Archiv der Kategorie: Finanzwirtschaftliche Restrukturierung

Sanierungschancen erfolgreich genutzt: Wie die Bäckereigruppe Frischback die Krise meisterte – Dr. Bartelheimer im PT-Magazin

Diese Zahlen sprechen leider für sich: Mehr als 20 000 Unternehmen beantragen jährlich in Deutschland ein Insolvenzverfahren. Dabei werden regelmäßig Werte zwischen 20 und 40 Milliarden Euro und mehr als 100 000 Arbeitsplätze vernichtet. Die meisten insolventen Unternehmen werden liquidiert oder verkauft. Die Gründe können darin liegen, dass sie zu spät einen Insolvenzantrag stellten oder die Sanierungsmöglichkeiten in der Eigenverwaltung nicht genutzt haben.

Frischback hat die Eigenverwaltung als Sanierungschance erfolgreich ergriffen

Wie es besser geht, zeigt anschaulich das Beispiel der Thüringer Frischback-Gruppe, bestehend aus der frischBack GmbH Arnstadt, der Arnstädter Landbrotbäckerei GmbH und der Backspezialitäten GmbH Thüringen. Frischback betreibt 120 Filialen und beschäftigt 821 Mitarbeiter. Aufgrund von Liquiditätsproblemen hatte die Gruppe am 10. August 2017 für alle drei Unternehmen Insolvenzanträge in Eigenverwaltung gestellt. Inzwischen ist die Krise überwunden: Die Sanierungsverfahren wurden Ende April 2018 nach einer einstimmigen diesbezüglichen Entscheidung der Gläubigerversammlung aufgehoben.

Im Einklang mit den Gläubigern zum besten Ergebnis

Wie ein Eigenverwaltungsverfahren die Gläubiger konstruktiv – im Sinne aller Beteiligten – mit einbezieht, macht der Fall der Gruppe deutlich: In den insgesamt drei Eigenverwaltungsverfahren der Bäckereigruppe Frischback haben die Gläubiger die Insolvenzpläne einstimmig angenommen. Der Gläubigerausschuss – und insbesondere die sehr engagierte Commerzbank AG – standen dabei nicht nur vollumfänglich hinter dem Sanierungskonzept, sondern haben auch ihre eigenen Erfahrungen produktiv in die gemeinsame Erarbeitung dieses Ergebnisses eingebracht So konnte sich die Gruppe – im Einklang mit den Gläubigern – wieder wettbewerbsfähig aufstellen und ihrem Anspruch als regionaler Handwerksbäcker nun noch besser gerecht werden. Mit der Verstärkung durch einen branchenerfahrenen Vertriebsgeschäftsführer wird dieser Weg in den kommenden Jahren nachhaltig fortgeführt und vertieft werden.

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Eigenverwaltungsverfahren von Stockheim mit Unterstützung durch Buchalik Brömmekamp erfolgreich beendet

  • Amtsgericht Düsseldorf hebt Sanierungsverfahren auf
  • Kerngeschäft Restaurationsbetriebe mit Messe- und Eventcatering wird weiter ausgebaut

Düsseldorf. 17. April 2018. Das Düsseldorfer Traditionsunternehmen Stockheim kann nach dem erfolgreichen Ende des Insolvenzverfahrens wieder durchstarten. Das Amtsgericht Düsseldorf hat die Eigenverwaltungsverfahren der Gastronomiegruppe aufgehoben. Damit wechselt Stockheim wieder in den regulären Geschäftsbetrieb. Innerhalb der Eigenverwaltung hat Stockheim die Weichen für eine umfangreiche Neuausrichtung gestellt. Das Ziel ist es, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und sich damit langfristig wieder wirtschaftlich erfolgreich aufzustellen. Stockheim setzt dabei auf seine langjährigen Partner und Locations –  das Congress Center Düsseldorf (CCD), die Messe Düsseldorf und die Rheinterrasse sowie den weiteren Ausbau des Eventcaterings. „In diesem Zusammenhang bedanken wir uns ausdrücklich bei unseren Geschäftspartnern für das entgegengebrachte Vertrauen und die konstruktive Zusammenarbeit. Unsere volle Aufmerksamkeit gehört dem Messe- und Veranstaltungsgeschäft in Düsseldorf. Wir werden nun alle Energien bündeln und auch weiter in die Expansion investieren“, so Stockheim-Geschäftsführer Özgür Günes.

Im Kernbereich von Stockheim werden nun klare Schwerpunkte gesetzt, um weitere Wachstumspotenziale wahrzunehmen. Die wesentlichen Leistungsorte der Restaurationsbetriebe, die Rheinterrasse, der angrenzende Stockheim RheinBlick 33, das CCD und die Messehallen werden in den nächsten Monaten den Kundenbedürfnissen entsprechend weiter überarbeitet. Konzeptionell wird der Ausbau von gastronomischen Konzepten in den Vordergrund gestellt. „Die Stockheim-Produkte werden wir zukünftig überwiegend in Themenwelten und Konzepten wiederfinden“, so Carla Stockheim, verantwortlich für Brand Management & Development bei Stockheim. „An dieser Stelle gilt unser Dank natürlich auch den Gesellschaftern Karl-Heinz und Margret Stockheim für das außerordentliche Vertrauen und die allzeit tatkräftige Unterstützung“, ergänzen Carla Stockheim und Özgür Günes.

Mit der Eigenverwaltung nutzte Stockheim die seit dem 1. März 2012 geltenden Möglichkeiten einer Sanierung unter Insolvenzschutz. Es handelt sich dabei nicht um eine Insolvenz im klassischen Sinne, sondern um ein Sanierungsverfahren mit dem obersten Ziel des Unternehmenserhalts und der Unternehmensfortführung. Die Geschäftsführung bleibt weiterhin im Amt und führt die Sanierungsmaßnahmen selbstständig durch.

Stockheim hatte im Mai 2017 beim Amtsgericht Düsseldorf für sechs Unternehmen einen Antrag auf Einleitung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt: Stockheim GmbH & Co. KG, Stockheim Systemgastronomie GmbH & Co. KG, Stockheim (Hbf-Köln) GmbH, Restaurationsbetriebe Stockheim GmbH & Co. KG, Stockheim Catering Hamburg GmbH und HAGATEC Koordination & Planung GmbH & Co. KG. Während der Verfahren wurden die Unternehmen vom Beratungshaus Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf betriebswirtschaftlich und rechtlich begleitet. Darüber hinaus ergänzten Dr. Utz Brömmekamp (Stockheim GmbH & Co. KG), Daniel Meintz (Stockheim Systemgastronomie GmbH & Co. KG und Stockheim (Hbf-Köln) GmbH) sowie Dr. Adrian Bölingen (Restaurationsbetriebe Stockheim GmbH & Co. KG und Stockheim Catering Hamburg GmbH) das Management als Sanierungsgeschäftsführer. Mit dem Verfahrensende scheiden sie aus ihren Ämtern aus. Als vom Amtsgericht Düsseldorf bestellter Sachwalter war der renommierte White & Case-Partner Dr. Biner Bähr tätig.

Zusammen mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp hatte Stockheim-Geschäftsführer Özgür Günes die Sanierungspläne entwickelt, in denen die Entschuldung und nachhaltige Fortführung der Unternehmensteile aufgezeigt wurden. Den Plänen haben die Gläubiger zugestimmt. „Es freut mich außerordentlich, dass wir Stockheim mit der umfassenden Sanierung wieder zukunftsfähig aufstellen konnten. Im Fokus stand hierbei die Rückbesinnung auf die Wurzeln als Düsseldorfer Familienunternehmen, welches seinen nationalen und internationalen Kunden durch Qualität, Innovation und Leidenschaft einmalige Erlebnisse bieten möchte“, so Bozidar Radner, geschäftsführender Gesellschafter von Buchalik Brömmekamp und zuständiger Projektpartner.

Ein wesentlicher Schritt, die finanzielle Stabilität von Stockheim zu erreichen, war die Trennung von Unternehmensteilen. Die Sparte Systemgastronomie mit den Gesellschaften Stockheim (Hbf.-Köln) GmbH und Stockheim Systemgastronomie GmbH & Co. KG wurde im Dezember 2017 an die SSP veräußert. Die in beiden Unternehmen beschäftigten rund 500 Mitarbeiter wurden von SSP übernommen. Die Cateringaktivitäten und die Mitarbeiter am Standort in Hamburg gingen im Dezember 2017 an die Käfer-Gruppe.

„Das Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung“, so der Sanierungsexperte Dr. Utz Brömmekamp, „hat sich hier erfreulicherweise als besonderes Erfolgsmodell präsentiert. Denn die Gläubiger erhalten Befriedigungsquoten zwischen 55 und 100 Prozent.“ Zum Vergleich: Laut Statistischem Bundesamt liegt die durchschnittliche Quote in Regelinsolvenzverfahren gerade einmal bei drei Prozent. „Gläubiger, Mitarbeiter, Sachwalter und das Gericht haben den eingeschlagenen Sanierungsweg immer konstruktiv unterstützt. Mein Dank gilt deshalb allen Beteiligten für ihr Engagement. Das Ergebnis stimmt mich sehr zuversichtlich, dass Stockheim in der Düsseldorfer Messe- und Eventgastronomie wieder eine führende Rolle einnehmen kann“, ist sich Dr. Brömmekamp sicher.

Stockheim beschäftigt nach der Umstrukturierung weiterhin 120 Mitarbeiter. „Obwohl die Trennung von den Geschäftsbereichen aus strategischer Sicht die sinnvollste Lösung war, haben wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich danke auch nochmal im Namen der Familie Stockheim, dass die vielen Mitarbeiter mit so viel Herzblut und Loyalität ihrer Arbeit im Unternehmen nachgegangen sind. Ich weiß, wie schwierig das war, und das schätzen wir sehr. Die Umstrukturierung war mit vielen Unsicherheiten verbunden. Am Ende jedoch konnten wir so gut wie alle Arbeitsplätze erhalten oder die Mitarbeiter in Folgebeschäftigungen überführen. Wir sind überzeugt, dass sich in dieser Ausrichtung die Geschäftsbereiche nun besser entwickeln können.“, erklärt Carla Stockheim.

Gläubiger stimmen umfassender Sanierung der Frischback-Gruppe einstimmig zu

  • Alle Arbeitsplätze wurden gerettet
  • Produktion und Filialen auf den neuesten Stand gebracht

Arnstadt. 10. April 2018. In den insgesamt drei Eigenverwaltungsverfahren der Bäckereigruppe Frischback in Arnstadt haben die Gläubiger die Insolvenzpläne einstimmig angenommen. Die Sanierungsverfahren werden daher aller Voraussicht nach Ende April aufgehoben. Die letzten Sanierungsmaßnahmen sollen dann bis September beendet sein. Frischback betreibt 120 Filialen und beschäftigt 821 Mitarbeiter.

Laut Sanierungskonzept fokussiert sich die Gruppe auf den Thüringer Markt und baut während der Sanierung ihr Filialnetz um. So wurden und werden neue Filialen im direkten Umfeld der Produktion in Arnstadt übernommen oder neu eröffnet. Zusammen mit einer Optimierung der gesamten Logistik kann nun noch mehr Frische in den Filialen sichergestellt werden. Zusätzlich wurde das Produktportfolio überarbeitet, sodass auch die Produktionsabläufe sich nun nachhaltig verbessern. Von den rund 500 Backerzeugnissen wurden bereits 50 unrentable Produkte aus dem Sortiment genommen. Im Ergebnis wird die Bäckereigruppe Frischback ihrem Anspruch als regionaler Handwerksbäcker nun noch besser gerecht.

Nach der Gläubigerversammlung vor dem Amtsgericht Erfurt bedankte sich der Geschäftsführer Alfred Heyl entsprechend: „Nach der erfolgreichen tiefgreifenden Restrukturierung besteht jetzt Sicherheit für die mehr als 800 Mitarbeiter. Ich bemühe mich weiter, Frischback optimal am Markt zu positionieren und werde mich hierbei auf die durch die erneuerte Struktur vorgegebene Region konzentrieren. Bei allen Beteiligten und besonders meinen Mitarbeitern bedanke ich mich für das Vertrauen und die oft intensive Zusammenarbeit.“

Besonders erfreulich ist, dass der Gläubigerausschuss und insbesondere die sehr engagierte Commerzbank AG nicht nur vollumfänglich hinter dem in den vergangenen neun Monaten erarbeiteten Sanierungskonzept der Handwerksbäckerei stehen, sondern alle Gläubigerausschussmitglieder ihre eigenen Erfahrungen und Sichtweisen konstruktiv in die gemeinsame Erarbeitung dieses Ergebnisses haben einfließen lassen.

Gleiches gilt für den Sachwalter Rolf Rombach von der gleichnamigen Sozietät in Erfurt und seinem Team. Rombach hatte seine Zustimmung zu den Plänen bereits vor der Gläubigerversammlung erteilt. Das positive Votum für die Sanierungspläne ist eine wichtige Voraussetzung für die Beendigungen der Verfahren durch das Amtsgericht Erfurt.

Die Frischback-Gruppe, bestehend aus der frischBack GmbH Arnstadt, der Arnstädter Landbrotbäckerei GmbH und der Backspezialitäten GmbH Thüringen, hatte am 10. August 2017 für alle drei Unternehmen Insolvenzanträge in Eigenverwaltung gestellt. Die Verfahren wurden Anfang Januar 2018 eröffnet.

„Im Vordergrund der Neuausrichtung der Frischback-Gruppe standen von Beginn an die Reduktion der Komplexität, die Optimierung der Filialstruktur sowie die Positionierung als regionaler, inhabergeführter Qualitätsanbieter. Gemeinsam mit dem Unternehmen haben wir hierzu nicht nur ein passgenaues Konzept erarbeitet, sondern bereits eine Vielzahl von Maßnahmen umgesetzt und die Neuausrichtung somit bereits auf einen guten Weg gebracht“, erklärt Bozidar Radner, geschäftsführender Gesellschafter der Buchalik Brömmekamp, der die Restrukturierung des Unternehmens mit seinem Team begleitet.

Dass mit der Sanierung und Restrukturierung eines Unternehmens nicht zwangsläufig ein Stellen- und Filialabbau, sondern vielmehr ein entsprechender Ausbau verbunden sein kann, zeigt sich im hiesigen Fall deutlich: Im Rahmen der Optimierung der Filialstruktur übernahm die Frischback von der ebenfalls insolventen elmi-Bäckerei sechs Filialen. Den dort gekündigten Mitarbeitern konnten von Frischback neue Stellen angeboten werden. Weiterhin übernahm der Traditionsbäcker innerhalb des Sanierungsverfahrens weitere attraktive Filialstandorte wie das traditionsreiche Café am Dom in Erfurt. Die diesbezüglichen Verhandlungen und die Einarbeitung der teilweisen Übernahme des Wettbewerbers in das Gesamtsanierungskonzept waren dabei von großer Individualität geprägt und bewegten sich weit außerhalb jedweden üblichen Sanierungsansatzes.

„In enger Zusammenarbeit mit der Unternehmerfamilie ist es uns so gelungen, die Frischback-Gruppe sowohl auf die Bedürfnisse der Unternehmerfamilie Heyl anzupassen als auch produktions- und vertriebsseitig fit für die Zukunft zu trimmen. Mit einer weiteren Verstärkung durch einen branchenerfahrenen Vertriebsgeschäftsführer wird die Neuausrichtung in den kommenden Jahren nachhaltig fortgeführt und vertieft werden“, so Dr. Hubertus Bartelheimer, der federführend die insolvenzrechtliche Beratung der Unternehmensgruppe begleitet. Dr. Bartelheimer ist geschäftsführender Gesellschafter sowie Leiter der Berliner und Dresdner Büros von Buchalik Brömmekamp.

Sanierung des AWO Kreisverbandes Mülheim erfolgreich beendet

  • Fast alle Arbeitsplätze konnten erhalten werden
  • AWO will bisherige Geschäftsfelder weiter ausbauen

 

Mülheim an der Ruhr. 5. April 2018. Nun ist es amtlich, das Amtsgericht Duisburg hat das Eigenverwaltungsverfahren des Arbeiterwohlfahrt Kreisverbandes Mülheim an der Ruhr e.V. (AWO Kreisverband Mülheim) aufgehoben. Damit ist die Sanierung innerhalb eines Insolvenzverfahrens erfolgreich beendet worden und der Kreisverband ist gerettet. Nachdem die Gläubiger den Insolvenzplan Mitte Januar einstimmig angenommen hatten, konnte der Weg für die Beendigung des Sanierungsverfahrens eingeleitet werden. AWO-Geschäftsführer Lothar Fink, Sanierungsgeschäftsführer Volker Schreck und die Düsseldorfer Kanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp hatten den Insolvenzplan entwickelt. Er regelt die Entschuldung des Vereins sowie die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen zum Fortbestehen der AWO.

Lothar Fink kann nun das Kapitel Insolvenz schließen und blickt positiv in Richtung des Neustarts des Wohlfahrtsverbandes. Besonders freut ihn, dass der Insolvenzplan einstimmig von den Gläubigern angenommen worden war und 168 der 170 Arbeitsplätze gerettet werden konnten. „Wir konnten diese schwierige Zeit meistern, weil unser Team zusammengehalten hat und unsere Gläubiger uns ihr Vertrauen schenkten. Dafür sind wir sehr dankbar und dies stärkt uns für den weiteren Weg“, erklärt Lothar Fink und fügt hinzu, „mein Dank gilt allen Beteiligten, die durch ihre Unterstützung zu diesem Ergebnis beigetragen haben.“

Es gab leider auch ein paar Vermuthstropfen während der Eigenverwaltung. „Der Verlust der Schulen, der Schulsozialarbeit und der Flüchlingsberatung waren und sind bittere Verluste des Verfahrens“, so Fink weiter.

Sanierungsgeschäftsführer Schreck, der den AWO Kreisverband Mülheim nun wieder verlassen wird, sieht aber gute Chancen für die nachhaltige Fortführung des Vereins: „Die Signale stehen auf grün. Nun gilt es die im Plan vorgesehenen Sanierungsmaßnahmen weiter umzusetzen.“ Dazu gehört unter anderem der Ausbau bisheriger Geschäftsfelder.

Der neuen Vorsitzenden Elke Domann-Jurkiewicz liegt die Begegnungsstätte für Senioren besonders am Herzen, da sie die Einrichtung seit 20 Jahren leitet und die Einrichtung erhalten werden konnte. Die Begegnungsstätte, die in den Stadtteil hinein wirkt, spricht immer wieder auch Migranten an und fördert den Austausch zwischen Jung und Alt. „Wir werden den Neustart schaffen und ich freue mich über alle Angebote, die wir fortführen konnten und in Zukunft weiter auszubauen wollen. Die AWO werde aber auch die verloren gegangenen Bereiche wieder zurückgewinnen“, so Elke Domann-Jurkiewicz.

Darüber hinaus wird sich der Wohlfahrtsverband um die Arbeitsmarktdienstleistungen bewerben, die von der Agentur für Arbeit oder der Sozialagentur ausgeschrieben werden. Innerhalb des Eigenverwaltungsverfahrens war dies nicht möglich.

Sanierung der Crusius Apotheken-Gruppe erfolgreich beendet

  • 92 Arbeitsplätze bleiben erhalten

Osnabrück. 22. Januar 2018. Apotheker Lars Crusius aus Osnabrück kann aufatmen. Im August 2015 stellte er für seine Apotheken-Gruppe einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung. Nun hat das Amtsgericht Osnabrück Anfang des Jahres das Verfahren aufgehoben. Die Sanierung unter Insolvenzschutz ist damit erfolgreich beendet. Von den rund 100 Arbeitsplätzen konnten immerhin 92 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Die Atlas Apotheke und die Apotheke am MHO gingen während des Verfahrens in neue Hände über. Die MediPark Apotheke wird weiterhin von Lars Crusius betrieben.

„Erst die Eigenverwaltung hat mir die Möglichkeit gegeben, mich mit meinen Gläubigern über einen Schuldenschnitt zu verständigen. Ich bin sehr froh über diese Möglichkeit, die es erst seit 2012 gibt. Mein Dank geht an alle Beteiligten, die durch ihre Unterstützung zu diesem Ergebnis beigetragen haben. Die Einigung mit den Gläubigern und die Aufhebung meiner Eigenverwaltung gibt meiner Familie und mir die Chance, neu anzufangen“, erklärt Lars Crusius.

Crusius hatte die Apotheken im Juni 2009 im Paket gekauft. Die Anlaufkosten waren dabei die größte Herausforderung. Letztendlich führten jedoch die regulatorischen Vorgaben und erhebliche Einsparungen im Gesundheitswesen sowie unrentable Investitionen in apothekennahe Dienstleistungen zur wirtschaftlichen Schieflage. Dazu kommt die in Osnabrück höchste Apothekendichte in Deutschland.

„Die ersten Sanierungsmaßnahmen, die wir vor dem Insolvenzverfahren durchführten, erreichten nicht die erforderlichen Einsparungen und ein Regelinsolvenzverfahren kam nicht in Betracht“, so Apotheker Crusius. Die Regelinsolvenz bedeutet für den Apotheker nicht nur den Verlust seines Unternehmens, sondern oft auch die Vernichtung seiner Existenzgrundlage, da ihm die Entziehung der berufsrechtlichen Zulassung droht. Deshalb entschied sich Lars Crusius für ein Eigenverwaltungsverfahren. Dieses Verfahren steht für eine Fortführung der Apotheke und für deren Erhalt mit und vor allem für den Apotheker.

In der Eigenverwaltung führt der Schuldner seine Sanierung selbst durch. Anstatt eines Insolvenzverwalters wird ein Sachwalter bestellt, der das Verfahren und den Schuldner überwacht. Als Sachwalterin wurde vom Insolvenzgericht Osnabrück Rechtsanwältin Anna Kuleba von der Kanzlei Schoofs & Partner aus Osnabrück bestellt. „In einer Apothekeninsolvenz ist der Sachwalter leider rechtlichen Grenzen und Hindernissen ausgesetzt. So droht bei einem Wechsel in das Regelinsolvenzverfahren die Schließung der Apotheken, was einer Wertvernichtung gleichkommt. Die Herausforderung bestand darin, den bestmöglichen Kompromiss zwischen den Gläubigerinteressen an einer höchstmöglichen Befriedigung und dem natürlichen Interesse des Schuldners an einer Sanierung mit anschließendem Schuldenerlass herzustellen. Vor diesem Hintergrund ist nachvollziehbar, warum das Verfahren unter Umständen nicht kurzfristig abgeschlossen werden kann“, so Anna Kuleba.

Während der Eigenverwaltung wurde Lars Crusius zudem von den Rechtsanwälten und den betriebswirtschaftlichen Beratern des Düsseldorfer Beratungsunternehmens Buchalik Brömmekamp begleitet. Das gemeinsam entwickelte Sanierungskonzept sieht eine Zentralisierung des Einkaufs, den stärkeren vertrieblichen Kontakt zu den niedergelassenen Ärzten sowie die Trennung von apothekennahen Dienstleistungen vor. Dem Konzept, dass auch die Entschuldung der Apotheken-Gruppe aufzeigt, hatten die Gläubiger zugestimmt. „Ich freue mich sehr, dass wir die Apotheken fortführen und die Arbeitsplätze erhalten konnten. Das Ergebnis des Verfahrens stellt auch für die Kunden und Gläubiger die bestmögliche Lösung dar“, so Dr. Hubertus Bartelheimer, zuständiger Projektpartner bei Buchalik Brömmekamp.

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  • apotheke am mho insolvenz

Restrukturierung der Altifort System Solutions GmbH im Wege eines Eigenverwaltungsverfahrens

  • Geschäftsbetrieb weiterhin sichergestellt

 

Ebersbach an der Fils. 22. Dezember 2017. Frederic Sevat, Geschäftsführer der Altifort System Solutions GmbH, beabsichtigt die bereits eingeleitete Restrukturierung des Lösungsanbieters für Industrieautomation im Wege eines Eigenverwaltungsverfahrens zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen. Das Amtsgericht Göppingen hat heute dem Antrag des Unternehmens entsprochen und die Eigenverwaltung mit dem Ziel der Fortführung des Unternehmens angeordnet. Im Eigenverwaltungsverfahren bleibt die unternehmerische Verantwortung bei der bisherigen Geschäftsführung. Sie führt den Sanierungsprozess selbstständig und ohne Insolvenzverwalter aber mit einem zur Seite gestellten Sachwalter durch. Während des Verfahrens wird der Geschäftsbetrieb unverändert weitergeführt. Sämtliche Leistungen im Rahmen von Kundenaufträgen werden termingerecht erledigt sowie Neuaufträge angenommen und umgesetzt.

Geschäftsführer Sevat wird zusammen mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp (Düsseldorf und Stuttgart) ein tragfähiges Sanierungskonzept entwickeln, dem das Gericht und die Gläubiger zustimmen müssen. Außerdem begleitet der Sanierungsexperte Dirk Eichelbaum, Buchalik Brömmekamp Rechtsanwaltsgesellschaft (Stuttgart), das Unternehmen während des Eigenverwaltungsverfahrens. Buchalik Brömmekamp hat in bereits rund 130 weiteren Verfahren Unternehmen erfolgreich durch ein Eigenverwaltungsverfahren begleitet. Diese agieren durch die gemeinsam umgesetzte Sanierung und Restrukturierung heute wieder gestärkt am Markt.

In einer Betriebsversammlung wurden heute die insgesamt 40 Beschäftigten über das Verfahren informiert. Die Löhne und Gehälter sind in den nächsten drei Monaten über das Insolvenzgeld gesichert. In dem Verfahren sollen alle Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Ursache für die wirtschaftliche Schieflage sind im wesentlichen hohe Anlaufkosten, die nach der Loslösung von der DMG-MORI entstanden sind. Der französische Mutterkonzern Altifort hatte die Altifort System Solutions erst im März dieses Jahres von der DMG Mori Gruppe erworben. „Das Unternehmen ist technisch gut aufgestellt. Durch die Sanierung können wir unsere eigenen Strukturen insbesondere im Vertrieb neu aufbauen und an unsere derzeitigen Kosten anpassen. Das hat aber keine Auswirkungen auf das Personal. Im Gegenteil, wir suchen händeringend Fachkräfte, um die Aufträge für Werkzeugmaschinenhersteller, Automobilzulieferer und die Konsumgüterindustrie termingerecht umzusetzen“, erklärt Geschäftsführer Frederic Sevat.

Mit der Eigenverwaltung nutzt Altifort System Solutions die seit 2012 geltenden Möglichkeiten einer Sanierung unter Insolvenzschutz. In dem Sanierungsverfahren mit dem obersten Ziel der Unternehmensfortführung hat das Göppinger Amtsgericht Rechtsanwalt Marcus Winkler von der Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff & Partner in Stuttgart als vorläufigen Sachwalter bestellt. Der Sachwalter übernimmt eine Aufsichtsfunktion und hat darüber hinaus die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen.

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  • Altifort System Solutions GmbH
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Sanierung statt Zerschlagung – Robert Buchalik im Magazin eDel über fünf Vorurteile der Eigenverwaltung

Eine Insolvenz bedeutet in der Regel das Aus für die betroffenen Unternehmen – oder den Verkauf. Am Ende steht der Unternehmer, der seine Firma oft mit viel Einsatz und Herzblut aufgebaut hat, in den meisten Fällen mit leeren Händen da. Die Alternative zu diesem Szenario ist eine Sanierung unter Insolvenzschutz. Um diese Möglichkeit zu fördern, hat der Gesetzgeber im Herbst 2012 das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (kurz: ESUG) verabschiedet. Am 1. März 2012 ist das Gesetz in Kraft getreten.

Wichtigster Punkt beim Eigenverwaltungsverfahren: Die bisherige Geschäftsführung bleibt im Amt. Es ist also ein Insolvenzverfahren
ohne Insolvenzverwalter. Anders als bei einer Regelinsolvenz soll das Unternehmen dem Unternehmer erhalten werden. „Ziel der Reform ist es, die Sanierungschancen in Deutschland zu verbessern, Schuldner und Gläubiger in den Sanierungsprozess gleichermaßen einzubeziehen, allen Beteiligten eine größere Planungssicherheit hinsichtlich des Verfahrensablaufs zu geben, sowie das Insolvenzplanverfahren zu fördern“, erklärt Robert Buchalik von der Düsseldorfer Rechts- und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp.

Nach Einführung des Gesetzes habe die Eigenverwaltung nach anfänglichen Schwierigkeiten große Zustimmung in der Wirtschaft gefunden, so Buchalik. 2016 seien von den 100 größten Insolvenzverfahren in Deutschland bereits knapp 70 Prozent Eigenverwaltungsverfahren gewesen. „Doch immer noch ziehen viele Unternehmer ein Regelinsolvenzverfahren vor, weil sie Irrtümern unterliegen“, sagt Robert Buchalik, der fünf wesentliche Fehleinschätzungen zurechtrückt.

Erster Irrtum: Bei einer Zahlungsunfähigkeit ist keine Eigenverwaltung möglich

Zweiter Irrtum: Die Eigenverwaltung ist kein Insolvenzverfahren

Dritter Irrtum: Im Regelinsolvenzverfahren bleibt das Unternehmen dem Unternehmer erhalten

Vierter Irrtum: Eigenverwaltungsverfahren sind teurer als Regelverfahren

Fünfter Irrtum: Eigenverwaltungsverfahren sind selten erfolgreich

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Buchalik Brömmekamp wieder mit Best of Consulting Award der Wirtschaftswoche für das Projekt Pfeiffer Reisen ausgezeichnet

  • Sanierung der Pfeiffer-Reisen in der Kategorie Restrukturierung Mittelstand mit „Exzellent“ bewertet

Düsseldorf, 22. November 2017. Bereits zum zweiten Mal ist die Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung mit dem Best of Consulting Award (BoC) der Wirtschaftswoche ausgezeichnet worden. Die Unternehmensberatung hatte sich mit der erfolgreichen Sanierung der Pfeiffer-Reisen aus Bad Zwischenahn in der Kategorie Restrukturierung beworben. Die fünfköpfige Fachjury vergab für das Sanierungsprojekt die Auszeichnung „Exzellent“. Für die Bewertung wurden externe Projektbeteiligte insbesondere von Pfeiffer Reisen sowie zehn weitere Referenzkunden von Buchalik Brömmekamp befragt. Buchalik Brömmekamp erhielt die Auszeichnung bereits im Vorjahr für das Projekt Wellemöbel. Zum achten Mal verlieh die Wirtschaftszeitung den BoC-Award an Deutschlands beste Unternehmensberater. Am gestrigen Dienstag feierten rund 180 Vertreter aus Industrie und Wissenschaft im Düsseldorfer Hyatt die Award-Gewinner.

Pfeiffer Reisen brachte die Insolvenz des Fernbusanbieter City2City fast unter die Räder. Geschäftsführer Stefan Pfeiffer hatte gut über eine Million Euro in neue Fahrzeuge investiert. Durch das Aus verlor er über Nacht einen monatlichen Umsatz von 150 000 Euro. Ein befreundeter Steuerberater hatte dem Unternehmer über die fast immer noch unbekannte Möglichkeit einer Sanierung unter Insolvenzschutz berichtet. In diesem Verfahren wird das Unternehmen operativ und finanziell restrukturiert und neu aufgestellt. „Es ist in existenzbedrohenden Krisensituationen häufig dann eine Handlungsalternative, wenn die Ursachen für die Schieflage durch strukturelle Anpassungen beseitigt werden können. Pfeiffer Reisen hat in dem Verfahren eine deutliche Lernkurve durchlaufen und nun gegenüber Wettbewerbern die Nase ein Stück weit vorn“, erinnert sich Bozidar Radner, Geschäftsführender Gesellschafter der Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung und projektbegleitender Partner.

Pfeiffer Reisen, das heute Primo Regio heißt, hat innerhalb von nur zwölf Monaten einen Turnaround im Ergebnis und Cash-Flow erreicht. Dazu strukturierte Pfeiffer zusammen mit den Beratern von Buchalik Brömmekamp sein Geschäftsmodell neu. Randaktivitäten wurden verkauft oder aufgeben und es wurden neue organisatorische Strukturen geschaffen. Durch die Sanierung unter Insolvenzschutz konnte zusätzliche Liquidität generiert, die Eigenkapitalquote deutlich verbessert und langfristige, belastende Dauerschuldverhältnisse kurzfristig beendet werden. Insgesamt wurden 47 konkrete Sanierungsmaßnahmen erarbeitet und bereits weitgehend umgesetzt. Fortschritte und Eintritt der erwarteten Ergebnisse wurden durch ein strukturiertes Umsetzungsmanagement kontinuierlich überwacht und bei Bedarf sind systematisch Gegensteuerungsmaßnahmen ergriffen worden.

Heute fokussiert sich Stefan Pfeiffer wieder auf das Kerngeschäft im Linien-, Fernbus- und Reisebusverkehr. Der Erfolg gibt ihm Recht. Ein Jahr nach der Aufhebung des Eigenverwaltungsverfahrens sind die Mitarbeiterzahl und der Umsatz wieder deutlich gestiegen. Zudem ist das Busunternehmen Primo Regio auch nach dem Insolvenzverfahren nach wie vor in der Hand der Unternehmerfamilie.

„Wir sind stolz auf die erneute Auszeichnung! Das zeigt einerseits die Kontinuität unserer Beratungsqualität und unterstreicht andererseits, dass eine nachhaltige Sanierung nur durch Anpassung der leistungswirtschaftlichen Faktoren und ein gutes Management möglich ist“, erklärte Bozidar Radner bei der Verleihung.

Effektive Wege aus der Unternehmenskrise nutzen / Robert Buchalik in der Lebensmittelzeitung

Das Gesetz zur „weiteren Erleichterung der Sanierung von  Unternehmen“ (ESUG) stellt ein effektives Verfahren zur Krisenbewältigung bereit. Die Regelungen sollen Unternehmer motivieren, eine Sanierung frühzeitig in Eigenregie zu beginnen.

Jedes Jahr beantragen in Deutschland deutlich mehr als 20 000 Unternehmen ein Insolvenzverfahren. Dabei wären Tausende insolvenzgefährdete Unternehmen zu retten, wenn sich  die Verantwortlichen rechtzeitig mit einer Sanierung unter
Insolvenzschutz auseinandersetzen würden.

Mit dem Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) wollte der Gesetzgeber die Stigmatisierung der Insolvenz überwinden und Unternehmen in einer Krisensituation den Weg ebnen, sich über eine Insolvenz zu sanieren. Darüber hinaus sollte der Gang durch die Insolvenz für Unternehmer berechenbar werden. Rund 1300 Unternehmer haben seither ein Eigenverwaltungsverfahren im Rahmen des ESUG genutzt. Das Potenzial ist jedoch fast dreimal so hoch. Hinderungsgrund bleibt weiterhin das Stigma der Insolvenz sowie mangelnde Kenntnis über die Möglichkeiten eines Eigenverwaltungsverfahrens. Daher zögert die überwiegende Zahl der Betroffenen zu lange, sich mit der Insolvenz als Sanierungschance zu beschäftigen.

Den kompletten Beitrag finden Sie hier

Sanierung statt Zerschlagung : Robert Buchalik beim RP-Wirtschaftsforum „Insolvenz und Sanierung“

Eine Insolvenz bedeutet in der Regel das Aus für die betroffenen Unternehmen – oder den Verkauf. Am Ende steht der Unternehmer, der seine Firma oft mit viel Einsatz und Herzblut aufgebaut hat, in den meisten Fällen mit leeren Händen da. Die Alternative zu diesem Szenario ist eine Sanierung unter Insolvenzschutz. Um diese Möglichkeit zu fördern, hat der Gesetzgeber im Herbst 2012 das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (kurz: ESUG) verabschiedet. Am 1. März 2012 ist das Gesetz in Kraft getreten. Wichtigster Punkt beim Eigenverwaltungsverfahren: Die bisherige Geschäftsführung bleibt im Amt. Es ist also ein Insolvenzverfahren ohne Insolvenzverwalter. Anders als bei einer Regelinsolvenz soll das Unternehmen dem Unternehmer erhalten werden. „Ziel der Reform ist es, die Sanierungschancen in Deutschland zu verbessern, Schuldner und Gläubiger in den Sanierungsprozess gleichermaßen einzubeziehen, allen Beteiligten eine größere Planungssicherheit hinsichtlich des Verfahrensablaufs zu geben,  sowie das Insolvenzplanverfahren zu fördern“, erklärt Robert Buchalik von der Düsseldorfer Rechts- und Unternehmensberatung Buchalik  Brömmekamp.

Nach Einführung des Gesetzes habe die Eigenverwaltung nach anfänglichen Schwierigkeiten große Zustimmung in der Wirtschaft gefunden, so Buchalik. Im vergangenen Jahr seien von den 100 größten Insolvenzverfahren in Deutschland bereits knapp 70 Prozent Eigenverwaltungsverfahren gewesen. „Doch immer noch ziehen viele Unternehmer ein Regelinsolvenzverfahren vor, weil sie Irrtümern unterliegen“, sagt Robert Buchalik, der fünf wesentliche Fehleinschätzungen zurechtrückt.

Die fünf Irrtümer lesen Sie hier

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