Erfolgstories

Praxisfall 1

Unternehmen:  Otto Kind AG

Branche:         Produktion von Betriebs- und Ladeneinrichtungen
 

Standorte:       2 Werke in der Nähe von Gummersbach

Mitarbeiter:     303
 

Umsatz:         40 Mio. €

Ausgangssituation:

Eine angespannte Liquiditätssituation und Sonderaufwendungen belasteten das operative Geschäft.

Aufgrund negativer Ergebnisse in den Jahren 2008 und 2009 und einer kritischen finanziellen Lage  mit verändertem Zahlungsverhalten gegenüber Lieferanten beauftragte die Otto Kind AG Anfang 2010 eine Unternehmensberatung mit der Erstellung eines Sanierungsgutachtens. Neben Kostensenkungs-und Ergebnisverbesserungsmaßnahmen sah das Gutachten Stundungsvereinbarungen mit den Lieferanten und Aufrechterhaltung des Versicherungsschutzes durch die Kreditversicherer zur Deckung der Finanzierungslücke vor.

Im Mai 2010 kam es jedoch wegen überfälliger Forderungen zu Lieferstopps, die  aufgrund von Materialmangel zu einem weiteren Umsatzrückgang führten. Aufgrund dessen wurde die Planung für die Monate Mai/Juni deutlich verfehlt. Zwar konnten mit den wesentlichen Lieferanten Stundungsvereinbarungen getroffen werden, die jedoch alle Vorkassebezahlung für weitere Lieferungen vorsahen. Durch diese Umstellung verlängerte sich die Lieferzeit bei einigen Lieferanten um zwei bis sechs Tage, was wiederum die  Produktion und Auslieferung an die Kunden verzögerte. In der Folge waren wegen der daraus resultierenden eingeschränkten Liefertermintreue weitere Umsatzverluste unvermeidbar.

Ein Finanzinvestor war an der Übernahme der Mehrheit der Anteile mit Zuführung von Eigenkapital interessiert - allerdings mit der Maßgabe, dass die Gesellschafter 100% ihrer Anteile für 1 € gegen einen Besserungsschein abgeben sollten. Erste Erkenntnisse eines Quickchecks durch die Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung ergaben, dass aufgrund der bereits eingetretenen Umsatzverfehlungen die von der externen Beratungsgesellschaft erstellte Liquiditätsplanung unrealistisch geworden war. Ohne erhebliche Liquiditätszufuhr im siebenstelligen Bereich war eine kurzfristige Insolvenzantragstellung unvermeidbar.

Lösung:

Am 07.07.2010 fand ein erstes Gespräch mit dem Vorstand der Otto Kind AG statt.   
Die Kanzlei Buchalik Brömmekamp erstellte innerhalb weniger Tage ein Insolvenzkonzept mit einer detaillierten Planrechnung. Parallel dazu überprüfte die Unternehmensberatung die vorliegende Ergebnis- und Liquiditätsplanung, validierte die bereits ermittelten und identifizierte neue Restrukturierungspotentiale. Auf dieser Basis konnten Vorstand und Gesellschafter davon überzeugt werden, den Weg durch die Planinsolvenz mit zu gehen.

Bereits am 30.07.2010 wurde auf der Basis dieses Konzeptes Insolvenzantrag verbunden mit dem Antrag auf Eigenverwaltung beim Amtsgericht Köln gestellt. Schon im Vorfeld wurde ein erfahrener Insolvenzexperte und Rechtsanwalt von Buchalik Brömmekamp zum Restrukturierungsvorstand berufen. Vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Norbert Weber aus Wuppertal.

Unmittelbar nach Antragstellung begann die Unternehmensberatung mit Rückendeckung des vorläufigen Insolvenzverwalters ein Konzept zur operativen Restrukturierung zu erstellen. Mit der Umsetzung wurde sofort begonnen. Parallel dazu erarbeitete die Sozietät den Insolvenzplan. Mit der professionellen Unterstützung des vorläufigen Verwalters und seiner umsichtigen Vorgehensweise konnten auch die anfänglich skeptischen Banken, die mit dem Verfahren noch nicht vertraut waren und  die ursprüngliche Investorenlösung vorgezogen hätten, von unserem Konzept überzeugt werden.

Am 16.09.2010 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet und die Eigenverwaltung angeordnet. 95% der stimmberechtigten Gläubiger nahmen den Insolvenzplan am 15.12.2010 an.

Aufgrund der durch die Insolvenz geschaffenen wesentlich besseren Rahmenbedingungen bewarben sich bei der schon während des Antragsverfahrens eingeleiteten Investorensuche eine Vielzahl von Interessenten um einen Einstieg bei der Otto Kind AG. Vor Antragstellung stand hierfür lediglich ein einziger Finanzinvestor zur Verfügung.

Den Zuschlag erhielt letztlich die Zech Group, weil sie nach Einschätzung aller Beteiligten, auch der Arbeitnehmer, das überzeugendste Zukunftskonzept vorweisen konnte. Der Einstieg erfolgte im Wege einer Kapitalerhöhung in das plansanierte Unternehmen. Ein wesentlicher Teil der Gesellschaftsanteile verblieb bei den Altgesellschaftern.

Zwischenzeitlich agiert die Otto Kind AG mit einer beeindruckenden Eigenkapitalquote von 54 % und einer guten Liquiditätsausstattung wieder erfolgreich im Markt. Die Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung begleitet - auch auf Wunsch des Investors - die Umsetzung der operativen Restrukturierungsmaßnahmen, insbesondere in den Bereichen Einkauf und Produktion.

Praxisfall 2

Unternehmen:   Julius Boos jr. GmbH & Co. KG

 

Branche:             Herstellung technischer Textilien

Standorte:           2 Werke in NRW

Mitarbeiter:          169

Umsatz:              20 Mio. €

Ausgangssituation

Die wiederholten Planverfehlungen im Wesentlichen bedingt durch den starken Umsatzeinbruch im Rahmen der Wirtschaftskrise sowie die negative Ergebniserwartung für das laufende Geschäftsjahr gefährdeten den Fortbestand des Unternehmens.

Bereits im Jahre 2005 kam es bei der Julius Boos jr. GmbH & Co. KG zu einem erheblichen Umsatzeinbruch, welcher in den Folgejahren weder durch Neukundenakquise noch über eine Ausweitung der Geschäfte mit den Bestandskunden aufgefangen werden konnte. Mitte 2007 wurde die Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung beauftragt, das Unternehmen bei der Sanierung zu unterstützen. Als Ursache für die kritische finanzielle Situation wurden insbesondere Strategie- und Vertriebsdefizite identifiziert. Gleichzeitig bestand ein hoher Liquiditätsbedarf der chinesischen Tochtergesellschaft, der die Liquiditätskrise noch verstärkte.

Zunächst gelang es mit erheblichem Einsatz von Gesellschaftermitteln, das Unternehmen zu stabilisieren, und es zeigten sich deutliche Restrukturierungserfolge.

Im Zuge der einsetzenden Wirtschaftskrise im Jahre 2008 wurden die vorgelegten Planungen aber erneut deutlich unterschritten. Strukturelle Anpassungen, insbesondere durch Personalfreisetzung, griffen zwar, beanspruchten  die Liquidität aber zusätzlich in starkem Maße. Eine Sanierung im Going Concern hätte die Zuführung erheblicher weiterer Mittel seitens des Gesellschafters erfordert. Bankkredite waren trotz mehrfacher Anfragen aufgrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes nicht zu erhalten.

Lösung:

Am 24.11.2009 fand eine Beiratssitzung statt, bei der die Unternehmensberatung wegen der drohenden Zahlungsunfähigkeit der Julius Boos. GmbH empfahl, die Sanierung über eine Planinsolvenz und Eigenverwaltung unter dem Schutz der Insolvenzordnung fortzusetzen.

Nachdem zunächst der Beirat von diesem Weg überzeugt werden konnte, gelang es auch, den Gesellschafter hierfür zu gewinnen. Buchalik Brömmekamp sollte das Unternehmen durch das Insolvenzverfahren begleiten. Ein insolvenzerfahrener CRO aus den Reihen der Buchalik Brömmekamp wurde in die Geschäftsführung berufen.

Bereits wenige Stunden nach Insolvenzantragstellung am 22.12.2009 fand ein erstes Gespräch mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Dr. Jörg Bornheimer aus der Sozietät Görg, statt, in dessen Verlauf dieser von dem beabsichtigten Weg einer Planinsolvenz und Eigenverwaltung überzeugt werden konnte und seine Unterstützung vorbehaltlich einer rechtlichen Überprüfung zusagte.

Am 01.03.2010 wurde das Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Wuppertal eröffnet und die Eigenverwaltung angeordnet. Dr. Bornheimer wurde zum Sachwalter bestellt.    
Am 24.06.2010 wurde über den Insolvenzplan abgestimmt, der eine Quote von 33% für die ungesicherten Gläubiger vorsah. 100 % der stimmberechtigten Gläubiger votierten im Termin für den Insolvenzplan. 

Auch während der Insolvenz wurden die vorinsolvenzlich eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen fortgesetzt. Zwischenzeitlich agiert die Julius Boos GmbH wieder erfolgreich im Markt und ist ein verlässlicher Partner seiner Kunden. Bereits in der Insolvenz lagen Umsatz und Ergebnis über Plan. Die Zuführung neuer Liquidität war nicht erforderlich; vielmehr wurde  im Insolvenzverfahren ausreichend Liquidität generiert, um die Zahlungsfähigkeit auch für die Zukunft zu sichern.