Mit­te August war es soweit, die geprell­ten P&R‑Anleger erhiel­ten Post von den Insol­venz­ver­wal­tern Dr. Micha­el Jaf­fé und Dr. Phil­ip Hein­ke. Mehr als 87.300 Schrei­ben wur­den an die ins­ge­samt rund 54.000 Anle­ger ver­schickt. Weni­ge Tage spä­ter froh­lock­te Jaf­fé, dass bereits fast ein Drit­tel der vor­aus­ge­füll­ten For­de­rungs­an­mel­dun­gen wie­der bei ihm ein­ge­gan­gen waren. Den Druck zur schnel­len Rück­sen­dung hat­te er mit einer eigen­mäch­tig gesetz­ten Frist im Anle­ger­brief erzeugt. Mit­ten in der Feri­en­zeit hat­ten die regel­mä­ßig nicht mit Insol­venz­ver­fah­ren belas­te­ten Anle­ger nur rund zwei Wochen Zeit. In einer spä­te­ren Mit­tei­lung ruder­te Jaf­fé zurück, die For­de­run­gen sei­en wie vom Gericht gefor­dert erst zum 14. Sep­tem­ber ein­zu­rei­chen. Selbst danach kön­nen noch For­de­run­gen ange­mel­det werden.

Das Vor­ge­hen rief nach­voll­zieh­ba­re Unsi­cher­hei­ten und Unmut bei den Inves­to­ren her­vor. Und nicht das ers­te Mal wird deut­lich, dass die Infor­ma­tio­nen des Insol­venz­ver­wal­ters fast nur von Fach­kun­di­gen zu durch­schau­en sind: Die Nicht­er­fül­lung des Ver­tra­ges, das Abrin­gen von Aus- und Abson­de­rungs­rech­ten, die Höhe der For­de­rungs­wer­te, die Jaf­fé selbst als nicht gesi­chert bezeich­net, sowie die Ankün­di­gung, nur in einem beson­de­ren Fall kei­ne Anfech­tungs­kla­gen zu erhe­ben. Die Lis­te ist lang und der nor­ma­le Anle­ger dürf­te damit über­for­dert sein, obwohl der Ver­wal­ter man­tra­ar­tig erklärt, eine anwalt­li­che Bera­tung wäre nicht von Nöten. Bevor auf Rech­te ver­zich­tet und vor­schnell Erklä­run­gen und unbe­grün­de­te For­de­rungs­an­mel­dun­gen abge­ge­ben wer­den, soll­ten Anle­ger wohl über­le­gen, was in den Anmel­dun­gen erklärt wird…

…Zu den aus Sicht der Anle­ger inter­es­san­ten The­men, ob die Ver­wal­ter – wie in ihrem 127-sei­­ti­­gen Gut­ach­ten – von einer nied­ri­gen zwei­stel­li­gen Insol­venz­quo­te wei­ter­hin aus­ge­hen, Anfech­tungs­an­sprü­che sei­tens der Inves­to­ren zu befürch­ten sind und eine ein­ge­schränk­te Fort­füh­rung des Betriebs oder die schnel­le Liqui­da­ti­on von den Ver­wal­tern favo­ri­siert wird, gibt es der­zeit kei­ner­lei Informationen.

Daher wer­den sich die Anle­ger in den Berichts­ter­mi­nen am 17. und 18. Okto­ber in der Münch­ner Olym­pia­hal­le sei es selbst oder durch einen in die­sem Bereich erfah­re­nen Rechts­an­walt Gehör ver­schaf­fen müs­sen. Neben der Ein­set­zung und Beset­zung des Gläu­bi­ger­aus­schus­ses, der den Insol­venz­ver­wal­ter kon­trol­lie­ren soll, müs­sen die Gläu­bi­ger auch dar­über ent­schei­den, ob und wie das Ver­fah­ren wei­ter­ge­führt und der vom Gericht ein­ge­setz­te Ver­wal­ter bei­be­hal­ten wer­den soll. Ein Aus­tausch der Insol­venz­ver­wal­ter wäre auch mög­lich, da die Gläu­bi­ger über das Schick­sal der insol­ven­ten Gesell­schaf­ten mitbestimmen.

Der kom­plet­ten Arti­kel lesen: “Erfolgs­mel­dun­gen mit bit­te­rem Bei­geschmack”  — ein Stand­punkt von Sascha Borowski

Mehr zur P&R‑Insolvenz lesen Sie unter:  https://www.kapitalanlagen-krise.de/aktuelle-verfahren/pr

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