Über den Autor Dr. Utz Brömmekamp

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Dr. Utz Brömmekamp im Krisennavigator: „Das präventive Restrukturierungsverfahren ist der nächste Schritt hin zu einer neuen Sanierungskultur“

Am 6. Juni 2019 hat der Europäische Rat die EU-Richtline 2019/1023 zum präventiven Restrukturierungsrahmen verabschiedet. Erstmals wird damit europaweit die Möglichkeit geschaffen, außerhalb eines Insolvenzverfahrens, aber innerhalb eines verbindlichen Rechtsrahmens, betriebliche Sanierungsmaßnahmen mit den Beteiligten zu vereinbaren. Entsteht damit tatsächlich eine „neue Sanierungskultur“ in Europa oder wird lediglich das „Restukturierungs-Hopping“ von Problemunternehmen beflügelt? Antworten auf diese und andere Fragen zum präventiven Restrukturierungsrahmen gibt Rechtsanwalt Dr. Utz Brömmekamp, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Krisenmanagement e.V. (DGfKM) in Hamburg und Geschäftsführer der Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung GmbH in Düsseldorf, im Gespräch mit dem Restrukturierungsmagazin.

Restrukturierungsmagazin: Kernelement des präventiven Restrukturierungsrahmens ist ein sogenannter Restrukturierungsplan. Mit ihm lassen sich – so die Hoffnung – deutlich individuellere und präzisere Maßnahmen zur Sanierung vereinbaren als im bisherigen Insolvenzverfahren. Gleichzeitig soll damit der Eingriff in die Rechte und Interessen der Beteiligten auf das notwendige Mindestmaß beschränkt werden. Ist damit tatsächlich mit einem höheren Sanierungserfolg zu rechnen als bei den bisherigen Insolvenzplänen bzw. Sanierungskonzepten gemäß IDW S6?

Dr. Utz Brömmekamp: Die EU-Vorgaben für ein präventives Restrukturierungsverfahren orientieren sich stark an unserem deutschen Insolvenzplanverfahren, allerdings mit dem feinen Unterschied, dass es sich gerade nicht um ein offizielles Insolvenzverfahren handelt. Vergleichbar dem Insolvenzplan wird auch der Restrukturierungsplan in der Tat das Kernstück des neuen Verfahrens sein. Denn schließlich werden dort die vorgestellten Maßnahmen und Gläubigerbeiträge erläutert, die dann mit dem Erfordernis einer qualifizierten Mehrheit zur Abstimmung gestellt werden. Ob individuellere und präzisere Maßnahmen Bestandteil des Plans sein können, wird maßgeblich davon abhängen, in welchem Maße die einzelnen Mitgliedsstaaten bei der jeweiligen Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht den Eingriff in Gläubigerrechte zulassen werden. Fest steht nur, dass anders als nach der deutschen Insolvenzordnung nicht sämtliche Gläubiger einbezogen werden müssen, sondern auch nur einzelne Gläubiger oder Gläubigergruppen vom Plan betroffen sein können. Fest steht auch, dass zumindest im Grundsatz nicht nur finanzwirtschaftliche, sondern auch operative Maßnahmen Gegenstand einer Planlösung sein können. Ob der deutsche Gesetzgeber in diesem Zusammenhang auch Eingriffe in Vertragsverhältnisse zulassen wird, bleibt mit Spannung abzuwarten. Bislang setzt dies bei uns die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens voraus.

Das komplette Interview in Krisennavigator.de

Dr. Utz Brömmekamp in der KSI zum „Der präventive Restrukturierungsrahmen im Überblick“

Die Zeiten der bloßen Abwicklung oder Zerschlagung von in die Krise oder Insolvenz geratenen Unternehmen sind lange vorbei. Zunehmend reift nach dem Vorbild europäischer Nachbarn auch in Deutschland eine neue Sanierungskultur, die sich bislang indes in strukturierter Form nur innerhalb eines förmlichen Insolvenzverfahrens entfalten konnte. Bestrebungen der EU, einheitliche Regeln zur Vermeidung von Unternehmensinsolvenzen zu schaffen, setzen nunmehr auch den deutschen Gesetzgeber unter Handlungszwang. Mit der vom EU-Parlament am 28.3.2019 verabschiedeten Richtlinie über „Präventive Restrukturierungsrahmen“ sind sämtliche Mitgliedstaaten zur Einführung eines vor- (bzw. präziser) außerinsolvenzlichen Sanierungsverfahrens innerhalb eines Zeitraums von zwei, maximal drei Jahren verpflichtet.

Dr. Utz Brömmekamp zeigt in seinem Beitrag in der KSI die gesetzgeberische Historie sowie die Meinungsbildung innerhalb der europäischen Gremien auf und befasst sich mit der möglichen Gestaltung eines neuen Gesetzes. Der zweite Teil des Beitrages erscheint in der nächsten Ausgabe der KSI.

Catering Management: Sanierung unter Insolvenzschutz: Wege aus der Krise – Caterer Stockheim ist die zukunftsfähige Restrukturierung geglückt

Das „Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen“ (ESUG) stellt Unternehmen ein effektives Verfahren zur Krisenbewältigung bereit. Damit ist auch Caterer Stockheim die zukunftsfähige Restrukturierung geglückt. Ein Bericht im Catering Management.

Die Zahlen wirken zu Recht durchaus beängstigend: Auch im vergangenen Jahr beantragten in Deutschland wieder rund 20.000 Unternehmen ein Insolvenzverfahren. Tausende insolvenzgefährdete oder insolvenzreife Unternehmen wären zu retten, wenn sich die Verantwortlichen rechtzeitig mit einer Sanierung unter Insolvenzschutz auseinandersetzen würden. Wie eine Sanierung unter Insolvenzschutz in der Praxis erfolgreich funktionieren kann, zeigt das Beispiel des Düsseldorfer Traditionscaterers Stockheim. Nachdem sich dort eine Krise andeutete, leitete das Management bereits im Jahr 2016 Maßnahmen ein, um die Kosten in der Unternehmensgruppe zu senken. Zuvor hatte der überraschende Verlust einiger Großaufträge, unter anderem am Flughafen Düsseldorf und in Hamburg, zu Umsatzeinbußen im deutlich zweistelligen Prozentbereich geführt. Die vorhandenen Strukturen aus Personal und Verwaltung waren für den verbliebenen Umsatz zu kostenintensiv geworden. Nach eingehender Beratung durch die Düsseldorfer Wirtschaftskanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp entschied sich die Leitung der Stockheim-Gruppe im Mai 2017 dafür, beim Amtsgericht/Insolvenzgericht Düsseldorf für fünf Unternehmen der Gruppe einen Antrag auf Einleitung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung zu stellen.

Lesen Sie mehr über Stockheims Entscheidung für die Eigenverwaltung im Fachmagazin Catering Management

Dr. Utz Brömmekamp in der Rheinischen Post: „Nur Optimisten können wir helfen“

Die Taschen sind leer, der Schuldenberg hoch und der Kopf hängt tief. So treten viele Unternehmer den Weg zum Sanierer an. Für die meisten von ihnen ist es der letzte Strohhalm zur Rettung ihres Unternehmens, das für die Mehrzahl der Betroffenen nicht nur Arbeitsstätte, sondern zugleich auch ihr Lebenswerk ist. Darauf möchte man stolz sein. Eine Insolvenz bedeutet jedoch in der Regel das Aus oder den Verkauf. Anders als in anglo-amerikanischen Rechtskreisen ist Scheitern in Deutschland jedoch immer noch ein Makel. Aus Angst, als Verlierer dazustehen, verschlimmern viele Unternehmenslenker in der Krise deshalb sogar noch ihre Situation. „Deutsche Unternehmer hoffen oft bis zuletzt auf den weißen Ritter und kämpfen bis zum letzten Blutstropfen. Erst wenn der letzte Euro ausgegeben und die Kreditlinie der Bank komplett ausgeschöpft ist, kommen sie dann mittellos und ohne Mut zu uns“, erzählt Utz Brömmekamp von der Düsseldorfer Rechts- und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp.

Immerhin: Mit positiver Grundeinstellung und entschlossenem Handeln sind Unternehmen oft noch zu retten. Diese Grundeinstellung zu vermitteln ist deshalb der erste Schritt der Sanierungsexperten. „Da sind wir als Psychologen gefragt“, sagt Utz Brömmekamp. „Wir zeigen den Betroffenen neue Wege auf und machen ihnen Mut, sie zu gehen. Wenn unser Gegenüber dann tatsächlich neuen Mut fasst, können wir loslegen. Denn dann sind wir selbst auch zuversichtlich, mit ihm zielgerichtet arbeiten zu können“, so Brömmekamp. …

Als Gegensatz dazu erzählt der erfahrene Jurist gerne von einem anderen Unternehmer, der vor einem Jahr mit der Grundeinstellung antrat: „Toll, dass ich den Weg zu Ihnen gefunden habe.“ Der Mann sah die anstehende Sanierung als eine große Chance für sich und sein Unternehmen. Gerade vor Weihnachten sei es eine frohe Kunde für die Mitarbeiter, dass es nicht das Ende sei. Er war zutiefst davon überzeugt.

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Unternehmenssanierung in Deutschland – Dr. Utz Brömmekamp im Trade Talk

Mit Abschaffung der (ur)alten Konkursordnung und Einführung der Insolvenzordnung Anfang 1999 wurde erstmals ein echtes Sanierungsinstrument gesetzlich implementiert, das eine Alternative zur schlichten Liquidation eines insolventen Unternehmens darstellen sollte. Das dort verortete Insolvenz planverfahren in Eigenverwaltung fristete zunächst ein Schattendasein, bis es durch einige gesetzliche Anpassungen in dem am 1. März 2012 in Kraft getretenen „Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen“ (ESUG) zu einem verlässlichen und erfolgreichen Sanierungsinstrument gereift ist.

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Richtlinienentwurf über ein präventives Restrukturierungsverfahren passiert die EU-Parlamentsausschüsse

Nach den Ausschüssen für Wirtschaft und Währung sowie für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten hat nunmehr auch der Rechtsausschuss des Europäischen Parlament den Richtlinienvorschlag der EU-Kommission über „einen präventiven Restrukturierungsrahmen, die zweite Chance und Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz von Restrukturierungs-, Insolvenz- und Entschuldungsverfahren“ (COM 2016-0723 final) unter Würdigung und teilweiser Berücksichtigung diverser Änderungsanträge mehrheitlich angenommen und ein Verhandlungsmandat mit der Kommission erteilt. Ein Ergebnis wird noch in der diesem Jahr endenden Legislaturperiode erwartet. Die Verabschiedung einer von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umzusetzenden Richtlinie über eine außerinsolvenzliches Sanierungs-/Restrukturierungsverfahren rückt näher.  „Das präventive Restrukturierungsverfahren wird die deutsche Sanierungs- und Insolvenzpraxis grundlegend verändern“, erklärt Dr. Utz Brömmekamp, Geschäftsführer der Rechtsanwaltsgesellschaft Buchalik Brömmekamp.

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Eigenverwaltungsverfahren von Stockheim mit Unterstützung durch Buchalik Brömmekamp erfolgreich beendet

  • Amtsgericht Düsseldorf hebt Sanierungsverfahren auf
  • Kerngeschäft Restaurationsbetriebe mit Messe- und Eventcatering wird weiter ausgebaut

Düsseldorf. 17. April 2018. Das Düsseldorfer Traditionsunternehmen Stockheim kann nach dem erfolgreichen Ende des Insolvenzverfahrens wieder durchstarten. Das Amtsgericht Düsseldorf hat die Eigenverwaltungsverfahren der Gastronomiegruppe aufgehoben. Damit wechselt Stockheim wieder in den regulären Geschäftsbetrieb. Innerhalb der Eigenverwaltung hat Stockheim die Weichen für eine umfangreiche Neuausrichtung gestellt. Das Ziel ist es, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und sich damit langfristig wieder wirtschaftlich erfolgreich aufzustellen. Stockheim setzt dabei auf seine langjährigen Partner und Locations –  das Congress Center Düsseldorf (CCD), die Messe Düsseldorf und die Rheinterrasse sowie den weiteren Ausbau des Eventcaterings. „In diesem Zusammenhang bedanken wir uns ausdrücklich bei unseren Geschäftspartnern für das entgegengebrachte Vertrauen und die konstruktive Zusammenarbeit. Unsere volle Aufmerksamkeit gehört dem Messe- und Veranstaltungsgeschäft in Düsseldorf. Wir werden nun alle Energien bündeln und auch weiter in die Expansion investieren“, so Stockheim-Geschäftsführer Özgür Günes.

Im Kernbereich von Stockheim werden nun klare Schwerpunkte gesetzt, um weitere Wachstumspotenziale wahrzunehmen. Die wesentlichen Leistungsorte der Restaurationsbetriebe, die Rheinterrasse, der angrenzende Stockheim RheinBlick 33, das CCD und die Messehallen werden in den nächsten Monaten den Kundenbedürfnissen entsprechend weiter überarbeitet. Konzeptionell wird der Ausbau von gastronomischen Konzepten in den Vordergrund gestellt. „Die Stockheim-Produkte werden wir zukünftig überwiegend in Themenwelten und Konzepten wiederfinden“, so Carla Stockheim, verantwortlich für Brand Management & Development bei Stockheim. „An dieser Stelle gilt unser Dank natürlich auch den Gesellschaftern Karl-Heinz und Margret Stockheim für das außerordentliche Vertrauen und die allzeit tatkräftige Unterstützung“, ergänzen Carla Stockheim und Özgür Günes.

Mit der Eigenverwaltung nutzte Stockheim die seit dem 1. März 2012 geltenden Möglichkeiten einer Sanierung unter Insolvenzschutz. Es handelt sich dabei nicht um eine Insolvenz im klassischen Sinne, sondern um ein Sanierungsverfahren mit dem obersten Ziel des Unternehmenserhalts und der Unternehmensfortführung. Die Geschäftsführung bleibt weiterhin im Amt und führt die Sanierungsmaßnahmen selbstständig durch.

Stockheim hatte im Mai 2017 beim Amtsgericht Düsseldorf für sechs Unternehmen einen Antrag auf Einleitung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt: Stockheim GmbH & Co. KG, Stockheim Systemgastronomie GmbH & Co. KG, Stockheim (Hbf-Köln) GmbH, Restaurationsbetriebe Stockheim GmbH & Co. KG, Stockheim Catering Hamburg GmbH und HAGATEC Koordination & Planung GmbH & Co. KG. Während der Verfahren wurden die Unternehmen vom Beratungshaus Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf betriebswirtschaftlich und rechtlich begleitet. Darüber hinaus ergänzten Dr. Utz Brömmekamp (Stockheim GmbH & Co. KG), Daniel Meintz (Stockheim Systemgastronomie GmbH & Co. KG und Stockheim (Hbf-Köln) GmbH) sowie Dr. Adrian Bölingen (Restaurationsbetriebe Stockheim GmbH & Co. KG und Stockheim Catering Hamburg GmbH) das Management als Sanierungsgeschäftsführer. Mit dem Verfahrensende scheiden sie aus ihren Ämtern aus. Als vom Amtsgericht Düsseldorf bestellter Sachwalter war der renommierte White & Case-Partner Dr. Biner Bähr tätig.

Zusammen mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp hatte Stockheim-Geschäftsführer Özgür Günes die Sanierungspläne entwickelt, in denen die Entschuldung und nachhaltige Fortführung der Unternehmensteile aufgezeigt wurden. Den Plänen haben die Gläubiger zugestimmt. „Es freut mich außerordentlich, dass wir Stockheim mit der umfassenden Sanierung wieder zukunftsfähig aufstellen konnten. Im Fokus stand hierbei die Rückbesinnung auf die Wurzeln als Düsseldorfer Familienunternehmen, welches seinen nationalen und internationalen Kunden durch Qualität, Innovation und Leidenschaft einmalige Erlebnisse bieten möchte“, so Bozidar Radner, geschäftsführender Gesellschafter von Buchalik Brömmekamp und zuständiger Projektpartner.

Ein wesentlicher Schritt, die finanzielle Stabilität von Stockheim zu erreichen, war die Trennung von Unternehmensteilen. Die Sparte Systemgastronomie mit den Gesellschaften Stockheim (Hbf.-Köln) GmbH und Stockheim Systemgastronomie GmbH & Co. KG wurde im Dezember 2017 an die SSP veräußert. Die in beiden Unternehmen beschäftigten rund 500 Mitarbeiter wurden von SSP übernommen. Die Cateringaktivitäten und die Mitarbeiter am Standort in Hamburg gingen im Dezember 2017 an die Käfer-Gruppe.

„Das Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung“, so der Sanierungsexperte Dr. Utz Brömmekamp, „hat sich hier erfreulicherweise als besonderes Erfolgsmodell präsentiert. Denn die Gläubiger erhalten Befriedigungsquoten zwischen 55 und 100 Prozent.“ Zum Vergleich: Laut Statistischem Bundesamt liegt die durchschnittliche Quote in Regelinsolvenzverfahren gerade einmal bei drei Prozent. „Gläubiger, Mitarbeiter, Sachwalter und das Gericht haben den eingeschlagenen Sanierungsweg immer konstruktiv unterstützt. Mein Dank gilt deshalb allen Beteiligten für ihr Engagement. Das Ergebnis stimmt mich sehr zuversichtlich, dass Stockheim in der Düsseldorfer Messe- und Eventgastronomie wieder eine führende Rolle einnehmen kann“, ist sich Dr. Brömmekamp sicher.

Stockheim beschäftigt nach der Umstrukturierung weiterhin 120 Mitarbeiter. „Obwohl die Trennung von den Geschäftsbereichen aus strategischer Sicht die sinnvollste Lösung war, haben wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich danke auch nochmal im Namen der Familie Stockheim, dass die vielen Mitarbeiter mit so viel Herzblut und Loyalität ihrer Arbeit im Unternehmen nachgegangen sind. Ich weiß, wie schwierig das war, und das schätzen wir sehr. Die Umstrukturierung war mit vielen Unsicherheiten verbunden. Am Ende jedoch konnten wir so gut wie alle Arbeitsplätze erhalten oder die Mitarbeiter in Folgebeschäftigungen überführen. Wir sind überzeugt, dass sich in dieser Ausrichtung die Geschäftsbereiche nun besser entwickeln können.“, erklärt Carla Stockheim.

Außerinsolvenzliches Sanierungsverfahren ante portas – Dr. Brömmekamp in der FuS

Die EU-Kommission fordert Deutschland mit ihrem Richtlinienvorschlag auf, ein präventives Restrukturierungsverfahren außerhalb der Insolvenz einzuführen. Nachstehend stellt der Verfasser die wesentlichen Regelungsinhalte des Richtlinienvorschlags mit einigen kritischen Anmerkungen vor. Insbesondere die gerichtliche Beteiligung, die Privilegierung von Neu- und Zwischenfinanzierungen sowie die Rechtspflicht zur Sanierung sind zu diskutieren. Mit der Fokussierung auf einzelne Gläubiger betritt das deutsche Insolvenz- und Sanierungsrecht zudem Neuland.

FAZIT
Dass es der EU-Kommission entgegen vieler Prognosen gelungen ist, innerhalb der selbst vorgegebenen und eher knapp bemessenen Zeit einen durchaus vorzeigbaren Richtlinienentwurf für ein außerinsolvenzliches Sanierungsverfahren zu präsentieren, ist begrüßenswert. Seine nationale praktische Relevanz wird stark von der Qualität und Ausrichtung der Umsetzung durch den deutschen Gesetzgeber abhängen. Ob dies wirklich die beabsichtigte Sanierungswelle gerade im Mittelstand auslösen wird, bleibt mit gewisser Skepsis abzuwarten.
Aber noch ist das Gesetz nicht da. Nach Inkrafttreten der Richtlinie – dem Bekunden nach spätestens im ersten Quartal 2018 – haben die nationalen Gesetzgeber zwei Jahre Zeit zur legislativen Umsetzung.

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Karrieretag beim Restrukturierungsgipfel: Neuausrichtung und Finanzierung von Unternehmen in der Krise

Ob „Feuerwehrmann für dirty jobs“ (Manager Magazin) oder „Notarzt todkranker Unternehmen“ (Die Zeit) – Turnaround- und Sanierungsberater, Interimsmanager, Krisenspezialisten und Insolvenzverwalter haben viele Namen. Studierende und Young Professionals können sich beim bundesweit ersten Karrieretag „Restrukturierung & Krise“ selbst ein Bild von diesem spannenden Berufsfeld machen.

17 Referentinnen und Referenten geben beim Restrukturierungsgipfel 2017 am Mittwoch, 20. September 2017, an der Universität Bonn vielfältige Einblicke in ihre außergewöhnlichen Tätigkeiten. Mit dabei ist auch unser Geschäftsführer Dr. Utz Brömmekamp. Er referiert zum Themenbereich „Außerinsolvenzliche Sanierung in den Niederlanden“ und beantwortet gerne die Fragen von Studierenden und Young Professionals zum Berufseinstieg und -umstieg.

www.restrukturierungsgipfel.de

Stockheim-Gruppe setzt Sanierungsweg durch Eigenverwaltung fort / Dr. Brömmekamp wird CRO  

 

  • Geschäftsbetrieb läuft vollumfänglich weiter
  • Sämtliche Restaurationsbetriebe bleiben geöffnet

 

Düsseldorf. 12. Mai 2017. Die Stockheim-Gruppe will die im vergangenen Jahr eingeleiteten Sanierungsaktivitäten beschleunigen und hat dazu beim Amtsgericht Düsseldorf einen Antrag auf Einleitung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Amtsgericht hat den Anträgen stattgegeben und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahrens sollen die Gesellschaften Stockheim GmbH & Co KG, Stockheim Systemgastronomie GmbH & Co KG, Stockheim (Hbf-Köln) GmbH, Restaurationsbetriebe Stockheim GmbH & Co KG, Stockheim Catering Hamburg GmbH und HAGATEC Koordination & Planung GmbH & Co. KG umfassend saniert und wieder wettbewerbsfähig aufgestellt werden. Dr. Biner Bähr, Partner der Kanzlei White & Case Insolvenz GbR, wurde zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Die sechs Stockheimunternehmen werden in dem Verfahren von der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf betriebswirtschaftlich und rechtlich beraten. Darüber hinaus ergänzen Dr. Utz Brömmekamp (Stockheim GmbH & Co. KG), Daniel Meintz (Stockheim Systemgastronomie GmbH & Co. KG und Stockheim (Hbf-Köln) GmbH) sowie Dr. Adrian Bölingen (Restaurationsbetriebe Stockheim GmbH & Co. KG und Stockheim Catering Hamburg GmbH) die jeweiligen Geschäftsleitungen als Sanierungsgeschäftsführer. Während des Eigenverwaltungsverfahrens werden sämtliche Verkaufsstellen und Restaurationsbetriebe weiterhin geöffnet bleiben. Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens wird darüber hinaus vollumfänglich fortgeführt.

Mit der Eigenverwaltung nutzt Stockheim die seit dem 1. März 2012 geltenden Möglichkeiten einer Sanierung unter Insolvenzschutz. Es handelt sich dabei nicht um eine Insolvenz im klassischen Sinn, sondern um ein Sanierungsverfahren mit dem obersten Ziel des Unternehmenserhalts und der Unternehmensfortführung. Die Geschäftsführung bleibt weiterhin im Amt und führt die Sanierungsmaßnahmen selbstständig durch.

„Wir haben bereits im letzten Jahr begonnen, die Kosten im Unternehmen zu senken und so an unseren Umsatz anzupassen. Wir müssen allerdings erkennen, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen, um die Stockheim-Gruppe wieder profitabel aufzustellen. Deshalb werden wir den eingeschlagenen Weg der Restrukturierung mit dem Eigenverwaltungsverfahren fortsetzen“, erklärt Geschäftsführer Sven Steinkuhl. Mit der Anpassung will sich das Unternehmen zudem stärker an geänderten Kundenwünschen im Gastronomiebereich ausrichten und die begonnene Fokussierung auf die Kernbereiche Event-Catering sowie Messe-, Kongress- und Systemgastronomie weiter fortsetzen. „Stockheim bewegt sich einerseits in einem starken Wettbewerb, andererseits ist unser Marktumfeld mittelfristig stabil und zeigt einen positiven Trend. Diese Chance werden wir nutzen. Dazu werden wir unser Geschäftsmodell nochmals überprüfen und wo nötig, Anpassungen vornehmen. Insbesondere die profitablen Geschäftssegmente stehen dabei im Mittelpunkt“, beschreibt Geschäftsführer Özgür Günes die nächsten Schritte.

In den nächsten Wochen wird das Unternehmen zusammen mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp einen Sanierungsplan erarbeiten, in dem die Entschuldung und nachhaltige Fortführung des Unternehmens aufgezeigt wird. Dem Plan müssen die Gläubiger zustimmen. „Die wesentlichen Gläubiger von Stockheim unterstützen den nunmehr eingeschlagenen Sanierungsweg. Das stimmt mich sehr zuversichtlich, zumal auch die Mitarbeiter die Sanierung mit viel Engagement begleiten“, so Sanierungsexperte Dr. Utz Brömmekamp, der gute Chancen für die erfolgreiche Unternehmensfortführung sieht.

Die Stockheim-Gruppe erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von rund 70 Mio. Euro und beschäftigt rund 750 Mitarbeiter in Düsseldorf, Hamburg, Köln und Münster/Osnabrück. Die Mitarbeiter sind in mehreren Betriebsversammlungen über den Antrag informiert worden. Die Löhne und Gehälter sind für die nächsten drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert.

Während des Eigenverwaltungsverfahrens wird die Geschäftsführung durch das Amtsgericht, einem noch kurzfristig zu installierenden Gläubigerausschuss sowie durch einen Sachwalter beaufsichtigt, um etwaige Benachteiligungen der Gläubiger zu verhindern. Diese Aufgabe übernimmt Dr. Biner Bähr. „Stockheim hat mit dem Eigenverwaltungsverfahren den richtigen Weg für das Unternehmen gewählt, um die Sanierung im Interesse aller Beteiligten schnell und erfolgreich umzusetzen“, so der vorläufige Sachwalter Dr. Biner Bähr, der sich nach der Antragsstellung des Unternehmens vor Ort einen ersten Überblick verschafft hatte.