung des Unternehmens aufzeigt, müssen später die Gläubiger zustimmen. Anschließend muss das Amtsgericht Coburg das Konzept bestätigen.

MTM hatte Anfang Dezember 2019 einen Insolvenzantrag gestellt. Schon damals ordnete das Amtsgericht Coburg auf Antrag des Unternehmens eine vorläufige Eigenverwaltung an. Hintergrund der wirtschaftlichen Schieflage des 1987 gegründeten Unternehmens sind vor allem fehlerhafte Kalkulationen und eine unzureichende Datenqualität. Im Ergebnis führte dies auch zu einer geringen Liefertermintreue. MTM will sich durch das Eigenverwaltungsverfahren sanieren, den Umsatzrückgang kompensieren und sich wieder wettbewerbsfähig aufstellen.

In der Eigenverwaltung werden die Geschäfte weiterhin unter der Leitung der bisherigen Geschäftsführung geführt. Anders als in einer Regelinsolvenz wird in diesem Verfahren die Unternehmensleitung unter die Aufsicht eines Sachwalters gestellt, der – ähnlich eines Aufsichtsrates – die Interessen der Gläubiger vertritt. Das Amtsgericht Coburg hat als Sachwalter Dr. Harald Schwartz (SRI Rechtsanwaltsgesellschaft mbH) bestellt, der auch schon zuvor als vorläufiger Sachwalter in dem Verfahren tätig war.

Hiernach wurde gesucht:

  • insolvenzverfahren leistungserbringung vorläufige eröffnete

ProContur hat sich im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens neu aufgestellt

Die ProContur Individuelle Feinblech- und Kunststoffprodukte GmbH aus Wittlich hat ihren Restrukturierungskurs erfolgreich abgeschlossen. Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten. Das Unternehmen, das aktuell 70 Mitarbeiter beschäftigt, hatte am 11. November 2019 beim Amtsgericht Wittlich ein Schutzschirmverfahren beantragt. ProContur konstruiert, produziert und vertreibt Gehäusetechnik aus Feinblech und Kunststoff für elektrotechnische Geräte. Das Unternehmen beliefert Kunden aus den Branchen Elektrotechnik, Bau, Medizintechnik sowie Anlagen- und Maschinenbau.

Hintergrund für die Krise war ein unerwartet starker Auftragsrückgang in den drei Kernbranchen (Elektrotechnik, Bau- und Medizintechnik), der bereits Mitte 2019 seinen Anfang fand.

Die ProContur hat in den letzten Monaten im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens zusammen mit der Kanzlei Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf einen Restrukturierungsplan erarbeitet, den die Gläubiger nunmehr einstimmig angenommen haben. Das Verfahren ist damit beendet, die ProContur von Altlasten befreit und mit deutlich mehr Liquidität ausgestattet als dies noch zu Beginn des Verfahrens der Fall war. Auch die Eigenkapitalquote konnte erheblich gesteigert werden. Das Unternehmen konnte trotz der spürbaren negativen Auswirkungen der Corona-Krise zukunftssicher aufgestellt werden und in der Krise sogar zwei neue Großkunden gewinnen. Mit starker Unterstützung der Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank eG Wittlich, die in dieser schwierigen Zeit zum Unternehmen gestanden hat, wurden die Verbindlichkeiten im Sinne des Unternehmens neu geordnet.

 „Das Schutzschirmverfahren hat uns die Möglichkeit gegeben, selbstbestimmt auf die starken Veränderungen zu reagieren. Durch die positiven Ergebnisse des Verfahrens konnten wir die Auswirkungen der Corona-Krise sehr gut meistern. In Zusammenarbeit mit allen Parteien haben wir einen sehr guten Weg gefunden. Nach Abschluss des Verfahrens sehen wir uns nun nachhaltig gestärkt und für die Zukunft gut gerüstet“, so Jens Pohlmann, Geschäftsführer des Unternehmens.
Von der positiven Entwicklung des Restrukturierungsweges ist auch der Sachwalter, Herr Rechtsanwalt Jens Lieser, überzeugt: „Das Unternehmen hat die Zeit des Schutzschirmverfahrens hervorragend genutzt und die Instrumente aufgesetzt, um die eingeleiteten Optimierungen im Interesse aller Stakeholder erfolgreich umzusetzen.“

 

Heinrich Woerner stellt Antrag auf Eigenverwaltung

Die Heinrich Woerner GmbH will sich durch ein Eigenverwaltungsverfahren sanieren. Geschäftsführer Dr. Dominik Trautwein will so das langjährige Traditionsunternehmen wieder wettbewerbsfähig aufstellen. Einem entsprechenden Antrag des Unternehmens hat das Amtsgericht Heilbronn zugestimmt und eine vorläufige Eigenverwaltung gemäß § 270a InsO angeordnet. „Wir wollen unser Unternehmen fortführen. Das Eigenverwaltungsverfahren bietet für alle Beteiligten die beste Lösung einer umfassenden Sanierung. Der Geschäftsbetrieb läuft daher uneingeschränkt weiter wie bisher“, erklärt Dr. Dominik Trautwein. Die ca. 100 Mitarbeiter wurden bereits über die aktuelle Entwicklung informiert. Löhne und Gehälter sind in den ersten drei Monaten des Verfahrens über das Insolvenzgeld abgesichert.

Als vorläufigen Sachwalter bestellte das Heilbronner Amtsgericht Rechtsanwalt Dr. Tibor Braun von der Kanzlei Illig, Braun, Kirschnek Rechtsanwälte aus Stuttgart. In dem Verfahren wird Heinrich Woerner zudem von Rechtsanwalt Dr. Alexander Verhoeven aus der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp aus Frankfurt sowie von den Sanierungs- und Restrukturierungsexperten der plenovia GmbH aus Düsseldorf begleitet, mit deren Unterstützung in den nächsten Wochen ein Sanierungskonzept erarbeitet wird.

Während des Verfahrens läuft die Planung und Durchführung von Ladenbauprojekten sowie der Verkauf und Versand der mehr als 11.000 Produkte über die Vertriebskanäle Katalog und Web-Shop weiter. Das Unternehmen wurde im Jahr 1925 von seinem Namensgeber Heinrich Woerner gegründet und entwickelte sich im Laufe der Jahre vom Reklameverlag zum größten Versandhaus für Visual Merchandising in Europa. Heinrich Woerner erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz in Höhe von rund 10 Mio Euro.

Auch wenn das Unternehmen über einen hohen Bekanntheitsgrad und eine breite Kundenbasis verfügt, spürt es einen hohen Preisdruck und intensiven Wettbewerb, besonders durch die immer größer werdende Online-Konkurrenz. Mehr als 70% seines Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen mit dem stationären Einzelhandel. Durch die behördliche Schließung dessen aufgrund der Corona-Krise ist der Umsatz um mehr als 50% rückläufig und Heinrich Woerner in der Folge in die wirtschaftliche Schieflage geraten.

„Durch die Anpassung der Kapazitäten an den gesunkenen Umsatz, den Auf- und Ausbau eines schlagkräftigen Vertriebs und die Einführung eines strategischen Einkaufs wollen wir Heinrich Woerner wirtschaftlich wieder in sicheres Fahrwasser bringen. Zudem sollen im Zuge der Sanierung des Unternehmens ein neuzeitliches Category-Management und ein modernes IT-Warenwirtschaftssystem eingeführt werden, ein neuer Web-Shop online gehen sowie sämtliche leistungswirtschaftlichen Abläufe und Prozesse optimiert werden“, blickt Dr. Dominik Trautwein zuversichtlich in die Zukunft und Sanierungsexperte Dr. Alexander Verhoeven (Buchalik Brömmekamp) ergänzt: „Das Insolvenzplanverfahren bietet uns die Möglichkeit, Heinrich Woerner eigenständig durch diese plötzlich eingetretene Krise zu führen und ertrags- sowie liquiditätsmäßig wieder zu stärken. Im Rahmen des nun kurzfristig zu entwickelnden Sanierungskonzeptes wird eine Behebung der Schwachstellen aufgezeigt und das Unternehmen erhält die Möglichkeit, sich neu am Markt zu positionieren“.

Forderung nach schneller Umsetzung des neuen Rechts für deutsche Unternehmer als Rettung gegen Corona Krise

EU-Rezept zur Restrukturierung als Wellenbrecher gegen drohende Insolvenzwelle – ein Gastbeitrag von MdEP Prof. Dr.  Angelika Niebler und Prof. Dr. Hans Haarmeyer

„Die Corona-Krise rüttelt an den Grundfesten unseres wirtschaftlichen Erfolgs. Insbesondere der Mittelstand und Familienbetriebe – das Herz unserer deutschen Unternehmenslandschaft – sind extrem gefordert. Der Shutdown führt bei vielen solide aufgestellten Betrieben zu ernsten Liquiditätsproblemen: Umsätze brechen ein, während die wesentlichen Fixkosten der Betriebe weiterlaufen.
Zu Recht haben die Bundesländer, der Bund und die EU umgehend Rettungspakete von historischen Ausmaßen aufgelegt und durch die Einführung der Kurzarbeitsregelungen den Betrieben mehr Spielraum verschafft, Kündigungen ihrer Mitarbeiter möglichst zu vermeiden. Ungeachtet dieser Hilfen kämpfen aber weiterhin viele Unternehmen tagtäglich ums Überleben. Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30. September für Unternehmen, deren Insolvenzreife kraft gesetzlicher Vermutung auf den Folgen der Covid-19-Pandemie beruht, hilft nur zeitlich befristet, drohende Insolvenzverfahren abzuwenden.
Die wahren Probleme verschieben wir damit aber nur in die Zukunft, da die Mehrzahl der Fördermaßnahmen in Folge einer Rückzahlungspflicht schließlich zu mehr Schulden für das Unternehmen führen. Den betroffenen Unternehmen könnten die neuen Möglichkeiten der außergerichtlichen Restrukturierung weitaus effektiver helfen, handelt es sich doch überwiegend um finanzwirtschaftliche Sanierungen.
Der politische Rahmen dafür ist durch die im Juli 2019 in Kraft getretene EU Richtlinie über präventive Restrukturierungsrahmen gegeben. Diese soll es kriselnden Unternehmen in der EU ermöglichen, außerhalb eines gerichtlichen Verfahrens eine Restrukturierung in Angriff zu nehmen, um damit zu verhindern, dass ein formelles Insolvenzverfahren überhaupt notwendig wird.
Zu den neuen Möglichkeiten gehört ein Moratorium, in dem Maßnahmen zur Zwangsvollstreckung ausgesetzt und bestimmte Rechte zur Leistungsverweigerung und Kündigung nicht geltend zu machen sind. Hierdurch können Unternehmen mit ihren Gläubigern einen Restrukturierungsplan ausarbeiten, der die Interessen des notleidenden Unternehmens und seiner Gläubiger befriedigt. Dabei muss es sich nicht um ein Gesamtverfahren handeln; die Restrukturierung ist auch für einen Teilbereich mit drückenden Verbindlichkeiten und nur mit einem Teil der Gläubiger einzuleiten.
Angesichts  der aktuellen Krise mit äußerst negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft, durch die viele Unternehmens unverschuldet ihre Rechnungen nicht mehr begleichen können, könnte der neue Rechtsrahmen einigen Betrieben wieder eine Zukunftsperspektive eröffnen. Außerdem würden zwei wünschenswerte Wirkungen eintreten: Ein Dominoeffekt von Insolvenzen bei vor- oder nachgelagerten Unternehmen in der Wertschöpfungskette könnte verhindert werden. Folglich würde sich auch die Zahl notleidender Kredite verringern, wodurch der Finanzsektor langfristig an Stabilität gewinnt.
Österreich und die Niederlande haben die Chancen erkannt. Unsere Nachbarn arbeiten unter Hochdruck an der nationalen Umsetzung dieser EU-Richtlinie, die bei ihnen schon in der ersten Jahreshälfte 2020 in Kraft treten soll. Wir sehen auch für Deutschland in der schnellen Umsetzung große Vorteile: Unternehmen sind hierzulande nicht zum förmlichen Insolvenzverfahren gezwungen und bewältigen die Krise leichter in einer präventiven Restrukturierung.
Die EU-Richtlinie muss bis Juli 2021 von allen Mitgliedstaaten umgesetzt werden. So lange zu warten, wäre fahrlässig. Wir sollten alles unternehmen, damit unsere Unternehmen schnellstmöglich die neuen Möglichkeiten nutzen können und Deutschland ein starker Wirtschaftsstandort bleibt.“

Prof. Dr. Haarmeyer ist emeritierter Wirtschaftsprofessor, ehemaliger Insolvenzrichter und heutiger Leitender Direktor des gemeinnützigen Deutschen Instituts für angewandtes Insolvenzrecht (DIAI). Prof. Dr. Angelika Niebler ist seit
1999 Mitglied des Europäischen Parlaments und war Berichterstatterin des Europäischen Parlaments für die EU-Richtlinie zur präventiven Restrukturierung.

Hittech Prontor will sich durch Eigenverwaltungsverfahren sanieren

Volker Kiefer, Geschäftsführer der Hittech Prontor GmbH in Bad Wildbad, will das Traditionsunternehmen durch ein Eigenverwaltungsverfahren sanieren und wieder wettbewerbsfähig aufstellen. Einem entsprechenden Antrag des Unternehmens hat das Amtsgericht Tübingen zugestimmt. „Mit der Eigenverwaltung verfolgen wir das Ziel, Hittech Prontor fortzuführen und nachhaltig zu sanieren. Deshalb läuft der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter wie bisher“, erklärt Volker Kiefer. Die über 300 Mitarbeiter wurden bereits über die aktuelle Entwicklung informiert. Löhne und Gehälter sind in den ersten drei Monaten des Verfahrens über das Insolvenzgeld abgesichert.
Mit dem Verfahren nutzt das Unternehmen nun eine Chance, die der Gesetzgeber mit dem Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen – kurz ESUG – vor acht Jahren geschaffen hat. Durch die Eigenverwaltung können sich Unternehmen in schwierigen Situationen wieder neu aufstellen. Die Unternehmensleitung bleibt in der Eigenverwaltung weiterhin im Amt und wird die Sanierung unter Aufsicht des Gerichts und eines Sachwalters selbstständig durchführen. Als vorläufigen Sachwalter bestellte das Tübinger Amtsgericht Rechtsanwalt Ilkin Bananyarli von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH in Stuttgart.
In dem Verfahren wird Hittech Prontor von der Wirtschaftskanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf begleitet, mit deren Unterstützung in den nächsten Wochen ein Sanierungskonzept erarbeitet wird. Dieses Konzept soll später in einem Insolvenzplan münden, in dem die Entschuldung und nachhaltige Fortführung des Unternehmens aufgezeigt wird.
Während des Verfahrens läuft der Betrieb unvermindert weiter. Das Unternehmen wurde im Jahr 1902 von den Brüdern Alfred und Gustav Gauthier gegründet und entwickelte sich im Laufe der Jahre vom Produzenten für Kameraverschlüsse zum Hersteller von Optoelektronik und Präzisionsmechanik. Das Leistungsportfolio umfasst u.a. die Mechanische Fertigung von Bauteilen, die Oberflächenbehandlung und Montage der Mechatronik- und Optikprodukte, die Entwicklung medizinischer Produkte sowie die Mess- und Analysetechnik. Seit rund sechs Jahren gehört das Unternehmen zu der niederländischen Hittech Gruppe, zu der acht weitere Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette zählen.
Der Umsatz der deutschen Industrie für optische, medizinische und mechatronische Technologien – und damit auch der Umsatz der Hittech Prontor – entwickelte sich in den vergangenen Jahren positiv. So war das Umsatzniveau der Hittech Prontor bis einschließlich 2019 nahezu konstant, seit Februar 2020 sind jedoch die Auswirkungen der Corona-Krise spürbar. Ein damit einhergehender deutlicher Rückgang der Bestellungen sowie geringere Abrufe durch die Kunden ließen Hittech Prontor in die wirtschaftliche Schieflage geraten. Kurzfristig eingeleitete Gegensteuerungsmaßnahmen konnten diese Entwicklung nicht abfangen, so dass die Geschäftsleitung sich deshalb zu einer Sanierung des Unternehmens im Rahmen einer Eigenverwaltung entschloss.
„Durch die Anpassung der Produktpalette, eine verbesserte Steuerung des Working Capitals und eine stärkere Ausrichtung auf die Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens soll Hittech Prontor wieder wirtschaftlich sicher aufgestellt werden“, blickt Volker Kiefer zuversichtlich in die Zukunft. Sanierungsexperte Andreas Schmieg (Buchalik Brömmekamp), der die Geschäftsleitung für die Zeit des Eigenverwaltungsverfahrens als Generalbevollmächtigter unterstützt, ergänzt: „Im Rahmen des Verfahrens wird das Unternehmen ertrags- und liquiditätsmäßig wieder gestärkt. Auf Basis des nun zu entwickelnden Sanierungskonzeptes bekommt Hittech Prontor die Möglichkeit, sich neu aufzustellen und die Chancen des Marktes zu nutzen“.
Sachwalter Ilkin Bananyarli von PLUTA ergänzt: „Das Eigenverwaltungsverfahren ist ein geeignetes Instrument für Unternehmen, die frühzeitig handeln. Ziel ist es, dem Unternehmen eine Zukunftsperspektive zu ermöglichen. Zugleich ist es meine Aufgabe, die Interessen der Gläubiger zu wahren.“

Hiernach wurde gesucht:

  • hittech prontor gmbh insolvenz
  • hittech prontor gmbh
  • prontor buchalik
  • prontor gmbh

Buchalik Brömmekamp stellt sich in Berlin und Dresden neu auf

  • Dr. Hubertus Bartelheimer verlässt Wirtschaftskanzlei

Düsseldorf/Berlin. 31. Januar 2020.

Der Standortleiter der Sozietätsniederlassungen in Berlin und Dresden, Rechtsanwalt Dr. Hubertus Bartelheimer, verlässt nach rund fünfjähriger Tätigkeit zum 01. März 2020 die Kanzlei und wechselt mit zwei Professionals zur PLUTA Rechtsanwalts GmbH.

„Wir bedanken uns bei Herrn Dr. Bartelheimer für seinen großen Einsatz zum Wohle unseres Unternehmens und wünschen ihm für seinen weiteren beruflichen Werdegang alles Gute und viel Erfolg. Die gemeinsamen Jahre waren stets von einer ausgesprochen guten und allseits vertrauensvollen Zusammenarbeit geprägt. Wir werden den Weggang nun strategisch für eine Umstrukturierung unserer Ost-Standorte nutzen“, so Robert Buchalik, Gründungspartner und Geschäftsführer der Buchalik Brömmekamp Rechtsanwaltsgesellschaft mbH.

In Zukunft werden zwei Rechtsanwälte und drei Betriebswirte die Standorte Berlin und Dresden gemeinsam vertreten. „Interdisziplinäres Know-how zeichnet uns seit Jahren aus und ist ein entscheidender Faktor bei der erfolgreichen Restrukturierung und Sanierung von Unternehmen. Wir freuen uns daher sehr, mit drei hochqualifizierten Betriebswirten nun auch direkt vor Ort und ohne große Umwege Teamwork leisten zu können“, ergänzt Dr. Utz Brömmekamp, ebenfalls Gründungspartner und Geschäftsführer der Sozietät.

Der Fokus der Beratungsleistungen soll zudem neben dem Schwerpunkt der Begleitung in Eigenverwaltungsverfahren (ESUG) wieder vermehrt in die außerinsolvenzliche Restrukturierung gerückt werden. Buchalik Brömmekamp reagiert damit auf die sich ändernden Marktbedingungen, vor allem aufgrund der Umsetzung der EU-Richtlinie zur Einführung des sog. „Präventiven Restrukturierungsrahmens“.

Darüber hinaus ist die Eröffnung eines weiteren Standortes in Leipzig geplant.

Über Buchalik Brömmekamp:
Als Beratungsgesellschaft für Restrukturierung und Sanierung ist Buchalik Brömmekamp darauf spezialisiert, mittelständische Unternehmen innerhalb und außerhalb der Krise auf Erfolgskurs zu bringen. Leistungen der Buchalik Brömmekamp werden durch eine Rechtsanwalts- und Steuerberaterkanzlei sowie eine Unternehmensberatung angeboten. Interdisziplinär arbeiten Betriebswirte, Ingenieure und Juristen zusammen und bieten ein breites Spektrum an Dienstleistungen für mittelständische Unternehmen, Fremd- und Eigenkapitalgeber sowie Insolvenzverwalter. Buchalik Brömmekamp entwickelt ganzheitliche und nachhaltige Lösungen, die rechtlich, steuerrechtlich sowie betriebs- und finanzwirtschaftlich aufeinander abgestimmt sind, und setzt diese in Restrukturierungs- und Sanierungsprojekten um. Buchalik Brömmekamp hat bisher mehr als 150 Unternehmen nach dem neuen Gesetz erfolgreich beraten.

Kontakt Buchalik Brömmekamp:
Robert Buchalik
Tel. +49 211828977-200,
E-Mail: robert.buchalik@buchalik-broemmekamp.de

Dr. Utz Brömmekamp,
Tel. +49 211 828977-200,
E-Mail: utz.broemmekamp@buchalik-broemmekamp.de

Eigenverwaltungsverfahren von Hoppe eröffnet

  • Finanzierung für laufendes Geschäftsjahr ist gesichert
  • Insolvenz des Mitgesellschafters Schlemmer Group hat derzeit keinen Einfluss auf die Unternehmensfortführung und Sanierung von Hoppe

Blankenfelde-Mahlow. 15. Januar 2020. Die Sanierung der Hoppe Kunststoffspritzerei und Formenbau GmbH & Co. KG macht weitere Fortschritte und hat den nächsten Meilenstein erreicht. Anfang des Jahres 2020 hat das Amtsgericht Potsdam das Eigenverwaltungsverfahren planmäßig eröffnet und damit die Sanierungswürdigkeit des Unternehmens untermauert. „Durch das Verfahren bleibt das Unternehmen ständig voll handlungsfähig. Wir können weiterhin wie gewohnt produzieren und sind bei der Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen im Zeitplan“, erklärt Geschäftsführer Martin Liefländer. Mit dem Verfahren will sich Hoppe an die Veränderungen in der Automobilzulieferindustrie anpassen und auf die Herstellung hochwertiger Präzisionsteile sowie der dazugehörigen Formen konzentrieren. Die Aufhebung des Verfahrens ist für Mai dieses Jahres geplant.

Hoppe stellt hochpräzise thermoplastische Kunststoffspritzteile für die Automobilindustrie her. Das Unternehmen betreibt hierfür einen Produktionsstandort in Blankenfelde, an dem insgesamt 85 Mitarbeiter beschäftigt sind. Zu den weltweit rund 60 Kunden gehören namenhafte Automobilhersteller und die Automobilzulieferindustrie.

Völlig überrascht wurde Hoppe von der Insolvenz des Mehrheitsgesellschafters Schlemmer Group im Dezember 2019. „Die Regelinsolvenz von Schlemmer hat allerdings derzeit keine negativen Folgen für die für 2020 angestrebte Sanierung und die Unternehmensfortführung“, bestätigt Geschäftsführer Liefländer. Bereits zu Beginn der Eigenverwaltung im Oktober 2019 hatte Schlemmer seinen Rückzug aus dem Berliner Traditionsunternehmen angekündigt. „Ein wesentliches Sanierungsziel war es, mit den Kunden sichere Abnahmemengen zu vereinbaren und notwendige Preis- und Kostenanpassungen vorzunehmen. Dies werden wir durch die Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen erreichen. Die Finanzierung für das laufende Geschäftsjahr ist gesichert“, sagt Liefländer weiter.

Zusammen mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp wird derzeit ein tragfähiges Sanierungskonzept entwickelt, dem das Gericht und die Gläubiger zustimmen müssen. „Wir konnten aufzeigen, dass wir in dem Verfahren eine lückenlose Belieferung unserer Kunden sicherstellen können. Damit haben wir Bandstillstände verhindert. Das hat im vorläufigen Verfahren die Kunden und Lieferanten überzeugt und Vertrauen geschaffen“, so Florian Schercher, Projektleiter und Associate Partner bei Buchalik Brömmekamp. „Die Geschäftspartner haben ihre volle Unterstützung signalisiert und gehen den nun eingeschlagenen Sanierungsweg mit“, ergänzt André Lehmann, Projektmanager Finance bei Buchalik Brömmekamp.

Die Eigenverwaltung verfolgt das Ziel, das Unternehmen zu restrukturieren und fortzuführen. Dabei bleibt die unternehmerische Verantwortung beim bisherigen Geschäftsführer. Er führt den Sanierungsprozess selbstständig mit einem ihm zur Seite gestellten Sachwalter und Hand in Hand mit einem sanierungserfahrenen Beratungsunternehmen durch. Während des Verfahrens wird der Geschäftsbetrieb unverändert weitergeführt. Der Sachwalter übernimmt eine Aufsichtsfunktion und hat darüber hinaus die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen und zusammen mit den Beratern die Sanierung im Interesse der Gläubiger zu unterstützen. Das Amtsgericht Potsdam hat den sanierungserfahrenen Rechtsanwalt Christian Graf Brockdorff, Partner der Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff & Partner, als Sachwalter bestellt. Christian Graf Brockdorff war bereits im vorläufigen Verfahren als vorläufiger Sachwalter bestellt worden.

Sanierungsplan des Fahrzeugbauers Meier-Ratio einstimmig von Gläubigern angenommen

  • Sanierungsmaßnahmen wurden bereits überwiegend umgesetzt und sollen zügig abgeschlossen werden

Dessau-Roßlau. 16. Oktober 2019. Die Gläubiger des Fahrzeugbauers Meier-Ratio haben sich einstimmig für die kurzfristige Umsetzung des Sanierungskonzeptes ausgesprochen. Beim Erörterungs- und Abstimmungstermin vor dem Amtsgericht Dessau-Roßlau gaben sie damit grünes Licht für die weitere Sanierung und eine schnelle Verfahrensaufhebung. Meier-Ratio hat sich durch ein Eigenverwaltungsverfahren wieder wettbewerbsfähig aufgestellt. Zusammen mit der Unternehmens- und Rechtsberatung Buchalik Brömmekamp hat der Fahrzeugbauer ein Sanierungskonzept erarbeitet, das in einem Insolvenzplan mündete und die notwendigen Handlungsmaßnahmen aufzeigt. Diesem Plan haben die Gläubiger einstimmig zugestimmt. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass die Gläubiger unserem Plan gefolgt sind und damit ihre Unterstützung für die Fortführung des Unternehmens gegeben haben. Wir werden nun vorrangig daran arbeiten, dass die aufgezeigten Maßnahmen in der Produktion, dem Controlling und dem Vertrieb weiter umgesetzt werden“, erklärt Geschäftsführer Henning Meier.

„Mit dem Verfahren verfolgen wir das Ziel, das Unternehmen dauerhaft mit den bestehenden Gesellschaftern fortzuführen. Der Geschäftsbetrieb läuft vollumfänglich weiter. Die operative Umsetzung der Maßnahmen laufen auf Hochtouren und erste Erfolge konnten wir bereits verzeichnen“, erklärt Tim Langstädtler von Buchalik Brömmekamp, der die Unternehmensleitung in dem Verfahren unterstützt.

Ende April 2019 eröffnete das Amtsgericht Dessau-Roßlau das Verfahren. Rechtsanwalt Dr. Stephan Thiemann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH wurde zum Sachwalter bestellt. Der Sachwalter übernimmt in einem Verfahren in Eigenverwaltung eine Aufsichtsfunktion und hat darüber hinaus die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu prüfen. „Meier-Ratio geht mit seinen knapp 40 Mitarbeitern restrukturiert, zukunftsfähig und gestärkt aufgestellt aus dem Verfahren hervor. Die wichtigsten Maßnahmen aus dem Sanierungsplan sind oder werden noch im laufenden Jahr umgesetzt. Die Sanierung im Rahmen einer Eigenverwaltung war für Meier-Ratio der richtige Weg“, sagt Pluta-Sanierungsexperte und Sachwalter Dr. Thiemann.

Mit der Eigenverwaltung nutzt das Unternehmen die seit 2012 geltende Möglichkeit einer Sanierung unter Insolvenzschutz. Im Eigenverwaltungsverfahren bleibt die unternehmerische Verantwortung bei der bisherigen Geschäftsführung. Meier-Ratio stellt am Standort Dessau-Roßlau Absetzkipper her und vertreibt zusätzlich Abrollkipper sowie Anhänger für Nutzfahrzeuge. Zu den Kunden von Meier-Ratio gehören der Ein-Mann-Betrieb genauso wie die Big-Player der Transportbranche. Das Traditionsunternehmen wurde 1968 gegründet und beschäftigt derzeit 38 Mitarbeiter.

Sanierungsverfahren der Bagel Bakery erfolgreich beendet

  •  Kunden und Lieferanten unterstützten Sanierungsweg

Gutenborn. 15. Oktober 2019. Das Amtsgericht Halle (Saale) hat das Eigenverwaltungsverfahren der Bagel Bakery GmbH aufgehoben. Damit geht das Verfahren des Produzenten von amerikanischen Backprodukten, das am 1. Juli 2018 eröffnet wurde, erfolgreich zu Ende. Bereits im Juni hatten die Gläubiger dem vom Unternehmen vorgeschlagenen Insolvenzplan ohne Gegenstimme zugestimmt. Das Amtsgericht Halle (Saale) hatte den vorgelegten Plan ebenfalls bestätigt. Beides sind wesentliche Voraussetzungen für die Aufhebung des Verfahrens.

Ziel des Verfahrens war die Umsetzung von Restrukturierungsmaßnahmen unter anderem im Bereich der Produktion der Backwaren. Der Geschäftsbetrieb lief seit der Antragstellung uneingeschränkt fort. Die Sanierung wurde von der Rechts- und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp aus Berlin beratend begleitet. Weiterhin überwachte Sachwalter Dr. Stephan Thiemann von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH das Verfahren im Sinne der Gläubiger. Die Bagel Bakery beschäftigt rund 150 Mitarbeiter. Hauptsitz des Betriebes ist Gutenborn in Sachsen-Anhalt. Dort werden Bagels, Muffins, Brownies und Cookies hergestellt.

„Ich freue mich, dass wir die Bagel Bakery wieder in ruhiges Fahrwasser bringen konnten und der Geschäftsbetrieb wieder normal läuft. Mein Dank gilt deshalb allen Beteiligten für das entgegengebrachte Vertrauen und die konstruktive Zusammenarbeit in dieser Sanierung. Einen großen Anteil an diesem Erfolg haben natürlich auch meine Mitarbeiter, die mit viel Engagement diese unruhige Zeit gemeistert haben“, so Geschäftsführer Christian Kiefer.

„Bagel Bakery kann nun wieder positiv in die Zukunft blicken. Die weiterhin hohe Zustimmung der Kunden zeigt, dass Bagel Bakery die richtigen Produkte herstellt. Das ist eine gute Basis“, erklärt Sanierungsexperte Dr. Hubertus Bartelheimer, Geschäftsführer der Buchalik Brömmekamp Rechtsanwaltsgesellschaft mbH und Leiter des Berliner Standortes. Buchalik Brömmekamp unterstützte den Backwaren-Produzenten in rechtlichen Belangen des Eigenverwaltungsverfahrens und innerhalb der operativen Restrukturierung.

Mit der Eigenverwaltung nutzte Bagel Bakery die neuen Möglichkeiten der Insolvenzrechtsreform, die im März 2012 in Kraft trat. Danach bleibt die Geschäftsführung in einem solchen Verfahren unter Insolvenzschutz weiterhin im Amt und kann selbstständig Sanierungsmaßnahmen entwickeln, die anschließend in einen Insolvenzplan überführt werden. Der Insolvenzplan zeigt die Entschuldung und Fortführung des Unternehmens auf. Nach einer gerichtlichen Überprüfung müssen sodann die beteiligten Gläubiger diesem Plan noch zustimmen. Während des Verfahrens in Eigenverwaltung steht die Gesellschaft lediglich unter der Aufsicht eines vom Amtsgericht Halle (Saale) bestellten Sachwalters. „Die Rettung und Sanierung der Bagel Bakery konnte trotz der vorherrschenden schwierigen Wettbewerbsbedingungen nur gelingen, weil die Auftraggeber, Kunden und Mitarbeiter dem Unternehmen die Treue gehalten haben. Insbesondere für die Gläubiger war die Sanierung über eine Eigenverwaltung der bestmöglichste Weg“, meint Sachwalter Dr. Stephan Thiemann.