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Sanierungskonzept der Wellemöbel-Gruppe soll Mitte März vorgestellt werden

  • Wellemöbel will sich verstärkt als „Systemeinrichter“ positionieren

Bad Lippspringe. 20. Februar 2015. Die Wellemöbel-Gruppe will sich auf die Produktion von individuellen Kundenwünschen konzentrieren und sich vom unteren Preissegment weitestgehend verabschieden. „Das bisherige Geschäftsmodell der Wellemöbel wird den aktuellen Marktentwicklungen nicht mehr gerecht, deshalb werden wir unser zukünftiges Angebot konsequent an individuellen Kundenwünschen orientieren. Das Schlagwort ist hier Systemeinrichter. Wir wollen Problemlöser sein“, erklärt Geschäftsführer Volker Meurer zum Zwischenstand im derzeitigen Eigenverwaltungsverfahren. Zukünftig wird sich der Hersteller für Kastenmöbel stärker auf die bereits vorhandenen Systemmöbel fokussieren, neue Produkte in diesem Bereich entwickeln und unrentable Produkte aufgeben. Weitere Details wird das Sanierungskonzept aufzeigen, das in drei Wochen verabschiedet und zunächst dem Gläubigerausschuss und dann dem Betriebsrat, den Mitarbeitern, den Lieferanten und Kunden vorgestellt werden soll. „Wir liegen mit unserem Restrukturierungskurs voll im Zeitplan. Der Geschäftsbetrieb konnte im Verfahren stabilisiert werden, alle Kunden platzieren in gewohntem Umfang Aufträge und auch die Lieferanten beliefern Wellemöbel unverändert weiter“, ergänzt Volker Meurer.

Den positiven Trend bei Wellemöbel zeigte bereits die internationale Leitmesse imm cologne, die Mitte Januar in Köln stattfand und die der führende Indikator für die Konjunktur in der deutschen Möbelindustrie ist. Die bisherigen Rückmeldungen der Verbände und der Kunden waren auf und nach der Möbelmesse durchgehend positiv. Auf breiter Basis wurden der Auftritt der Wellemöbel und das umfangreiche neue Produktprogramm sehr gut aufgenommen. „Die Kunden halten Wellemöbel weiterhin ohne Ausnahme die Treue. Wir erhielten Aufträge und Absichtserklärungen von mehreren Millionen Euro. Insgesamt entsprach das Messeergebnis dem Auftragsvolumen der Vorjahre“, zeigt sich Volker Meurer mit dem Messeverlauf zufrieden.

Die verstärkten Vertriebsaktivitäten sind ein wesentlicher Bestandteil der heute schon umgesetzten Sanierungsmaßnahmen, die das nachhaltige, belastbare und kurz vor dem Abschluss stehende Sanierungskonzept aufzeigen wird. Ziel und Grundsatz des Konzeptes ist es, die Wellemöbel-Gruppe langfristig rendite- und wettbewerbsfähig aufzustellen. „Dazu wird das komplette Unternehmen mit seinen Prozessen beginnend im Angebotsportfolio, über den Einkauf, die Produktion und Logistik bis hin zum Vertrieb durchleuchtet, um Kostenreduzierungen aufzuzeigen und Optimierungspotenziale aufzudecken“, erklärt Sanierungsgeschäftsführer Dr. Jasper Stahlschmidt. Das Sanierungskonzept, das mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp entwickelt wird, soll Mitte März vorgestellt werden. Nach der Endabstimmung des Konzeptes geht Dr. Stahlschmidt davon aus, dass das Insolvenzverfahren Ende März eröffnet wird. Das komplette Sanierungsverfahren soll im Juli/August 2015 beendet sein.

Die Gesellschaften Wellemöbel GmbH, Howelpa Logistik GmbH und MF Bad Lippspringe GmbH stellten Ende November 2014 einen Antrag auf Einleitung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens. Das Amtsgericht hat den Anträgen stattgegeben und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Der sanierungserfahrene Fachanwalt für Insolvenzrecht Stefan Meyer aus Lübbecke wurde vom Amtsgericht Paderborn zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Der vorläufige Sachwalter und seine Mitarbeiter begleiten den Restrukturierungsprozess seither in enger Abstimmung mit dem vorläufigen Gläubigerausschuss. „Das Unternehmen bewegt sich in einem sehr schwierigen Marktumfeld, so dass der Restrukturierungsprozess höchst anspruchsvoll ist. Die Sanierung ist inhaltlich und zeitlich auf einem guten Weg, so dass ich optimistisch bin, dass der Prozess und das Eigenverwaltungsverfahrens erfolgreich abgeschlossen werden können“, erklärt der vorläufige Sachwalter Rechtsanwalt Stefan Meyer.

Mit der Eigenverwaltung nutzt Wellemöbel die seit dem 1. März 2012 geltenden Möglichkeiten einer Sanierung unter Insolvenzschutz. Es handelt sich dabei nicht um eine Insolvenz im klassischen Sinn, sondern um ein Sanierungsverfahren mit dem obersten Ziel der Unternehmensfortführung, deshalb wird Wellemöbel weiterhin von der bisherigen Geschäftsleitung um Volker Meurer, Waldemar Bauer und Anna Sommermeyer-Rickert operativ verantwortet. Zusätzlich führt der Restrukturierungsexperte Dr. Jasper Stahlschmidt von der Kanzlei Buchalik Brömmekamp als Mitgeschäftsführer die Wellemöbel durch das Verfahren.

Wellemöbel stellt Schlaf-, Büro-, Jugend- und Babyzimmermöbel her und zählt zu den Marktführern in Deutschland. Die Unternehmensgruppe produziert an den drei Standorten Bad Lippspringe, Detmold und Alsfeld und beschäftigt rund 930 Mitarbeiter. Das Logistikunternehmen Howelpa, das den Möbelfachhandel beliefert, hat seinen Sitz in Paderborn.

Buchalik Brömmekamp erweitert Team „Operative Restrukturierung“

  • Jasper Stahlschmidt wird dritter Partner der Wirtschaftskanzlei

Düsseldorf. 19. Februar 2015. Die auf die Sanierung von Unternehmen spezialisierte Wirtschaftskanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp hat ihr Team für die „Operative Restrukturierung“ von Unternehmen deutlich erweitert. Damit trägt der Marktführer in der Beratung bei Planinsolvenz in Eigenverwaltung dem Umstand Rechnung, dass gerade in der Eigenverwaltung neben der bilanziellen Sanierung insbesondere die operative Sanierung angegangen werden muss. Darüber hinaus verstärkt die Wirtschaftskanzlei das Führungsteam. Neben den Namensgebern und langjährigen Partnern Robert Buchalik und Dr. Utz Brömmekamp wird Dr. Jasper Stahlschmidt als dritter Partner den weiteren Ausbau des Geschäfts mitgestalten.

„Mit der Verstärkung und dem Ausbau des Teams der Unternehmensberatung vollziehen wir den konsequenten Schritt, die operative Sanierung noch intensiver in der Umsetzung zu begleiten. Wir können die Sanierung außergerichtlich und im Rahmen eines Insolvenzverfahrens durchführen. Weiterhin erfordert die Eigenverwaltung nicht nur im Insolvenzrecht, sondern auch in den operativen Unternehmensprozessen eine hohe Kompetenz, um Folgeinsolvenzen zu vermeiden“, erklärt Robert Buchalik den Ausbau. Mit Dr. Dirk Dümpelmann und Kurt Bühler verstärkten im vergangenen Jahr bereits zwei Produktionsexperten des Konsumgüter-Konzerns Procter & Gamble das Team. In diesem Jahr ergänzt mit Romeo Heinert ein ehemaliger IBM-Fachmann als IT-Experte die Beratungsgesellschaft.

Operative Unternehmensprozesse vermehrt ins Visier nehmen

Buchalik Brömmekamp beschäftigt derzeit ein Team von rund 20 Betriebswirten und Wirtschaftsingenieuren, die oft aus Linienfunktionen kommen. Nicht selten übernehmen die Berater neben Organfunktionen im Krisenunternehmen interimistisch die Verantwortung für Teile der Wertschöpfungskette, angefangen von der Einkaufs-, über die Produktionsleitung bis in die Qualitätssicherung und den IT-Bereich. „Mit diesem Angebot sind wir Vorreiter im Markt, denn wir arbeiten auch in der Insolvenz ganz nah am Produkt und der Produktion des Kunden. Damit sind wir in der Lage, stark praxis- und umsetzungsorientierte IDW S6-Gutachten und Sanierungskonzepte nicht nur zu erstellen, sondern auch vor Ort mit linienerfahrenen Mitarbeitern umzusetzen“, so Bozidar Radner, Geschäftsführer der Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung.

Insbesondere in der Baubranche will Buchalik Brömmekamp sein Leistungsspektrum ausdehnen und kooperiert dazu mit dem BWI-Bau GmbH – Institut der Bauwirtschaft. Damit steht einem Bauunternehmen in der Krisensituation erstmals das Know-how über die Sanierung unter Insolvenzschutz und über die spezifischen Branchenthemen gebündelt zur Verfügung. BWI Bau und Buchalik Brömmekamp bieten rechtliche, betriebswirtschaftliche und operative Restrukturierungslösungen für die Baubranche an, die aufeinander abgestimmt sind.

Stahlschmidt verstärkt Führungsteam

Seit Januar 2015 verstärkt Dr. Jasper Stahlschmidt das Führungsgremium der Kanzlei und wird sich verstärkt um den Ausbau des Bereiches der ESUG-Verfahren widmen. Dr. Jasper Stahlschmidt, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenzrecht, verfügt über langjährige Erfahrungen in der Sanierung von mittelständischen Unternehmen. Insbesondere als Sanierungsgeschäftsführer (CRO) vertrauen Mandanten auf seine rechtliche Expertise. Derzeit übernimmt er die Funktion des Chief Restructuring Officers (CRO) der Wellemöbel-Gruppe in Bad Lippspringe mit rund 900 Mitarbeitern. Dr. Stahlschmidt ist seit 2012 bei Buchalik Brömmekamp beschäftigt und war vor dieser Tätigkeit langjährig als bestellter Insolvenzverwalter tätig.

Industrie + Werbedruck Westphal beantragt Eigenverwaltung – CRO von Buchalik Brömmekamp

  • Geschäftsbetrieb läuft unverändert weiter

Erkrath. 18. Februar 2015. Die Industrie + Werbedruck Westphal GmbH hat beim Amtsgericht Wuppertal einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht hat dem Antrag entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Damit kann Geschäftsführer Thomas Fischer das Sanierungsverfahren selbstständig durchführen. Das Verfahren wird durch Volker Schreck als Sanierungsgeschäftsführer begleitet. Schreck kommt von dem auf Sanierung spezialisierten Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp. Darüber hinaus bestellte das Amtsgericht Rechtsanwalt Johannes Koepsell von der Kanzlei GKS Rechtsanwälte aus Wuppertal zum vorläufigen Sachwalter. Der Sachwalter hat hauptsächlich die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen und die Geschäftsführung zu überwachen. Die rund 60 Mitarbeiter sind heute in einer Betriebsversammlung über das Verfahren informiert worden. Im Verfahren sollen alle Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Hintergrund der wirtschaftlichen Schieflage ist der Weggang eines Großkunden, der aufgrund einer Neuaufstellung die Aufträge zentralisierte. „Wir werden nun in einem Sanierungskonzept aufzeigen, wie das Unternehmen entschuldet werden kann. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir den Turnaround schaffen werden, da die Produkte innovativ sind und die Kunden zu dem Unternehmen stehen“, erklärt Volker Schreck. Die Geschäftsführung wird nun unverzüglich die Gespräche mit den Beteiligten aufnehmen. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind für die nächsten drei Monate durch das Insolvenzgeld gesichert. „Der Geschäftsbetrieb der Druckerei läuft unverändert weiter. Wir werden die aktuellen und die künftigen Kundenaufträge reibungslos bearbeiten“, erklärt Geschäftsführer Thomas Fischer.

Hiernach wurde gesucht:

  • druckerei westphal

Buchalik Brömmekamp und BWI-Bau kooperieren in Eigenverwaltungsverfahren

  • Bündellung von Branchen-Know-how und Insolvenzrecht für Unternehmen der Bauwirtschaft

Düsseldorf. 12. Januar 2015. Die auf die Sanierung von Unternehmen spezialisierte Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp und die BWI-Bau GmbH – Institut der Bauwirtschaft werden bei Eigenverwaltungsverfahren in der Baubranche noch enger kooperieren. Damit steht einem Bauunternehmen in der Krisensituation erstmals das Know-how über die Sanierung unter Insolvenzschutz und über die spezifischen Branchenthemen gebündelt zur Verfügung. Die Partner bieten rechtliche, betriebswirtschaftliche und operative Restrukturierungslösungen für die Baubranche an, die aufeinander abgestimmt sind.

„Die Zusammenarbeit ist ein Gewinn insbesondere für die Unternehmen. Denn ein Insolvenzplanverfahren in der Baubranche ist sehr komplex und ambitioniert. Wir bringen unsere vielfältige Kompetenz in der Sanierung von Unternehmen ein. Umgekehrt ist das BWI-Bau ein idealer Partner für alle baubetrieblichen und baubetriebswirtschaftlichen Themenstellungen“, so Robert Buchalik, Partner der Buchalik Brömmekamp.

Schon jetzt hat sich die Zusammenarbeit zwischen der Anwaltskanzlei Buchalik Brömmekamp und BWI-Bau bewährt. Gemeinsam wurde z. B. das Bauunternehmen Friedrich Rempke aus Hagen erfolgreich durch ein Eigenverwaltungsverfahren geführt. Derzeit beraten beide das Bauunternehmen Müsse (Erndtebrück) und die Kurth Tiefbau (Odenthal) jeweils in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

Das BWI-Bau ist auf die Besonderheiten der mittelständisch geprägten Bauwirtschaft spezialisiert. Die Berater des BWI-Bau verfügen über die notwendige Fach-, Branchen- und Methodenkompetenz, so dass Bauunternehmen dezidierte und verlässliche Dienstleistungen angeboten werden können. Gerade im Hinblick auf die aus dem Projektgeschäft resultierenden baubetrieblichen, baubetriebswirtschaftlichen und baurechtlichen Besonderheiten ist dies eine unbedingte Erfolgsvoraussetzung für eine branchenkompetente Beratung.

„Das gilt gerade in Krisensituationen, wenn es darum geht, die Ursachen für wirtschaftliche Fehlentwicklungen zu erkennen und die notwendigen Strategien und Maßnahmen zur nachhaltigen Restrukturierung und wirtschaftlichen Stabilisierung zu suchen“, erklärt Institutsleiter Prof. Dr. Ralf-Peter Oepen. So konzentriert sich das BWI-Bau im Zuge der strategischen Kooperation mit der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp auf die Beratungsdienstleistungen aus baubetrieblicher und baubetriebswirtschaftlicher Sicht und erstellt zusammen mit den betriebswirtschaftlichen Experten der Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung, die vor allem methodische und insolvenzspezifische Expertise einbringen, das operative Sanierungskonzept. Das BWI-Bau begleitet zudem das zu sanierende Unternehmen im Zuge der operativen Umsetzung des Sanierungskonzeptes,

Buchalik Brömmekamp wird in der Kooperation neben der Übernahme der besonderen betriebswirtschaftlichen Aspekte einer Insolvenz, die Unternehmen in rechtlichen Fragen beraten sowie die Sanierung der Krisenunternehmen maßgeblich gestalten. Dazu gehört die Vorbereitung der Antragstellung auf Eigenverwaltung, die Verhandlungen mit den Gläubigern, die Erstellung des Insolvenzplanes sowie die Durchführung der Sanierungsmaßnahmen. Buchalik Brömmekamp hat bisher 50 Unternehmen nach dem neuen Gesetz (ESUG) beraten und die entsprechenden Verfahren erfolgreich durchgeführt.

Buchalik Brömmekamp und das BWI-Bau werden auf der Baumesse (19.-24. Januar 2015) in München ihre Kooperation erstmalig vorstellen. Beide Unternehmen sind auf dem Messestand Halle C3/Stand 311 vertreten.

Über Buchalik Brömmekamp:

 

Als Beratungsgesellschaft für Restrukturierung und Sanierung ist Buchalik Brömmekamp darauf spezialisiert, mittelständische Unternehmen innerhalb und außerhalb der Krise auf Erfolgskurs zu bringen. Leistungen der Buchalik Brömmekamp werden durch eine Rechtsanwalts- und Steuerberaterkanzlei sowie einer Unternehmensberatung angeboten. Interdisziplinär arbeiten Betriebswirte, Ingenieure und Juristen zusammen und bieten ein breites Spektrum an Dienstleistungen für mittelständische Unternehmen, Fremd- und Eigenkapitalgeber sowie Insolvenzverwalter. Buchalik Brömmekamp entwickelt ganzheitliche und nachhaltige Lösungen, die rechtlich, steuerrechtlich sowie betriebs- und finanzwirtschaftlich aufeinander abgestimmt sind und setzt diese in Restrukturierungs- und Sanierungsprojekten um. Buchalik Brömmekamp hat bisher 50 Unternehmen nach dem neuen Gesetz beraten und die entsprechenden Verfahren erfolgreich durchgeführt.

Kontakt Buchalik Brömmekamp: Robert Buchalik, Tel. +49 211 828977-200, E-Mail:

Über BWI-Bau GmbH – Institut der Bauwirtschaft

Das BWI-Bau wurde 1964 als Tochterunternehmen des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen gegründet, um im Dreiklang von „Beratung – Weiterbildung – Information“ Dienstleistungen für Bauunternehmen zu erarbeiten und den Transfer in die Unternehmen zu unterstützen. Heute ist das BWI-Bau der bundesweit anerkannte und bewährte Ansprechpartner für Bauunternehmen und ihre vielfältigen Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette Bau. Seine Kompetenzvorteile schöpft das BWI-Bau aus unserer umfassenden Branchenkenntnis und aus einer breiten Vernetzung sowohl innerhalb der deutschen Bauverbände als auch mit zahlreichen externen Arbeits- und Kooperationspartnern. Die Kunden des BWI-Bau profitieren von der bundesweit einzigartigen Ausprägung der Leistungsfelder. Das BWI-Bau verknüpft integrativ Beratungsleistungen, Weiterbildungsangebote und Informationsdienste und kann so die Wertschöpfungsprozesse in den Bauunternehmen zielgerichtet und zukunftsorientiert unterstützen und voranbringen.

Kontakt: Prof. Dr. Ralf-Peter Oepen, Tel.: + 49 211 6703 -275, E-MailR.Oepen@BWI-Bau.de

Wellemöbel setzt Sanierungsweg durch Eigenverwaltung fort

  • Geschäftsbetrieb läuft vollumfänglich weiter – Produktion und Lieferfähigkeit weiterhin gesichert

 

Bad Lippspringe. 26. November 2014. Wellemöbel will seine bisherigen Sanierungsaktivitäten beschleunigen und hat dazu beim Amtsgericht Paderborn für die Gesellschaften Wellemöbel GmbH, Howelpa Logistik GmbH und MF Bad Lippspringe GmbH einen Antrag auf Einleitung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens gestellt. Das Amtsgericht hat den Anträgen stattgegeben und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Der Fachanwalt für Insolvenzrecht Stefan Meyer aus Lübbecke wurde zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Wellemöbel wird in dem Verfahren von der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf beraten, die in der Region unter anderem die Blanke Textech (Bielefeld) und F. &. K. Trailer Service (Rheda-Wiedenbrück) erfolgreich durch ein Eigenverwaltungsverfahren begleitet haben.

Mit der Eigenverwaltung nutzt Wellemöbel die seit dem 1. März 2012 geltenden Möglichkeiten einer Sanierung unter Insolvenzschutz. Es handelt sich dabei nicht um eine Insolvenz im klassischen Sinn sondern um ein Sanierungsverfahren mit dem obersten Ziel der Unternehmensfortführung, deshalb wird Wellemöbel weiterhin von der bisherigen Geschäftsleitung um Volker Meurer, Waldemar Bauer und Anna Sommermeyer-Rickert geleitet. Zusätzlich führt der Restrukturierungsexperte Dr. Jasper Stahlschmidt von der Kanzlei Buchalik Brömmekamp als Mitgeschäftsführer die Wellemöbel durch das Verfahren.

Derzeit leidet die gesamte Möbelbranche unter einem deutlichen Umsatzrückgang, da neue Möbel beim Verbraucher nicht mehr im Fokus stehen. Weiterhin muss die deutsche Möbelindustrie immer mehr Wettbewerbsanteile an polnische Lieferanten abgeben. Diese greifen aufgrund niedriger Herstellungspreise den deutschen Markt an, da sie von Lohnkostenvorteilen und Steuerentlastungen in Polen profitieren. Darüber hinaus subventioniert die EU im Nachbarland Investitionen in Immobilien und Maschinen mit über 70 Prozent. „Deshalb werden wir den eingeschlagenen Weg der Restrukturierung forcieren. Wir sind gezwungen, die Kosten an die gesunkenen Umsätze anzupassen, um wieder wettbewerbsfähig am Markt agieren zu können“, erklärt Geschäftsführer Volker Meurer. Mit der Anpassung will sich das Unternehmen zudem stärker an den individuellen Kundenwünschen ausrichten. „Der Trend in der Produktion geht weg von der reinen Massenfertigung hin zur individuellen Einzelfertigung nach Kundenbestellung. Zur effizienten Fertigung benötigen wir eine sehr flexible Produktion und eine höhere Automatisierung in den Unternehmensprozessen“, beschreibt Meurer die Neuausrichtung.

In den nächsten Wochen wird das Unternehmen zusammen mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp einen Sanierungsplan erarbeiten, in dem die Entschuldung und nachhaltige Fortführung des Unternehmens aufgezeigt wird. Dem Plan müssen die Gläubiger zustimmen. Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens wird während des Eigenverwaltungsverfahrens vollumfänglich fortgeführt. Die Produktion und Lieferfähigkeit sind umfassend gesichert. „Die Eigenverwaltung ist der richtige Weg für das Unternehmen, um die Sanierung im Interesse aller Beteiligten schnell und erfolgreich umzusetzen. Wir gehen davon aus, dass das Verfahren bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen ist“, erklärt Sanierungsexperte Dr. Jasper Stahlschmidt. Die Gesellschafter, die bisher die Restrukturierungsmaßnahmen engagiert und mit erheblichen finanziellen Mitteln begleitet haben, haben zugesichert, dass sie den Weg der Restrukturierung fortsetzen werden, um so die nachhaltige Sanierung der Gruppe sicher zu stellen.

Wellemöbel stellt Schlaf-, Büro-, Jugend- und Babyzimmermöbel her und zählt zu den Marktführern in Deutschland. Die Unternehmensgruppe produziert an den drei Standorten Bad Lippspringe, Detmold und Alsfeld und beschäftigt rund 930 Mitarbeiter. Das Logistikunternehmen Howelpa, das den Möbelfachhandel beliefert, hat seinen Sitz in Paderborn. Die Mitarbeiter sind in einer Betriebsversammlung über den Antrag informiert worden. Die Löhne und Gehälter sind für die nächsten drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert. „Sowohl die Lieferanten als auch die Kunden haben ihre Bereitschaft zu einer weiteren Zusammenarbeit signalisiert. Aus den Betriebsversammlungen wurde mir von einer hohen Mitarbeitermotivation berichtet“, zeigt sich auch Sachwalter Stefan Meyer zuversichtlich für eine Unternehmensfortführung. Der Rechtsanwalt hatte sich nach der Antragsstellung des Unternehmens vor Ort einen ersten Überblick verschafft.

 

Hintergrund: Was ist eine Eigenverwaltung

In der seit dem 1. März 2012 reformierten Eigenverwaltung durch das ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen) bleibt die Geschäftsführung weiterhin im Amt und kann die Geschicke des Unternehmens weiter lenken. Die Geschäftsführung übernimmt dabei die meisten Aufgaben, die bislang von einem Insolvenzverwalter wahrgenommen wurden. Anstelle eines Insolvenzverwalters wird ein Sachwalter bestellt. Der Sachwalter hat hauptsächlich die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen und die Geschäftsführung zu überwachen. Im Einvernehmen mit den Gläubigern, dem vorläufigen Sachwalter und dem Insolvenzgericht will das Verfahren die Fortführung eines Unternehmens unter dem Schutz der Insolvenzordnung ermöglichen. Ziel des Verfahrens ist es, dem Unternehmen den bisherigen Gesellschafterkreis zu erhalten und es nicht zu zerschlagen. Deshalb soll das Unternehmen auch nicht verkauft (asset deal), sondern über einen Insolvenzplan entschuldet werden. Die Passivseite der Bilanz wird durch Gläubigerverzichte deutlich gestärkt. Am Ende des Verfahrens hat sich die Eigenkapitalquote meist erheblich verbessert. Aus verschiedenen Quellen, insbesondere Insolvenzgeld und Umsatzsteuer, wird so viel Liquidität generiert, dass eine Liquiditätszufuhr von außen nicht mehr erforderlich ist. Die Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Beendigung unrentabler Vertragsverhältnisse oder langlaufender Dauerschuldverhältnisse, aber auch ein notwendiger Personalabbau sind deutlich schneller und wesentlich kostengünstiger möglich. Dadurch wird die Liquidität geschont und das Ergebnis erheblich verbessert. In aller Regel geht das Unternehmen deutlich gestärkt aus diesem Verfahren hervor und erreicht wieder eine nachhaltige Markt- und Wettbewerbsfähigkeit.

 

Über Wellemöbel GmbH

Die Wellemöbel GmbH stellt Schlaf-, Büro-, Jugend- und Babyzimmermöbel her und zählt zu den Marktführern in Deutschland. Die Ursprünge der Wellemöbel gehen auf das Jahr 1896 zurück. 2004 ist das nun bestehende Unternehmen aus der Insolvenz der Welle Möbel GmbH hervorgegangen. An den drei Standorten Bad Lippspringe, Detmold und Alsfeld sind rund 930 Mitarbeiter tätig, die einen Umsatz von 100 Millionen Euro (Stand 2013) erwirtschaften. Wellemöbel werden in rund 30 Länder weltweit verkauft.

Jung, Boucke saniert sich über Eigenverwaltung

  • Arbeitsplätze bleiben erhalten

Halver, 2. September 2014. Die Jung, Boucke GmbH & Co., Halver, will sich durch ein Eigenverwaltungsverfahren sanieren. Das Amtsgericht Hagen hat den entsprechenden Anträgen des Automobilzulieferers entsprochen und eine vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. In der Eigenverwaltung bleibt Geschäftsführer Hans Ulrich Volz weiterhin im Amt und kann die Geschicke des Unternehmens unter Aufsicht des Gerichtes und eines Sachwalters weiter lenken. Als Sachwalter bestellte das Hagener Amtsgericht den Bochumer Rechtsanwalt Dr. Markus Wischemeyer (Kanzlei White & Case Insolvenz GbR). Weiterhin wird Wirtschaftsjurist Nils Averbeck (Kanzlei Buchalik Brömmekamp) als Restrukturierungsgeschäftsführer die Unternehmensleitung unterstützen. Während des Verfahrens läuft die Produktion und Logistik unvermindert weiter. Jung, Boucke beliefert schwerpunktmäßig Kunden aus der Automobilindustrie und dem Anlagenbau. Das Unternehmen wird nun in den nächsten Wochen mit der auf Sanierung spezialisierten Kanzlei Buchalik Brömmekamp ein tragfähiges Konzept erarbeiten, in dem die Maßnahmen zur Fortführung des Unternehmens dargestellt sind. Dem Konzept müssen dann die Gläubiger zustimmen, später wird es vom Amtsgericht bestätigt. Im Rahmen einer Betriebsversammlung wurden die 215 Mitarbeiter über die aktuelle Entwicklung informiert. Löhne und Gehälter sind in den ersten drei Monaten des Verfahrens über das Insolvenzgeld abgesichert. Ein Arbeitsplatzabbau ist derzeit nicht geplant. Insbesondere die politische Krise zwischen Russland und der Ukraine sowie der wirtschaftliche Abschwung in Brasilien haben zu einem unerwarteten Umsatzrückgang geführt. „Die Aufträge aus diesen Ländern wurden zwar bei uns platziert, jedoch sind sie aufgrund der Krisen weit nach hinten verschoben worden“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Hans Ulrich Volz die Situation. Zudem belasten die Rückführungsquoten aus dem Insolvenzverfahren in 2011 das Unternehmen. „Die Zahlungen wurden sehr optimistisch geplant, damit wir die Gläubiger schnell befriedigen konnten. Aus heutiger Sicht fehlt uns diese Liquidität, um in notwendige Maschinen und Materialien investieren zu können“, ergänzt Volz. Mit dem Eigenverwaltungsverfahren nutzt Jung, Boucke eine neue Möglichkeit der Insolvenzordnung, die erst seit 2012 genutzt werden kann. Das Unternehmen habe sich letztlich für die Eigenverwaltung entschieden, weil das Verfahren die besten Instrumente biete, die eingeleitete Sanierung im Interesse aller Stakeholder schnell und erfolgreich umzusetzen. „Damit können wir Jung, Boucke wieder auf wirtschaftlich gesunde Füße stellen“, so Volz. Auch Sachwalter Dr. Markus Wischemeyer hat sich im Unternehmen einen Überblick verschafft: „Ich bin zuversichtlich, dass Jung, Boucke die Sanierung unter Insolvenzschutz erfolgreich durchführt und somit weiter bestehen bleibt. Die vollen Auftragsbücher unterstützen meinen Eindruck.“

www.insolvenzanfechtung-buchalik.de zeigt Vermeidung von Anfechtungsansprüchen

  • Zwei Drittel aller Unternehmen sind von Insolvenzanfechtungen betroffen

Düsseldorf, 18. August 2014. Zwei Drittel aller Unternehmen erhalten jedes Jahr eine Aufforderung eines Insolvenzverwalters, in der vorinsolvenzlich geleistete Zahlungen eines Vertragspartners zurückgefordert („angefochten“) werden. Betroffen sind vor allem Lieferanten, Dienstleister und Vermieter, deren Vertragspartner in die Insolvenz geraten sind. Die Anfechtung erfolgt selbst dann, wenn sie einen Anspruch auf die Zahlung hatten. In der Regel werden ganz erhebliche Beträge zurückgefordert, denn die Verwalter verlangen von den Unternehmern Zahlungen zurück, die sie in einem Zeitraum von bis zu zehn Jahren vor der Insolvenz des bisherigen Vertragspartners von diesem erhalten haben.

Nach einer Umfrage der deutschen Credit-Manager beträgt die Anfechtungssumme in 40 Prozent der Fälle mehr als 100.000 Euro. Viele dieser Zahlungsaufforderungen sind jedoch nicht berechtigt. Auf der neuen Internetseite www.insolvenzanfechtung-buchalik.de erhalten Unternehmer, insbesondere Lieferanten, aber auch Vermieter sowie Banken und Sparkassen Hinweise, wie sie sich bei Zahlungsaufforderungen eines Insolvenzverwalters verhalten sollten. Darüber hinaus werden aktuelle Entwicklungen in der Rechtsprechung aufgegriffen sowie wertvolle Tipps zur Minimierung von Anfechtungsrisiken beispielsweise beim Abschluss von Stundungs- und Ratenzahlungsvereinbarungen gegeben.

„Keinesfalls sollte dem Anfechtungsbegehren eines Insolvenzverwalters ohne Weiteres nachgegeben werden. Solche Ansprüche werden allzu häufig ohne hinreichende Begründung und Betrachtung des Einzelfalls geltend gemacht“, weiß Anfechtungsrechtsexperte Dr. Olaf Hiebert von der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp. Viele Unternehmen machen es dem Insolvenzverwalter allerdings durch ungeschickte Kommunikation im Rahmen des Forderungsmanagements oder der späteren Forderungsanmeldung sehr leicht. Dabei können Unternehmer bereits im Vorfeld das Risiko solcher Ansprüche deutlich minimieren. „Häufig räumen Geschäftspartner zur Überbrückung einer Krise Ratenzahlungen ein. Angesichts der derzeitigen Rechtsprechung sollten Ratenzahlungsvereinbarungen nur geschlossen werden, wenn man positive Kenntnis von der Zahlungsfähigkeit des Schuldners hat. Eine Prüfung der Finanzzahlen sollten Experten vornehmen und dokumentieren. Sich darauf zu berufen, man habe die wirtschaftlichen Verhältnisse des Schuldners nicht gekannt, ist derzeit sehr riskant“, erklärt Rechtsanwalt Dr. Hiebert. Weitere Hinweise sind auf www.insolvenzanfechtung-buchalik.de nachzulesen.

Bundesverband der ESUG-Berater gegründet – Robert Buchalik führt Beraterverband

  • Aufklärungsarbeit für die Sanierung unter Insolvenzschutz
  • Hohe Qualifizierung der Berater steht im Vordergrund

Düsseldorf, 12.06.2014 – Zwei Jahre nach Inkrafttreten des ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen) sind die Sanierungsmöglichkeiten unter Insolvenzschutz erst bei 40 Prozent des deutschen Mittelstandes bekannt. Zudem weist die hohe Anzahl an gerichtlicher Zurückweisung schlecht vorbereiteter Anträge bei Schutzschirm- und vorläufigen Eigenverwaltungsverfahren auf massive Beratungsdefizite hin. Die Beratungsbranche will das ändern und hat den Bundesverband der ESUG-Berater Deutschland e.V. (BV-ESUG) ins Leben gerufen. Auf dem 3. Deutschen Gläubigerkongress in Köln stellte der Vorstand Robert Buchalik (Buchalik Brömmekamp), Johannes Koepsell (GKS Rechtsanwälte) und Lennart Koch (taskforce AG) die neue Interessenvertretung vor. „Wir verstehen uns als Schnittstelle zwischen Sanierungs- und Insolvenzberatung und wollen eine Kultur der zweiten Chance für Unternehmer, insbesondere durch den Weg einer Sanierung unter Insolvenzschutz, schaffen. Die Sanierung unter Insolvenzschutz soll insbesondere kleineren und mittleren Unternehmen sowie wirtschaftlich Selbständigen eröffnet werden, so der Vorstandsvorsitzende Robert Buchalik.

Die Mitglieder des BV-ESUG bieten ein deutschlandweites Angebot spezieller Informationen und Beratungsleistungen zu den Themen vorläufige Eigenverwaltung, Schutzschirmverfahren, Eigenverwaltung und Insolvenzplan. Dabei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, bei dem die betriebs- und finanzwirtschaftliche Sanierung gleichermaßen zur Sanierung der Passivseite der Bilanz im Fokus stehen. Um die Beratung bei der Verfahrensbegleitung deutlich professioneller auszugestalten, hat der BV ESUG hohe Hürden für einen Zugang zum Verband gesetzt. So muss die langjährige berufliche Qualifikation in der Restrukturierungsberatung nachgewiesen werden und die Prüfung zum ESUG-Berater erfolgreich abgeschlossen sein. Eine fortlaufende Weiterbildung zu betriebswirtschaftlichen und insolvenzrechtlichen Themen, die auch vom Verband angeboten werden, ist verpflichtend.

Ziel des BV ESUG-Netzwerkes ist es, markt- und wettbewerbsfähige Unternehmen, die in die Krise geraten sind, nachhaltig zu sanieren, eine hohe Gläubigerbefriedigung zu sichern und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Dazu ist ein intensiver Dialog mit allen Verfahrensbeteiligten erforderlich. „Wir sind auf einem guten Weg zu einem sanierungsfreundlichen Insolvenzrecht. Dennoch erfordert es bei einigen Beteiligten einen Perspektivwechsel und eine noch stärkere Zusammenarbeit zwischen Schuldnern, Richtern, Verwaltern, Gläubigern und Beratern“, erklärt Robert Buchalik. Unterstützung erhält der Bundesverband durch den Beirat, der mit Prof. Dr. Hans Haarmeyer (DIAI), Eva Fromm (National-Bank), Prof. Achim Albrecht (Westfälische Hochschule), Dr. Hubert Ampferl (Beck & Partner) und Udo Dötsch (Sparkasse Duisburg) besetzt ist, und damit ein enges Netzwerk zu den weiteren, am Insolvenzverfahren Beteiligten schafft.

Der BV-ESUG will darüber hinaus Sprachrohr für die zentralen Themen der Insolvenzberatung sein und Einfluss auf anstehende Gesetzesänderungen zum Insolvenzrecht durch Fachbeiträge und Stellungnahmen nehmen. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Auf- und Ausbau eines eigenständigen Restrukturierungsverfahrens im Rahmen der bisherigen Eigenverwaltungsverfahren, aber auch eines vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahrens. Darüber hinaus wird sich der Verband für die verfahrensrechtliche Stärkung der Gläubiger- und Schuldnerinteressen und die Förderung der Planinsolvenz in Eigenverwaltung einsetzen.

Weitere Informationen:

Bundesverband der ESUG-Berater Deutschland
http://bv-esug.de/

Vorstand: Robert Buchalik, , Tel.: 0211 / 82 89 77 110

Mittelstand will in der Krise vermehrt Sanierung unter Insolvenzschutz einsetzen

  • ESUG zeigt deutlich positive Wirkungen in der Wirtschaft

 

Düsseldorf, 15. Mai 2014. Drei von vier Unternehmen sehen die neuen Möglichkeiten des Eigenverwaltungs- und Schutzschirmverfahrens als eine wichtige Hilfe bei der Krisenbewältigung. Darüber hinaus wollen 40 Prozent der Unternehmen in einer wirtschaftlichen Schieflage eine Sanierung unter Insolvenzschutz nutzen. Zu diesem überraschend positiven Ergebnis kam die Frühjahrsbefragung 2014 der Creditreform, des Deutschen Instituts für angewandtes Insolvenzrecht (DIAI) und des Bundesverbandes der ESUG Berater Deutschland (BV ESUG), an der sich knapp 4.000 Unternehmen beteiligt haben. „Dass so viele Unternehmen das neue Recht so positiv angenommen haben, hat uns überrascht, das hatten wir in dieser Signifikanz nicht erwartet“, erklärt Michael Bretz, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung.

Massive branchenbezogene Informationsunterschiede

Nach Ansicht von Prof. Dr. Hans Haarmeyer, Leitender Direktor des DIAI, würde die Akzeptanz für die reformierten Insolvenzverfahren noch deutlicher steigen, wenn die Unternehmen besser über das neue Recht informiert wären. „Zwei Jahre nach Inkrafttreten des ESUG ist das neue Recht bei 61 Prozent der befragten Unternehmen nicht bekannt“, so Haarmeyer, „das ist sehr bedenklich, denn im Gegensatz zum Regelinsolvenzverfahren können durch das ESUG mehr Arbeitsplätze und marktfähige Unternehmen gerettet werden.“ Signifikant dabei sind die enormen Informationsunterschiede in den verschiedenen Wirtschaftsbranchen. Während in der Chemiebranche mehr als 60 Prozent der Unternehmen über das neue Recht informiert sind, kennen nur 17 Prozent der Feinmechanik/Optik-Unternehmen das ESUG. „Hier haben die Branchenverbände und die Politik“, so Robert Buchalik, Vorstandsvorsitzender des BV ESUG und Partner der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp, „noch mehr Aufklärungsarbeit und damit einen wichtigen Beitrag zur Entstigmatisierung der Insolvenz zu leisten“.

Unternehmen fordern insolvenzunabhängiges Restrukturierungsverfahren

Ebenso überraschend und eindeutig ist die Positionierung der Unternehmen zu einem gesonderten als „Restrukturierungsverfahren“ öffentlich bekannt gemachtes Verfahren. Bisher wird das Schutzschirmverfahren als Insolvenzverfahren veröffentlicht, obwohl ein Insolvenzgrund oft nicht vorliegt. Ein solches Verfahren würde bei fast zwei Drittel der befragten Unternehmen die künftige Entscheidung für eine Sanierung unter Insolvenzschutz forcieren. „Wäre der Gesetzgeber bereit, ein gerichtliches Sanierungsverfahren durch die Gerichte nicht mehr als Insolvenz- sondern als Restrukturierungsverfahren bekannt zu machen, dann könnte mit dieser kleinen Änderung die positive Entwicklung des ESUG noch einmal deutlich beschleunigt werden“, merkt Prof. Haarmeyer an.

Große Bereitschaft zur Mitarbeit in vorläufigen Gläubigerausschüssen

Erstaunlich, so Michael Bretz, sei die Bereitschaft von mehr als 50 Prozent der Unternehmen, in einem vorläufigen Gläubigerausschuss mitzuarbeiten. Der Gläubigerausschuss ist das zentrale Steuerungsinstrument in einem Insolvenzverfahren. Er hat die Aufgabe den Schuldner während des Verfahrens zu überwachen und er kann die Restrukturierungsmaßnahmen mitbestimmen. „Während in der Vergangenheit die meisten Insolvenzverfahren ohne aktive Beteiligung von Unternehmen als Gläubiger stattfanden, wollen heutzutage die Gläubiger wichtige Verfahrensentscheidungen selber treffen“, so die Auffassung von Prof. Haarmeyer und weiter, „der deutsche Mittelstand steht der Reform des Insolvenzrechts positiv gegenüber und es ist erstmals ein grundlegender positiver Wandel gegenüber einer Insolvenz als Chance zu erkennen.“

Die Ergebnisse der Umfrage werden beim 3. Deutschen Gläubigerkongress am 11. und 12. Juni 2014 in Köln vorgestellt. Der Gläubigerkongress befasst sich in diesem Jahr mit dem Schutzschirm des Insolvenzrechts und der Entstigmatisierung des Scheiterns. Der Kongress will einen weiteren Schritt zu einer Sanierungskultur in Deutschland gehen. Dazu referieren Prof. Dr. Hans Haarmeyer (DIAI) Burkhard Jung (hww Unternehmensberater GmbH), Lennart Koch (taskforce AG), Ralf Coenen (taskforce AG), Klaus Siemon (Anwaltskanzlei Siemon), Michael Bretz (Creditreform), Robert Buchalik (Buchalik Brömmekamp), Dr. Sarah Nitsche (Finance), Rudolf Keßler (BayWa AG), Dr. Frank Nikolaus (TMA Deutschland e.V.),  Michael Pluta (PLUTA Rechtsanwalts GmbH), Peter Hützen (Bird & Bird LLP), Prof. Reinhold Johrendt (HafenCity Universität Hamburg) und Bernd Depping (dnp Depping).

Spezialmaschinenfabrik Wilhelm Rasch erfolgreich durch Schutzschirmverfahren saniert

  • 70 Arbeitsplätze sind gerettet
  • Buchalik Brömmekamp erstellte Insolvenzplan

Köln, 15. April 2014. Die Wilhelm Rasch GmbH & Co. KG Spezialmaschinenfabrik, Köln, hat sich mit Hilfe eines Schutzschirmverfahrens saniert. Das Kölner Amtsgericht hob das Verfahren heute auf. Damit ist die Rettung des traditionsreichen Kölner Maschinenbauers gelungen und die Arbeitsplätze der knapp 70 Mitarbeiter sind gesichert. Der Weltmarkführer von Verpackungsmaschinen für Schokoladenhohlkörper hatte Ende September 2013 wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung unter einem Schutzschirm gestellt. Bereits im Februar 2014 stimmten die Gläubiger dem Insolvenzplan zu, den das Unternehmen zusammen mit der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp entwickelt hatte.

In knapp sechs Monaten haben Geschäftsführerin Tina Gerfer und Sanierungs-geschäftsführer Dr. Michael Lojowsky von Buchalik Brömmekamp die Wende geschafft. „Der Erfolg dieses Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beruht in hohem Maße auf dem Vertrauen der Kunden und Lieferanten in das Unternehmen, dem selbstlosen Einsatz der Mitarbeiter und auf der professionellen Zusammenarbeit mit dem Sachwalter und dem Gericht“, erläutert Dr. Lojowsky. Während der Sanierung hatte Rasch seine Vertriebsaktivitäten deutlich ausgebaut, die Herstellungskosten gesenkt und die Produktionssteuerung optimiert. „Dass Rasch wieder eine Zukunft hat, verdanken wir vor allem unseren Stammkunden, deren Vertrauen in unsere Stärken nie nachgelassen hat“, so Tina Gerfer. Die Geschäftsführerin leitet den Familienbetrieb bereits in dritter Generation und hatte sich frühzeitig für den Weg der Sanierung durch Insolvenz entschieden.

Der Insolvenzplan konnte sehr schnell und reibungslos mit dem vom Amtsgericht Köln eingesetzten Sachwalter Stephan Michels (Michels Rechtsanwälte, Münster) abgestimmt werden. „Der Verfahrensverlauf zeigt deutlich, welche positiven Effekte die reformierte Insolvenzordnung einem marktfähigen Unternehmen für die Sanierung bringen kann. Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens sind gestellt“, resümiert Stephan Michels. Mit dem Schutzschirmverfahren nutzte Rasch eine neue Möglichkeit der Insolvenzordnung, die erst 2012 in Kraft trat. Ziel des Verfahrens ist es, das Unternehmen zu erhalten und es nicht zu zerschlagen. Dazu erstellt das Unternehmen unter Aufsicht eines vorläufigen Sachwalters einen Insolvenzplan, in dem die Entschuldung und Fortführung des Unternehmens aufgezeigt wird und dem die Gläubiger zustimmen müssen.

Nach der Verfahrensaufhebung kann Rasch wieder mit gefüllten Auftragsbüchern gestärkt nach vorn blicken. Während Sanierungsgeschäftsführer Dr. Michael Lojowsky die Geschäftsführung verlassen wird, verbleit Tina Gerfer in der Geschäftsleitung und wird das Unternehmen weiterführen. Sachwalter Stephan Michels wird die Unternehmensleitung bis zur Erfüllung des Insolvenzplans überwachen.