Sanie­ren unter Insol­venz­schutz – Eine ech­te Zukunfts­op­ti­on für Bauunternehmen!

„Wenn die Öffent­lich­keit erfährt, dass mein Bau­un­ter­neh­men in die Kri­se gera­ten ist, dann kün­di­gen alle Auf­trag­ge­ber sofort die Bau­auf­trä­ge. Die Lie­fe­ran­ten holen die bereits gelie­fer­ten Waren ab und ver­wei­gern jeg­li­che wei­te­re Lie­fe­rung an uns.“ So die land­läu­fi­ge Mei­nung. Es herrscht bei vie­len Bau­un­ter­neh­men daher das Gefühl, dass es nur zwei Wege gäbe: Ent­we­der die Gesun­dung des Unter­neh­mens außer­halb der Öffent­lich­keit oder den Weg über die Insol­venz. Meist ist der Restruk­tu­rie­rungs­auf­wand kaum zu finan­zie­ren, somit bleibt nur Letz­te­res mit der mög­li­chen Fol­ge der Ein­stel­lung des Geschäftsbetriebs.

Exakt das Gegen­teil woll­te der Gesetz­ge­ber mit dem ESUG errei­chen. Unter­neh­men, die in wirt­schaft­li­che Schwie­rig­kei­ten gera­ten sind, sol­len saniert, restruk­tu­riert und gestärkt für den Markt wie­der her­ge­stellt wer­den. Das Stig­ma der „Insol­venz“ soll besei­tigt und die Unter­neh­mer ermun­tert wer­den, früh­zei­tig über die Alter­na­ti­ven nach­zu­den­ken. Die Fra­ge ist, ob die­ses Ziel trotz der Beson­der­hei­ten wie der VOB auch für Bau­un­ter­neh­men erreich­bar ist?

Die Ant­wort lau­tet ein­deu­tig: Ja!

Vie­le, durch ESUG sanier­te Bau­un­ter­neh­men haben bewie­sen, dass die Sanie­rung unter Insol­venz­schutz gera­de für Bau­un­ter­neh­men, die im schwie­ri­gen Umfeld des Pro­jekt­ge­schäfts tätig sind, eine ech­te Alter­na­ti­ve für die Siche­rung der Zukunft ist.

Das ESUG-Ver­fah­ren bei Bauunternehmen

Durch die Ein­füh­rung des Insol­venz­ver­fah­rens mit Eigen­ver­wal­tung (§270 a InsO) und des Schutz­schirm­ver­fah­rens (§270 b InsO) ist dem Gesetz­ge­ber ein grund­le­gen­der Sys­tem­wech­sel beim Insol­venz­recht gelun­gen. Bei­de Ver­fah­ren zie­len auf die Sanie­rung und Stär­kung des Bau­un­ter­neh­mens ab und erhal­ten somit das Bau­un­ter­neh­men dem Unternehmer.

Kun­den­auf­trä­ge, Mit­ar­bei­ter, Nach­un­ter­neh­mer und Zulieferer

Damit die Sanie­rungs­maß­nah­men ihre Wir­kung auch tat­säch­lich ent­fal­ten kön­nen, muss der ope­ra­ti­ve Geschäfts­be­trieb in Form der Bau­vor­ha­ben mit mög­lichst weni­gen Ein­schrän­kun­gen wei­ter­ge­führt wer­den. Die größ­te Sor­ge aller Bau­un­ter­neh­mer, die Bucha­lik Bröm­me­kamp beglei­tet hat, war, dass die Kun­den sämt­li­che Bau­auf­trä­ge frist­los kün­di­gen. Die recht­li­che Grund­la­ge hier­zu fin­det sich in § 8 (2) 1. VOB/B. In den von uns beglei­te­ten ESUG Ver­fah­ren in der Bau­wirt­schaft haben wir gegen­tei­li­ge Erfah­run­gen gemacht.

Unmit­tel­bar nach Stel­lung eines Antrags besu­chen wir gemein­sam mit der Geschäfts­lei­tung die wich­tigs­ten Kun­den und erläu­tern den dor­ti­gen Ver­ant­wort­li­chen das Ver­fah­ren. Wir schaf­fen Ver­trau­en beim Auf­trag­ge­ber, dass das Bau­un­ter­neh­men die ver­trag­lich geschul­de­te Leis­tung inkl. der spä­te­ren Gewähr­leis­tung auch erfül­len wird. Die­ses Ver­trau­en ist die Grund­la­ge für die wei­te­ren Über­le­gun­gen auf Sei­ten des Auf­trag­ge­bers. Eine Kün­di­gung des Auf­trags durch den Auf­trag­ge­ber hat zur Fol­ge, dass er den aktu­el­len Leis­tungs­stand auf der Bau­stel­le genau ermit­teln muss, dass er für die Rest­lei­tung in der Regel wie­der eine Aus­schrei­bung nach VOB/A durch­füh­ren muss (zeit­li­che Ver­zö­ge­rung und zusätz­li­che Leis­tun­gen von Archi­tek­ten und Fach­in­ge­nieu­ren) und dass er Gefahr läuft, dass der nach­fol­gen­de Unter­neh­men für ein­zel­ne Teil­leis­tun­gen höhe­re Prei­se ver­langt und in der Regel die Gewähr­leis­tung ableh­nen wird.

Das ESUG-Ver­fah­ren ist auf eine Fort­füh­rung des Bau­un­ter­neh­mens ausgerichtet.

Das hat für alle Betei­lig­ten fol­gen­de Vorteile:

  • Die Bau­un­ter­neh­men, die wir durch eine Sanie­rung unter Insol­venz­schutz führ­ten, haben über 95% aller Bau­auf­trä­ge „nor­mal“ wei­ter­füh­ren können.
  • Öffent­li­che Auf­trag­ge­ber ertei­len den Bau­un­ter­neh­men wäh­rend des Ver­fah­rens wei­ter­hin neue Auf­trä­ge.
  • Mit­ar­bei­ter hal­ten wei­ter­hin zum Bau­un­ter­neh­men, da sie die gro­ße Chan­ce der Sanie­rung für das Bau­un­ter­neh­men und für den eige­nen Arbeits­platz erken­nen. Gera­de bei Bau­un­ter­neh­men mit Tra­di­ti­on und lang­jäh­ri­gen Beschäf­ti­gungs­dau­ern zahlt sich die gegen­sei­ti­ge Treue auch in der Kri­se aus.
  • Der Nach­un­ter­neh­mer bzw. der Lie­fe­rant erhält wei­ter­hin sei­nen Kun­den. Auch für die­se Grup­pe ist das bes­te Motiv für eine wei­te­re Zusam­men­ar­beit, dass das Bau­un­ter­neh­men nach der Sanie­rung wie­der ein ver­läss­li­cher und ren­ta­bler Kun­de ist.
  • Im Fal­le des ESUG-Ver­fah­rens für Bau­un­ter­neh­men erhal­ten die Nach­un­ter­neh­mer und Lie­fe­ran­ten eine Quo­te für ihre For­de­run­gen (vor Antrag­stel­lung), die im Durch­schnitt über den Quo­ten im Rege­l­in­sol­venz­ver­fah­ren lie­gen. Zudem wird die Quo­te sehr zeit­nah aus­be­zahlt. (Wei­te­re Infos im The­ma „Eigen­ver­wal­tung und Insol­venz­plan„)

Liqui­di­täts­zu­fuhr von außen

Das ESUG-Ver­fah­ren selbst hält für das Bau­un­ter­neh­men und für den Bau­un­ter­neh­mer anspruchs­vol­le Auf­ga­ben bereit und for­dert die Ver­ant­wort­li­chen mit ihrem gan­zen Kön­nen. Das Ver­fah­ren kos­tet Zeit und Geld. Aber auch von Drit­ter Sei­te erhält das zu sanie­ren­de Bau­un­ter­neh­men Hil­fen. Die Bun­des­agen­tur für Arbeit über­nimmt z. B. für max. drei Mona­te die Lohn- und Gehalts­zah­lun­gen. Gera­de für die Bau­wirt­schaft, die häu­fig einen Anteil der Per­so­nal­kos­ten von 30–45% an den Pro­duk­ti­ons­kos­ten hat, ist dies ein ernst­zu­neh­men­der Fak­tor. Soll­te im Rah­men einer sol­chen Sanie­rung doch eine Redu­zie­rung von Mit­ar­bei­tern und Dau­er­schuld­ver­hält­nis­sen unum­gäng­lich sein, so erge­ben sich durch das ESUG erleich­ter­te Rah­men­be­din­gun­gen für das Bau­un­ter­neh­men in der Sanie­rung.

Neben den exter­nen Fak­to­ren ist die Sanie­rung des Bau­un­ter­neh­mens der idea­le Zeit­punkt, um die Struk­tu­ren und alle Pro­zes­se bei der Erstel­lung der Bau­vor­ha­ben grund­le­gend zu über­prü­fen und sofern sich Ände­rungs­be­darf zeigt, die­se Restruk­tu­rie­rung auch kon­kret umzu­set­zen. Die umfasst z. B. den not­wen­di­gen und meis­tens über­fäl­li­gen Genera­tio­nen­wech­sel, die Schlie­ßung von nicht pro­fi­ta­blen Geschäfts­fel­dern oder von Stand­or­ten, die seit vie­len Jah­ren nur Ver­lus­te erwirtschaften.

Ver­fah­ren trotz VOB geeignet

Auch für Bau­un­ter­neh­men sind die Rege­lun­gen des ESUG trotz der Ein­schrän­kun­gen der VOB nutz­bar und die Sanie­rung unter dem Schutz des ESUG ist eine ech­te Opti­on für die Zukunfts­si­che­rung des Bau­un­ter­neh­mens. Die erfolg­reich über ESUG sanier­ten und restruk­tu­rier­ten Bau­un­ter­neh­men bewei­sen das. Je früh­zei­ti­ger die Kri­se erkannt und akzep­tiert wird, des­to grö­ßer ist der Werk­zeug­kas­ten zur Lösung des Pro­blems. Die Sanie­rung und Restruk­tu­rie­rung des Bau­un­ter­neh­mens unter dem Schutz des ESUG ist eine Opti­on davon.

Eigen­ver­wal­tung und Insolvenzplan

Sowohl mit der (vor­läu­fi­gen) Eigen­ver­wal­tung als auch mit dem Schutz­schirm­ver­fah­ren eröff­net die Insol­venz­ord­nung dem Bau­un­ter­neh­men in der Kri­se die Mög­lich­keit, ein Insol­venz­ver­fah­ren ohne einen vom Gericht bestell­ten (vor­läu­fi­gen) Insol­venz­ver­wal­ter durch­zu­füh­ren und so das in die Kri­se gera­te­ne Bau­un­ter­neh­men in Eigen­re­gie wirt­schaft­lich wie­der auf die Bei­ne zu stel­len. Bei­de Ver­fah­rens­ar­ten sind glei­cher­ma­ßen geeig­net den ange­streb­ten Erfolg zu errei­chen, unter­schei­den sich aber vor allem hin­sicht­lich der Antrags­vor­aus­set­zun­gen und dem Umfang der ein­ge­räum­ten Rechte.

Die Geschäfts­lei­tung des Bau­un­ter­neh­mens kann die Geschi­cke des Unter­neh­mens wei­ter lei­ten, sie behält voll­um­fäng­lich die Ver­wal­tungs- und Ver­fü­gungs­be­fug­nis­se, die in einem Rege­l­in­sol­venz­ver­fah­ren spä­tes­tens mit Eröff­nung des Ver­fah­rens auf den Insol­venz­ver­wal­ter über­ge­hen und den Unter­neh­mer dadurch prak­tisch „ent­mün­di­gen“ wür­den. Die Geschäfts­füh­rung ist in der Eigen­ver­wal­tung damit qua­si ihr eige­ner Ver­wal­ter und erhält eine zwei­te Chance.

Die vor­läu­fi­ge Eigen­ver­wal­tung und das Schutz­schirm­ver­fah­ren für Bau­un­ter­neh­men sind aus­schließ­lich in der Zeit zwi­schen Insol­venz­an­trag­stel­lung und Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens denk­bar – mit der Eröff­nung enden bei­de Ver­fah­ren zwangs­läu­fig und gehen in ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren nach § 270 InsO über.

Ziel der Ver­fah­ren ist es, das Bau­un­ter­neh­men dem Unter­neh­mer zu erhal­ten und es nicht – wie in einer Rege­l­in­sol­venz üblich – zu zer­schla­gen bzw. ganz oder in Tei­len zu ver­kau­fen (sog. Über­tra­gen­de Sanie­rung / „Asset deal“). Wäh­rend ein „nor­ma­les Insol­venz­ver­fah­ren“ auf Abwick­lung pro­gram­miert ist, wird das Unter­neh­men bei der Eigen­ver­wal­tung im Rah­men eines Insol­venz­plans ent­schul­det. Der Bau­un­ter­neh­mer soll­te daher immer dann ein vor­läu­fi­ges Eigen­ver­wal­tungs- oder Schutz­schirm­ver­fah­ren bean­tra­gen, wenn er sein Bau­un­ter­neh­men sanie­ren und fort­füh­ren will.

Vor­tei­le

Die Sanie­rung eines Bau­un­ter­neh­mens im Rah­men einer (vor­läu­fi­gen) Eigen­ver­wal­tung oder eines Schutz­schirm­ver­fah­rens bie­tet gegen­über dem Rege­l­in­sol­venz­ver­fah­ren für das Bau­un­ter­neh­men vie­le Vorteile:

Stig­ma der Insol­venz für den Bau­un­ter­neh­mer kaum spürbar

Ein nicht zu unter­schät­zen­der Plus­punkt stellt die Bezeich­nung der Ver­fah­ren als „Eigen­ver­wal­tung“ bzw. „Schutz­schirm­ver­fah­ren“ dar. Im Gegen­satz zum Rege­l­in­sol­venz­ver­fah­ren sind die­se Begrif­fe bei Geschäfts­part­nern des Bau­un­ter­neh­mers und Außen­ste­hen­den nicht nega­tiv behaf­tet. Wäh­rend mit einer Insol­venz „im klas­si­schen Sin­ne“ vor allem das Schei­tern des Bau­un­ter­neh­mers und als des­sen Resul­tat die Zer­schla­gung des Betrie­bes ver­bun­den wird, wer­den die (vor­läu­fi­ge) Eigen­ver­wal­tung und v.a. das Schutz­schirm­ver­fah­ren hin­ge­gen als Mög­lich­keit einer nach­hal­ti­gen Sanie­rung und Chan­ce für einen Neu­start verstanden.

Dar­über hin­aus wis­sen vie­le Drit­te man­gels öffent­li­cher Bekannt­ma­chung des Schutz­schirm­ver­fah­rens oder der vor­läu­fi­gen Eigen­ver­wal­tung nicht unbe­dingt, dass sich das Bau­un­ter­neh­men in einer Insol­venz befin­det. Das gilt jeden­falls bis zur Eröff­nung des Ver­fah­rens. Das Ver­fah­ren kann bis dahin, soweit nicht durch Pres­se oder Mit­ar­bei­ter kom­mu­ni­ziert, nach außen hin prak­tisch „geheim gehal­ten“ wer­den. Mit der Eröff­nung des Ver­fah­rens wird die Insol­venz des Bau­un­ter­neh­mens dann aller­dings bekannt gemacht.

Die Geschäfts­füh­rung des Bau­un­ter­neh­mens bleibt im Amt

In bei­den Ver­fah­rens­ar­ten imma­nent bleibt die Geschäfts­füh­rung dem Bau­un­ter­neh­men erhal­ten. Gemein­sam mit dem Sanie­rungs­be­ra­ter wird das geball­te Know-how genutzt, um das Bau­un­ter­neh­men wie­der kon­kur­renz­fä­hig am Markt zu plat­zie­ren. Es gibt kei­nen (vor­läu­fi­gen) Insol­venz­ver­wal­ter, der die Geschäfts­füh­rung „ent­mün­digt“. Der vom Gericht ein­ge­setz­te (vor­läu­fi­ge) Sach­wal­ter übt ledig­lich eine Über­wa­chungs- und Kon­troll­funk­ti­on aus und steht der Geschäfts­lei­tung dar­über hin­aus eben­falls bera­tend zur Sei­te. Ziel der Sanie­rung ist der Erhalt und Ver­bleib des Bauunternehmens!

Schaf­fung von Liqui­di­tät und Frei­räu­men für den Bauunternehmer

In dem rund drei­mo­na­ti­gen Zeit­raum zwi­schen der Insol­venz­an­trag­stel­lung und der Eröff­nung des Ver­fah­rens kann sich das Bau­un­ter­neh­men neue Liqui­di­tät ver­schaf­fen, z.B. durch Insol­venz­geld der Arbeits­agen­tur und Nicht­ab­füh­rung von Sozi­al­ab­ga­ben und Steu­ern, kei­ne Zah­lung von Zin­sen und Til­gun­gen oder die pha­sen­wei­se Nicht­be­die­nung von Dau­er­schuld­ver­hält­nis­sen. Die Nicht­ab­füh­rung von Steu­er­ver­bind­lich­kei­ten ist eine Beson­der­heit, die es nur in der Eigen­ver­wal­tung und nicht in der Rege­l­in­sol­venz gibt.

Höhe­re Ver­tei­lungs­quo­ten für die Gläu­bi­ger des Bau­un­ter­neh­mens durch kos­ten­güns­ti­ge­res Verfahren

In der Rege­l­in­sol­venz kos­tet vor allem der Insol­venz­ver­wal­ter Geld. Sei­ne Abwick­lung des Ver­fah­rens ver­schlingt oft­mals einen gro­ßen Teil der Mas­se. Für die Gläu­bi­ger bleibt dann am Ende meist nur eine klei­ne Quo­te. Im Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren, in wel­ches sowohl die vor­läu­fi­ge Eigen­ver­wal­tung als auch das Schutz­schirm­ver­fah­ren mün­den, sind die Ver­fah­rens­kos­ten meist deut­lich gerin­ger. So steht den Gläu­bi­gern des Bau­un­ter­neh­mens eine grö­ße­re ver­tei­lungs­fä­hi­ge Mas­se zur Ver­fü­gung, vor allem aber ver­bleibt deut­lich mehr Liqui­di­tät beim Bau­un­ter­neh­men, was sich wie­der­um posi­tiv auf die Chan­cen einer erfolg­rei­chen Sanie­rung auswirkt.

Zeit ist Geld!

Ein wei­te­rer Vor­teil stellt die Kür­ze der Ver­fah­ren dar, die im Nor­mal­fall auf sechs bis sie­ben Mona­te begrenzt wer­den kann. Die­ser Umstand wirkt sich zudem posi­tiv auf die meis­ten Geschäfts­be­zie­hun­gen aus, blei­ben die­se dem Bau­un­ter­neh­men doch eher erhal­ten als in einer Jah­re andau­ern­den Regelinsolvenz.

Gut­ach­ten

Umfas­sen­de Unter­neh­mens­ana­ly­se als Grund­la­ge für eine nach­hal­ti­ge Sanierung

Ins­be­son­de­re in Kri­sen­si­tua­tio­nen besteht oft­mals ein Ver­trau­ens­pro­blem zwi­schen dem Bau­un­ter­neh­men und den Sta­ke­hol­dern. Um einen Liqui­di­täts­eng­pass zu über­brü­cken oder eine nach­hal­ti­ge Finan­zie­rung des Bau­un­ter­neh­mens in Kri­sen­zei­ten sicher zu stel­len, ist ein über­zeu­gen­des Gesamt­kon­zept von Nöten. Die Kre­dit­in­sti­tu­te und ande­re Sta­ke­hol­der for­dern immer häu­fi­ger ein Sanie­rungs­gut­ach­ten, das den Erfor­der­nis­sen nach IDW S6 ent­spricht. Dies hat für das Bau­un­ter­neh­men den Vor­teil, dass die Dar­le­hens­ge­ber durch einen unab­hän­gi­gen Drit­ten eine Sicher­heit im Bezug auf ihre Kre­dit­ver­ga­be erhal­ten und die Zukunfts­fä­hig­keit ihres Bau­un­ter­neh­mens gesi­chert wird.

Der Kern und Inhalt eines Sanie­rungs­kon­zep­tes nach IDW S6 ist es, die Sanie­rungs­fä­hig­keit des Baun­ter­neh­mens zu unter­su­chen und Lösungs­mög­lich­kei­ten zu ent­wi­ckeln. Auf­bau­end auf inten­si­ven Unter­su­chun­gen, die sich ent­lang der Wert­schöp­fungs­ket­te Ihres Bau­un­ter­neh­mens ori­en­tie­ren, erstellt Bucha­lik Bröm­me­kamp Unter­neh­mens­be­ra­tung ein IDW S6-Gut­ach­ten, das neben der Ana­ly­se der Kri­sen­ur­sa­chen ins­be­son­de­re auch Umset­zungs­emp­feh­lun­gen beinhal­tet, die eine Rück­kehr in die Ren­ta­bi­li­tät ermöglichen.

Neben ope­ra­ti­ven Umset­zungs­maß­nah­men wer­den ins­be­son­de­re auch trag­fä­hi­ge Finan­zie­rungs­kon­zep­te ent­wi­ckelt, die das wirt­schaft­li­che Über­le­ben des Bau­un­ter­neh­mens sicherstellen.

IDW S6 erfor­dert juris­ti­sches und betriebs­wirt­schaft­li­ches Know-how

Durch unse­ren inter­dis­zi­pli­nä­ren Ansatz mit Bucha­lik Bröm­me­kamp stel­len wir sicher, dass die juris­ti­schen Beson­der­hei­ten und Anfor­de­run­gen in dem Gut­ach­ten berück­sich­tigt wer­den. Das ist ins­be­son­de­re wich­tig, da aus­schließ­lich eine umfas­sen­de Prü­fung der recht­li­chen und wirt­schaft­li­chen Risi­ken eine ver­läss­li­che Aus­sa­ge über die Zukunfts­fä­hig­keit Ihres Bau­un­ter­neh­mens gewähr­leis­tet. Die­ser Aus­sa­ge kön­nen die Sta­ke­hol­der ver­trau­en. Es bie­tet dem Bau­un­ter­neh­men und sämt­li­chen Betei­lig­ten die Mög­lich­keit, sich umfas­send über die Chan­cen und Risi­ken der Restruk­tu­rie­rung zu infor­mie­ren und dient somit als eine vali­de Ent­schei­dungs­grund­la­ge für die ana­ly­sier­ten Handlungsoptionen.

Fra­ge­stel­lun­gen des IDW S6

Im Sanie­rungs­kon­zept nach IDW S6 wird ins­be­son­de­re auf fol­gen­de Fra­ge­stel­lun­gen detail­liert eingegangen:

  • Wie stellt sich die Aus­gangs­si­tua­ti­on des Bau­un­ter­neh­mens dar?
  • In wel­chem Kri­sen­sta­di­um befin­det sich das Bau­un­ter­neh­men und wel­che Kri­sen­ur­sa­chen sind hier­für verantwortlich?
  • Wel­che Mög­lich­kei­ten und Sanie­rungs­maß­nah­men sind für das Bau­un­ter­neh­men vor­han­den und wie kön­nen die­se umge­setzt werden?
  • Wel­chen Bei­trag leis­tet der Gesell­schaf­ter des Bau­un­ter­neh­mens für die Sanierung?
  • Wel­che Chan­cen und Risi­ken bestehen bei der Umset­zung der Sanie­rungs­maß­nah­men für das Bau­un­ter­neh­men?

Aval­ma­nage­ment

Die Ver­brei­tung von Risi­ko­ma­nage­ment­sys­te­men ver­schie­dens­ter Aus­prä­gung hat in den letz­ten Jah­ren stark zuge­nom­men. Ver­gleichs­wei­se wenig beach­tet wer­den von Bau­un­ter­neh­men in die­sem Zusam­men­hang bis­lang Risi­ken aus der Beauf­tra­gung oder Her­aus­la­ge von Ava­len. Mit dem Ober­be­griff „Ava­le“ wer­den Bürg­schaf­ten, Garan­tien und sons­ti­ge Gewähr­leis­tun­gen bezeich­net, die Kre­dit­in­sti­tu­te oder Kau­ti­ons­ver­si­che­rer (Aval­ge­ber) im Auf­trag ihrer Kun­den (Aval­auf­trag­ge­ber) gegen­über deren Ver­trags­part­nern (Aval­be­güns­tig­ten) über­neh­men. Das Aval­ma­nage­ment (Bond­ma­nage­ment) beinhal­tet Maß­nah­men­pa­ke­te zur Mini­mie­rung sowie Besei­ti­gung von Liqui­di­täts- und Zahlungsausfallrisiken.

Aval­ar­ten

Anzah­lungs­aval
Im Bau­pro­jekt­ge­schäft müs­sen die Auf­trag­neh­mer für die Durch­füh­rung eines Bau­pro­jek­tes oft­mals umfang­rei­che Vor­leis­tun­gen (Pla­nungs­leis­tun­gen, Vor­fer­ti­gung von Ele­men­ten etc.) erbrin­gen. Ande­rer­seits schul­det der Auf­trag­ge­ber die Bezah­lung in der Regel erst nach erfolg­rei­cher Erbrin­gung der ver­spro­che­nen Bau­leis­tung. Da die Vor­leis­tung des Auf­trag­neh­mers und die spä­te­re Zah­lung durch den Auf­trag­ge­ber zeit­lich weit aus­ein­an­der­fal­len kön­nen, kommt es in der Pra­xis vor, dass der Auf­trag­ge­ber dem Auf­trag­neh­mer eine Anzah­lung für die Finan­zie­rung der Vor­leis­tun­gen über­weist. Damit der Auf­trag­ge­ber eine Sicher­heit hat, dass der Auf­trag­neh­mer die ver­trag­lich zuge­si­cher­ten Leis­tun­gen spä­ter erfüllt, ver­ein­ba­ren die Par­tei­en in die­sem Fal­le, dass der Auf­trag­ge­ber ein Anzah­lungs­aval erhält.

Ver­trags­er­fül­lungs- bzw. Leistungsaval
Beson­ders im Bau­we­sen ist die Form des Ver­trags­er­fül­lungs­avals, auch Leis­tungs- oder Aus­füh­rungs­aval genannt, sehr ver­brei­tet. Gemäß § 17 Abs. 1 Ziff. 2 VOB/B dient eine ver­ein­bar­te Sicher­heit dazu, die ver­trags­ge­mä­ße Aus­füh­rung der Bau­leis­tung durch den Auf­trag­neh­mer gegen­über dem Auf­trag­ge­ber sicher­zu­stel­len. Hier­zu kann der Auf­trag­neh­mer eine Bürg­schaft eines Kre­dit­in­sti­tuts oder eines Kre­dit­ver­si­che­rers leis­ten (vgl. § 17 Abs. 2 VOB/B). In der Regel wird ein Höchst­be­trag in Höhe von fünf bis zehn Pro­zent der Auf­trags­sum­me vereinbart.

Gewähr­leis­tungs­aval
Bei Werk­ver­trä­gen bzw. Werk­lie­fe­rungs­ver­trä­gen schul­det der Auf­trag­neh­mer neben der män­gel­frei­en Erstel­lung des Wer­kes die Gewähr­leis­tung, dass in einem ver­trag­lich bedun­ge­nen Zeit­raum von in der Regel drei bis fünf Jah­ren kei­ne Män­gel gegen­über der ver­trag­lich geschul­de­ten Leis­tung auf­tre­ten. Für den Fall, dass der Auf­trag­neh­mer sei­ne Gewähr­leis­tungs­ver­pflich­tung zur Besei­ti­gung etwai­ger Män­gel nicht oder schlecht erfüllt, dient das Gewähr­leis­tungs­aval der Sicher­stel­lung der Gewähr­leis­tungs­an­sprü­che des Auftraggebers.

Bei allen vor­ste­hend dar­ge­stell­ten Aval­ar­ten ist die Bereit­stel­lung der Aval­ur­kun­de Vor­aus­set­zung dafür, dass der Aval­be­güns­tig­te sei­ner­seits Leis­tun­gen an den Aval­auf­trag­ge­ber erbringt, zum Bei­spiel eine Anzah­lung leis­tet oder einen Gewähr­leis­tungs­ein­be­halt auszahlt.

Her­aus­la­ge des Avals als Valu­tie­rung einer Kreditlinie

Im Ver­hält­nis zwi­schen dem Aval­ge­ber und sei­nem Aval­auf­trag­ge­ber erfolgt die Her­aus­la­ge von Ava­len auf der Grund­la­ge eines Aval­kre­dits. Die­ser wird in der Regel als revol­vie­rend aus­nutz­ba­re (Aval-)kreditlinie ein­ge­räumt. Durch Ver­sen­dung der Aval­ur­kun­de wird die Kre­dit­li­nie in Höhe des jewei­li­gen Aval­be­tra­ges in Anspruch genom­men. Erst durch vor­be­halt­lo­se Rück­ga­be der Aval­ur­kun­de oder schrift­li­che Ver­zichts­er­klä­rung des Aval­be­güns­tig­ten wird die Kre­dit­li­nie in Höhe des Aval­be­tra­ges wie­der frei und kann zur Beauf­tra­gung neu­er Ava­le ein­ge­setzt wer­den. Eine freie Aval­kre­dit­li­nie ist daher eine wesent­li­che Vor­aus­set­zung für die Gene­rie­rung von Liqui­di­tät. Bei Kre­dit­li­ni­en, die wahl­wei­se für die Inan­spruch­nah­me von Bar­kre­di­ten und Aval­kre­di­ten genutzt wer­den kön­nen, wirkt sich die Her­aus­la­ge bzw. Rück­ga­be von Aval­ur­kun­den sogar unmit­tel­bar in Höhe des jewei­li­gen Aval­be­tra­ges auf die freie Liqui­di­tät des Aval­auf­trag­ge­bers aus.

Aval­ma­nage­ment als Liquiditätsmanagement

Aval­ma­nage­ment zielt zum einen dar­auf ab, die Aus­nutz­bar­keit von Aval­kre­dit­li­ni­en zu opti­mie­ren und dadurch die Liqui­di­tät des Aval­auf­trag­ge­bers zu ver­bes­sern. Dies geschieht, indem durch recht­li­che und tat­säch­li­che Maß­nah­men sicher­ge­stellt wird, dass her­aus­ge­leg­te Ava­le, die wegen Erle­di­gung des Siche­rungs­zwe­ckes vom Aval­be­güns­tig­ten nicht mehr benö­tigt und/oder vom Aval­auf­trag­ge­ber nicht mehr geschul­det wer­den, umge­hend an den Aval­ge­ber zurück­ge­ge­ben werden.

Cen­ter of Competence

Aval­ma­nage­ment kann nur von mul­ti­dis­zi­pli­när auf­ge­stell­ten Teams opti­mal umge­setzt wer­den. Die­se müs­sen nicht nur über Kennt­nis­se des mate­ri­el­len Bürg­schafts- und Garan­tie­rechts sowie des Aval­auf­trags- bzw. Kre­dit­rechts ver­fü­gen, son­dern auch in der Lage sein, zu erfas­sen, wel­che Leis­tun­gen in dem durch das Aval abge­si­cher­ten Grund­ver­hält­nis, z.B. ein Bau­ver­trag, geschul­det bzw. tat­säch­lich erbracht sind. Um die­sen Anfor­de­run­gen zu ent­spre­chen, hat Bucha­lik Bröm­me­kamp ein Cen­ter of Com­pe­tence gebil­det, dem neben erfah­re­nen und auf Aval­recht sowie ‑pro­zes­se spe­zia­li­sier­ten Bank- und Insol­venz­recht­lern auch (Wirtschafts-)Ingenieure und Kauf­leu­te ange­hö­ren, die über umfang­rei­che Erfah­run­gen im Pro­jekt- und Aval­ma­nage­ment verfügen.

Aval­ma­nage­ment als Risikomanagement

  • Mana­gen der Risi­ken des Avalauftraggebers
  • Mana­gen der Risi­ken des Avalgebers

Unse­re Leistungen:

  • Unter­stüt­zung bei der Prozessoptimierung
  • Bera­tung bei der Aus­ge­stal­tung von Avalen
  • Beglei­tung von Unter­neh­men bei der Opti­mie­rung ihres Avalportfolios
  • Leis­tun­gen für Ban­ken und Kautionsversicherer

Liqui­di­täts­steue­rung

.….nur etwas für Experten?

Die Steue­rung der Liqui­di­tät bewegt sich bei den meis­ten Bau­un­ter­neh­men im Span­nungs­feld zwi­schen dem gele­gent­li­chen Blick auf den Kon­to­stand sowie dem Ein­satz von aus­ge­reif­ten und kom­ple­xen Sys­te­men. Nicht sel­ten sind die­se Werk­zeu­ge Teil eines gesam­ten Con­trol­ling-Sys­tems, die aus­schließ­lich von Exper­ten bedient und deren Ergeb­nis­se von die­sen inter­pre­tiert wer­den kön­nen. Es zählt jedoch zu den urei­ge­nen Auf­ga­ben des Bau­un­ter­neh­mers, die kurz- und mit­tel­fris­ti­ge Ent­wick­lung der Liqui­di­tät aktiv zu steu­ern. Schon durch ein­fa­che Tools hat der Bau­un­ter­neh­mer sei­ne Zah­lungs­strö­me im Blick und kann früh­zei­tig bei Eng­päs­sen gegensteuern.

Die vor­han­de­ne Liqui­di­tät (Zah­lungs­mit­tel) ist auch Aus­druck der Fähig­keit des Bau­un­ter­neh­mers, sei­ne fäl­li­gen Ver­bind­lich­kei­ten frist­ge­recht und unein­ge­schränkt zu beglei­chen. Die­se Fähig­keit ist wesent­lich von der Tat­sa­che abhän­gig, in ange­mes­se­ner Wei­se Gewin­ne aus dem ope­ra­ti­ven Geschäft her­aus zu erwirt­schaf­ten. Aus­blei­ben­de Gewin­ne füh­ren im Zeit­ab­lauf zu einem Man­gel an Liqui­di­tät. Der Gesetz­ge­ber hat sich in der Insol­venz­ord­nung (InsO) mit die­ser Situa­ti­on beschäf­tigt und den Tat­be­stand der Zah­lungs­un­fä­hig­keit als eine Pflicht zur Stel­lung eines Insol­venz­an­trags geregelt.

Aber neben der Fra­ge der grund­sätz­li­chen Ver­füg­bar­keit spielt der Zeit­punkt der ein­ge­hen­den und aus­ge­hen­den Zah­lungs­strö­me eine wesent­li­che Rol­le für das Vor­han­den­sein aus­rei­chen­der Liqui­di­tät. Die­se Zah­lungs­strö­me sind u.a. von den recht­li­chen und tech­ni­schen Rah­men­be­din­gun­gen des Bau­ge­wer­bes abhängig.

Die Bau­wirt­schaft als Bereitstellungsgewerbe

Wesent­li­ches Kri­te­ri­um der Bau­wirt­schaft ist es, dass die­ser Wirt­schafts­zweig ein Bereit­stel­lungs­ge­wer­be ist. Die Unter­neh­men (Anbie­ter) stel­len die Struk­tur zur Erstel­lung von Bau­leis­tun­gen nach den Wün­schen und Bestel­lun­gen des Auf­trag­ge­bers zur Ver­fü­gung. Die öffent­li­chen und pri­va­ten Nach­fra­ger for­dern die­se Kapa­zi­tä­ten aus­schließ­lich im Bedarfs­fal­le ab. Eine Lager­hal­tung ist bei Bau­leis­tun­gen nur in weni­gen Aus­nah­me­fäl­len mög­lich. Ana­log zu allen Wirt­schafts­zwei­gen, die pro­jekt­be­zo­gen ihre Leis­tun­gen erbrin­gen, ist die Aus­las­tung im Bau­un­ter­neh­men u.a. von kon­ti­nu­ier­li­chen Fol­ge­auf­trä­gen abhän­gig. Eine bestän­di­ge Aus­las­tung ist ein wesent­li­ches Kri­te­ri­um für regel­mä­ßi­ge Zahlungseingänge.

Der Werk­ver­trag und die VOB als recht­li­che Basis der Liqui­di­täts­steue­rung für Bauunternehmer

In der Regel plant der Auf­trag­ge­ber, bau­li­che Maß­nah­men an einem bestehen­den oder neu zu errich­ten­den Bau­werk vor­zu­neh­men. Hier­zu beauf­tragt er Archi­tek­ten und Fach­pla­ner mit der Erstel­lung der Pla­nung vom Ent­wurf bis zur Aus­füh­rungs­rei­fe. Haben die Pla­ner die bau­li­che Auf­ga­be tech­nisch und künst­le­risch inten­siv durch­drun­gen, so kann für das aus­füh­ren­de Bau­un­ter­neh­men eine Leis­tungs­be­schrei­bung (ein Leis­tungs­ver­zeich­nis) erstellt wer­den. Die­se Beschrei­bung stellt die Grund­la­ge für die Kal­ku­la­ti­on des Prei­ses dar. Im Auf­trags­fal­le wird kein Kauf­ver­trag, son­dern ein Werk­ver­trag (§§ 631 ff. BGB) geschlos­sen. Der Werk­ver­trag ist an vie­len Stel­len mit dem Dienst­ver­trag ver­gleich­bar. Das Beson­de­re des Werk­ver­tra­ges ist, dass der Auf­trag­neh­mer die man­gel­freie Her­stel­lung des Wer­kes und somit den Leis­tungs­er­folg schul­det. Es ist nicht der Zeit­auf­wand des Bau­un­ter­neh­mers, den der Auf­trag­ge­ber ver­gü­ten will, son­dern die erfolg­rei­che Erstel­lung des Bau­werks auf Basis der Leistungsbeschreibung.

Ope­ra­ti­ve Ein­fluss­fak­to­ren auf die Zahlungsströme

Neben den beschrie­be­nen recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen beein­flus­sen auch ope­ra­ti­ve sowie tech­ni­sche Bedin­gun­gen der Bau­pro­duk­ti­on den Zeit­punkt und die Höhe der Zahlungsströme.

Die Erstel­lung von Bau­wer­ken bzw. die Revi­ta­li­sie­rung bestehen­der Gebäu­de ist auf­grund der ein­ge­setz­ten Bau­stof­fe und Bau­ver­fah­ren an vie­len Stel­len abhän­gig vom Wet­ter, der Tem­pe­ra­tur, der Luft­feuch­tig­keit etc. Auf­trag­ge­ber und Auf­trag­neh­mer haben sich dar­auf ein­ge­stellt, dass der größ­te Teil der Bau­leis­tung in den Mona­ten Mai bis Okto­ber erfolgt. Ins­be­son­de­re der öffent­li­che Auf­trag­ge­ber hat sein Nach­fra­ge­ver­hal­ten auf die­se Situa­ti­on abge­stellt. So wer­den Aus­schrei­bun­gen für neue Bau­auf­ga­ben in den Win­ter­mo­na­ten eines neu­en Kalen­der­jah­res ver­öf­fent­licht. Die Bau­ak­ti­vi­tä­ten star­ten dann gebün­delt im Früh­jahr. Bedingt durch die Steue­rung der öffent­li­chen Haus­hal­te (Kame­ra­lis­tik) wer­den in den Herbst­mo­na­ten noch Bau­auf­ga­ben aus­ge­schrie­ben, die noch im sel­ben Kalen­der­jahr fer­tig­ge­stellt wer­den müssen.

Die­ser Ablauf ist für die Liqui­di­täts­steue­rung der Bau­un­ter­neh­mung von Bedeu­tung. Die Tat­sa­che, dass in den Früh­jahrs­mo­na­ten vie­le Bau­auf­trä­ge zeit­gleich star­ten, hat einen hohen Vor­fi­nan­zie­rungs­ef­fekt zur Fol­ge. Die bau­aus­füh­ren­den Fir­men müs­sen die Aus­ga­ben für Mate­ri­al, Mit­ar­bei­ter und Nach­un­ter­neh­mer vor­fi­nan­zie­ren, wäh­rend die Ein­zah­lun­gen aus den begon­ne­nen Bau­vor­ha­ben auf­grund der ver­trag­li­chen Rege­lun­gen erst Mona­te spä­ter bei den Unter­neh­men ein­ge­hen. Auf­grund der beschrie­be­nen Wit­te­rungs­ab­hän­gig­keit der Bau­ar­bei­ten ist die Bau­pro­duk­ti­on in den Win­ter­mo­na­ten auf nied­ri­ge­rem Niveau. Somit wer­den unmit­tel­bar die Zah­lungs­ein­gangs­strö­me aus den Bau­vor­ha­ben gerin­ger. Die fixen Aus­zah­lun­gen für die Ange­stell­ten, Mie­ten, Ver­si­che­run­gen etc. fal­len jedoch unab­hän­gig von die­ser Situa­ti­on wei­ter an.

Tech­ni­sche Behin­de­run­gen beein­flus­sen die Liquidität

Neben der Wit­te­rung sind auch tech­ni­sche Ein­flüs­se bei der Pla­nung der Zah­lungs­strö­me zu beach­ten. Bau­en bedeu­tet die Her­stel­lung von Uni­ka­ten und birgt daher die Gefahr, dass nicht geplan­te Situa­tio­nen ein­tre­ten. So berich­ten die Medi­en häu­fig, dass trotz bereits begon­ne­ner Bau­ar­bei­ten die Pla­nung auf­grund von Ände­run­gen des Bau­herrn oder auf­grund von öffent­lich recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen bau­be­glei­tend geän­dert wird. Neben der Pla­nungs­än­de­rung erfor­dert die vor Ort vor­ge­fun­de­ne Situa­ti­on in der Bau­gru­be oder im Bestand Ände­run­gen. In der Regel füh­ren die Ver­än­de­run­gen zur Unter­bre­chung der Pro­duk­ti­on und zur Fra­ge, ob die ent­ste­hen­den Mehr­kos­ten vom Auf­trag­ge­ber getra­gen oder zum geschul­de­ten Werkerfolg des Bau­un­ter­neh­mers gehö­ren. In die­ser Zeit muss in jedem Fall das aus­füh­ren­de Unter­neh­men die Pro­duk­ti­ons­kos­ten vorfinanzieren.

Die Har­mo­ni­sie­rung der Zah­lungs­strö­me als zen­tra­le Auf­ga­be der Liqui­di­täts­steue­rung im Bauunternehmen

Vom ers­ten Spa­ten­stich auf einer Bau­stel­le über die prüf­ba­re Zusam­men­stel­lung der abre­chen­ba­ren Leis­tung, der kon­kre­ten Stel­lung der Rech­nun­gen bis zum ers­ten Zah­lungs­ein­gang für eine Bau­stel­le kön­nen gemäß den recht­li­chen, sai­so­na­len und tech­ni­schen Rah­men­be­din­gun­gen zwi­schen acht und zwölf Wochen lie­gen. Da die Zeit­punk­te der Aus­zah­lungs­strö­me ande­ren Gesetz­mä­ßig­kei­ten fol­gen als die der Ein­gän­ge, ist die zen­tra­le Auf­ga­be der kurz- und mit­tel­fris­ti­gen Liqui­di­täts­steue­rung die Har­mo­ni­sie­rung der Zah­lungs­strö­me. Damit soll das Bau­un­ter­neh­men zu allen Zeit­punk­ten über aus­rei­chend Liqui­di­tät ver­fü­gen bzw. dro­hen­de Eng­päs­se früh­zei­tig erken­nen und ent­spre­chend gegen­steu­ern kön­nen. Trotz der kom­ple­xen recht­li­chen, wit­te­rungs­be­ding­ten und tech­ni­schen Rah­men­be­din­gun­gen des Bau­ens ist die Steue­rung der Liqui­di­tät im Bau­un­ter­neh­men kein aus­schließ­li­ches Exper­ten­the­ma. Beim Ein­satz eines Steue­rungs­werk­zeugs muss dar­auf geach­tet wer­den, dass die Pla­nung der Ein­zah­lun­gen auf der Ebe­ne der Pro­jek­te erfolgt. Sofern es mög­lich ist, soll­ten die Aus­ga­ben der Pro­jek­te auch ein­zeln geplant wer­den. Aber auch für den Fall, dass die­se Pla­nungs­tie­fe bei den Aus­zah­lun­gen zu auf­wen­dig ist, kann durch ein­fa­che Werk­zeu­ge die Liqui­di­tät wöchent­lich gesteu­ert werden.

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