Penn Textile Solutions GmbH

Über die Zusammenarbeit

"Der Gang in die Insolvenz ist immer schwer und verschiedenste Umstände führen eine Geschäftsleitung zu dieser Entscheidung. Wir als Geschäftsführer der Penn Textile Solutions hatten nie den Glauben an unser Produkt verloren und an unseren Fähigkeiten, dies im Markt zu verkaufen, gezweifelt. Die Entscheidung, in ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu gehen, war für uns nach fachlich kompetenter Aufklärung von Buchalik Brömmekamp eine überzeugende Möglichkeit der Unternehmenssanierung und Standorterhaltung.

Während des Prozesses konnten wir uns von der Professionalität des Teams in unterschiedlichen Bereichen überzeugen. Die juristische Begleitung zeichnete sich in allen Belangen durch hohe fachliche Kompetenz aus und wurde durch die gute Vernetzung zu den lokalen Partnern (Sachwaltung, Gericht, Banken etc.) unterstützt.

Da Sanierung auch immer Restrukturierung bedeute, mussten wir unser Handeln in allen Bereichen der Unternehmung hinterfragen lassen. Die Mitarbeiter der Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung waren uns konstruktive Sparringspartner, mit denen wir ein überzeugendes Konzept für die Fortführung des Unternehmens erarbeiten konnten.

Für Unternehmer, die ihr Unternehmen restrukturieren müssen, können wir die Zusammenarbeit mit Buchalik Brömmekamp nur empfehlen.

Thomas Siemensmeyer, Geschäftsführender Gesellschafter, und Markus Regenstein, Geschäftsführender Gesellschafter  der Penn Textile Solutions GmbH

Wegen steigender Zugriffszahlen im Onlinehandel und neuer Billiganbieter wie Primark leidet die Textilindustrie in Europa: um rund ein Viertel ist der Umsatz seit der Jahrtausendwende alleine in Deutschland zusammengebrochen. Die Zahl der Herstellerbetriebe ist gar um die Hälfte geschrumpft. Die verbliebenen deutschen Textilunternehmen kämpfen derweil gegen asiatische Wettbewerber und die geringe Kauflaune. Die Penn Textile Solutions hat bereits frühzeitig mit weitreichenden Restrukturierungsmaßnahmen auf diesen Trend reagiert, doch erst eine Insolvenz in Eigenverwaltung konnte das Traditionsunternehmen aus Ostwestfalen wieder wettbewerbsfähig aufstellen.

Penn Textile Solutions GmbH ist ein mittelständisches Textilunternehmen mit rund 180 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 20 Mio. Euro. Penn stellt bereits seit 1959 auf dem 2,3 Hektar  großen Firmengelände in Paderborn elastische Textilien her. Der Schwerpunkt liegt in der Herstellung  gewirkter und gestrickter Stoffe. Von der Entwicklung und dem Garnzukauf über die Veredelung bis zum fertigen Stoff deckt Penn sämtliche Schritte der Wertschöpfungskette ab. Die wesentlichen Kunden stammen aus der Wäsche- und Miederbranche. Daneben ist das Unternehmen im Bereich der technischen Textilien und der Sportbekleidung aktiv.   

Insbesondere in 2012 und 2013 musste Penn auf dem stark umkämpften Textilmarkt in Deutschland erhebliche Umsatzeinbrüche im Kerngeschäft verzeichnen. Die daraufhin eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen konnten die Krise allerdings nicht beseitigen.

Als sich die Krise in 2015 weiter verschärfte und letztlich in einer Liquiditätskrise mündete, versuchte Penn mit den beteiligten Banken eine Lösung zu finden. Aufgrund der deutlich angespannten Liquiditätssituation und der sich bereits für Ende 2015 abzeichnenden Zahlungsunfähigkeit kam jedoch dieser letzte Versuch zur Vermeidung einer Insolvenz zu spät. Aus diesem Grund entschied sich die Geschäftsführung von Penn nach eingehender Beratung durch Buchalik Brömmekamp schließlich Mitte September 2015 für die Fortsetzung der Sanierung in Eigenverwaltung. Mit Unterstützung von Buchalik Brömmekamp stellte die Geschäftsführung Ende September 2015 einen Antrag für ein Eigenverwaltungsverfahren.

Unterstützung durch Sanierungsgeschäftsführer

Da die Anforderungen an ein Eigenverwaltungsverfahren allerdings enorm hoch sind und die Steuerung eines solchen Verfahrens nicht durch den Schuldner alleine erfolgen kann, bekam die Unternehmensleitung weitere Unterstützung durch Buchalik Brömmekamp. Rechtsanwalt Daniel Meintz ergänzte als Sanierungsgeschäftsführer (CRO) die Geschäftsführung und unterstützte das Management in allen insolvenzrechtlichen Belangen. Diese Maßnahme verstärkte das Vertrauen des Gerichtes und der Stakeholder in das Verfahren und in die Fortführung des Unternehmens.

Um Gerüchten im Markt schnell zu begegnen, vertrat die Geschäftsführung eine offene Kommunikationsstrategie. Unmittelbar nach Antragsstellung informierten die Geschäftsführer zunächst die wichtigsten Kunden und Lieferanten über den Antrag und die Eigenverwaltung. In einer Betriebsversammlung am Tag der Antragstellung wurde darüber hinaus die Belegschaft über das Eigenverwaltungsverfahren sowie die Insolvenzgeldvorfinanzierung unterrichtet. Durch die bereits vor Antragsstellung in die Wege geleitete Insolvenzgeldvorfinanzierung konnte sichergestellt werden, dass die Mitarbeiter pünktlich ihre Löhne und Gehälter zu Ende September 2015 erhielten. Aufgrund des bereits zu Beginn des Verfahrens erkennbar notwendigen Personalabbaus war es wichtig, den Betriebsrat mit dem Tag der Antragstellung eng in das Eigenverwaltungsverfahren einzubinden und wöchentlich über den Verlauf des Verfahrens zu informieren.

Offene Kommunikation zu allen Beteiligten

Ein weiterer Kommunikationsbaustein stellte die Schulung der Mitarbeiter dar, die im engen Kunden- und Lieferantenkontakt standen. Diese Mitarbeiter und die Penn-Führungskräfte erhielten durch die Sanierungsexperten der Buchalik Brömmekamp wertvolle Hinweise im Umgang mit  besorgten Kunden und Lieferanten. Diese offene Haltung gegenüber den Beteiligten sollte sich später auszahlen. So konnte Penn während des Verfahrens alle Lieferanten und Kunden weiterhin an das Unternehmen binden.

Zur Überwachung der Betriebsfortführung wurden entsprechende Controllinginstrumente eingeführt, die den Verfahrensbeteiligten mittels eines Tagesreportings den aktuellen Verlauf und später die ersten Erfolge der Sanierung aufzeigten. 

Parallel dazu begann die Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung mit der Erstellung des notwendigen Sanierungskonzeptes. Mittels einer sogenannten Ist-Analyse in sämtlichen Bereichen des Unternehmens wurden die wesentlichen Krisentreiber identifiziert und erste Gegenmaßnahmen entwickelt. Mit der Geschäftsführung und den Führungskräften erarbeiteten die Sanierungsexperten von Buchalik Brömmekamp dann auf Basis dieser Analyse ein rund 300 Seiten umfassendes Sanierungskonzept.

Sanierungskonzept sieht Produktivitätssteigerung und Kapazitätsanpassungen vor

Das Sanierungskonzept wurde noch vor Insolvenzeröffnung mit den wesentlichen Verfahrensbeteiligten, insbesondere dem vorläufigen Sachwalter, dem vorläufigen Gläubigerausschuss, den beteiligten Banken und dem Betriebsrat abgestimmt. Im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung stellte die Geschäftsführung die wesentlichen Eckpunkte des abgestimmten Konzeptes der Belegschaft vor.

  • Das Sanierungskonzept sah im Wesentlichen die folgenden Maßnahmen vor:
  • Steigerung der Produktivität durch Optimierung der Produktionsprozesse und Investitionen in die Produktionsanlagen,
  • Anpassung der Produktionskapazitäten an die neue Unternehmensstruktur gemäß des entwickelten Sanierungskonzeptes,
  • Neustrukturierung der Vertriebsorganisation und deren Prozesse,
  •  Anpassung der Personalstärke an die neue Unternehmensstruktur sowie
  • Reduzierung der Verbindlichkeiten / der Kapitaldienste gegenüber den beteiligten Kreditinstituten durch Veräußerung eines aufgrund der neuen Unternehmensstruktur nicht mehr benötigen Teils der Immobilie sowie durch den Verkauf zukünftig nicht mehr benötigter Maschinen.

Unmittelbar nach Insolvenzeröffnung konnte der bereits im Vorfeld der Eröffnung mit dem Betriebsrat verhandelte Interessenausgleich und Sozialplan unterzeichnet werden. Um den Personalabbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten, richtete das Unternehmen eine Transfergesellschaft ein. Wesentliche Aufgabe der Transfergesellschaft ist es, die Mitarbeiter für den Arbeitsmarkt vorzubereiten bzw. weiter zu qualifizieren. 

Einstimmigkeit für den Insolvenzplan

Auf Basis des Sanierungskonzeptes erstellte Buchalik Brömmekamp unmittelbar nach Insolvenzeröffnung den Insolvenzplan und stimmte diesen mit den Verfahrensbeteiligten wie dem Sachwalter und Gläubigerausschuss ab. Der Insolvenzplan sieht neben den Sanierungsmaßnahmen die Entschuldung des Unternehmens und die Quotenzahlungen an die Gläubiger vor. Durch den Insolvenzplan konnte sich Penn von Altlasten befreien und den Personalabbau durchführen. Beides wäre in einem außerinsolvenzlichen Sanierungsprozess aufgrund der hohen Restrukturierungskosten kaum durchführbar gewesen. Ferner ermöglichte erst die Eigenverwaltung die kurzfristige Beendigung unrentabler Vertragsverhältnisse und laufender Dauerschuldverhältnisse. Dadurch wurde die Liquidität geschont und das Ergebnis erheblich verbessert. Im nächsten Jahr soll die Eigenkapitalquote von Penn wieder auf 47 % steigen.

Bereits Anfang März 2016 stimmten die Gläubiger im Rahmen des Erörterungs- und Abstimmungstermins vor dem Paderborner Amtsgericht über den Insolvenzplan ab. Der Plan wurde einstimmig von den Gläubigern angenommen. Dadurch konnte das Insolvenzverfahren bereits Ende März 2016 und damit knapp sechs Monate nach Antragsstellung aufgehoben werden.

Durch das erfolgreich durchgeführte Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung ist es gelungen, Penn innerhalb kürzester Zeit bilanziell zu sanieren. Zudem konnten rund 130 Arbeitsplätze in Paderborn gerettet werden. Die operative Sanierung, die bereits nach der Verabschiedung des Sanierungskonzeptes startete, wird auf Wunsch von Penn durch Buchalik Brömmekamp auch nach der Aufhebung des Insolvenzverfahrens weiter begleitet.