Schlagwort-Archive: Buchalik Brömmekamp

MTM Metalltechnik Michelau GmbH nutzt Eigenverwaltungsverfahren zur Sanierung

Die MTM Metalltechnik Michelau GmbH erreicht planmäßig den nächsten Schritt für eine erfolgreiche Sanierung. Das Coburger Amtsgericht eröffnete das Insolvenzverfahren über das Vermögen von MTM und hat zugleich die Eigenverwaltung angeordnet. Mit der Eröffnung sieht auch das Gericht gute Chancen für eine Sanierung der Gesellschaft. Nun können die Sanierungsmaßnahmen zum Erhalt des Unternehmens durch die Geschäftsführer Thorsten Bauer und Nicolaas van der Sluis weiter umgesetzt werden. Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt und unverändert weiter. Laufende und künftige Projekte werden termingerecht fertiggestellt. „Auch unsere Vertriebsoffensive trägt erste Früchte. Aktuell konnten verschiedene neue Kunden gewonnen werden“, erklärt Geschäftsführer Bauer. Wegen Zahlungsunfähigkeit hatte das Unternehmen sehr frühzeitig den entsprechenden Antrag beim Amtsgericht Coburg gestellt.

In dem Verfahren wird MTM von dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp (Düsseldorf) begleitet. „Derzeit laufen die Maßnahmen zur operativen Restrukturierung und die Fokussierung auf das bestehende Geschäftsmodell auf Hochtouren“, erklärt Sanierungsexperte Tim Langstädtler aus dem Hause Buchalik Brömmekamp, der in dem Verfahren als Generalbevollmächtigter der MTM unterstützend tätig ist.

Im Mittelpunkt des entwickelten Sanierungskonzeptes stehen die Anpassung der Produktionsstruktur an die zu erwartenden Umsätze sowie die Optimierung von Unternehmensprozessen. Weiterhin will das Unternehmen künftig seine Auftragsplanung stärker optimieren. Dem Sanierungskonzept, das die Entschuldung des Unternehmens aufzeigt, müssen später die Gläubiger zustimmen. Anschließend muss das Amtsgericht Coburg das Konzept bestätigen.

MTM hatte Anfang Dezember 2019 einen Insolvenzantrag gestellt. Schon damals ordnete das Amtsgericht Coburg auf Antrag des Unternehmens eine vorläufige Eigenverwaltung an. Hintergrund der wirtschaftlichen Schieflage des 1987 gegründeten Unternehmens sind vor allem fehlerhafte Kalkulationen und eine unzureichende Datenqualität. Im Ergebnis führte dies auch zu einer geringen Liefertermintreue. MTM will sich durch das Eigenverwaltungsverfahren sanieren, den Umsatzrückgang kompensieren und sich wieder wettbewerbsfähig aufstellen.

In der Eigenverwaltung werden die Geschäfte weiterhin unter der Leitung der bisherigen Geschäftsführung geführt. Anders als in einer Regelinsolvenz wird in diesem Verfahren die Unternehmensleitung unter die Aufsicht eines Sachwalters gestellt, der – ähnlich eines Aufsichtsrates – die Interessen der Gläubiger vertritt. Das Amtsgericht Coburg hat als Sachwalter Dr. Harald Schwartz (SRI Rechtsanwaltsgesellschaft mbH) bestellt, der auch schon zuvor als vorläufiger Sachwalter in dem Verfahren tätig war.

Hiernach wurde gesucht:

  • insolvenzverfahren leistungserbringung vorläufige eröffnete

ProContur hat sich im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens neu aufgestellt

Die ProContur Individuelle Feinblech- und Kunststoffprodukte GmbH aus Wittlich hat ihren Restrukturierungskurs erfolgreich abgeschlossen. Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten. Das Unternehmen, das aktuell 70 Mitarbeiter beschäftigt, hatte am 11. November 2019 beim Amtsgericht Wittlich ein Schutzschirmverfahren beantragt. ProContur konstruiert, produziert und vertreibt Gehäusetechnik aus Feinblech und Kunststoff für elektrotechnische Geräte. Das Unternehmen beliefert Kunden aus den Branchen Elektrotechnik, Bau, Medizintechnik sowie Anlagen- und Maschinenbau.

Hintergrund für die Krise war ein unerwartet starker Auftragsrückgang in den drei Kernbranchen (Elektrotechnik, Bau- und Medizintechnik), der bereits Mitte 2019 seinen Anfang fand.

Die ProContur hat in den letzten Monaten im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens zusammen mit der Kanzlei Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf einen Restrukturierungsplan erarbeitet, den die Gläubiger nunmehr einstimmig angenommen haben. Das Verfahren ist damit beendet, die ProContur von Altlasten befreit und mit deutlich mehr Liquidität ausgestattet als dies noch zu Beginn des Verfahrens der Fall war. Auch die Eigenkapitalquote konnte erheblich gesteigert werden. Das Unternehmen konnte trotz der spürbaren negativen Auswirkungen der Corona-Krise zukunftssicher aufgestellt werden und in der Krise sogar zwei neue Großkunden gewinnen. Mit starker Unterstützung der Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank eG Wittlich, die in dieser schwierigen Zeit zum Unternehmen gestanden hat, wurden die Verbindlichkeiten im Sinne des Unternehmens neu geordnet.

 „Das Schutzschirmverfahren hat uns die Möglichkeit gegeben, selbstbestimmt auf die starken Veränderungen zu reagieren. Durch die positiven Ergebnisse des Verfahrens konnten wir die Auswirkungen der Corona-Krise sehr gut meistern. In Zusammenarbeit mit allen Parteien haben wir einen sehr guten Weg gefunden. Nach Abschluss des Verfahrens sehen wir uns nun nachhaltig gestärkt und für die Zukunft gut gerüstet“, so Jens Pohlmann, Geschäftsführer des Unternehmens.
Von der positiven Entwicklung des Restrukturierungsweges ist auch der Sachwalter, Herr Rechtsanwalt Jens Lieser, überzeugt: „Das Unternehmen hat die Zeit des Schutzschirmverfahrens hervorragend genutzt und die Instrumente aufgesetzt, um die eingeleiteten Optimierungen im Interesse aller Stakeholder erfolgreich umzusetzen.“

 

Insolvenzverwalter will Gläubiger von Unister zur Kasse bitten – Anfechtungsexperte Dr. Hiebert gibt Tipps für Gläubiger

Die Insolvenz des Unister-Konzerns könnte für viele Gläubiger sehr teuer werden. Diese werden auf die offenen Rechnungen nicht nur eine geringe Quote erhalten, nun droht der Insolvenzverwalter auch noch, bereits gezahlte Gelder wieder zurückzuholen. Der Insolvenzverwalter der Unister-Gesellschaften, Rechtsanwalt Prof. Lucas Flöther, hat gegenüber der dpa angekündigt, zigtausende von Zahlungen auf die Möglichkeit der Rückforderung im Wege der sogenannten Insolvenzanfechtung zu prüfen. Voraussetzung für eine Anfechtung ist, dass Unister schon länger vor der Antragstellung insolvent war und der jeweilige Gläubiger dies wusste. Derzeit sammele er dafür gerichtsfeste Beweise.

„Auf diese Kenntnis des Gläubigers wird anhand von Beweisanzeichen sehr schnell geschlossen. Schon mehrfache Mahnungen an den Schuldner können zu einem Rückzahlungsanspruch führen“, weiß der Spezialist für Insolvenzanfechtungen, Rechtsanwalt Dr. Olaf Hiebert von der Düsseldorfer Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp. Laut Flöther gab es bereits im vergangenen Oktober Anhaltspunkte, dass Unister schon länger zahlungsunfähig gewesen sei. In einem damaligen Gutachten Flöthers an das Insolvenzgericht, aus dem die Süddeutsche Zeitung berichtet, sei „nicht auszuschließen, dass einzelne Gesellschaften des Unister-Konzerns bereits seit dem Jahr 2015 zahlungsunfähig sind“. In dem Gutachten werde der Schuldenstand des Konzerns mit knapp 58 Millionen Euro angegeben, bei einem Vermögen von knapp 14 Millionen Euro.

Betroffen sind vor allem Hotelier, Reiseveranstalter, Lieferanten, Dienstleister und Vermieter, deren Vertragspartner in die Insolvenz geraten sind. Die Anfechtung erfolgt selbst dann, wenn sie einen Anspruch auf die Zahlung hatten. In der Regel werden ganz erhebliche Beiträge zurückgefordert, denn die Verwalter verlangen von den Unternehmern Zahlungen zurück, die sie in einem Zeitraum von bis zu vier Jahren vor der Insolvenz des bisherigen Vertragspartners von diesem erhalten haben. „Keinesfalls sollte dem Anfechtungsbegehren eines Insolvenzverwalters ohne Weiteres nachgegeben werden. Solche Ansprüche werden allzu häufig ohne hinreichende Begründung und Betrachtung des Einzelfalls geltend gemacht“, weiß Anfechtungsrechtsexperte Dr. Olaf Hiebert.

Viele Unternehmen machen es dem Insolvenzverwalter allerdings durch ungeschickte Kommunikation beim Forderungsmanagement oder der späteren Forderungsanmeldung sehr leicht. Darin wird häufig betont, wie lange der Schuldner schon säumig sei oder überhaupt nicht gezahlt habe. Gläubiger sollten deshalb verstärkt auf ihre Kommunikation gegenüber dem Insolvenzverwalter achten und sehr genau überlegen, ob und wie sie Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden. „Meist gibt erst die Forderungsanmeldungen dem Insolvenzverwalter die nötigen Hinweise für eine Anfechtung“, erläutert Dr. Hiebert.

Weitere Information finden Sie auf: https://www.insolvenzanfechtung-buchalik.de/

Hiernach wurde gesucht:

  • unister Rechnung mahnung