Schlagwort-Archive: Pressemitteilungen

Pfeiffer-Reisen hat Eigenverwaltung erfolgreich beendet

  • Linien- und Personennahverkehr sowie Fernbusreisen stehen im Fokus
  • Sanierung zur Unternehmensfortführung erfolgte in eigener Regie

Bad Zwischenahn, 30. September 2016. Nun ist es offiziell, das Amtsgericht Oldenburg hat das Eigenverwaltungsverfahren der Pfeiffer-Reisen aufgehoben. Damit kann Geschäftsführer Stefan Pfeiffer das Kapitel der Insolvenz seines Unternehmens schließen und den bereits begonnenen Neustart weiter fortführen. Das Verkehrsunternehmen gilt als erfolgreich saniert. Zum neuen Weg gehört, dass sich Pfeiffer-Reisen auf den Linien- und Personennahverkehr, Schulbus- und Behindertentransport sowie die Fernbusreisen konzentriert. Durch das Eigenverwaltungsverfahren konnten nicht nur alle Arbeitsplätze gerettet werden, inzwischen arbeiten 159 Mitarbeiter bei Pfeiffer-Reisen und damit zwölf mehr als noch vor dem Verfahren.

„Mein Entschluss, Anfang 2016 mit umfassender Unterstützung des Beratungsunternehmens Buchalik Brömmekamp das Unternehmen durch ein Eigenverwaltungsverfahren zu sanieren, war richtig. Das zeigt auch die positive Reaktion der Gläubiger, die dem Sanierungskonzept mit großer Mehrheit zugestimmt haben. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die an die Zukunft des Unternehmens geglaubt haben und mit uns diesen Weg gegangen sind“, erklärt Stefan Pfeiffer, der die Möglichkeit der zweiten Chance für sein Unternehmen und vor allem den Erhalt der Arbeitsplätze zu schätzen weiß.

Der wesentliche Grund für das erforderliche Sanierungsverfahren war der unerwartete Rückzug des Fernbusanbieters City2City vor zwei Jahren, der einen hohen Umsatzeinbruch zur Folge hatte. Zuvor hatte das Unternehmen rund eine Millionen Euro in Fahrzeuge für den Fernbusverkehr investiert.

Beim Planverfahren in Eigenverwaltung handelt es sich um ein Insolvenzverfahren, bei dem der Unternehmer sein Unternehmen selbst sanieren kann. Allerdings ergänzte Stefan Pfeiffer die Geschäftsführung um den Sanierungsexperten Tim Langstädtler von der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp. Langstädtler übernahm die insolvenzspezifischen Fragestellungen, die Betreuung des Gläubigerausschusses sowie die Kommunikation zu allen Stakeholdern, bei denen das Planverfahren weitestgehend unbekannt war. Mit der Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung entwickelt er zudem das 250 Seiten starke Zukunftskonzept, das die Neuausrichtung des Unternehmens beschreibt sowie umfangreiche Sanierungsmaßnahmen im operativen Bereich vorsieht.

Mit dem gewählten Verfahren ist die Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen, wie etwa die Beendigung unrentabler Vertragsverhältnisse oder langlaufender Dauerschuldverhältnisse, deutlich schneller und wesentlich kostengünstiger möglich. Ein Vorteil für die Gläubiger ist, dass sie eine deutlich höhere Quote als im Falle einer Regelinsolvenz erhalten. „Die Rettung konnte allerdings nur gelingen, weil die Lieferanten, Mitarbeiter und Kunden dem Unternehmen die Treue gehalten haben und somit die geplanten Umsatzziele erreicht wurden. Jetzt gilt es die begonnenen Maßnahmen konsequent weiter zu führen“, sagt Bozidar Radner, Geschäftsführer der Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung und verantwortlicher Partner für die Sanierung der Pfeiffer-Reisen.

Von dem Reisebüro hat sich Pfeiffer-Reisen inzwischen getrennt. Der Bereich Bustouristik wurde deutlich verringert. Innerhalb des Unternehmens fand ein organisatorischer Neuaufbau statt. Dazu gehörte auch die Einstellung einer kaufmännischen Leiterin, die Pfeiffer im Controlling unterstützt. Im operativen Bereich wurde die Werkstatt-Mannschaft aufgestockt, um weniger kostspielige Reparaturarbeiten extern vergeben zu müssen; der Fuhrpark wurde um zehn Busse erweitert. Durch die Einstellung der kaufmännischen Leiterin soll Herr Pfeiffer seinen Fokus auf die Vertriebsarbeit lenken und entlastet werden.

„Pfeiffer-Reisen hat das Instrument der Eigenverwaltung intensiv genutzt, um das Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur zu bringen und sich wettbewerbsfähig aufzustellen. Ich sehe eine gute Zukunft für das Unternehmen“, so die Sachwalterin und Rechtsanwältin Anna Kuleba. Kuleba ist Fachanwältin für Insolvenzrecht und Partnerin der Kanzlei SBS Stellmach Bröckers Dr. Schoofs aus Oldenburg. Als Sachwalterin übernahm sie die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen und die Geschäftsführung zu überwachen.

Teuto-Glasveredelung stellt Antrag auf vorläufige Eigenverwaltung

  • Buchalik Brömmekamp entwickelt Sanierungskonzept
  • Sanierungsexperte Nils Averbeck unterstützt die Geschäftsführung während des Verfahrens

Augustdorf/Bad Bentheim, 23. September 2016. Die Teuto-Glasveredelung GmbH (Augustdorf) und die Teuto-Glas GmbH & Co. KG (Bad Bentheim) haben beim Amtsgericht Detmold einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens verbunden mit einem Antrag auf Eigenverwaltung gestellt. Das Amtsgericht hat diesem Antrag entsprochen und eine vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Damit kann der Geschäftsführer Michael Dobbe die Geschicke der beiden Unternehmen weiterhin lenken. Der Geschäftsbetrieb, insbesondere die Produktion und Lieferung läuft in vollem Umfang weiter. Die Teuto-Glasveredelung und Teuto-Glas produzieren vornehmlich Isolierglas für den Fenster- und Fassadenbau.

Als vorläufige Sachwalter hat das Detmolder Amtsgericht Rechtsanwalt Stefan Meyer von PLUTA Rechtsanwälte bestellt. Betriebswirtschaftlich und juristisch wird das Unternehmen durch Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf beraten, die bereits in den letzten Jahren eine Vielzahl von Unternehmen in vergleichbarer Lage erfolgreich durch eine Planinsolvenz in Eigenverwaltung geführt hat. Der insolvenzerfahrene Sanierungsexperte Nils Averbeck, ebenfalls von Buchalik Brömmekamp, wird die Unternehmensleitung der Teuto-Glasveredelung im Verfahren vor Ort unterstützen.

„Die Eigenverwaltung ermöglicht uns, die notwendigen Sanierungsmaßnahmen zu ergreifen und das Unternehmen bei vollständiger Liefersicherheit für unsere Kunden stabil für die Zukunft auszurichten“, so der Geschäftsführer Michael Dobbe. Für die rund 150 Mitarbeiter, die in einer Betriebsversammlung über den Antrag informiert wurden, sind über das Insolvenzgeld die Löhne und Gehälter für die nächsten drei Monate sichergestellt.

Es gilt nun, so der Sanierungsexperte Averbeck: „das Unternehmen in den schwierigen Zeiten in der Glasindustrie wieder in ruhiges Fahrwasser zu führen. Es wird kein leichter Weg, aber er ist realisierbar und ich bin zuversichtlich.“ Hintergrund der wirtschaftlichen Schieflage ist die nahezu Verdoppelung des Rohglaspreises, der zu einer massiven Margenreduzierung geführt hat. Da weder die Mehrkosten an die Kunden weiteregegeben werden können, noch die bisherigen Sanierungsmaßnahmen die Verluste auffangen konnten, hat sich die Geschäftsführung zu einer Restrukturierung im Eigenverwaltungsverfahren entschlossen. Damit sollen die beiden Unternehmen wieder wettbewerbsfähig aufgestellt werden. Die Unternehmensgruppe hatte darüber hinaus vor vier Jahren erheblich investiert, um die Betriebe zukunftsorientiert auszurichten. Letztendlich führt der zunehmende Import von Fenstern und Glas aus Osteuropa zu einem Überangebot an Isolierglas bei einer derzeit gut laufenden Baukonjunktur. „Wir hoffen, dass die Gläubiger, insbesondere die Kreditgeber, Lieferanten und Kunden sowie die Politik und die gesamte Region Fingerspitzengefühl, Engagement und Willen aufbringen, um die Sanierung erfolgreich mit zu gestalten“, ergänzt Geschäftsführer Dobbe und weiter “Es gilt jetzt die vorübergehend schwierige Zeit zu überwinden, um neu ausgerichtet die Zukunft weiterhin gemeinsam zu gestalten.“

In der Eigenverwaltung wird vom Amtsgericht ein Sachwalter bestellt, der die wirtschaftliche Lage des Schuldners prüft und die Geschäftsführung überwacht. Die Aufgabe als vorläufiger Sachwalter übernimmt Rechtsanwalt Stefan Meyer: „Es handelt sich hier um zwei interessante Unternehmen, die technologisch gut aufgestellt sind, weil in den letzten Jahren sinnvoll investiert wurde. Wir müssen auf die Marktschwäche und die erheblichen Probleme aufgrund der zu hohen Preise auf der Beschaffungsseite reagieren und jetzt die richtigen Restrukturierungsmaßnahmen einleiten.“