bc con­nect GmbH: Schock für die Nach­­rang-Dar­­­le­hen­s­­gläu­­bi­­ger – vor­läu­fi­ges Insol­venz­ver­fah­ren angeordnet

In den letz­ten Tagen zeich­ne­te es sich bereits ab, doch nun haben die Anle­ger die Gewiss­heit, dass die bc con­nect GmbH insol­vent ist. Das Amts­ge­richt (Insol­venz­recht) Chem­nitz hat mit Beschluss vom 20.10.2021 das vor­läu­fi­ge Insol­venz­ver­fah­ren ange­ord­net.

Anle­ger der bc con­nect GmbH inves­tier­ten in sog. Nach­rang­dar­le­hen. Vie­le Anle­ger haben sich in der Zwi­schen­zeit an mich gewandt und nach­ge­fragt, was sie nun tun sol­len. In die­sem Bei­trag wer­den eini­ge Fra­gen beant­wor­tet; wei­te­re Fra­gen beant­wor­te ich ger­ne in einem Tele­fo­nat, via E‑Mail oder in einer Videokonferenz.

  1. Aktu­el­ler Stand

Fakt ist: Das Insol­venz­ge­richt hat Herrn Rechts­an­walt Scheff­ler zum vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­ter bestellt. Die­ser wird nun­mehr die vor­han­de­nen Unter­la­gen sowie die Ver­mö­gens­wer­te der insol­ven­ten Gesell­schaft sich­ten. In den nächs­ten Wochen bis Mona­ten wird der vor­läu­fi­ge Insol­venz­ver­wal­ter das vom Gericht beauf­trag­te Gut­ach­ten erstel­len und vor­le­gen. Auf Grund­la­ge die­ses Gut­ach­tens wird sodann das Insol­venz­ge­richt ent­schei­den, ob das Insol­venz­ver­fah­ren eröff­net oder man­gels Mas­se ein­ge­stellt wird.

Eini­ges spricht dafür, dass das Insol­venz­ver­fah­ren auch tat­säch­lich eröff­net wird.

Inzwi­schen ist auch die BaFin tätig gewor­den und stellt klar, dass die bc con­nect GmbH über kei­ne Erlaub­nis zum Betrei­ben von Bank­ge­schäf­ten oder der Erbrin­gung von Finanz­dienst­leis­tun­gen besitzt.

Zum jet­zi­gen Zeit­punkt bedarf es aller­dings einer Auf­klä­rung des gesam­ten Sach­ver­halts. D. h., die Kri­sen­ur­sa­chen sind zu ermit­teln und die Fra­ge der Trag­fä­hig­keit des Geschäfts­mo­dells zu prü­fen. Auch wird geklärt wer­den müs­sen, ob es sich um ein Schnee­ball­sys­tem han­delt. Dies sind nur eini­ge Punk­te, die in dem zu erstel­len­den Gut­ach­ten beleuch­tet wer­den müssen.

Gemäß ver­schie­de­ner Pres­se­mit­tei­lun­gen ist der Geschäfts­füh­rer bereits in Unter­su­chungs­haft. Der­zeit ist die Rede von einem soge­nann­ten Schnee­ball­sys­tem, wel­ches die Anle­ger immer in meh­rer­lei Hin­sicht hell­hö­rig wer­den las­sen sollte.

2. Fol­gen der Insolvenz

Mit der Insol­venz ist meist auch der über­wie­gen­de Teil des inves­tier­ten Gel­des ver­lo­ren. Des Wei­te­ren wer­den sich die Anle­ger und der Insol­venz­ver­wal­ter in den nächs­ten Jah­ren auch mit der Fra­ge aus­ein­an­der­set­zen müs­sen, ob bereits geleis­te­te Zah­lun­gen (zumin­dest, soweit es die Nach­rang­dar­le­hen betrifft) anfecht­bar sind. Die dahin­ge­hen­den Fra­gen wer­den aller­dings regel­mä­ßig erst drei Jah­re nach Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens geklärt, denn dann ver­jäh­ren die­se Anfechtungsansprüche.

3. Was rate ich betrof­fe­nen (Nach­­ran­g­­dar­­le­hens-) Anlegern?

Anle­gern rate ich, schon jetzt anwalt­li­che Bera­tung in Anspruch zu neh­men. Die Durch­set­zung der anle­ger­seits bestehen­den Ansprü­che soll­te vor­be­rei­tet wer­den. Dies gilt auch für die Abwehr von etwai­gen Anfech­tungs­an­sprü­chen, die der Insol­venz­ver­wal­ter aller Vor­aus­sicht nach spä­ter behaup­te­ten wird.

Jetzt Kon­takt aufnehmen
image_pdf

Pres­se­mit­tei­lun­gen

Ver­an­stal­tun­gen

News­let­ter

Bücher

Stu­di­en & Leitfäden

Vide­os

image_pdf