Vorteile

Die Sanierung eines Bauunternehmens im Rahmen einer (vorläufigen) Eigenverwaltung oder eines Schutzschirmverfahrens bietet gegenüber dem Regelinsolvenzverfahren für das Bauunternehmen viele Vorteile:

Stigma der Insolvenz für den Bauunternehmer kaum spürbar

Ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt stellt die Bezeichnung der Verfahren als „Eigenverwaltung“ bzw. „Schutzschirmverfahren“ dar. Im Gegensatz zum Regelinsolvenzverfahren sind diese Begriffe bei Geschäftspartnern des Bauunternehmers und Außenstehenden nicht negativ behaftet. Während mit einer Insolvenz „im klassischen Sinne“ vor allem das Scheitern des Bauunternehmers und als dessen Resultat die Zerschlagung des Betriebes verbunden wird, werden die (vorläufige) Eigenverwaltung und v.a. das Schutzschirmverfahren hingegen als Möglichkeit einer nachhaltigen Sanierung und Chance für einen Neustart verstanden.

Darüber hinaus wissen viele Dritte mangels öffentlicher Bekanntmachung des Schutzschirmverfahrens oder der vorläufigen Eigenverwaltung nicht unbedingt, dass sich das Bauunternehmen in einer Insolvenz befindet. Das gilt jedenfalls bis zur Eröffnung des Verfahrens. Das Verfahren kann bis dahin, soweit nicht durch Presse oder Mitarbeiter kommuniziert, nach außen hin praktisch „geheim gehalten“ werden. Mit der Eröffnung des Verfahrens wird die Insolvenz des Bauunternehmens dann allerdings bekannt gemacht.

Die Geschäftsführung des Bauunternehmens bleibt im Amt

In beiden Verfahrensarten immanent bleibt die Geschäftsführung dem Bauunternehmen erhalten. Gemeinsam mit dem Sanierungsberater wird das geballte Know-how genutzt, um das Bauunternehmen wieder konkurrenzfähig am Markt zu platzieren. Es gibt keinen (vorläufigen) Insolvenzverwalter, der die Geschäftsführung „entmündigt“. Der vom Gericht eingesetzte (vorläufige) Sachwalter übt lediglich eine Überwachungs- und Kontrollfunktion aus und steht der Geschäftsleitung darüber hinaus ebenfalls beratend zur Seite. Ziel der Sanierung ist der Erhalt und Verbleib des Bauunternehmens!

Schaffung von Liquidität und Freiräumen für den Bauunternehmer

In dem rund dreimonatigen Zeitraum zwischen der Insolvenzantragstellung und der Eröffnung des Verfahrens kann sich das Bauunternehmen neue Liquidität verschaffen, z.B. durch Insolvenzgeld der Arbeitsagentur und Nichtabführung von Sozialabgaben und Steuern, keine Zahlung von Zinsen und Tilgungen oder die phasenweise Nichtbedienung von Dauerschuldverhältnissen. Die Nichtabführung von Steuerverbindlichkeiten ist eine Besonderheit, die es nur in der Eigenverwaltung und nicht in der Regelinsolvenz gibt.

Höhere Verteilungsquoten für die Gläubiger des Bauunternehmens durch kostengünstigeres Verfahren

In der Regelinsolvenz kostet vor allem der Insolvenzverwalter Geld. Seine Abwicklung des Verfahrens verschlingt oftmals einen großen Teil der Masse. Für die Gläubiger bleibt dann am Ende meist nur eine kleine Quote. Im Eigenverwaltungsverfahren, in welches sowohl die vorläufige Eigenverwaltung als auch das Schutzschirmverfahren münden, sind die Verfahrenskosten meist deutlich geringer. So steht den Gläubigern des Bauunternehmens eine größere verteilungsfähige Masse zur Verfügung, vor allem aber verbleibt deutlich mehr Liquidität beim Bauunternehmen, was sich wiederum positiv auf die Chancen einer erfolgreichen Sanierung auswirkt.

Zeit ist Geld!

Ein weiterer Vorteil stellt die Kürze der Verfahren dar, die im Normalfall auf sechs bis sieben Monate begrenzt werden kann. Dieser Umstand wirkt sich zudem positiv auf die meisten Geschäftsbeziehungen aus, bleiben diese dem Bauunternehmen doch eher erhalten als in einer Jahre andauernden Regelinsolvenz.

Gutachten

Umfassende Unternehmensanalyse als Grundlage für eine nachhaltige Sanierung

Insbesondere in Krisensituationen besteht oftmals ein Vertrauensproblem zwischen dem Bauunternehmen und den Stakeholdern. Um einen Liquiditätsengpass zu überbrücken oder eine nachhaltige Finanzierung des Bauunternehmens in Krisenzeiten sicher zu stellen, ist ein überzeugendes Gesamtkonzept von Nöten. Die Kreditinstitute und andere Stakeholder fordern immer häufiger ein Sanierungsgutachten, das den Erfordernissen nach IDW S6 entspricht. Dies hat für das Bauunternehmen den Vorteil, dass die Darlehensgeber durch einen unabhängigen Dritten eine Sicherheit im Bezug auf ihre Kreditvergabe erhalten und die Zukunftsfähigkeit ihres Bauunternehmens gesichert wird.

Der Kern und Inhalt eines Sanierungskonzeptes nach IDW S6 ist es, die Sanierungsfähigkeit des Baunternehmens zu untersuchen und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Aufbauend auf intensiven Untersuchungen, die sich entlang der Wertschöpfungskette Ihres Bauunternehmens orientieren, erstellt Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung ein IDW S6-Gutachten, das neben der Analyse der Krisenursachen insbesondere auch Umsetzungsempfehlungen beinhaltet, die eine Rückkehr in die Rentabilität ermöglichen.

Neben operativen Umsetzungsmaßnahmen werden insbesondere auch tragfähigeFinanzierungskonzepte entwickelt, die das wirtschaftliche Überleben des Bauunternehmens sicherstellen.

IDW S6 erfordert juristisches und betriebswirtschaftliches Know-how

Durch unseren interdisziplinären Ansatz mit Buchalik Brömmekamp Rechtsanwälte | Steuerberater stellen wir sicher, dass die juristischen Besonderheiten und Anforderungen in dem Gutachten berücksichtigt werden. Das ist insbesondere wichtig, da ausschließlich eine umfassende Prüfung der rechtlichen und wirtschaftlichen Risiken eine verlässliche Aussage über die Zukunftsfähigkeit Ihres Bauunternehmens gewährleistet. Dieser Aussage können die Stakeholder vertrauen. Es bietet dem Bauunternehmen und sämtlichen Beteiligten die Möglichkeit, sich umfassend über die Chancen und Risiken der Restrukturierung zu informieren und dient somit als eine valide Entscheidungsgrundlage für die analysierten Handlungsoptionen.

Fragestellungen des IDW S6

Im Sanierungskonzept nach IDW S6 wird insbesondere auf folgende Fragestellungen detailliert eingegangen:

  • Wie stellt sich die Ausgangssituation des Bauunternehmens dar?
  • In welchem Krisenstadium befindet sich das Bauunternehmen und welche Krisenursachen sind hierfür verantwortlich?
  • Welche Möglichkeiten und Sanierungsmaßnahmen sind für das Bauunternehmen vorhanden und wie können diese umgesetzt werden?
  • Welchen Beitrag leistet der Gesellschafter des Bauunternehmens für die Sanierung?
  • Welche Chancen und Risiken bestehen bei der Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen für das Bauunternehmen?