Archiv der Kategorie: Restrukturierungsgutachten

Sanierungsverfahren der Hebar Gesenkschmiede erfolgreich beendet

  • Amtsgericht hebt Eigenverwaltung auf
  • Sämtliche Arbeitsplätze konnten gerettet werden
  • Hebar will Kundenstruktur weiter ausbauen

 

Halver, 4. Oktober 2018. Das Amtsgericht Hagen hat das Eigenverwaltungsverfahren der Hebar Gesenkschmiede GmbH aufgehoben. Das Unternehmen gilt damit als erfolgreich saniert und entschuldet. Nachdem die Gläubiger den Insolvenzplan Anfang September einstimmig angenommen hatten, konnte der Weg für die Beendigung des Sanierungsverfahrens eingeleitet werden. Hebar-Geschäftsführer Ulrich Barz, Sanierungsgeschäftsführer Nils Averbeck sowie die Düsseldorfer Kanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp hatten das Sanierungskonzept entwickelt. Es regelt die Entschuldung sowie die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen zum Fortbestehen der des Unternehmens. Bereits im Verfahren hat Hebar seine Kundenstruktur neben dem Automobilsektor deutlich verbreitert. Alle 27 Arbeitsplätze blieben trotz des Verfahrens erhalten.

Das über 130 Jahre alte Familienunternehmen, das hochwertige Schmiedestücke nach Kundenvorgaben produziert, war im vergangenen Jahr aufgrund des Diesel-Abgas-Skandals in die wirtschaftliche Schieflage geraten. Eine Dieselventilklappe, deren Produktion bis dato einen erheblichen Teil des Umsatzes ausmachte, wurde plötzlich vom Kunden nicht weiter benötigt. Der mit dem Auftragsverlust einhergehende Umsatzeinbruch konnte trotz sofortiger Maßnahmen nicht aufgefangen werden. Die Geschäftsleitung entschloss sich deshalb zu einer Sanierung des Unternehmens im Rahmen einer Eigenverwaltung.

„Hebar konnte die schwierige Phase durch die hohe Loyalität und Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiter sowie das uneingeschränkte Vertrauen der Kunden und Lieferanten meistern. Durch das Eigenverwaltungsverfahren konnten wir uns wieder wettbewerbsfähig am Markt aufstellen. Ich bedanke mich deshalb bei allen Beteiligten. Wir durchlaufen aktuell eine sehr positive Entwicklung“, erklärt Hebar-Geschäftsführer Ulrich Barz.

Mit der Eigenverwaltung nutzte die Gesenkschmiede eine Sanierungsmöglichkeit, die Unternehmen erst seit 2012 zur Verfügung steht. Im Vordergrund der sogenannten Sanierung unter Insolvenzschutz steht die Fortführung des Unternehmens, weshalb die unternehmerische Verantwortung auch bei der Geschäftsführung verbleibt, die den Sanierungsprozess selbstständig ohne Einsatz eines Insolvenzverwalters durchführt.

Sanierungsgeschäftsführer Nils Averbeck, der Hebar planmäßig wieder verlassen wird, sieht ebenfalls gute Chancen für die nachhaltige Fortführung des Unternehmens: „Die Signale stehen auf grün. Das Umsatzniveau des Vorjahres konnte trotz des Wegfalls eines Großkunden wieder erreicht werden. Jetzt gilt es die begonnenen Maßnahmen konsequent weiter zu führen.“ In der Zukunft wird sich Hebar noch unabhängiger vom Automotiv-Bereich aufstellen. Der Grundstein hierfür wurde bereits im Rahmen des Sanierungsverfahrens gelegt, indem es dem Unternehmen bereits gelang, den Vertrieb neu auszurichten und eine Vielzahl neuer Kunden aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie der Luftfahrt zu akquirieren. In der Phase der Eigenverwaltung hat Hebar sechs Neukunden gewinnen können und vierzig Neuteile erhalten. Von diesen vierzig Neuteilen stammen 25 von Neukunden und 15 von bereits bestehenden Kunden, die dem Unternehmen dadurch ihre Unterstützung zukommen ließen. „Das, was uns im vergangenen Jahr passiert ist, soll sich nicht noch einmal wiederholen. Die Insolvenz hat uns gelehrt, dass man sich als Unternehmer niemals zu sehr von einem Kunden oder gar einer Branche abhängig machen sollte. Wir haben eine zweite Chance bekommen, die werden wir nutzen“, erklärt Ulrich Barz abschließend.

Tetenal Europe stellt sich durch Sanierungsverfahren wieder profitabel auf – Tim Langstädtler wird Sanierungsgeschäftsführer

  • Produktion und Versand weiterhin und uneingeschränkt sichergestellt

Norderstedt. 1. Oktober 2018. Der seit Jahren rückläufige Umsatz in der Fotodruck-Industrie im zweistelligen Prozentbereich und ein rund fünfmonatiger Lieferausfall eines Herstellers für Colorpapiere haben die Tetenal Europe GmbH in eine wirtschaftliche Schieflage gebracht. Vor diesem Hintergrund hat Geschäftsführer Daniel Middendorf für das Unternehmen beim Amtsgericht Norderstedt einen Antrag auf eine Sanierung unter Insolvenzschutz gestellt. „Tetenal steht seit Jahren unter hohem Anpassungsdruck durch radikale Veränderungen in unseren Märkten. Dieser Druck von außen führt jetzt dazu, dass wir unsere gesamten Strukturen überprüfen und anpassen müssen. Der jetzt eingeschlagene Sanierungsweg wird das Unternehmen auf neue Beine stellen und uns zu nachhaltiger Profitabilität führen“, erklärt Geschäftsführer Middendorf.

Das Gericht hat dem Antrag stattgegeben und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Mit dem ESUG, dem Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen, hat der Gesetzgeber seit 2012 hierzu die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen. Sie sollen Unternehmen eine wettbewerbliche Auszeit ermöglichen, um sich wieder marktgerecht aufzustellen.

Das Besondere des Eigenverwaltungsverfahrens ist, dass der bisherige Geschäftsführer weiterhin im Amt bleibt und die Sanierung selbstständig durchführen kann. Dabei wird er durch die Sanierungsexperten des Beratungsunternehmens Buchalik Brömmekamp begleitet. Tim Langstädtler ergänzt die Unternehmensleitung als Sanierungsgeschäftsführer. Weiterhin übernimmt ein vorläufiger Sachwalter eine Aufsichtsfunktion. Er hat die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen. Das Amtsgericht hat Dr. Sven-Holger Undritz von der Kanzlei White & Case zum vorläufigen Sachwalter bestellt.

„Die Produktion, der Vertrieb sowie unsere Handelsplattformen bleiben während des Verfahrens weiterhin uneingeschränkt geöffnet. Die Anordnung der Eigenverwaltung hat keinerlei Auswirkungen auf den laufenden Geschäftsbetrieb. Es ist sichergestellt, dass alle Aufträge weiter ausgeführt und auch neue Aufträge angenommen werden können“, so Daniel Middendorf. Die Tetenal Europe GmbH entwickelt, produziert und vertreibt hochwertige chemische Spezialprodukte für die professionelle Fotobilderzeugung (Imaging), die Wasseraufbereitung (Aquaristik), den Agrar- und Biogasbereich (Mikronährstofflösungen) sowie Kosmetik. Weiterhin verkauft das Norderstedter Traditionsunternehmen Geräte und Verbrauchsmaterialien ausgewählter Markenhersteller im Bereich Druck und Fotobilderzeugung. Am Produktionsstandort in Norderstedt sind rund 120 Mitarbeiter beschäftigt. Die Tochtergesellschaften in Großbritannien, Frankreich und Polen sind von dem Eigenverwaltungsverfahren nicht betroffen.

Die Mitarbeiter wurden bereits in einer Mitarbeiterversammlung über das Verfahren informiert. Die Löhne und Gehälter sind in den nächsten drei Monaten über das Insolvenzgeld gesichert, danach übernimmt das Unternehmen wieder die Zahlungen.

In dem Verfahren wird das Unternehmen von der Kanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf begleitet, die mit der Geschäftsführung ein Zukunftskonzept entwickelt. Dem Zukunftskonzept, das die Fortführung von Tetenal und die Entschuldung aufzeigt, müssen später die Gläubiger zustimmen. „Tetenal ist im operativen Bereich in fast allen Geschäftsbereichen kerngesund. Nicht gesunde Bereiche werden wir nachhaltig restrukturieren. Die Eigenverwaltung ist der richtige Weg, um die Sanierung im Interesse aller Beteiligten umzusetzen. Im Verfahren müssen wir nun die grundsätzlichen Strukturen schaffen, um das Unternehmen so aufzustellen, dass es mittel- bis langfristig eine gute Chance hat und an die gesunkenen Umsätze angepasst ist“, erklärt Langstädtler. Der Sanierungsexperte hat erst kürzlich die Höltl Retail Solutions (Bad Hersfeld) durch ein Eigenverwaltungsverfahren erfolgreich begleitet.

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  • Daniel middendorf

Neuausrichtung von Steinco durch Eigenverwaltungsverfahren

  • Geschäftsbetrieb und Produktion wird unverändert fortgeführt

Wermelskirchen. 30. August 2018. Mit einem Sanierungsverfahren will sich die Steinco Paul vom Stein GmbH in Wermelskirchen zukunftsfähig neu aufstellen und die Ertrags- und Liquiditätslage deutlich verbessern. Dazu hat die Steinco-Geschäftsführung beim Amtsgericht Köln einen Antrag für ein Eigenverwaltungsverfahren gestellt. Das Gericht hat dem Antrag vollumfänglich entsprochen. Steinco wird in dem Verfahren von der Sanierungsberatung Buchalik Brömmekamp (Düsseldorf) und dem Sanierungsexperten Volker Schreck unterstützt. Die Produktion und der Geschäftsbetrieb werden nahtlos fortgeführt. „Wir liefern unsere Steinco-Produkte weiterhin in der gewohnten Qualität und die Aufträge werden vertragsgemäß abgewickelt. Schon deshalb haben Kunden und Lieferanten signalisiert, dass sie uns in dem Verfahren weiter unterstützen und den nun gewählten Sanierungsweg mitgehen“, sagt die Steinco-Geschäftsführung. Der Hersteller von Rollen, Rädern, Drehteilen und Schnellverschlusskupplungen beliefert hauptsächlich die Automobilindustrie und die Gesundheitsbranche.

Die rund 280 Mitarbeiter in den insgesamt vier Werken, drei davon in Wermelskirchen und eines in Dautphetal/Hessen, wurden über den Verlauf des Verfahrens informiert. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter werden pünktlich und ohne Einschränkungen weiterbezahlt.

Das Traditionsunternehmen, das 1926 gegründet wurde, nutzt mit der Eigenverwaltung ein Verfahren, das in dieser Form erst seit 2012 zur Verfügung steht. Wesentliches Ziel der Eigenverwaltung ist es, dass Unternehmen dauerhaft fortführen und erhalten zu können. “Deshalb genehmigt das Amtsgericht dieses Verfahren nur, wenn es die Sanierung für erfolgversprechend hält. Es erfolgt nun eine Standortbestimmung der Steinco, in der wir für die defizitären Bereiche geeignete Sanierungsmaßnahmen entwickeln werden. Gleichzeitig erfolgt ein Ausbau der jetzt schon profitablen Bereiche“, erklärt Volker Schreck von Buchalik Brömmekamp, der das Verfahren steuern und umsetzen soll sowie die bisherige Geschäftsführung als Sanierungsgeschäftsführer ergänzt. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Sanierung von Produktionsbetrieben.

Die Restrukturierungs- und Rechtsexperten von Buchalik Brömmekamp werden jetzt gemeinsam mit der Steinco-Geschäftsführung ein tragfähiges Sanierungskonzept entwickeln. Diesem Konzept, dass auch die Entschuldung des Unternehmens aufzeigt, müssen die Gläubiger zustimmen. „Steinco ist gut aufgestellt und es gibt ein eindeutiges Potential für eine dauerhaft erfolgreiche Fortführung des Unternehmens“, so Schreck.

In der Eigenverwaltung behält die Geschäftsführung das Ruder weiter in der Hand. Sie kann die Sanierungsmaßnahmen selbstständig entwickeln und durchführen. Vom Gericht wird jedoch ein vorläufiger Sachwalter bestellt, der hauptsächlich die Aufgabe übernimmt, die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen und die Geschäftsführung zu überwachen. Das Amtsgericht Köln hat Dr. Andreas Ringstmeier als vorläufigen Sachwalter bestellt.

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  • steinco insolvenz
  • steinco wermelskirchen insolvenz in eigenverantwortung

Existenz-Magazin: Kranke Krankenhäuser / Buchalik über gravierenden Vorteile, die die Sanierung eines Krankenhausrechtsträgers über ein Insolvenzplanverfahren bietet

Aktuell befinden sich 7 % der Krankenhäuser im „roten Bereich” mit erhöhter Insolvenzgefahr. Zu diesem Ergebnis kommt die 14. Ausgabe des „Krankenhaus Rating Report 2018”, der vom RWI und der Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) in Kooperation mit Deloitte erstellt worden ist. Als Grundlage für den Report dienten rund 500 Jahresabschlüsse von etwa 900 Krankenhäusern.

Die Lage der Krankenhäuser bleibt also angespannt. Interner Handlungsdruck und die Nachfrage nach externem Sachverstand sind verstärkt gefragt. An dieser Stelle setzte unser Magazin mit seiner 2. Dialogveranstaltung zum Thema Restrukturierung und Sanierung” an. In der beeindruckenden Kulisse der „Hörsaalruine” des Medizinhistorischen Museums der Charité (Berlin) schilderten die anerkannten Sanierungsexperten Joachim Voigt-Salus (Voigt Salus) und Robert Buchalik (Buchalik Brömmekamp) sowie die Gäste Olaf Marticke und Johannes Mönter, wie man Gesundheitseinrichtungen erfolgreich aus der Krise führt.

Detailliert berichtetet Robert Buchalik über die gravierenden Vorteile, die die Sanierung eines Krankenhausrechtsträgers über ein
Insolvenzplanverfahren bietet. Zum einen bleibt dabei
der Rechtsträger erhalten, zum anderen kommt das
Insolvenzgeld dem Träger zugute. Aufgrund der hohen
Personalidentität entsteht so ein wichtiges Liquiditäts!
polster. Nicht unerheblich dürfte auch die Tatsache sein,
dass bei diesen Verfahren das bestehende Management
unverändert bleibt.

Der komplette Artikel im Existenz-Magazin

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  • magazine krankenhaus sanierung

Versandapotheke Apodiscounter übernimmt Marke und Onlineportal Juvalis.de – Dr. Bartelheimer: Mit dem Verkauf haben wir einen überzeugenden Sanierungspfad aufzeigen können

  • ambitionierte Wachstumsstrategie weiterverfolgen

Bernburg. 6. Juli 2018. Die Apotheke im Paunsdorf Center Kirsten Fritsch e.K. (vor allem bekannt unter ihrer Kernmarke „apodiscounter“) hat am 3. Juli 2018 den Webshop der Versandapotheke „Juvalis.de“ übernommen. Der Kaufvertrag wurde am 28. Juni unterzeichnet. Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart. Sowohl der vorläufige Gläubigerausschuss als auch der vorläufige Sachwalter Manuel Sack haben ihre Zustimmung zum Verkauf erteilt. Juvalis zählt zu den zwölf größten deutschen Versandapotheken und soll als eigenständige Marke weiter bestehen bleiben.

Die Apotheke im Paunsdorf Center betreibt eine moderne und innovative Versandapotheke und hält für ihre Kunden ein breites Sortiment an verschreibungsfreien Arzneimitteln, homöopathischen und kosmetischen Produkten sowie Nahrungsergänzungsmitteln bereit. Mit dem Kauf setzt sie ihre ambitionierte Wachstumsstrategie im Konkurrenzkampf gegen die großen Anbieter DocMorris und Shop-Apotheke fort: „Mit der Übernahme von Juvalis nehmen wir einmal mehr eine aktive Rolle in der aktuellen Konsolidierungsphase im Versandapothekenmarkt ein, um unsere Position im Wettbewerb zu festigen und weiter auszubauen. Uns ist nun aber erst einmal daran gelegen, die Juvalis-Kunden bei uns willkommen zu heißen und ihnen den Übergang so angenehm wie möglich zu gestalten.“

Der bisherige Inhaber von Juvalis, Stefan Hülsmann, hat die Juvalis-Kunden in den vergangenen Tagen bereits angeschrieben und über die neue Betreiberin informiert. Die bisherigen Bestellungen werden weiterhin bearbeitet. Das Verfahren und der Verkauf haben keine Auswirkungen auf die Belieferung der Kunden.

Stefan Hülsmann hatte Anfang Mai 2018 beim Amtsgericht Magdeburg einen Antrag auf ein Eigenverwaltungsverfahren gestellt. Am 28. Juni 2018 eröffnete das Amtsgericht planmäßig das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Im wesentlich bekannteren Regelinsolvenzverfahren droht dem Apotheker der Verlust seines Unternehmens, da in der Regelinsolvenz die berufliche Zulassung entzogen wird. Deshalb entschied sich Hülsmann für ein Eigenverwaltungsverfahren. Die Sanierung der Onlineapotheke begleitet die Düsseldorfer Rechts- und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp, die bereits mehrere Apothekenketten durch ein Eigenverwaltungsverfahren geführt hat. „Mit dem Verkauf haben wir einen überzeugenden Sanierungspfad aufzeigen können. Die gemeinsamen Anstrengungen haben Früchte getragen“, so Dr. Hubertus Bartelheimer, projektbegleitender Partner von Buchalik Brömmekamp.

In der Eigenverwaltung werden die Geschäfte und die Sanierung unter der Leitung der bisherigen Geschäftsführung geführt, die unter der Aufsicht eines Sachwalters steht. Das Amtsgericht Magdeburg hat als Sachwalter den Sanierungsexperten Manuel Sack von der Kanzlei Brinkmann & Partner bestellt, der bereits im vorläufigen Verfahren tätig war.

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  • apo Discounter juvalis

Sanierung der Bagel Bakery macht Fortschritte – Kunden und Lieferanten unterstützen Sanierungsweg

Gutenborn. 4. Juli 2018. Das Amtsgericht Halle (Saale) hat das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Bagel Bakery GmbH am 1. Juli 2018 eröffnet. Das Verfahren wird weiterhin in der Eigenverwaltung durchgeführt. Erste Maßnahmen zur Neuausrichtung des Unternehmens konnten bereits im Zeitraum des Antragsverfahrens identifiziert und umgesetzt werden. Damit macht die Sanierung des Produzenten von amerikanischen Backprodukten deutliche Fortschritte. Sie erfolgt auf Basis eines umfangreichen Sanierungskonzeptes, das die Geschäftsführung mit der Wirtschaftsberatung Buchalik Brömmekamp aus Berlin entwickelt und implementiert. Der laufende Geschäftsbetrieb wird auch nach Eröffnung des Verfahrens unverändert und uneingeschränkt fortgeführt.

Die Bagel Bakery GmbH stellt amerikanische Backwaren für Gastronomie, Bäckerei und Handel her. Mit rund 180 Mitarbeitern werden am Produktionsstandort in Gutenborn Bagels, Muffins, Brownies und Cookies hergestellt. Die wesentlichen Sanierungsansätze sind die Optimierung der Produktion und eine effizientere Produktionsplanung. Weiterhin soll die Finanzierungsstruktur angepasst werden, um die hohen Kreditkosten für eine Investition in eine Produktionsstraße zu senken.

Bagel Bakery hatte Anfang April dieses Jahres beim Amtsgericht Halle (Saale) einen Antrag auf ein Eigenverwaltungsverfahren gestellt. „Unsere Kunden und Lieferanten sind an Bord geblieben und unterstützen den von uns beschrittenen Weg. Unsere Produktion und unseren Geschäftsbetrieb haben wir seit Antragstellung deshalb fortführen können“, erklärt Geschäftsführer Christian Kiefer.

„Mit der Eigenverwaltung verfolgen wir das Ziel, das Unternehmen nachhaltig zu sanieren und wieder wettbewerbsfähig aufzustellen. Die weiterhin hohe Zustimmung der Kunden zeigt, dass Bagel Bakery die richtigen Produkte herstellt. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Fortführung des Unternehmens“, so Nils Averbeck von Buchalik Brömmekamp, der die Unternehmensleitung als Sanierungsexperte begleitet. Buchalik Brömmekamp berät den Produzenten zudem in rechtlichen Belangen des Eigenverwaltungsverfahrens und führt die betriebswirtschaftliche sowie operative Restrukturierung durch.

Mit der Eigenverwaltung nutzt Bagel Bakery die neuen Möglichkeiten der Insolvenzrechtsreform, die im März 2012 in Kraft trat. Danach bleibt die Geschäftsführung in einem solchen Verfahren unter Insolvenzschutz weiterhin im Amt und kann selbstständig Sanierungsmaßnahmen entwickeln, die anschließend in einen Insolvenzplan überführt werden. Der Insolvenzplan zeigt die Entschuldung und Fortführung des Unternehmens auf. Nach einer gerichtlichen Überprüfung müssen sodann die beteiligten Gläubiger diesem Plan noch zustimmen. Während des Verfahrens in Eigenverwaltung steht die Gesellschaft lediglich unter der Aufsicht eines vom Amtsgericht Halle (Saale) bestellten Sachwalters. Zum Sachwalter wurde Dr. Stephan Thiemann von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH bestellt. Dr. Thiemann war bereits als vorläufiger Sachwalter in diesem Verfahren tätig.

Kluger Weg aus der Krise – Dr. Bartelheimer: Ein Eigenverwaltungsverfahren bietet Autohandelsbetrieben gute Sanierungschancen.

Viele Autohandelsbetriebe namhafter und etablierter Marken haben in den vergangenen Wochen die Kündigung ihrer Händlerverträge erhalten oder rechnen täglich damit. Grund sind oft weniger eine schlechte Performance oder operative Probleme im Autohaus, sondern strategische Entscheidungen zur eigenen Neuausrichtung der Automobilkonzerne.

Obwohl die Automobilhersteller parallel zu den Kündigungen in vielen Fällen einen Letter of Intent (LOI) übersandt haben – hierbei handelt es sich um eine Absichtserklärung mit dem Ziel, in die Verhandlungen zum Abschluss von Neuverträgen einzusteigen – und die ausgesprochenen Kündigungsfristen relativ lang sind, sollte jeder Händler sein eigenes Geschäftsmodell aus Anlass dieser Veränderungen selbst auf den Prüfstand stellen. Hierbei sollte er auch eine grundlegende operative Sanierung unter Insolvenzschutz in Eigenverwaltung in Betracht ziehen. Dazu müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, die ein juristischer Berater im Vorfeld eingehend prüfen muss. Die Vorteile dieses Verfahrens gegenüber einer Sanierung ohne Insolvenzeinleitung sind erheblich. Die Prüfung kann unter Umständen insolvenzrechtlich zwingende Antragsgründe ergeben. In diesem Fall ist eine Sanierung außerhalb eines Insolvenzverfahrens oft überhaupt nicht mehr möglich, beziehungsweise nicht mehr zulässig.

Das ESUG eröffnet betroffenen Unternehmern viele Möglichkeiten, Liquidität zu generieren, die sie für die Sanierung benötigen. So übernimmt die Bundesagentur für Arbeit die Löhne und Gehälter für bis zu drei Monate als Insolvenzgeld. Das Geld kommt aus einem Topf, der allein aus Arbeitgeberbeiträgen gefüllt wird. Außerdem müssen betroffene Unternehmen während des zumeist dreimonatigen vorläufigen Verfahrens weder die Umsatzsteuerzahllast noch Lohnsteuer oder sonstige
Steuern zahlen. Weiterhin können sie sich von zu teuren Liefer- und Mietverträgen und verlustreichen Kundenaufträgen befreien.

Lesen Sie den kompletten Artikel von Dr. Hubertus Bartelheimer „Kluger Weg aus der Krise“, der im Fachmagazin kfz-Betrieb erschienen ist.

Eigenverwaltungsverfahren von Stockheim mit Unterstützung durch Buchalik Brömmekamp erfolgreich beendet

  • Amtsgericht Düsseldorf hebt Sanierungsverfahren auf
  • Kerngeschäft Restaurationsbetriebe mit Messe- und Eventcatering wird weiter ausgebaut

Düsseldorf. 17. April 2018. Das Düsseldorfer Traditionsunternehmen Stockheim kann nach dem erfolgreichen Ende des Insolvenzverfahrens wieder durchstarten. Das Amtsgericht Düsseldorf hat die Eigenverwaltungsverfahren der Gastronomiegruppe aufgehoben. Damit wechselt Stockheim wieder in den regulären Geschäftsbetrieb. Innerhalb der Eigenverwaltung hat Stockheim die Weichen für eine umfangreiche Neuausrichtung gestellt. Das Ziel ist es, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und sich damit langfristig wieder wirtschaftlich erfolgreich aufzustellen. Stockheim setzt dabei auf seine langjährigen Partner und Locations –  das Congress Center Düsseldorf (CCD), die Messe Düsseldorf und die Rheinterrasse sowie den weiteren Ausbau des Eventcaterings. „In diesem Zusammenhang bedanken wir uns ausdrücklich bei unseren Geschäftspartnern für das entgegengebrachte Vertrauen und die konstruktive Zusammenarbeit. Unsere volle Aufmerksamkeit gehört dem Messe- und Veranstaltungsgeschäft in Düsseldorf. Wir werden nun alle Energien bündeln und auch weiter in die Expansion investieren“, so Stockheim-Geschäftsführer Özgür Günes.

Im Kernbereich von Stockheim werden nun klare Schwerpunkte gesetzt, um weitere Wachstumspotenziale wahrzunehmen. Die wesentlichen Leistungsorte der Restaurationsbetriebe, die Rheinterrasse, der angrenzende Stockheim RheinBlick 33, das CCD und die Messehallen werden in den nächsten Monaten den Kundenbedürfnissen entsprechend weiter überarbeitet. Konzeptionell wird der Ausbau von gastronomischen Konzepten in den Vordergrund gestellt. „Die Stockheim-Produkte werden wir zukünftig überwiegend in Themenwelten und Konzepten wiederfinden“, so Carla Stockheim, verantwortlich für Brand Management & Development bei Stockheim. „An dieser Stelle gilt unser Dank natürlich auch den Gesellschaftern Karl-Heinz und Margret Stockheim für das außerordentliche Vertrauen und die allzeit tatkräftige Unterstützung“, ergänzen Carla Stockheim und Özgür Günes.

Mit der Eigenverwaltung nutzte Stockheim die seit dem 1. März 2012 geltenden Möglichkeiten einer Sanierung unter Insolvenzschutz. Es handelt sich dabei nicht um eine Insolvenz im klassischen Sinne, sondern um ein Sanierungsverfahren mit dem obersten Ziel des Unternehmenserhalts und der Unternehmensfortführung. Die Geschäftsführung bleibt weiterhin im Amt und führt die Sanierungsmaßnahmen selbstständig durch.

Stockheim hatte im Mai 2017 beim Amtsgericht Düsseldorf für sechs Unternehmen einen Antrag auf Einleitung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt: Stockheim GmbH & Co. KG, Stockheim Systemgastronomie GmbH & Co. KG, Stockheim (Hbf-Köln) GmbH, Restaurationsbetriebe Stockheim GmbH & Co. KG, Stockheim Catering Hamburg GmbH und HAGATEC Koordination & Planung GmbH & Co. KG. Während der Verfahren wurden die Unternehmen vom Beratungshaus Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf betriebswirtschaftlich und rechtlich begleitet. Darüber hinaus ergänzten Dr. Utz Brömmekamp (Stockheim GmbH & Co. KG), Daniel Meintz (Stockheim Systemgastronomie GmbH & Co. KG und Stockheim (Hbf-Köln) GmbH) sowie Dr. Adrian Bölingen (Restaurationsbetriebe Stockheim GmbH & Co. KG und Stockheim Catering Hamburg GmbH) das Management als Sanierungsgeschäftsführer. Mit dem Verfahrensende scheiden sie aus ihren Ämtern aus. Als vom Amtsgericht Düsseldorf bestellter Sachwalter war der renommierte White & Case-Partner Dr. Biner Bähr tätig.

Zusammen mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp hatte Stockheim-Geschäftsführer Özgür Günes die Sanierungspläne entwickelt, in denen die Entschuldung und nachhaltige Fortführung der Unternehmensteile aufgezeigt wurden. Den Plänen haben die Gläubiger zugestimmt. „Es freut mich außerordentlich, dass wir Stockheim mit der umfassenden Sanierung wieder zukunftsfähig aufstellen konnten. Im Fokus stand hierbei die Rückbesinnung auf die Wurzeln als Düsseldorfer Familienunternehmen, welches seinen nationalen und internationalen Kunden durch Qualität, Innovation und Leidenschaft einmalige Erlebnisse bieten möchte“, so Bozidar Radner, geschäftsführender Gesellschafter von Buchalik Brömmekamp und zuständiger Projektpartner.

Ein wesentlicher Schritt, die finanzielle Stabilität von Stockheim zu erreichen, war die Trennung von Unternehmensteilen. Die Sparte Systemgastronomie mit den Gesellschaften Stockheim (Hbf.-Köln) GmbH und Stockheim Systemgastronomie GmbH & Co. KG wurde im Dezember 2017 an die SSP veräußert. Die in beiden Unternehmen beschäftigten rund 500 Mitarbeiter wurden von SSP übernommen. Die Cateringaktivitäten und die Mitarbeiter am Standort in Hamburg gingen im Dezember 2017 an die Käfer-Gruppe.

„Das Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung“, so der Sanierungsexperte Dr. Utz Brömmekamp, „hat sich hier erfreulicherweise als besonderes Erfolgsmodell präsentiert. Denn die Gläubiger erhalten Befriedigungsquoten zwischen 55 und 100 Prozent.“ Zum Vergleich: Laut Statistischem Bundesamt liegt die durchschnittliche Quote in Regelinsolvenzverfahren gerade einmal bei drei Prozent. „Gläubiger, Mitarbeiter, Sachwalter und das Gericht haben den eingeschlagenen Sanierungsweg immer konstruktiv unterstützt. Mein Dank gilt deshalb allen Beteiligten für ihr Engagement. Das Ergebnis stimmt mich sehr zuversichtlich, dass Stockheim in der Düsseldorfer Messe- und Eventgastronomie wieder eine führende Rolle einnehmen kann“, ist sich Dr. Brömmekamp sicher.

Stockheim beschäftigt nach der Umstrukturierung weiterhin 120 Mitarbeiter. „Obwohl die Trennung von den Geschäftsbereichen aus strategischer Sicht die sinnvollste Lösung war, haben wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich danke auch nochmal im Namen der Familie Stockheim, dass die vielen Mitarbeiter mit so viel Herzblut und Loyalität ihrer Arbeit im Unternehmen nachgegangen sind. Ich weiß, wie schwierig das war, und das schätzen wir sehr. Die Umstrukturierung war mit vielen Unsicherheiten verbunden. Am Ende jedoch konnten wir so gut wie alle Arbeitsplätze erhalten oder die Mitarbeiter in Folgebeschäftigungen überführen. Wir sind überzeugt, dass sich in dieser Ausrichtung die Geschäftsbereiche nun besser entwickeln können.“, erklärt Carla Stockheim.

Eigenverwaltungsverfahren soll Bagel Bakery wieder zukunftsfähig machen

  • Produktion und regulärer Geschäftsbetrieb wird unverändert fortgeführt

Gutenborn. 11. April 2018. Zugesagte, aber ausgebliebene Aufträge sowie zu hohe Finanzierungskosten für eine Investition in die Produktionsstraße haben bei der Bagel Bakery GmbH zu einem Liquiditätsengpass geführt. Deshalb hat Geschäftsführer Christian Kiefer nun beim Amtsgericht Halle einen Antrag für ein Eigenverwaltungsverfahren gestellt. Das Gericht hat dem Antrag vollumfänglich entsprochen und die Eigenverwaltung angeordnet. Innerhalb des Sanierungsverfahrens will sich der Produzent von amerikanischen Backprodukten wieder zukunftsfähig aufstellen. Bagel Bakery wird in dem Verfahren von der Sanierungsberatung Buchalik Brömmekamp  unterstützt.

„Die Produktion und der Geschäftsbetrieb werden unverändert fortgeführt. Alle Aufträge werden wir erfüllen, Neuaufträge annehmen und in gewohnter Qualität liefern“, erklärt Geschäftsführer Kiefer. Die rund 180 Mitarbeiter sind über den Verlauf des Verfahrens informiert worden. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter werden pünktlich und ohne Einschränkungen weiterbezahlt. Dabei werden die ersten drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert; danach übernimmt das Unternehmen wieder die Zahlungen. Ein Arbeitsplatzabbau ist nicht geplant.

Zusammen mit Buchalik Brömmekamp wird die Geschäftsführung nun ein tragfähiges Sanierungskonzept entwickeln und in den nächsten Monaten umsetzen. Dieses Konzept, dem die Gläubiger zustimmen müssen, zeigt die Maßnahmen für eine Fortführung des Unternehmens sowie die Entschuldung auf. „Bagel Bakery ist von den Produkten sehr gut aufgestellt. Nun gilt es das Unternehmen wieder in ruhiges Fahrwasser zu lotsen und einige Prozesse zu optimieren. Wir werden uns nun schnellstmöglich ein exaktes Bild von der wirtschaftlichen Lage machen und alle Sanierungsoptionen prüfen“, so Sanierungsexperte Nils Averbeck, der das Unternehmen während des Sanierungsverfahrens vor Ort begleiten wird.

Das Unternehmen nutzt mit der Eigenverwaltung ein Verfahren der Insolvenzordnung. Ziel des Verfahrens ist es, dass Unternehmen dauerhaft fortführen zu können. Die Geschäftsführung behält das Ruder in der Hand und kann die Sanierungsmaßnahmen selbstständig entwickeln und durchführen. Anstelle eines Insolvenzverwalters wird ein vorläufiger Sachwalter bestellt. Der vorläufige Sachwalter hat hauptsächlich die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen und die Geschäftsführung zu überwachen. Das Amtsgericht Halle hat Dr. Stephan Thiemann von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH als vorläufigen Sachwalter bestellt.

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  • bagel bakery geschäftsführer

Gläubiger stimmen umfassender Sanierung der Frischback-Gruppe einstimmig zu

  • Alle Arbeitsplätze wurden gerettet
  • Produktion und Filialen auf den neuesten Stand gebracht

Arnstadt. 10. April 2018. In den insgesamt drei Eigenverwaltungsverfahren der Bäckereigruppe Frischback in Arnstadt haben die Gläubiger die Insolvenzpläne einstimmig angenommen. Die Sanierungsverfahren werden daher aller Voraussicht nach Ende April aufgehoben. Die letzten Sanierungsmaßnahmen sollen dann bis September beendet sein. Frischback betreibt 120 Filialen und beschäftigt 821 Mitarbeiter.

Laut Sanierungskonzept fokussiert sich die Gruppe auf den Thüringer Markt und baut während der Sanierung ihr Filialnetz um. So wurden und werden neue Filialen im direkten Umfeld der Produktion in Arnstadt übernommen oder neu eröffnet. Zusammen mit einer Optimierung der gesamten Logistik kann nun noch mehr Frische in den Filialen sichergestellt werden. Zusätzlich wurde das Produktportfolio überarbeitet, sodass auch die Produktionsabläufe sich nun nachhaltig verbessern. Von den rund 500 Backerzeugnissen wurden bereits 50 unrentable Produkte aus dem Sortiment genommen. Im Ergebnis wird die Bäckereigruppe Frischback ihrem Anspruch als regionaler Handwerksbäcker nun noch besser gerecht.

Nach der Gläubigerversammlung vor dem Amtsgericht Erfurt bedankte sich der Geschäftsführer Alfred Heyl entsprechend: „Nach der erfolgreichen tiefgreifenden Restrukturierung besteht jetzt Sicherheit für die mehr als 800 Mitarbeiter. Ich bemühe mich weiter, Frischback optimal am Markt zu positionieren und werde mich hierbei auf die durch die erneuerte Struktur vorgegebene Region konzentrieren. Bei allen Beteiligten und besonders meinen Mitarbeitern bedanke ich mich für das Vertrauen und die oft intensive Zusammenarbeit.“

Besonders erfreulich ist, dass der Gläubigerausschuss und insbesondere die sehr engagierte Commerzbank AG nicht nur vollumfänglich hinter dem in den vergangenen neun Monaten erarbeiteten Sanierungskonzept der Handwerksbäckerei stehen, sondern alle Gläubigerausschussmitglieder ihre eigenen Erfahrungen und Sichtweisen konstruktiv in die gemeinsame Erarbeitung dieses Ergebnisses haben einfließen lassen.

Gleiches gilt für den Sachwalter Rolf Rombach von der gleichnamigen Sozietät in Erfurt und seinem Team. Rombach hatte seine Zustimmung zu den Plänen bereits vor der Gläubigerversammlung erteilt. Das positive Votum für die Sanierungspläne ist eine wichtige Voraussetzung für die Beendigungen der Verfahren durch das Amtsgericht Erfurt.

Die Frischback-Gruppe, bestehend aus der frischBack GmbH Arnstadt, der Arnstädter Landbrotbäckerei GmbH und der Backspezialitäten GmbH Thüringen, hatte am 10. August 2017 für alle drei Unternehmen Insolvenzanträge in Eigenverwaltung gestellt. Die Verfahren wurden Anfang Januar 2018 eröffnet.

„Im Vordergrund der Neuausrichtung der Frischback-Gruppe standen von Beginn an die Reduktion der Komplexität, die Optimierung der Filialstruktur sowie die Positionierung als regionaler, inhabergeführter Qualitätsanbieter. Gemeinsam mit dem Unternehmen haben wir hierzu nicht nur ein passgenaues Konzept erarbeitet, sondern bereits eine Vielzahl von Maßnahmen umgesetzt und die Neuausrichtung somit bereits auf einen guten Weg gebracht“, erklärt Bozidar Radner, geschäftsführender Gesellschafter der Buchalik Brömmekamp, der die Restrukturierung des Unternehmens mit seinem Team begleitet.

Dass mit der Sanierung und Restrukturierung eines Unternehmens nicht zwangsläufig ein Stellen- und Filialabbau, sondern vielmehr ein entsprechender Ausbau verbunden sein kann, zeigt sich im hiesigen Fall deutlich: Im Rahmen der Optimierung der Filialstruktur übernahm die Frischback von der ebenfalls insolventen elmi-Bäckerei sechs Filialen. Den dort gekündigten Mitarbeitern konnten von Frischback neue Stellen angeboten werden. Weiterhin übernahm der Traditionsbäcker innerhalb des Sanierungsverfahrens weitere attraktive Filialstandorte wie das traditionsreiche Café am Dom in Erfurt. Die diesbezüglichen Verhandlungen und die Einarbeitung der teilweisen Übernahme des Wettbewerbers in das Gesamtsanierungskonzept waren dabei von großer Individualität geprägt und bewegten sich weit außerhalb jedweden üblichen Sanierungsansatzes.

„In enger Zusammenarbeit mit der Unternehmerfamilie ist es uns so gelungen, die Frischback-Gruppe sowohl auf die Bedürfnisse der Unternehmerfamilie Heyl anzupassen als auch produktions- und vertriebsseitig fit für die Zukunft zu trimmen. Mit einer weiteren Verstärkung durch einen branchenerfahrenen Vertriebsgeschäftsführer wird die Neuausrichtung in den kommenden Jahren nachhaltig fortgeführt und vertieft werden“, so Dr. Hubertus Bartelheimer, der federführend die insolvenzrechtliche Beratung der Unternehmensgruppe begleitet. Dr. Bartelheimer ist geschäftsführender Gesellschafter sowie Leiter der Berliner und Dresdner Büros von Buchalik Brömmekamp.