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Textilhändler haben Handlungsbedarf / Kim Höver im Existenzmagazin: Potenzial in der Strategiedefinition, in der Logistik und bei operativen Prozessen

Gerade mittelständische Händler haben, um ihre Marktposition zu sichern oder zu verbessern, in drei wesentlichen Bereichen Handlungsbedarf: in ihrer Strategiedefinition, in der Logistik und bei operativen Prozessen. Dies zeigt eine aktuelle Studie, begleitet von einer Umfrage unter Textileinzelhändlern im Südwesten, die der Handelsverband Baden‐Württemberg (HBW) jetzt mit der Beratungsgesellschaft für Restrukturierung und
Sanierung, Buchalik Brömmekamp, vorgestellt hat.

„Globalisierung, Digitalisierung und Individualisierung stellen neue Anforderungen an stationäre Händler. Es fehlt jedoch häufig an Transparenz über den grundsätzlichen Bedarf und die zielgerichtete Nutzung vieler Veränderungsmöglichkeiten”, erklärt Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes Baden‐Württemberg. Insbesondere im Mittelstand gibt es häufig weniger Erfahrungswerte, Managementstrukturen und Ressourcen bei der Bewertung und dem Einsatz von Instrumentarien, um die neuen Herausforderungen zu meistern. Denn Potential hat der Fashionhandel durchaus: Der Markt wächst – die Ausgaben für Bekleidung stiegen in Deutschland von 2010 auf 2017 um 10,5 % auf 62 Mrd. Euro. Nur hat gerade der Mittelstand erhebliche Probleme, seine Marktanteile zu halten. „Gegen die großen Händler sowie den Onlinehandel hilft die Kombination aus Online‐Auftritt und stationärem Verkauf, der allerdings zu einem Shopping‐Erlebnis mit gutem Service und Beratung entwickelt werden muss”, sieht Studienleiter Kim Höver erste Maßnahmen.

Der Artikel im Existenzmagazin: Textilhändler haben Handlungsbedarf

Die Studie: Erfolgreich Fashion Handeln

Fahrzeugbauer Meier-Ratio stellt mit Eigenverwaltung Weichen zur Sanierung

  • Produktion geht unverändert weiter
  • Stellenabbau ist im Verfahren nicht vorgesehen

Dessau-Roßlau. 7. Februar 2019. „Aufgrund eines ungewöhnlich hohen Krankenstandes in der Produktion konnten wir im vergangenen Jahr nicht alle geplanten Fahrzeuge termingerecht ausliefern. Das führte zu einer erheblichen Ertragsschmälerung, die wir bisher nicht kompensieren konnten“, erklärt Henning Meier, Geschäftsführer des Fahrzeugbauers Meier-Ratio GmbH (Dessau-Roßlau) die derzeit angespannte wirtschaftliche Lage. Meier-Ratio produziert mit 48 Mitarbeitern Absetz- und Abrollkipperaufbauten für Nutzfahrzeuge. Vorsorglich hat Henning Meier deshalb beim Amtsgericht Dessau-Roßlau einen Antrag auf ein Eigenverwaltungsverfahren gestellt, um das Unternehmen umfassend zu sanieren und die Produktivität zu steigern. Das Amtsgericht hat dem Antrag des Unternehmens entsprochen und eine vorläufige Eigenverwaltung angeordnet.

„Mit dem Verfahren verfolgen wir das Ziel, das Unternehmen dauerhaft mit den bestehenden Gesellschaftern fortzuführen. Der Geschäftsbetrieb läuft vollumfänglich weiter. Bereits das Vorjahr war vom Auftragseingang her höchst zufriedenstellend und in diesem Jahr sind wir mit einem Auftragsplus von über 54 Prozent gegenüber 2018 gestartet. Ich bin sehr zuversichtlich“, so Geschäftsführer Meier. In einer Betriebsversammlung wurden die Beschäftigten über das Verfahren informiert. Die Löhne und Gehälter sind in den nächsten drei Monaten über das Insolvenzgeld gesichert. Danach übernimmt Meier-Ratio wieder die Zahlungen. Ein Stellenabbau ist in dem Verfahren nicht geplant.

Der Fahrzeugbauer wird nun zusammen mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp (Düsseldorf) ein tragfähiges Sanierungskonzept entwickeln, dem das Gericht und die Gläubiger zustimmen müssen. Buchalik Brömmekamp hat bereits über 150 weitere Unternehmen erfolgreich durch ein Eigenverwaltungsverfahren begleitet. Diese agieren durch das Verfahren gestärkt wieder am Markt. „Mit den Möglichkeiten des Verfahrens werden wir die Liquiditätssituation deutlich verbessern und so den wesentlichen Sanierungsansatz umsetzen. Wir werden unsere Prozesse, Bereiche wie die IT und Logistik, technische Anpassungen an den Produkten und die Anzahl der Mitarbeiter auf den Prüfstand stellen. In Spezialbereichen sind die Auftragsbücher zwar voll, aber wir sind deutlich unterbesetzt. Daran werden wir vorrangig arbeiten“, erklärt Geschäftsführer Henning Meier.

Mit der Eigenverwaltung nutzt das Unternehmen die seit 2012 geltende Möglichkeit einer Sanierung unter Insolvenzschutz. Im Eigenverwaltungsverfahren bleibt die unternehmerische Verantwortung bei der bisherigen Geschäftsführung. Sie führt den Sanierungsprozess selbstständig und ohne Insolvenzverwalter aber mit einem zur Seite gestellten Sachwalter durch. Das Amtsgericht hat als vorläufigen Sachwalter Rechtsanwalt Dr. Stephan Thiemann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH bestellt. Der Sachwalter übernimmt eine Aufsichtsfunktion und hat darüber hinaus die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen.

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  • meier ratio

Die Robustheit von Geschäftsmodellen überprüfen – Harald Kam in Business World – Beschreibung des Geschäftsmodells und die Analyse der Einflussfaktoren im Fokus

Die zunehmende Dynamik der Märkte zwingt Unternehmen, ihre Strategien und Planungen immer häufiger zu hinterfragen und dabei zudem in zwei Richtungen zu denken. Einerseits muss das bestehende Geschäftsmodell effizienter gestaltet werden, um Marktanteile und Wettbewerbspositionen zu verteidigen, andererseits muss es regelmäßig radikal in Frage gestellt werden, um neue Produkte oder Geschäftsmodelle zu entwickeln, die
die Grundlage für die langfristige Überlebensfähigkeit sind. Aber wie kann ein Unternehmen sein Geschäftsmodell systematisch und effizient überprüfen und damit diese wichtige Aufgabe erfüllen? Harald Kam, Geschäftsführender Gesellschafter der Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung, beschreibt ein passendes Vorgehen.

Acht Fragen zum Gefährdungspotenzial des Geschäftsmodells:

  1. Wer sind die relevanten Akteure mit Blick auf mein Geschäftsmodell und was sind deren jeweiligen Ziele und Einflussmechanismen?
  2. Wie haben sich diese im Lauf der Zeit verändert und welche Implikationen ergeben sich hieraus für das Geschäftsmodell?
  3. Zeigen Veränderungen in den Wettbewerbsbedingungen Richtungen für eine Veränderung des Geschäftsmodells auf? Wenn ja, welche?
  4. Gab es in der Vergangenheit in der Branche signifikante Innovationen beim Geschäftsmodell? Wenn ja, was waren die Auslöser hierfür?
  5. Welche Technologien beeinflussen gegenwärtig das Geschäftsmodell?
  6. Wie verändern sich diese Technologien? Wie sehen diese Technologien zukünftig aus?
  7. Was sind die relevanten Trends in meinem Umfeld?
  8. Wie wirken diese Trends auf die unterschiedlichen Akteure eines Geschäftsmodells? Werden Schwächen oder Stärken des Geschäftsmodells durch diese tendenziell verstärkt oder abgeschwächt?

Den kompletten Artikel lesen „Die Robustheit von Geschäftsmodellen überprüfen“

Textilhändler haben Handlungsbedarf bei Strategie, Verkauf und operativen Prozessen – Studie des HBW und Buchalik Brömmekamp „Erfolgreich Fashion Handeln“

Gerade mittelständische Händler haben, um ihre Marktposition zu sichern oder zu verbessern, in drei wesentlichen Bereichen Handlungsbedarf: in ihrer Strategiedefinition, im Verkauf und bei operativen Prozessen. Dies zeigt eine aktuelle Studie, begleitet von einer Umfrage unter Textileinzelhändlern im Südwesten, die der Handelsverband Baden-Württemberg (HBW) jetzt mit der Beratungsgesellschaft für Restrukturierung und Sanierung, Buchalik Brömmekamp, vorgestellt hat. Der HBW unterstreicht daher seine Forderung an die Politik, den mittelständischen Handel in den notwendigen strategischen Entwicklungsprozess zu begleiten zu fördern, so Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des HBWs.

„Globalisierung, Digitalisierung und Individualisierung stellen neue Anforderungen an stationäre Händler. Es fehlt jedoch häufig an Transparenz über den grundsätzlichen Bedarf und die zielgerichtete Nutzung vieler Veränderungsmöglichkeiten“, erklärt Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes Baden-Württemberg. Insbesondere im Mittelstand gibt es häufig weniger Erfahrungswerte, Managementstrukturen und Ressourcen bei der Bewertung und dem Einsatz von Instrumentarien, um die neuen Herausforderungen zu meistern. Denn Potential hat der Fashionhandel durchaus: Der Markt wächst – die Ausgaben für Bekleidung stiegen in Deutschland von 2010 auf 2017 um 10,5 Prozent auf 62 Mrd. Euro. Nur hat gerade der Mittelstand erhebliche Probleme, seine Marktanteile zu halten. „Gegen die großen Händler sowie den Onlinehandel hilft die Kombination aus Online-Auftritt und stationärem Verkauf, der allerdings zu einem Shopping-Erlebnis mit gutem Service und Beratung entwickelt werden muss“, sieht Studienleiter Kim Höver (Buchalik Brömmekamp) erste Maßnahmen.

Kanalübergreifend Kundennutzen wie Marke und Shopping-Erlebnis darstellen

Ziel der Studie war es, untermauert durch eine Umfrage bei Modehändlern in Baden-Württemberg, aktuelle Defizite in den Unternehmen zu lokalisieren und Lösungsstrategien zu entwickeln. Denn, so die Autoren der Studie: Das Online-Thema kann eine neue Umsatzquelle für mittelständische Händler sein. Um wirtschaftlich zu handeln, braucht es jedoch ein schlüssiges Konzept aus den Komponenten Online-Auftritt, Online-Produktportfolio und logistische Abbildung. Betont wurde allerdings auch, dass der Online-Verkauf an sich keineswegs ein Must-have für stationäre Händler ist. Vielmehr gehe es darum, die Marke und das Shopping-Erlebnis in den Mittelpunkt des Kundennutzens und zur Abgrenzung von Internet Pure Playern zu rücken.

Kunden nutzen zahlreiche Kanäle und Geräte (Omnichannel), um sich über Marken und Produkte zu informieren. Allerdings tun sich Unternehmen sehr schwer, ihre Kommunikation einerseits kanalübergreifend und individuell zu gestalten und andererseits einheitliche Botschaften an den Kunden zu senden. Zumal es an ausreichenden On- und Offline-Daten fehlt. Den (Ziel)Kunden zu kennen, wird wichtiger, da die Kundenbindung in Zukunft tendenziell schwerer aufzubauen ist. Genau hier jedoch kann der stationäre Händler seine Stärken wie gute Beratung und Service ausbauen und positionieren. Dass viele Kunden rigoros „grenzenlos“, also kanalübergreifend shoppen, unterschätzen noch zu viele Händler. Ebenso das Potential, was die Digitalisierung zur Senkung der Kosten oder effizienteren Gestaltung von Abläufen und eben zur Kundenbindung bietet.

Drei zentrale Handlungsfelder wichtig

Basierend auf der Auswertung vorhandener Studien im Modebereich und der aktuellen Erhebung definieren die Autoren drei zentrale Handlungsfelder für Modeeinzelhändler: in der Strategiedefinition, in der Logistik und bei operativen Prozessen im Unternehmen.

Die strategische Ausrichtung muss aktuelle Veränderungen widerspiegeln: So erhöht die Digitalisierung die Anforderungen der Kunden an Transparenz, Mitgestaltungsmöglichkeiten und Service. Dies mündet in der Nachfrage nach mehr Produktinformationen, der Möglichkeit zur individuellen Produktgestaltung, nach Betreuung und Kauf über Omnichannel (bspw. durch „Curated-Shopping“, also betreutes Einkaufen, und/oder „Click & Collect“) sowie in der Erwartung von optimaler Passform, Warenverfügbarkeit und kurzer Lieferzeiten. Auch der gesellschaftliche Wandel bringt Veränderungen, die für den Modehandel unmittelbar relevant sind: So achten Kunden mehr auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit, was auch den Re-Commerce fördert. Zugleich werden ältere Kunden immer „jünger“ und damit modebewusster. Ein weiterer Trend: Zukünftig werden internationale „Internet Pure Player“ in den regionalen, stationären Handel drängen. Nicht zuletzt bedroht auch die zunehmende Vertikalisierung im Handel selbst die Kundenbindung des „klassischen“ (nicht selbst produzierenden) Handels. Weitere Empfehlungen der Autoren: Marken sollten repositioniert (mehr als die Hälfte deutscher Konsumenten ist markenaffin und –loyal!) und Kollektionen optimiert werden.

Beim Handlungsfeld „Verkauf“ stellen die Autoren der Studie fest: Für stationäre Händler wird die optimale Produktdarstellung sowie individuelle Beratung bedeutender. Gegenüber dem reinen Online- Kauf können und müssen stationäre Konzepte dem Kunden Mehrwert durch persönliche Beratung, durch gutes Fachpersonal, Ambiente und Erlebnisse bieten. Stationär wird hier eine Vernetzung zu Partnern und die Integration in ein Erlebniskonzept wichtig – z.B. Berater, Animateure, Stylisten, Gastronomen oder Trainer.

Als drittes Handlungsfeld erweisen sich operative Prozesse als zentral: Sie sollten verschlankt und wo möglich digitalisiert werden – häufig fehle es in Unternehmen noch an Omnichannel-Expertise. Logistik, Abläufe und Strukturen sind aber ebenfalls zwingend auf digitale Anforderungen anzupassen.

Zusammenfassend muss festgestellt werden, dass gerade kleine und mittlere Modehändler aufgrund der Digitalisierung unter einem hohen Innovationsdruck stehen. Die Preise im Modefachhandel stagnieren quasi seit Jahren, Margen und Renditen sinken hingegen kontinuierlich. Zugleich sind große Investitionssummen und zunehmend qualifizierteres Fachpersonal nötig, um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden. „Andererseits kann der stationäre Fachhandel gerade im Prozess der Digitalisierung seine Stärken wie Kundennähe, Service und Beratung betonen und weiterentwickeln“, so Studienleiter Kim Höver.

Fachliche Informationen zur Studie von HBW und Buchalik Brömmekamp erhalten Sie von Marius Haubrich, Geschäftsführer, Handelsverband Baden-Württemberg, Telefon 0711 6486423, E-Mail haubrich@hv-bw.de und Kim Höver, Projektmanager, Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung GmbH, Telefon 0711 25296032, E-Mail kim.hoever@buchalik-broemmekamp.de

Die Vollstudie kann unter der nachfolgenden E-Mail handelsstudie@buchalik-broemmekamp.de direkt angefordert werden.

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  • Alik mail

Frischback will Sanierungsweg durch Eigenverwaltungsverfahren fortsetzen

Arnstadt. 8. Januar 2019. Die Traditionsbäckerei Frischback GmbH aus Arnstadt hat beim Amtsgericht Erfurt einen Antrag auf ein Eigenverwaltungsverfahren gestellt. Das Gericht ist den Antragsgründen des Unternehmens gefolgt und hat damit grünes Licht für das Sanierungsverfahren gegeben. Frischback war besonders vom Umsatzrückgang durch den vergangenen Hitzesommer betroffen. Weiterhin kam die im Frühjahr 2018 geplante Zusammenführung der Produktion und Logistik am neuen Standort in Erfurt ins Stocken. Die erhofften Kosteneinsparungen sind somit noch nicht eingetreten. Beide Ursachen führten bei Frischback zu einem Liquiditätsproblem, so dass sich Geschäftsführer Alfred Heyl zu dem Antrag entschied.

Zeitgleich mit dem erneuten Sanierungsweg werden die Branchenexperten Josef Reindl und Nico Rath die Sanierung der Arnstädter Bäckereikette begleiten. Damit soll Geschäftsführer Alfred Heyl entlastet werden, der sich künftig mehr auf seine Aufgabe als Gesellschafter konzentrieren wird. Reindl führte bereits 30 Jahre erfolgreich die Hasi-Bäckerei mit 21 Filialen, die er im Mai 2018 verkaufte. Der Branchenspezialist ist bereits Eigentümer der Produktionsstätte in Erfurt, die er an Frischback vermietet. Nico Rath war bis vor kurzem für die Gesellschafter der Harald Fuchs Bäckerei in Bamberg tätig und hatte zuvor schon Filialbäckereien aus Krisensituationen geführt. „Mit Josef Reindl und Nico Rath haben wir eine starke Unterstützung durch sehr erfahrene Bäckerunternehmer gefunden. Sie freuen sich auf die neue Herausforderung, das Traditionsunternehmen Frischback wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Die ersten Maßnahmen zur Fortführung sind bereits umgesetzt. So werden alle Filialen weiterhin geöffnet bleiben. Wir werden in gewohnter Qualität unsere regionalen Waren liefern“, erklärt Alfred Heyl.

Frischback betreibt rund 100 Filialen vorwiegend in Thüringen und beschäftigt circa 700 Mitarbeiter in den Verkaufsstellen und an den drei Standorten in Erfurt, Arnstadt und Schmalkalden. Die Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld für die nächsten drei Monate gesichert und werden pünktlich angewiesen. Danach übernimmt das Unternehmen wieder die Zahlungen.

Frischback durchlief bereits vor rund 18 Monaten ein Eigenverwaltungsverfahren. Im April 2018 konnte das Unternehmen das Sanierungsverfahren wieder verlassen. „Die damals entwickelten Sanierungsmaßnahmen waren richtig und sind auch weiterhin die Basis für die weiteren Schritte. Sicherlich wird es noch Anpassungen geben, um den Umzug nach Erfurt schnellst möglich abzuschließen. Darüber hinaus steht der Vertrieb bei mir ganz oben auf der Agenda“, so Josef Reindl. Unterstützung erhält Frischback durch das Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp, das das Sanierungskonzept erstellen wird.

In der Eigenverwaltung können Unternehmen selbstständig Maßnahmen zur Sanierung entwickeln und umsetzen. Das Verfahren besteht seit 2012. Dabei bleibt die unternehmerische Verantwortung wie bisher bei der Geschäftsführung. Sie entwickelt ein Sanierungskonzept zur Fortführung des Unternehmens, dem die Gläubiger und das Amtsgericht zustimmen müssen. Den Sanierungsprozess führt dann das Unternehmen eigenständig und ohne Insolvenzverwalter aber mit einem zur Seite gestellten Sachwalter durch. Der vorläufige Sachwalter übernimmt eine Aufsichtsfunktion und hat darüber hinaus die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen. Die Unabhängigkeit des Sachwalters wird im Rahmen des Auswahlprozesses durch das Amtsgericht geprüft. Das Amtsgericht Erfurt hat als vorläufigen Sachwalter Rechtsanwalt Rolf Rombach, Partner der gleichnamigen Kanzlei, bestellt. „Insbesondere bei einer erneuten Eigenverwaltung schauen alle Beteiligten noch genauer hin. Ich konnte mich von den ersten Maßnahmen und den Perspektiven des Unternehmens überzeugen. Deshalb unterstütze ich den eingeschlagenen Sanierungsweg nach besten Kräften“, erklärt Rolf Rombach.

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  • frischback gmbh
  • josef reindl frischback

BV ESUG: Vier neue Vertiefungsseminare: Mitarbeitermanagement, Insolvenzplan, Haftung des Sanierungsgeschäftsführers und Steuern im ESUG-Verfahren

Der Bundesverband ESUG und Sanierung Deutschlang e.V. (kurz: BV ESUG) setzt seine ganztägigen Vertiefungsseminare mit aktuellen Themen zur Insolvenz und Restrukturierung fort.
Für den Auftakt des Seminarzyklus am 14. März 2019 konnten wir als externe Referentin Frau Anja Schauenburg von dem Unternehmen „Die Personalumbauer“ (Kiel/Hamburg) zu dem Thema „Das richtige Mitarbeitermanagement in der Restrukturierung/Insolvenz“ gewinnen. Frau Schauenburg ist Expertin für Personalveränderung und Trennungsmanagement und begleitet Unternehmen bei komplexen Personalumbauprozessen.

Weitere Themen und Termine:
Das richtige Mitarbeitermanagement in der Restrukturierung/Insolvenz – So schaffen Sie den Turnaround“
Donnerstag, 14.03.2019, 9:00 – 17:00 Uhr
Referentin: Anja Schauenburg / „Die Personalumbauer“ – Kiel/Hamburg
Moderation: RA Robert Buchalik

  • Veränderungskommunikation organisieren
  • Change Tools und Interventionsfelder für einen reibungslosen und ausballancierten Prozess
  • Erfolgsfaktoren zur Mitarbeiterbindung in Turnaround Projekten
  • Transfergesellschaften in der Praxis

Der Insolvenzplan als Sanierungsinstrument
Freitag, 15.03.2019, 9:00 – 17:00 Uhr
Referenten: RA Alfred Kraus/Fachanwalt für Insolvenzrecht
RA Dr. Jasper Stahlschmidt/Fachanwalt für Insolvenzrecht/CRO

  • Fallstricke bei der Erstellung eines Insolvenzplans unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung und der neuen Rechtslage zum Sanierungsgewinn
  • Einsatz eines CRO unter Insolvenzbedingungen
  • Fallbeispiele

Haftung und Strafbarkeit des Sanierungsgeschäftsführers – Risiken erkennen und vermeiden
Donnerstag, 09.05.2019, 9:00 – 17:00 Uhr
Referent: RA Dr. Olaf Hiebert, Fachanwalt für Insolvenzrecht, Strafverteidiger

  • Haftung und Strafbarkeitsrisiken des Sanierungsgeschäftsführers – zwei Seiten derselben Medaille
  • Zahlungspflichten und -möglichkeiten: Vor Antragstellung, ab Antragstellung, ab Eröffnung – Wann darf ich was bezahlen?
  • Zahlungen auf Altverbindlichkeiten – zulässig oder gar erforderlich?
  • Eigentumsvorbehalte, Pfandrechte & Co.
  • Weiternutzung bisheriger Geschäftskonten
  • Verschärfung der Haftung für Sanierungsgeschäftsführer in der Eigenverwaltung durch BGH, Urt. v. 26.04.2018 – IX ZR 238/17
  • Insolvenzforderungen und Masseverbindlichkeiten
  • Aus- und Absonderungsrechte richtig prüfen, Fehler vermeiden
  • Einzelermächtigung oder Treuhandkontenmodell – Risiken, Fehler und praktische Umsetzung
  • Haftung bei Stellung von Insolvenzantrag ohne vorherige Anfechtungsprüfung
  • Der richtige Umgang mit einem Ermittlungsverfahren

Steuerliche Besonderheiten im ESUG-Verfahren
Freitag, 10.05.2019, 9:00 – 17:00 Uhr
Referent: Martin Rekers, Rechtsanwalt, Steuerberater

  • Steuerentrichtungspflichten, insbesondere im Eröffnungsverfahren
  • Vermeidung steuerlicher Haftung
  • Besonderheiten Lohnsteuer und Umsatzsteuer in der Insolvenz
  • Ertragsteuern in der Insolvenz, insbesondere Sanierungsgewinn

Die Teilnahmegebühr pro Seminar beträgt für BV ESUG-Mitglieder 80,00 EUR, für Nicht-Mitglieder 200,00 EUR. Veranstaltungsort ist die Geschäftsstelle des BV ESUG in Düsseldorf. Anmeldung und weitere Informationen erhalten Sie von Frau Inke Schumacher, E-Mail:

Buchalik Brömmekamp wünscht allen herzlichst ein von Gesundheit, Zufriedenheit und Erfolg geprägtes Jahr 2019

 

Buchalik Brömmekamp wünscht allen eine frohe Weihnacht und einen guten Rutsch ins neue Jahr

Gläubiger stimmen Insolvenzplan für die Enerco Systems zu / Nimex Petroleum wird den Gaslieferanten nach Verfahrensaufhebung übernehmen

Ludwigsburg. 20. Dezember 2018. Die Gläubiger der insolventen Enerco Systems GmbH & Co. KG haben den Insolvenzplan zur Sanierung des Unternehmens bei nur einer Gegenstimme mehrheitlich angenommen. Direkt im Anschluss an den Erörterungs- und Abstimmungstermin bestätigte das Amtsgericht Ludwigsburg den Plan. Das Eigenverwaltungsverfahren des Gaslieferanten soll nun Ende Dezember 2018 aufgehoben werden. Das positive Votum für den Insolvenzplan ist eine wichtige Voraussetzung für die Beendigungen des insolvenzrechtlichen Sanierungsverfahrens. Mit der Aufhebung wird der eingetretene Investor, die Nimex Petroleum (Neu-Isenburg), den Energielieferanten unter Beibehaltung der Firmierung Enerco Systems fortführen.

Enerco Systems, die zuletzt einen Umsatz von mehr als 100 Mio. Euro erwirtschaftete, konnte nun in einer Rekordzeit von nur sechs Monaten mittels eines Insolvenzplans in Eigenverwaltung entschuldet werden. „Viele Energielieferanten sind bisher mit der Sanierung innerhalb eines Insolvenzverfahrens gescheitert. Umso mehr freut es mich, dass wir dieses Ergebnis durch den engagierten Einsatz von Mitarbeitern, Gläubigerausschuss, Lieferanten, Kunden, Gericht und Sachwalter erreichen konnten. Mein besonderer Dank gilt allen Beteiligten, die den Sanierungsweg unterstützt haben“, erklärt Geschäftsführer Thomas Schuster nach der Gläubigerversammlung. In einem Eigenverwaltungsverfahren trägt die Geschäftsführung weiterhin die Verantwortung für alle Entscheidungen. Sie führt die Sanierung selbst durch.

Die Gläubiger erhalten in diesem Eigenverwaltungsverfahren der Enerco Systems eine überdurchschnittlich hohe Quote. Der genaue Wert wird allerdings erst 13 Monate nach Rechtskraft des Plans feststehen. Nach derzeitigem Stand soll die flexible Quote rund 17,7 Prozent betragen. Damit erhalten die Gläubiger durch das Eigenverwaltungsverfahren eine vierfach höhere Zahlung im Vergleich zu einer Regelinsolvenz. Laut statistischem Bundesamt liegt die Deckungsquote in dieser Verfahrensart durchschnittlich bei nur 4,1 Prozent.

Enerco Systems wurde in dem Verfahren von der Wirtschaftskanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp juristisch und betriebswirtschaftlich beraten. Darüber hinaus ergänzte der Sanierungsexperte Dirk Eichelbaum (ebenfalls Buchalik Brömmekamp) die Unternehmensleitung als Sanierungsgeschäftsführer (CRO). „Aufgrund der vielen Gläubiger und der hohen Gaspreise, die sich über die Sommermonate antizyklisch nach oben bewegten, war die Sanierung sehr anspruchsvoll. Mit Hilfe der Eigenverwaltung und dem Einstieg eines Investors konnten wir für alle Beteiligten die beste Lösung finden“, so Rechtsanwalt Dirk Eichelbaum. Sanierungsgeschäftsführer Eichelbaum wird mit der Aufhebung aus dem Unternehmen planmäßig ausscheiden.

Hintergrund der wirtschaftlichen Schieflage waren steigende Beschaffungspreise bei fixierten Absatzverträgen und ein ungünstiger Wechselkurs, die bei dem Energieunternehmen zu erheblich Kostensteigerungen führten. Deshalb beantragte Thomas Schuster bereits Anfang Juni 2018 vorsorglich ein Schutzschirmverfahren, um das Unternehmen umfassend und selbstbestimmt zu sanieren. Zum 1. Januar 2019 wird die Nimex Petroleum neue Alleingesellschafterin der Enerco Systems sein und das Unternehmen weiterhin unter der gleichen Firmierung fortführen. Fokus der neuen, entschuldeten Enerco Systems mit ihren Mitarbeitern ist das Erdgasgeschäft. Von der Stromlieferung hatte sich der Energielieferant bereits vor Monaten getrennt. Nimex Petroleum wurde bei dem Erwerb im Rahmen des Insolvenzplanverfahrens rechtlich von Graf von Westphalen und betriebswirtschaftlich von RGT Consultants beraten.

Während des Verfahrens wird das Unternehmen, das den Antrag freiwillig gestellt hat, dem unmittelbaren Zugriff seiner Gläubiger entzogen. Die Geschäftsführung wird dabei von einem Sachwalter beaufsichtigt. Dieser überwacht die Einhaltung der insolvenzrechtlichen Regelungen und soll Gläubigerbenachteiligungen verhindern. Als Sachwalter ist Dr. Tibor Braun von der Kanzlei Rechtsanwälte Illig, Braun und Kirschnek aus Stuttgart tätig. „Das Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung hat sich hier erfreulicherweise wieder einmal als Erfolgsmodell erwiesen, auch die verbindliche Auskunft zur Steuerfreiheit des Sanierungsgewinns wurde von den Finanzbehörden erteilt“, so Dr. Braun.

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  • gemeinsamer vertreter buchalik broemmekamp klage
  • nimex petroöeum

Jugendhilfe Let’s go hat Eigenverwaltung erfolgreich beendet – Durch das Sanierungsverfahren konnten rund 230 Arbeitsplätze gerettet werden

  • Betreuungsangebote, Verwaltungsabläufe und Strukturen angepasst

Brilon. 6. Dezember 2018. Das Eigenverwaltungsverfahren des Vereins Let’s Go! aus Brilon (Hochsauerland) ist vom Amtsgericht Arnsberg aufgehoben worden. Damit ist die im Oktober 2017 begonnene Sanierung des Vereins erfolgreich beendet. Durch das Sanierungsverfahren konnten rund 230 Arbeitsplätze gerettet werden. Der Verein ist mit der Verfahrensaufhebung erfolgreich saniert und entschuldet.

Pädagogen, Therapeuten und Mitarbeiter kümmern sich in den knapp 40 Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen und Hessen sowie in zwei Auslandsstandorten um traumatisierte Kinder und Jugendliche. Obwohl die tiergestützte Pädagogik von den Jugendämtern stark nachgefragt wird und die Wartelisten für freiwerdende Plätze immer länger werden, war der Trägerverein aus Brilon in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

„Der Verein hat in seiner kurzen zehnjährigen Geschichte einen enormen Zuwachs erfahren. Heute betreuen wir fast viermal so viele Jugendliche wie in unserer Anfangsphase. Während wir die Betreuungsplätze immer weiter ausgebaut haben, sind allerdings unsere Verwaltungsabläufe und Strukturen nicht mitgewachsen. Das hatte uns eingeholt. Mit dem Eigenverwaltungsverfahren haben wir uns neu strukturieren können und die Finanzierung auf eine solide Basis gestellt“, erklärt Let’s Go! -Vorstand Helga Senger.

Mit der Eigenverwaltung nutzte der Verein eine Sanierungsmöglichkeit, die erst seit 2012 zur Verfügung steht. Das Ziel des Verfahrens ist die Fortführung des Vereins. Deshalb blieb die unternehmerische Verantwortung beim Vorstand, der den Sanierungsprozess selbstständig durchführte. Während des Verfahrens wurde die pädagogische Arbeit unverändert weitergeführt.

Die Jugendhilfe hatte nach der Antragstellung zusammen mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp (Düsseldorf) ein tragfähiges Sanierungskonzept entwickelt, dem das Gericht und die Gläubiger zustimmten. Darüber hinaus unterstützte Buchalik Brömmekamp das Unternehmen in allen rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Belangen. Während des Verfahrens ergänzte der Sanierungsexperte Tim Langstädtler von der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp den Vorstand.

Alle pädagogischen Einrichtungen blieben während des Verfahrens unverändert geöffnet und das Betreuungsangebot war durchgehend sichergestellt. „Zunächst wurden die unrentablen Leistungen auf den Prüfstand gestellt und diese Fit für die Zukunft gemacht. In diesem Zusammenhang wurde auch der Umfang der tiergestützten Pädagogik an die Anzahl der betreuten Kinder angepasst. Außerdem wird der Vorstand zukünftig durch einen neu gewählten Aufsichtsrat unterstützt“, erläutert Sanierungsexperte Tim Langstädtler die wesentlichen Sanierungsmaßnahmen.

„Let’s go! hat das Instrument der Eigenverwaltung intensiv genutzt, um den Verein wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. Ich sehe eine gute Zukunft für die weitere soziale Arbeit“, so der ehemalige Sachwalter und Rechtsanwalt Dr. Schulte-Kaubrügger. Schulte-Kaubrügger ist Partner der Kanzlei White & Case aus Arnsberg. Als Sachwalter übernahm er die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des Vereins zu prüfen und den Vorstand zu überwachen.

„Unser Entschluss, im Herbst 2017 mit umfassender Unterstützung des Beratungsunternehmens Buchalik Brömmekamp den Verein durch ein Eigenverwaltungsverfahren zu sanieren, war vollkommen richtig. Unser Dank gilt allen Beteiligten, die an die Zukunft des Vereins geglaubt haben und mit uns diesen Weg gegangen sind“, erklärt Vereinsvorstand Bernhard Fladung.