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MTM Metalltechnik Michelau GmbH nutzt Eigenverwaltungsverfahren zur Sanierung

Die MTM Metalltechnik Michelau GmbH erreicht planmäßig den nächsten Schritt für eine erfolgreiche Sanierung. Das Coburger Amtsgericht eröffnete das Insolvenzverfahren über das Vermögen von MTM und hat zugleich die Eigenverwaltung angeordnet. Mit der Eröffnung sieht auch das Gericht gute Chancen für eine Sanierung der Gesellschaft. Nun können die Sanierungsmaßnahmen zum Erhalt des Unternehmens durch die Geschäftsführer Thorsten Bauer und Nicolaas van der Sluis weiter umgesetzt werden. Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt und unverändert weiter. Laufende und künftige Projekte werden termingerecht fertiggestellt. „Auch unsere Vertriebsoffensive trägt erste Früchte. Aktuell konnten verschiedene neue Kunden gewonnen werden“, erklärt Geschäftsführer Bauer. Wegen Zahlungsunfähigkeit hatte das Unternehmen sehr frühzeitig den entsprechenden Antrag beim Amtsgericht Coburg gestellt.

In dem Verfahren wird MTM von dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp (Düsseldorf) begleitet. „Derzeit laufen die Maßnahmen zur operativen Restrukturierung und die Fokussierung auf das bestehende Geschäftsmodell auf Hochtouren“, erklärt Sanierungsexperte Tim Langstädtler aus dem Hause Buchalik Brömmekamp, der in dem Verfahren als Generalbevollmächtigter der MTM unterstützend tätig ist.

Im Mittelpunkt des entwickelten Sanierungskonzeptes stehen die Anpassung der Produktionsstruktur an die zu erwartenden Umsätze sowie die Optimierung von Unternehmensprozessen. Weiterhin will das Unternehmen künftig seine Auftragsplanung stärker optimieren. Dem Sanierungskonzept, das die Entschuldung des Unternehmens aufzeigt, müssen später die Gläubiger zustimmen. Anschließend muss das Amtsgericht Coburg das Konzept bestätigen.

MTM hatte Anfang Dezember 2019 einen Insolvenzantrag gestellt. Schon damals ordnete das Amtsgericht Coburg auf Antrag des Unternehmens eine vorläufige Eigenverwaltung an. Hintergrund der wirtschaftlichen Schieflage des 1987 gegründeten Unternehmens sind vor allem fehlerhafte Kalkulationen und eine unzureichende Datenqualität. Im Ergebnis führte dies auch zu einer geringen Liefertermintreue. MTM will sich durch das Eigenverwaltungsverfahren sanieren, den Umsatzrückgang kompensieren und sich wieder wettbewerbsfähig aufstellen.

In der Eigenverwaltung werden die Geschäfte weiterhin unter der Leitung der bisherigen Geschäftsführung geführt. Anders als in einer Regelinsolvenz wird in diesem Verfahren die Unternehmensleitung unter die Aufsicht eines Sachwalters gestellt, der – ähnlich eines Aufsichtsrates – die Interessen der Gläubiger vertritt. Das Amtsgericht Coburg hat als Sachwalter Dr. Harald Schwartz (SRI Rechtsanwaltsgesellschaft mbH) bestellt, der auch schon zuvor als vorläufiger Sachwalter in dem Verfahren tätig war.

Hiernach wurde gesucht:

  • insolvenzverfahren leistungserbringung vorläufige eröffnete

MEIER-RATIO geht gestärkt aus dem erfolgreich abgeschlossenen Eigenverwaltungsverfahren hervor

  • Der Fokus liegt weiterhin auf der Optimierung der Produktionsprozesse
  • Sanierung zur Unternehmensfortführung größtenteils umgesetzt
  • Alle Arbeitsplätze konnten erhalten werden

Dessau. 08.01.2020. Nun ist es amtlich, das Amtsgericht Dessau hat das Eigenverwaltungsverfahren des Fahrzeugbauers MEIER-RATIO GmbH aus Dessau-Roßlau aufgehoben. Damit konnte die Geschäftsleitung die Sanierung des Unternehmens in Eigenregie erfolgreich abschließen. Das Traditionsunternehmen geht gestärkt aus dem Verfahren hervor und die weiteren Ziele sind klar gesteckt. Dazu hatte das Unternehmen bereits zu Anfang des Verfahrens gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf ein umfangreiches Konzept mit knapp 40 Optimierungspunkten erarbeitet. Diese Punkte wurden im Laufe des Verfahrens bereits zu wesentlichen Teilen umgesetzt. Unter anderem wurden nicht mehr benötigte Aufgabengebiete reduziert, umverteilt oder stellenweise komprimiert; die Produktion hingegen weiter ausgebaut. Dass mit der Umstrukturierung eines Unternehmens nicht zwangsläufig ein Arbeitsplatzabbau einhergeht, zeigt der hiesige Erfolgsfall: Denn es konnten nicht nur alle Arbeitsplätze in der Produktion erhalten werden, sondern das Team wurde und wird sogar weiter aufgestockt. Den personellen Engpässen wurde vorübergehend mit dem Einsatz von Leiharbeitern begegnet; diese sollen im ersten Halbjahr 2020 aber fest von MEIER-RATIO übernommen werden.

„Dass wir uns im Januar 2019 dazu entschieden haben, die MEIER-RATIO und ihre bewährten Produkte weiter am Markt zu halten, hat sich nun als die richtige Entscheidung erwiesen. Die erfolgreiche Sanierung konnte jedoch nur mit kompetenter Unterstützung gelingen. Nach intensiven Recherchen nahmen wir Kontakt zu der Wirtschaftskanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp auf. Die Düsseldorfer Sanierungsexperten waren nach vielen Gesprächen letztlich diejenigen Berater, bei denen wir ein gutes Gefühl im Hinblick auf die Durchführung eines Eigenverwaltungsverfahrens hatten. Die positiven Reaktionen der Gläubiger bestätigten uns dies im Laufe des Verfahrens. Das Sanierungskonzept sowie der Insolvenzplan wurden von allen Gläubigern einstimmig angenommen. Darum möchte ich allen Beteiligten, die an die Zukunft des Unternehmens geglaubt haben und mit uns diesen Weg gegangen sind, recht herzlich danken. Dieser Dank gilt unseren Kunden, Lieferanten, Geschäftspartner, unserer Hausbank – aber vor allem auch unseren Mitarbeitern. Sie alle haben uns nicht im Stich gelassen; ohne sie wäre der Weg noch kräftezehrender gewesen. Sie alle wissen, dass das Unternehmen ein immenses Potential hat“, erklärt der Geschäftsführer Henning Meier.

Eine Verkettung unglücklicher Umstände hatte das Sanierungsverfahren Anfang 2019 notwendig gemacht: Fahrzeuge wurden verzögert angeliefert, was zu einem hohen Bestandsaufbau und einer massiven Liquiditätsbindung führte. Hinzu kamen ein ungewöhnlich hoher Krankenstand sowie fehlerhafte interne Arbeitsabläufe.

Mit der Eigenverwaltung nutzte der Fahrzeugbauer nun eine Sanierungsmöglichkeit, die Unternehmen erst seit 2012 zur Verfügung steht. Im Vordergrund der sogenannten Sanierung unter Insolvenzschutz steht die Fortführung des Unternehmens, weshalb die unternehmerische Verantwortung auch bei der Geschäftsführung verbleibt, die den Sanierungsprozess selbstständig ohne Einsatz eines Insolvenzverwalters durchführt. Außerdem ist die Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen, wie etwa der Beendigung unrentabler Vertragsverhältnisse oder langlaufender Dauerschuldverhältnisse, deutlich schneller und wesentlich kostengünstiger möglich als ohne ein solches Verfahren. Hervorzuhebende Vorteile für die Gläubiger sind der Erhalt des Geschäftspartner und die Auszahlung einer regelmäßig deutlich höheren Quote als im Falle einer Regelinsolvenz.

Unterstützt wurde Geschäftsführer Henning Meier dabei durch den Projektleiter Rechtsanwalt Tim Langstädtler aus dem Hause Buchalik Brömmekamp. „Herr Langstädtler übernahm die insolvenzspezifischen Fragestellungen sowie die Kommunikation zu allen Stakeholdern. Das Eigenverwaltungsverfahren war bei vielen Stakeholdern vorher noch gar nicht bekannt und bedurfte daher einiger Aufklärung“, erläutert Geschäftsführer Meier und Langstädtler ergänzt „Die Rettung konnte nur gelingen, weil die Lieferanten, Mitarbeiter und Kunden dem Unternehmen die Treue gehalten haben und somit die geplanten Umsatzziele erreicht wurden. Jetzt gilt es die begonnenen Maßnahmen konsequent weiter zu führen“.

„MEIER-RATIO hat das Instrument der Eigenverwaltung intensiv genutzt, um das Unternehmen wieder auf Erfolgskurs zu bringen und sich erneut wettbewerbsfähig aufzustellen. Ich sehe eine gute Zukunft für das Unternehmen“, so der Sachwalter Rechtsanwalt Dr. Stephan Thiemann, Geschäftsführer der Kanzlei PLUTA. Als Sachwalter übernahm er die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des schuldnerischen Unternehmens zu überprüfen und die Geschäftsführung zu überwachen.

Über MEIER-RATIO GmbH

Das Unternehmen stellt am Standort Dessau-Roßlau Absetz- und Abrollkipper sowie Anhänger für Nutzfahrzeuge her. Zu den Kunden von Meier-Ratio gehören der Ein-Mann-Betrieb genauso wie die Big-Player der Transportbranche. Das Traditionsunternehmen, das 1968 gegründet wurde, beschäftigt 48 Mitarbeiter.

Über Buchalik Brömmekamp

Als Beratungsgesellschaft für Restrukturierung und Sanierung ist Buchalik Brömmekamp darauf spezialisiert, mittelständische Unternehmen innerhalb und außerhalb der Krise auf Erfolgskurs zu bringen. Leistungen der Buchalik Brömmekamp werden durch eine Rechtsanwalts- und Steuerberaterkanzlei sowie einer Unternehmensberatung angeboten. Interdisziplinär arbeiten Betriebswirte, Ingenieure und Juristen zusammen und bieten ein breites Spektrum an Dienstleistungen für mittelständische Unternehmen, Fremd- und Eigenkapitalgeber sowie Insolvenzverwalter. Buchalik Brömmekamp entwickelt ganzheitliche und nachhaltige Lösungen, die rechtlich, steuerrechtlich sowie betriebs- und finanzwirtschaftlich aufeinander abgestimmt sind und setzt diese in Restrukturierungs- und Sanierungsprojekten um. Buchalik Brömmekamp hat bisher mehr als 150 Unternehmen nach dem neuen Gesetz beraten.

Kontakt:
Tim Langstädtler,
Tel.: 0211 / 82 89 77 0,
E-Mail:

Über PLUTA

PLUTA hilft Unternehmen in rechtlich und wirtschaftlich schwierigen Situationen. Seit Gründung 1982 ist PLUTA stetig gewachsen und beschäftigt heute mehr als 400 Mitarbeiter in Deutschland, Spanien, Italien und Polen. Über 90 Juristen und 40 Kaufleute, darunter viele Rechtsanwälte und Steuerberater mit Mehrfachqualifikationen als Wirtschaftsprüfer, Diplomkaufmann oder Buchprüfer, sorgen für praktikable, wirtschaftlich sinnvolle Lösungen. PLUTA unterstützt insbesondere bei der Sanierung und Fortführung von Unternehmen in Krisen oder Insolvenzsituationen und entsendet bei Bedarf auch Sanierungsexperten in die Organstellung. PLUTA gehört zur Spitzengruppe der Sanierungs- und Restrukturierungsgesellschaften, was Rankings und Auszeichnungen von INDat, JUVE, Focus, Legal 500, Who’s Who Legal, Best Lawyers und Global Restructuring Review (GRR 100) belegen. Weitere Informationen unter www.pluta.net

Buchalik Brömmekamp mit Best of Consulting Award der Wirtschaftswoche ausgezeichnet

  • Projekt Wellemöbel in der Kategorie Restrukturierung mit „Exzellent“ bewertet

Düsseldorf, 16. November 2016. Die Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung ist mit dem Best of Consulting Award (BoC) der Wirtschaftswoche ausgezeichnet worden. Die Unternehmensberatung hatte sich mit der erfolgreichen Sanierung der Wellemöbel-Gruppe in der Kategorie Restrukturierung beworben. Die fünfköpfige Fachjury bewertet das Projekt mit Exzellent und hatte zuvor zur Beurteilung der Beratungsleistung neben den Projektbeteiligten aus dem Hause Welle zehn weitere Referenzkunden von Buchalik Brömmekamp befragt. Mit dem BoC Award wurden bereits zum siebten Mal Deutschlands beste Unternehmensberater ausgezeichnet. Etwa 180 Gäste aus der Branche feierten am gestrigen Dienstag gemeinsam mit Vertretern aus Industrie und Wissenschaft die Gewinner im Düsseldorfer Intercontinental.

„Die Auszeichnung unterstreicht unsere Anstrengungen, den Möbelhersteller Wellemöbel in schwierigem Branchenumfeld wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Ohne das exzellente Teamwork mit dem Unternehmen wäre ein solches Projekt allerdings nicht erfolgreich gewesen. Deshalb geht mein Dank an alle Projektbeteiligten“, erklärte Bozidar Radner, Geschäftsführender Gesellschafter der Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung bei der Verleihung.

Die Sanierung von vier Gesellschaften der Wellemöbel-Gruppe erfolgte über ein Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung, da außerhalb der Insolvenz die notwendigen Strukturanpassungen nicht umsetzbar waren. In dem Projekt wurde die Strategie des Unternehmens an den wechselnden Marktanforderungen ausgerichtet, das Leistungsportfolio um unprofitabel Produkte bereinigt und die dazugehörigen Kapazitäten dem Umsatz angepasst. Durch den Insolvenzplan konnte sich das Unternehmen zudem von Altlasten befreien. Die Auszeichnung bestätigt für Geschäftsführer Radner einmal mehr, dass eine wirklich nachhaltige Sanierung nur durch Anpassung der leistungswirtschaftlichen Faktoren und ein gutes Management möglich ist.

Logistikunternehmen Brinker Fetten erreicht erste Meilensteine bei der Sanierung

  • Geschäftsbetrieb läuft vollumfänglich weiter
  • Umsatzzuwachs und neue Kunden gewonnen

 

Ratingen, 1. September 2016. Die Brinker Fetten Logistik GmbH & Co. KG hat einen weiteren Meilenstein bei der Sanierung des Unternehmens erreicht. Das Amtsgericht Düsseldorf eröffnete planmäßig das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Logistikunternehmens und hat zugleich die Eigenverwaltung angeordnet. Damit können die Sanierungsmaßnahmen zum Erhalt des Unternehmens durch den Geschäftsführer Ludwig Fetten und Sanierungsgeschäftsführer Volker Schreck weiter umgesetzt werden. Während des Eigenverwaltungsverfahrens steht das Unternehmen unter der Aufsicht eines Sachwalters. Zum Sachwalter wurde Rechtsanwalt Georg F. Kreplin von der Kanzlei Kreplin & Partner bestellt, der bereits als vorläufiger Sachwalter tätig war. Der Geschäftsbetrieb läuft auch im eröffneten Verfahren ungehindert weiter.

„Unser Zukunftskonzept trägt erste Früchte. Seit der Antragstellung im März konnten wir den Umsatz nicht nur stabilisieren, sondern deutlich steigern. Wir profitieren von der Treue der Kunden, die sogar mehr Aufträge platzieren als noch vor dem Verfahren. Zudem konnten wir neue Kunden für das Unternehmen gewinnen“, so Volker Schreck, der zuversichtlich ist, dass die Sanierung Ende des Jahres abgeschlossen werden kann. Sanierungsexperte Schreck kommt vom Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp, das auf die Restrukturierung von mittelständischen Unternehmen spezialisiert ist. Im vergangenen Jahr führte der er das Unternehmen F&K, das ebenfalls in der Speditionsbranche tätig ist, erfolgreich durch ein Eigenverwaltungsverfahren.

Brinker Fetten hatte am 22. März 2016 einen Insolvenzantrag gestellt. Schon damals ordnete das Amtsgericht Düsseldorf auf Antrag des Unternehmens eine vorläufige Eigenverwaltung an. Ursache für die wirtschaftliche Schieflage sind der unerwartete Umsatzeinbruch im Jahr 2014 sowie der hohe Krankenstand im vergangenen Jahr, der zu erheblichen Mehrkosten geführt hat. Darüber hinaus belasten die Löhne, die deutlich über dem Branchendurchschnitt liegen, die Kostensituation.

Das Sanierungskonzept, das Geschäftsführer Ludwig Fetten mit dem Team von Buchalik Brömmekamp zusammen entwickelt, wird das Unternehmen neu ausrichten und die dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit des Logistikers sicherstellen. Darin sind einige positive Signale an die Belegschaft enthalten, denn das Konzept sieht beispielsweise einen Arbeitsplatzaufbau vor. Dank der guten Beschäftigungslage stieg die Anzahl der Mitarbeiter schon im vorläufigen Verfahren von 58 auf 61. Weiterhin enthält das Zukunftskonzept eine Modernisierung des Fuhrparks. Inzwischen wurden bereits neun Zugmaschinen angeschafft und weitere Investitionen in neue Trailer sind geplant.

Mit der Eigenverwaltung nutzt Brinker Fetten die seit dem 1. März 2012 geltenden neuen Möglichkeiten einer Sanierung unter Insolvenzschutz. Dabei erstellt das Unternehmen einen Sanierungsplan, in dem die Entschuldung und nachhaltige Fortführung des Unternehmens aufgezeigt wird. Dem Sanierungsplan müssen die Gläubiger zustimmen. Während des Verfahrens wird das Unternehmen durch einen Sachwalter beaufsichtigt. Diese Aufgabe übernimmt Rechtsanwalt Georg F. Kreplin von der Kanzlei Kreplin & Partner. „Brinker Fetten hat die Möglichkeiten der Eigenverwaltung bis jetzt sehr gut genutzt. Es gilt aber, die Kunden und Lieferanten von der Zukunftsfähigkeit des Logistikunternehmens weiter zu überzeugen“, so Sachwalter Georg Kreplin.

Karl Groll nutzt Eigenverwaltungsverfahren zur Sanierung – Meintz wird CRO

  • Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter

Plettenberg. 15. Juni 2016. Die Karl Groll GmbH & Co. KG will sich durch ein Eigenverwaltungsverfahren sanieren und wieder wettbewerbsfähig aufstellen. Einem entsprechenden Antrag der Geschäftsführung hat das Amtsgericht Hagen zugestimmt. „Mit der Eigenverwaltung verfolgen wir das Ziel, das Unternehmen fortzuführen und nachhaltig zu sanieren. Deshalb laufen der Geschäftsbetrieb und die Produktion weiter wie bisher“, erklärt Geschäftsführer Dr. Jörg Peddinghaus. Mit dem Verfahren nutzt das Unternehmen die Chance, die der Gesetzgeber mit dem ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen) vor vier Jahren geschaffen hat, damit sich Unternehmen in schwierigen Situationen wieder neu aufstellen können. Die Unternehmensleitung bleibt in der Eigenverwaltung weiterhin im Amt und wird die Sanierung selbstständig durchführen.

In dem Verfahren wird Groll vom Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp begleitet. Die Düsseldorfer Beratung wird Groll in rechtlichen Belangen des Eigenverwaltungsverfahrens begleiten und die betriebswirtschaftliche sowie operative Restrukturierung durchführen. Neben der Erstellung des Sanierungskonzeptes wird die Unternehmensleitung durch den Sanierungsexperten Daniel Meintz ergänzt. „Groll hat enormes Entwicklungspotenzial, deshalb ist die Eigenverwaltung der richtige Weg für das Unternehmen, um die Sanierung im Interesse aller Beteiligten schnell und erfolgreich umzusetzen“, erklärt Sanierungsgeschäftsführer Meintz.

Die Gesenkschmiede betreibt zwei Produktionsstätten in Plettenberg, erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 16 Mio. Euro und beschäftigt über 130 Mitarbeiter. Das Unternehmen stellt verschiedenste Schmiedeteile für die Automobilindustrie und den Maschinenbau her. Die Mitarbeiter wurden heute in einer Betriebsversammlung über den Antrag informiert. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind bis auf Weiteres über das Insolvenzgeld abgesichert.

Hintergrund der wirtschaftlichen Schieflage des 1920 gegründeten Unternehmens sind Probleme bei der Umsetzung geplanter Optimierungs- und Veränderungsprozesse. Hinzu kommen überdurchschnittliche Belastungen im Personalbereich, welche zum Teil auf einen hohen Krankenstand in einigen Unternehmensbereichen zurückzuführen sind. Das Unternehmen hat sich deshalb zur Sanierung in Eigenverwaltung entschieden. „Nach der Planinsolvenz wird das Unternehmen ertrags- und liquiditätsmäßig wieder gestärkt sein, um weiterhin als interessanter Partner für Kunden und Lieferanten agieren zu können“, blickt Geschäftsführer Peddinghaus zuversichtlich in die Zukunft. Zusammen mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp wird das Unternehmen ein Sanierungskonzept erarbeiten und zeitnah umsetzen. Im Mittelpunkt des Konzeptes stehen die Verbesserung der Prozesse in Produktion und Logistik.

Mit der Eigenverwaltung werden die Geschäfte weiterhin unter der Leitung der bisherigen Geschäftsführung geführt. Allerdings steht die Unternehmensleitung unter der Aufsicht eines vorläufigen Sachwalters. Das Amtsgericht Hagen hat als vorläufigen Sachwalter Dr. Markus Wischemeyer, Partner der Kanzlei White & Case, bestellt. „Ich habe mir vor Ort einen ersten Überblick verschafft. Die Mitarbeiter sind sehr motiviert und die Beteiligten haben ihre Bereitschaft zu einer weiteren Zusammenarbeit signalisiert“, erklärte der vorläufiger Sachwalter Dr. Wischemeyer.

Getriebehersteller Bockwoldt saniert sich durch ESUG

  • Geschäftsbetrieb läuft vollumfänglich weiter

 

Bad Oldesloe. 4. Februar 2016. Das Amtsgericht Reinbek hat dem Antrag der Bockwoldt GmbH & Co. KG vom 29. Januar 2016 auf Einleitung eines Eigenverwaltungsverfahrens stattgegeben. Weiterhin bestellte es Berthold Brinkmann von der Hamburger Kanzlei Brinkman & Partner zum vorläufigen Sachwalter. Der Getriebehersteller Bockwoldt wird in dem Verfahren vom Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf juristisch und betriebswirtschaftlich begleitet. Zusätzlich berät der Restrukturierungsexperte Dirk Eichelbaum (Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp) die Geschäftsführung in dem Verfahren.

Bockwoldt entwickelt und produziert Getriebe und Getriebemotoren sowie elektronische Steuerungen. Das vor über 100 Jahren gegründete Familienunternehmen beschäftigt am Stammsitz in Bad Oldesloe rund 50 Mitarbeiter, die in einer Betriebsversammlung über das Verfahren informiert worden sind. Die Löhne und Gehälter sind bis einschließlich März gesichert.

Hintergrund der wirtschaftlichen Schieflage ist die Insolvenz eines Lieferanten. Dadurch erhielt Bockwoldt keine Vorprodukte mehr und musste die eigene Produktion zurück fahren. Die daraus entstandenen Umsatzeinbrüche konnten durch Kosteneinsparungen nicht kompensiert werden. „Die Ursache liegt in der Pleite eines Lieferanten. Auch wenn das nicht unsere Schuld ist, müssen wir trotzdem alle Konsequenzen tragen. Es geht jetzt darum, den Betrieb als Ganzes aufrecht zu erhalten und die Arbeitsplätze zu sichern“, begründet Geschäftsführer Carl-Michael Bockwoldt die Entscheidung für das Eigenverwaltungsverfahren.

Mit der Eigenverwaltung nutzt Bockwoldt die seit dem 1. März 2012 geltenden neuen Möglichkeiten einer Sanierung unter Insolvenzschutz. Dabei erstellt das Unternehmen unter Aufsicht eines Sachwalters einen Sanierungsplan, in dem die Entschuldung und nachhaltige Fortführung des Unternehmens aufgezeigt wird und dem die Gläubiger zustimmen müssen. „Die Eigenverwaltung ist der richtige Weg für das Unternehmen, um die Sanierung im Interesse aller Beteiligten schnell und erfolgreich umzusetzen“, erklärt Sanierungsexperte Dirk Eichelbaum. In den nächsten Wochen wird das Unternehmen zusammen mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp ein Sanierungskonzept erarbeiten und umsetzen.

Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens wird vollumfänglich fortgeführt. „Wichtig ist es jetzt, die Lieferanten und Kunden für die Fortführung zu gewinnen. Darüber hinaus sind die Mitarbeiter motiviert“, erklärt Sachwalter Berthold Brinkmann.

Hiernach wurde gesucht:

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Aktuelles BGH-Urteil: Insolvenzanfechtung für Vermieter weiterhin sehr gefährlich!

Das Urteil des Bundesgerichtshofs (IX. Senat) vom 17.12.2015 (Az.  IX ZR 61/14) zeigt wieder einmal, dass dem Vermieter in der Insolvenz des Mieters die Rückzahlung vereinnahmter Mietzinsen in erheblichem Umfang selbst dann droht, wenn er einen Anspruch auf dieses Geld hat. Im konkreten Fall muss der Vermieter die vom später in die Insolvenz geratenen Mieter gezahlten Mieten der Jahre 2006 bis 2008 von rund 220.000 Euro an den Insolvenzverwalter erstatten. Nach Auffassung des Gerichtes hatte der Vermieter zum Zeitpunkt der Mietzahlungen Kenntnis von der drohenden Zahlungsunfähigkeit seines Mieters.

Bitte um Zahlungserleichterung (Stundung, Erlass, Raten) für den Gläubiger weiter problematisch

Dem Vermieter wurde unter anderem ein Schreiben des Anwalts des Mieters zum Verhängnis, in dem dieser um Stundung der Forderung und teilweisen Forderungserlass bat. Auch erhebliche Mietzinsrückstände, die seit dem Jahr 2005 bestanden, waren ein wichtiger Faktor, die den Senat zu der Überzeugung kommen ließen, dass der Vermieter im Zeitpunkt der Mietzahlungen die drohende Zahlungsunfähigkeit des Mieters kannte. Diese Kenntnis des Gläubigers ist im Rahmen der für Gläubiger besonders gefährlichen Anfechtung nach § 133 Abs. 1 InsO der streitentscheidende Faktor. Sie wird regelmäßig mithilfe sogenannter Beweisanzeichen festgestellt (Im Einzelnen hierzu: Buchalik/Hiebert, Die Kenntnis von der Zahlungsunfähigkeit bei der Insolvenzanfechtung nach § 133 Abs. 1 InsO – sachgerechte Beweiswürdigung als Baustein eines interessengerechten Insolvenzanfechtungsrechts, in: ZInsO 2015, 538 – 542; Hiebert, Insolvenzanfechtung nach § 133 Abs. 1 InsO – zur bargeschäftsähnlichen Lage als Beweisanzeichen sowie dem verlängerten und erweiterten Eigentumsvorbehalt, in: ZInsO 2015, 621 – 624).

Sanierungsbemühungen und Wiederaufnahme regelmäßiger Zahlungen sind nicht ausreichend

Der Vermieter konnte sich zudem nicht mit Erfolg darauf berufen, dass seine Kenntnis nachträglich entfallen sei. Hierfür, so das Gericht, trage der Vermieter die Darlegungs- und Beweislast. Mit dem Hinweis auf bloße Sanierungsbemühungen, die nicht in ein tragfähiges Sanierungskonzept gemündet sind, könne der Beweis nicht geführt werden. Gleiches gelte für die Aufnahme regelmäßiger Mietzinszahlungen, weil dies noch nicht den Schluss auf eine für die Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit erforderliche allgemeine Zahlungsaufnahme des Schuldners spreche.

Anforderungen an Sanierungskonzepte weiterhin hoch

Der Senat betont erneut, dass Zahlungen dann nicht anfechtbar sind, wenn sie Bestandteil eines ernsthaften, letztlich aber fehlgeschlagenen Sanierungsversuchs sind. Er hält allerdings weiter an den hohen Anforderungen vergangener Entscheidungen fest. Voraussetzung sei, dass im Zeitpunkt der Zahlung ein schlüssiges, von den tatsächlichen Gegebenheiten ausgehendes Sanierungskonzept vorliege, das mindestens in den Anfängen schon in die Tat umgesetzt worden ist und bei dem Schuldner die ernsthafte und begründete Aussicht auf Erfolg rechtfertigt. Bloße Vorbereitungshandlungen, wie im konkreten Fall ein Rundschreiben an alle Gläubiger, sind nicht ausreichend.

Voraussetzungen für die Privilegierung als Bargeschäft nicht erfüllt

Wie in der Praxis so häufig, waren auch im konkreten Fall die Voraussetzungen für ein Bargeschäft, das die Hürden für eine Anfechtung deutlich anhebt und nach geplanter Rechtslage ausschließt, nicht erfüllt. Gemäß dem Gesetzentwurf der Bundesregierung, der bereits im Gesetzgebungsverfahren ist, sollen künftig Leistungen, die unmittelbar gegeneinander ausgetauscht werden, nur anfechtbar sein, wenn der Gläubiger im Zeitpunkt der Leistung erkannt hat, dass sein Schuldner unlauter handelte. Die Hürden für ein unlauteres Handeln sind nach der Gesetzesbegründung sehr hoch. Allerdings setzt das Bargeschäft, wie der Bundesgerichtshof auch in dieser Entscheidung wieder betont, künftig wie heute voraus, dass Gläubiger und Schuldner ihre Leistungen wechselseitig innerhalb eines Zeitraums von längstens 30 Tagen ausgetauscht haben. Genau hieran fehlt es aber in der Praxis häufig, z.B. auch dann, wenn der Mieter nur geringfügig unpünktlich zahlt. Der Senat weist darauf hin, dass der Vermieter die Darlegungs- und Beweislast dafür trägt, wann welche Zahlungen für welche Zeitabschnitte erfolgt sind und welche Tilgungsbestimmung die Parteien getroffen haben. Nicht zuletzt dieser Umstand belegt erneut, dass die rechtzeitige Beauftragung eines Spezialisten für Insolvenzanfechtung unverzichtbar ist, um die Weichen richtig zu stellen und im Fall der Klage den Schaden so gering wie möglich zu halten.

Weitere Informationen zum Anfechtungsrecht unter:

http://insolvenzanfechtung-buchalik.de/

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Pfeiffer-Reisen will mit Eigenverwaltung aus der Krise

  • Reisebetrieb sowie Linien- und Schulverkehr weiterhin sichergestellt
  • Sanierung zur Unternehmensfortführung in eigener Regie

Bad Zwischenahn, 18. Januar 2016. Geschäftsführer Stefan Pfeiffer hat für seine Unternehmen Pfeiffer-Reisen GmbH & Co. KG und Primo Logistik GmbH & Co. KG die Eröffnung eines Eigenverwaltungsverfahrens beim Amtsgericht Oldenburg beantragt. Ziel des Verfahrens ist es, die beiden Unternehmen über Insolvenzpläne zu sanieren und wieder wettbewerbsfähig aufzustellen. Den Sanierungsplänen, die der Geschäftsführer mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf entwickeln wird, müssen das Gericht und die Gläubiger zustimmen. Kunden, die eine Reise gebucht haben, können unbesorgt ihren Urlaub antreten, da der Reise- und Busbetrieb weiterhin sichergestellt ist.

Pfeiffer-Reisen ist im Linienverkehr in der Stadt und über Land, im Fernbus-, Schulbus-, Behinderten- und Reiseverkehr tätig. Weiterhin unterhält es ein eigenes Reisebüro. Die Primo Logistik übernimmt Speditions- und Logistikdienstleistungen. Die 150 und 27 Mitarbeiter der beiden Unternehmen wurden in Betriebsversammlungen über das Verfahren und das weitere Vorgehen informiert. Die Löhne und Gehälter sind durch das Insolvenzgeld für drei Monate abgesichert.

In der Eigenverwaltung kann die Geschäftsführung die Restrukturierung der Pfeiffer-Reisen und Primo Logistik selber durchführen. Dazu hat sich Stefan Pfeiffer mit dem Sanierungsexperten Tim Langstädtler von der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp als weiteren Sanierungsgeschäftsführer verstärkt. „Der Geschäftsbetrieb ist stabil und die Kunden werden wie gewohnt betreut und beliefert. Mit der Eigenverwaltung haben wir den richtigen Weg zur Sanierung gewählt, um im Interesse der Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Gläubiger den Fortbestand der Unternehmen zu sichern“, erklärt Geschäftsführer Pfeiffer.

Grund für dieses erforderliche Sanierungsverfahren ist erstens der unerwartete Ausstieg eines Fernbusanbieters. Das hatte einen hohen Umsatzeinbruch zur Folge, der nicht aufgefangen werden konnte. Zweitens ließ die Einführung des Mindestlohnes die Personalkosten erheblich ansteigen. Diese Kostensteigerung konnte bisher aufgrund langfristiger Vertragsbindungen nicht weitergegeben werden. Weiterhin entstanden durch Großschäden an zwei Reisebussen deutliche Mehraufwendungen und Umsatzausfälle. Mit dem nun gewählten Verfahren ist die Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen, wie etwa die Beendigung unrentabler Vertragsverhältnisse oder langlaufender Dauerschuldverhältnisse, deutlich schneller und wesentlich kostengünstiger möglich.

In den nächsten Wochen wird das Sanierungskonzept für die beiden Unternehmen entwickelt. Dieses sieht neben Vertragsverhandlungen einen Ausbau der Vertriebsaktivitäten im Reiseunternehmen sowie in der Spedition Primo Logistik vor. „Die nächsten Wochen werden intensiv dazu genutzt, um das Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur zu bringen“, erklärt Sanierungsgeschäftsführer Tim Langstädtler.

Das Verfahren hat den wesentlichen Vorteil, dass die Geschäftsführung weiterhin die Geschicke des Unternehmens lenken kann. Sie übernimmt dabei die meisten Aufgaben, die in einem Regelinsolvenzverfahren von einem Insolvenzverwalter wahrgenommen wurden. Anstelle eines Insolvenzverwalters wird ein Sachwalter bestellt, der hauptsächlich die Aufgabe hat, die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen und die Geschäftsführung zu überwachen. Als vorläufige Sachwalterin bestellte das Amtsgericht Oldenburg Rechtsanwältin Anna Kuleba. Kuleba ist Fachanwältin für Insolvenzrecht und Partnerin der Kanzlei SBS Stellmach Bröckers Dr. Schoofs aus Oldenburg. „Als Sachwalterin unterstütze ich die uneingeschränkte Fortführung des Unternehmens und die Geschäftsleitung im Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Änderungen im Betriebsablauf wird es nicht geben. Ganz wichtig ist, dass die Kunden und Auftraggeber weiterhin vollstes Vertrauen in die bestehende Leistungsfähigkeit des Unternehmens haben können“, so Anna Kuleba.

ESUG: Neuaufstellung der Penn Textile Solutions erzielt deutliche Fortschritte

  • Effizienzsteigerungen und die Erschließung neuer Märkte sowie Produktentwicklungen stehen im Fokus

Paderborn. 29. Dezember 2015. Das Amtsgericht Paderborn hat planmäßig das Eigenverwaltungsverfahren über das Vermögen der Penn Textile Solutions GmbH eröffnet. Erste Maßnahmen zur Neuausrichtung des Unternehmens konnten bereits umgesetzt werden. Im Fokus stehen Effizienzsteigerungen, die Erschließung neuer Märkte und die Entwicklung neuer Produkte. Damit erzielt die Sanierung des Herstellers für elastische Wirk- und Strickwaren deutliche Fortschritte. Penn beliefert mit seinen Produkten weltweit Mieder-, Wäsche- und Sportbekleidungshersteller.

Die nun umzusetzenden Sanierungsmaßnahmen erfolgen auf der Basis eines abgestimmten Sanierungskonzeptes, dass die Geschäftsführer Markus Regenstein und Thomas Siemensmeyer mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf entwickelt haben. Weiterhin ergänzt Sanierungsgeschäftsführer Daniel Meintz von der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp die Unternehmensleitung und führt Penn durch das Eigenverwaltungsverfahren. Zur Sachwalterin wurde Rechtsanwältin Sandra Bitter (Kanzlei Bitter Ehrhardt Rechtsanwälte) ernannt, die bereits als vorläufige Sachwalterin tätig war. Der laufende Geschäftsbetrieb wird auch nach Eröffnung des Verfahrens unverändert fortgeführt. Die Lieferungen an Kunden erfolgen weiterhin ohne Einschränkungen.

Das Sanierungskonzept sieht im Wesentlichen Effizienzsteigerungen, insbesondere im Bereich Vertrieb und der Produktentwicklung, vor. Weitere Schwerpunkte sind die Neuentwicklung von technischen Textilien und Sportfunktionsbekleidung sowie auch die Erschließung neuer Märkte in Südosteuropa und Indien. „Wir haben in den vergangenen Monaten unsere Strategie auf den Prüfstand gestellt und unser Geschäftsmodell an die Markterfordernisse angepasst. In den Gesprächen mit unseren Kunden haben wir für unseren neuen Kurs die volle Unterstützung erhalten“, erklärt Geschäftsführer Markus Regenstein.

Weiterhin einigte sich die Geschäftsführung mit dem Betriebsrat auf einen sozialverträglichen Abbau von 38 Arbeitsplätzen. So können die betroffenen Mitarbeiter in eine Transfergesell-schaft wechseln. Die Transfergesellschaft hat die Aufgabe, die Mitarbeiter weiterzubilden und in neue Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln. „Der Arbeitsplatzabbau ist erforderlich, damit das Unternehmen Penn Textile Solutions fortgeführt werden kann und wir langfristig wieder wettbewerbsfähig am Markt agieren können“, erklärt Geschäftsführer Markus Regenstein.

Der Insolvenzplan, welcher im Wesentlichen aus dem Sanierungskonzept besteht und die Entschuldung des Unternehmens regelt, soll in Kürze fertig gestellt und beim Amtsgericht Paderborn eingereicht werden. Mit der Beendigung des Verfahrens, so Sanierungs-geschäftsführer Daniel Meintz von der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp, werde noch im Frühjahr 2016 gerechnet.

Penn Textile Solutions hatte am 25. September 2015 einen Insolvenzantrag gestellt. Damals ordnete das Amtsgericht Paderborn auf Antrag des Unternehmens eine vorläufige Eigenverwaltung an, die vom vorläufigen Gläubigerausschuss einstimmig befürwortet wurde. Die anhaltende globale Marktschwäche in der Textilbranche, der schrumpfende Absatzmarkt und der Preisdruck durch Hersteller aus Fernost haben zur wirtschaftlichen Schieflage geführt. Das Unternehmen beschäftigt rund 170 Mitarbeiter und erzielte in 2014 einen Umsatz von 20 Mio. Euro.

Reserv GmbH erreicht weiteren Meilenstein in der Sanierung in Eigenverwaltung

  • Uwe Frick wird neue kaufmännischer Leiter

Prenzlau. 11. Dezember 2015. Die Sanierung der Reserv GmbH nimmt weiter Fahrt auf und hat mit der Eröffnung des Eigenverwaltungsverfahrens durch das Amtsgericht Neuruppin einen weiteren Meilenstein erreicht. Mit dem Verfahren soll das überregional tätige Dienstleistungsunternehmen wettbewerbsfähig aufgestellt werden. Die Eröffnung des Verfahrens in Eigenverwaltung beschließt das Gericht nur dann, wenn das Unternehmen realistische Chancen auf eine nachhaltige Sanierung und ein Fortführung hat. Das Besondere eines Eigenverwaltungsverfahrens ist, dass Geschäftsführerin Kirstin Düzel den Restrukturierungsprozess weiter eigenständig durchführen kann. Unterstützt wird Düzel durch den Berliner Sanierungsexperten Dr. Hubertus Bartelheimer von der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp. Der Geschäftsbetrieb läuft auch im eröffneten Verfahren unverändert weiter.

„Unser vorrangiges Ziel nach der Antragstellung Ende September war es, die Kunden von unserem Sanierungsweg zu überzeugen und sie für die Zukunft zu gewinnen. Das haben wir geschafft. Kunden und Lieferanten stehen zum Unternehmen und trotz des Verfahrens konnten wir den Auftragsbestand weiter halten“, zieht Dr. Bartelheimer ein erstes Fazit. Zusammen mit Kirstin Düzel und den Reserv-Mitarbeitern hat Bartelheimer ein 140-seitiges Sanierungskonzept entwickelt, das die Entschuldung der Reserv regelt und Maßnahmen zur Sanierung im ganzen Unternehmen aufzeigt.

Das Zukunftskonzept sieht in der Führungsetage einige Neuerungen vor. So hat Kirstin Düzel inzwischen die alleinige Geschäftsführung übernommen und zum Jahresanfang wird mit Uwe Frick ein neuer kaufmännischer Leiter seine Tätigkeit in dem Dienstleistungsunternehmen aufnehmen. Frick war zuvor Eigentümer des Autohauses Frick in Prenzlau. Die geplante Organisationsstruktur soll deutlich schlanker, die Prozesse im Unternehmen optimiert und die Geschäftsführung von operativen Tätigkeiten entlastet werden. So will sich Reserv künftig mehr auf das Kerngeschäft der Gebäudereinigung und der Objektpflege, zu dem auch der Winterdienst gehört, konzentrieren. Neben dem kommunalen Kunden, wie die Stadt Prenzlau, sollen deutlich mehr gewerbliche Kunden von den umfassenden Dienstleistungen der Reserv überzeugt werden. Dem Sanierungskonzept müssen nun die Gläubiger und das Gericht zustimmen.

„Der gewählte Weg in der Eigenverwaltung ist die beste Lösung für alle Beteiligten. Das haben mir unsere Lieferanten und Kunden immer wieder bestätigt“, erklärt Geschäftsführerin Düzel, „ein großer Dank gilt besonders meinen Mitarbeitern, die derzeit eine Doppelbelastung tragen. Zunächst arbeiten sie intensiv an den Veränderungen mit und dann muss natürlich die Tagesarbeit verrichtet werden. Es macht mich schon stolz, dass alle mit so viel Engagement dabei sind.“

Seit 2012 ermöglicht das ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen), ein Unternehmen auf Basis eines abgestimmten Zukunftskonzepts in Eigenverwaltung zu restrukturieren. Es handelt sich dabei um ein modernes Sanierungsverfahren, bei dem das Unternehmen erhalten werden soll. Die Geschäftsführung bleibt weiter im Amt und kann unter Aufsicht eines Sachwalters und des Gerichtes die notwendigen Schritte einleiten. Als Sachwalter hat das Amtsgericht Rechtsanwalt Christian Graf Brockdorff von der Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff & Partner aus Potsdam bestellt.