Insol­venz eines Unter­neh­mens – Raus aus der Krise

Die deut­schen Unter­neh­men befin­den sich der­zeit in wirt­schaft­lich her­aus­for­dern­den Zei­ten. Die anhal­tend hohe Infla­ti­on sowie die zuletzt stark gestie­ge­nen Ener­gie- und Erzeu­ger­prei­se belas­ten die Geschäfts­tä­tig­keit erheb­lich. Im Ver­lauf der Coro­na-Kri­se hat sich die Unter­neh­mens­land­schaft erstaun­lich robust gezeigt, nun scheint sich die Situa­ti­on jedoch in Tei­len zu wandeln.

Ent­wi­ckelt sich die Auf­trags­la­ge schlecht und las­sen sich die Kos­ten nicht kurz­fris­tig anpas­sen, kann die Insol­venz eines Unter­neh­mens dro­hen. Dabei muss das nicht das Ende des Unter­neh­mens sein. Dank eines moder­nen Sanie­rungs­rechts besteht viel­mehr die Chan­ce auf einen Neu­start in der wirt­schaft­li­chen Kri­se. Vor­aus­set­zung hier­für ist, dass der Unter­neh­mer früh­zei­tig handelt.

Im Fol­gen­den fin­den Sie alle wich­ti­gen Infos und eine ers­te Ein­ord­nung hin­sicht­lich des The­mas Insol­venz. Wenn Sie sich fra­gen, wann über­haupt eine Insol­venz vor­liegt, wie ein Insol­venz­ver­fah­ren abläuft, was Sie jetzt tun soll­ten oder auch was mit den Schul­den pas­siert, dann soll­ten Sie unbe­dingt weiterlesen.

1. Wann kommt es zu einer Insolvenz?

Ganz all­ge­mein bezeich­net die Insol­venz eine Situa­ti­on, in der ein Schuld­ner den gegen­über sei­nen Gläu­bi­gern bestehen­den Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen nicht mehr nach­kom­men kann.

Eine Insol­venz liegt nach deut­schem Insol­venz­recht vor, wenn ein ent­spre­chen­der Insol­venz­grund besteht. Ins­ge­samt gibt es drei Grün­de, die eine Insol­venz aus­lö­sen kön­nen. Sie sind in den §§ 17 ff. InsO gere­gelt. Für die Fra­ge der Anwend­bar­keit ist zunächst danach zu unter­schei­den, ob es sich um eine natür­li­che Per­son oder eine juris­ti­sche Per­son (GmbH, AG etc.) handelt.

Hin­ter­grund ist der, dass bei einer natür­li­chen Per­son ledig­lich die bei­den fol­gen­den Insol­venz­grün­de zum Tra­gen kommen:

Bei einer juris­ti­schen Per­son (wie z.B. einer GmbH) hin­ge­gen gibt es die fol­gen­den Insolvenzgründe:

Dro­hen­de Zahlungsunfähigkeit

Der Insol­venz­grund der dro­hen­den Zah­lungs­un­fä­hig­keit ist beson­de­re für Unter­neh­men von Bedeu­tung. Ein Schuld­ner droht gem. § 18 Abs. 1 InsO zah­lungs­un­fä­hig zu wer­den, wenn er vor­aus­sicht­lich nicht in der Lage sein wird, die bestehen­den Zah­lungs­pflich­ten im Zeit­punkt der Fäl­lig­keit zu erfüllen.

Der Insol­venz­grund setzt also an einem sehr frü­hen Zeit­punkt der Kri­se eines Unter­neh­mens an. Ob eine dro­hen­de Zah­lungs­un­fä­hig­keit vor­liegt oder nicht, ist eine Prognoseentscheidung.

In Abgren­zung zu dem Insol­venz­grund der Über­schul­dung wird dabei grund­sätz­lich geprüft, ob der Schuld­ner im Zeit­raum zwi­schen 12 bis 24 Mona­ten ab Stich­tag der Betrach­tung in der Lage sein wird, sei­ne dann fäl­lig wer­den­den Ver­bind­lich­kei­ten pünkt­lich zu bedienen.

Ergibt die Pro­gno­se, dass der Schuld­ner nicht alle Ver­pflich­tun­gen gegen­über sei­nen Gläu­bi­gern pünkt­lich bedie­nen kann, liegt der Insol­venz­grund vor. Der Schuld­ner kann einen Insol­venz­an­trag bei dem zustän­di­gen Gericht stel­len. Es kommt zur Insolvenz.

Zah­lungs­un­fä­hig­keit

Wer an eine Insol­venz denkt, hat in aller Regel die­sen Insol­venz­grund im Kopf. Nicht zuletzt wer­den für den Begriff Insol­venz auch ger­ne die Syn­ony­me Plei­te oder Bank­rott genutzt. Allen Begriff­lich­kei­ten ist gleich, dass dem Schuld­ner das Geld aus­ge­gan­gen ist und er nicht mehr all sei­ne Schul­den recht­zei­tig zah­len kann.

Dabei liegt eine Zah­lungs­un­fä­hig­keit nicht erst dann vor, wenn der Schuld­ner über gar kei­ne finan­zi­el­len Mit­tel mehr ver­fügt. Nach höchst­rich­ter­li­cher Recht­spre­chung reicht es bereits aus, wenn der Schuld­ner mehr als 10 Pro­zent sei­ner fäl­li­gen Schul­den nicht inner­halb der nächs­ten drei Wochen beglei­chen kann. Nähe­res zu die­sem Insol­venz­grund fin­den Sie in einem eige­nen Beitrag.

Über­schul­dung

Die Über­schul­dung stellt nur für juris­ti­sche Per­so­nen (also z. B. GmbH oder AG) einen Grund für eine Insol­venz dar. Die Vor­aus­set­zun­gen sind in § 19 InsO geregelt.

Eine Über­schul­dung liegt dem­nach vor, wenn das Ver­mö­gen der schuld­ne­ri­schen Gesell­schaft die bestehen­den Ver­bind­lich­kei­ten nicht mehr deckt. Dies gilt nicht, wenn die Fort­füh­rung des Unter­neh­mens in den nächs­ten zwölf Mona­ten den Umstän­den nach über­wie­gend wahr­schein­lich ist.

Eine bilan­zi­el­le Über­schul­dung ist ein Indiz für eine not­wen­di­ge Prü­fung der insol­venz­recht­li­chen Überschuldung.

Auf Basis einer inte­grier­ten Finanz­pla­nung wird eine Fort­be­stehens­pro­gno­se erstellt, die min­des­tens die nächs­ten 12 Mona­te abdeckt. Die Fort­be­stehens­pro­gno­se ist im Ergeb­nis eine Pro­gno­se der Zahlungsfähigkeit.

Wir bear­bei­ten seit über 20 Jah­ren erfolg­reich Man­da­te im Umfeld der wirt­schaft­li­chen Kri­se und Insol­venz. Wenn Sie Bera­tungs­be­darf haben, spre­chen Sie uns ger­ne unver­bind­lich an.

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2. Gibt es unter­schied­li­che Arten von Insolvenzverfahren?

Das Rege­l­in­sol­venz­ver­fah­ren ist das im deut­schen Insol­venz­recht gere­gel­te all­ge­mei­ne Insol­venz­ver­fah­ren für Unter­neh­men und (ehe­mals) Selbständige.

Davon abzu­gren­zen ist das Ver­brau­cher­insol­venz­ver­fah­ren, das pri­mär auf natür­li­che Per­so­nen als Schuld­ner Anwen­dung fin­det. Ehe­mals Selb­stän­di­ge kön­nen im Fal­le einer Insol­venz hier­von eben­falls Gebrauch machen, wenn:

  • kei­ne For­de­run­gen aus Arbeits­ver­hält­nis­sen und
  • über­schau­ba­re Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se (weni­ger als 20 Gläu­bi­ger) bestehen.

Dar­über hin­aus gibt es noch beson­de­re Arten wie das Nach­lassin­sol­venz­ver­fah­ren, die zum bes­se­ren Ver­ständ­nis die­ses Bei­trags jedoch nicht näher ver­tieft wer­den sollen.

In der Über­sicht stel­len sich im Fal­le einer Insol­venz die bei­den Ver­fah­rens­ar­ten wie folgt dar:

Abgrenzung Verbraucherinsolvenz, Regelinsolvenz und Eigenverwaltung

Eigen­ver­wal­tung

Das Insol­venz­recht sieht als eine beson­de­re Vari­an­te der Rege­l­in­sol­venz eine Insol­venz in Eigen­ver­wal­tung vor. Die­ses Ver­fah­ren ermög­licht es dem Schuld­ner, die Insol­venz­mas­se selb­stän­dig zu ver­wal­ten und sich aus eige­ner Kraft zu restruk­tu­rie­ren.

Beauf­sich­tigt wird der Schuld­ner dabei von einem Sach­wal­ter, der vom zustän­di­gen Gericht bestellt wird. Die­ser ist nicht mit dem Insol­venz­ver­wal­ter zu ver­wech­seln und erhält ins­be­son­de­re kei­ne Ver­fü­gungs­be­fug­nis über die Insolvenzmasse.

Ein Sach­wal­ter hat im Gegen­satz zum Insol­venz­ver­wal­ter deut­lich weni­ger Befug­nis­se und beglei­tet das Unter­neh­men ledig­lich zusam­men mit einem insol­ven­z­er­fah­re­nen Anwalt durch das Verfahren.

Eine Insol­venz in Eigen­ver­wal­tung hat u. A. fol­gen­de Vor­tei­le:

  • Das Unter­neh­men bzw. die wirt­schaft­lich selb­stän­di­ge Tätig­keit wer­den erhal­ten und fortgeführt
  • Es gibt kei­nen Insolvenzverwalter
  • Löh­ne und Gehäl­ter wer­den drei Mona­te über das Insol­venz­geld abgedeckt
  • Unge­si­cher­te Schul­den ent­fal­len mit Ein­lei­tung des Insolvenzverfahrens
  • Mit Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens ist eine Been­di­gung von ungüns­ti­gen Ver­trä­gen möglich
  • Kün­di­gungs­fris­ten von Arbeits­ver­trä­gen betra­gen maxi­mal 3 Mona­te
  • Besei­ti­gung von Pen­si­ons­ver­pflich­tun­gen
  • Ent­schul­dung auch gegen den Wil­len ein­zel­ner Gläu­bi­ger durch Insol­venz­plan

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3. Mein Unter­neh­men ist in der Kri­se. Wie lau­ten die nächs­ten Schritte?

Ob die Vor­aus­set­zun­gen einer Insol­venz vor­lie­gen und ins­be­son­de­re ob eine Antrags­pflicht besteht, soll­te zunächst durch einen im Insol­venz­recht erfah­re­nen Anwalt geprüft wer­den. Die­ser kann je nach tat­säch­li­cher Lage auch alter­na­ti­ve Optio­nen auf­zei­gen, mit­tels derer ein Insol­venz­ver­fah­ren ver­mie­den wer­den könnte.

Handlungsoptionen bei Zahlungsschwierigkeiten

Sind die Vor­aus­set­zun­gen einer Insol­venz gege­ben und liegt eine Insol­venz­an­trags­pflicht vor, ist der Insol­venz­an­trag bei dem zustän­di­gen Gericht zu stellen.

Dabei ist unbe­dingt auf die gesetz­li­chen Fris­ten zu ach­ten, da ein Ver­säum­nis zu einer per­sön­li­chen Haf­tung der Geschäfts­füh­rung füh­ren kann:

  • Ist das Unter­neh­men zah­lungs­un­fä­hig, muss inner­halb von drei Wochen ein Insol­venz­an­trag gestellt werden
  • Liegt eine Über­schul­dung vor, hat die Geschäfts­lei­tung sechs Wochen Zeit den Antrag zu stellen.

Die Vor­be­rei­tung eines Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens ist auf­wen­di­ger als die Ein­lei­tung einer Rege­l­in­sol­venz, da eine umfas­sen­de Doku­men­ta­ti­on erfor­der­lich ist. Wird eine Eigen­ver­wal­tung ange­strebt, soll­te dies mit Blick auf die Risi­ken einer Frist­ver­säum­nis berück­sich­tigt werden.

Ist der Antrag ein­ge­reicht, bestellt das Gericht sodann in der Regel ent­we­der einen Insol­venz­ver­wal­ter oder, wenn die Eigen­ver­wal­tung bean­tragt wur­de, einen Sach­wal­ter.

Sie möch­ten Ihr Unter­neh­men im Rah­men eines Insol­venz­ver­fah­rens in Eigen­ver­wal­tung restruk­tu­rie­ren, aber Sie wis­sen nicht, was Sie hier­für alles beach­ten müs­sen? Neh­men Sie unver­bind­lich Kon­takt zu uns auf und wir erör­tern mit Ihnen die Vor­ge­hens­wei­se. Die Erst­be­ra­tung ist selbst­ver­ständ­lich kos­ten­los.

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4. Wie läuft ein Insol­venz­ver­fah­ren ab?

Ein Insol­venz­ver­fah­ren folgt einem recht for­ma­lis­ti­schen Ablauf. Den­noch kann es im Ein­zel­fall Umstän­de geben, bei denen das Ver­fah­ren von die­sem abweicht. Aus Grün­den des bes­se­ren Ver­ständ­nis­ses wird im Nach­gang ledig­lich der Regel­fall geschildert.

Soll­ten Sie zu spe­zi­fi­schen Ver­fah­rens­ab­läu­fen Fra­gen haben, neh­men Sie unver­bind­lich Kon­takt zu uns auf. Wir bear­bei­ten auf­grund unse­rer Spe­zia­li­sie­rung regel­mä­ßig auch Son­der­kon­stel­la­tio­nen und bera­ten Sie ger­ne zu Ihrem spe­zi­el­len Anliegen.

Vor­läu­fi­ges Insolvenzverfahren

Ist das Ver­fah­ren nach sorg­fäl­ti­ger Vor­be­rei­tung erfolg­reich ein­ge­lei­tet wor­den, ord­net das zustän­di­ge Gericht zunächst das vor­läu­fi­ge Insol­venz­ver­fah­ren an.

Im Rah­men des vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­fah­rens ist sei­tens des Gerichts zu prü­fen, ob ein Insol­venz­grund gege­ben ist. Dies lässt das Gericht meist durch einen Gut­ach­ter ermit­teln, der in aller Regel zugleich auch als vor­läu­fi­ger Insol­venz­ver­wal­ter oder Sach­wal­ter bestellt wird. Wur­de die Eigen­ver­wal­tung bean­tragt, fällt die­se Auf­ga­be dem Sach­wal­ter zu.

In einem ers­ten Schritt wer­den die Mit­ar­bei­ten­den im Rah­men einer Betriebs­ver­samm­lung über die Ein­lei­tung des Insol­venz­ver­fah­rens infor­miert. Hier­an neh­men im Fal­le der Eigen­ver­wal­tung neben der Geschäfts­lei­tung deren Bera­ter sowie der Sach­wal­ter teil. In einem Rege­l­in­sol­venz­ver­fah­ren wird die Geschäfts­lei­tung durch den Insol­venz­ver­wal­ter unterstützt.

Wird das Unter­neh­men im Rah­men der Eigen­ver­wal­tung fort­ge­führt, wird die Geschäfts­lei­tung zudem u. A. eine Inven­tur zum Stich­tag der Antrag­stel­lung ver­an­las­sen, das Ver­mö­gen gut­ach­ter­lich bewer­ten las­sen und Ver­zeich­nis­se über die Kre­di­to­ren und Debi­to­ren anfer­ti­gen. Im Rege­l­in­sol­venz­ver­fah­ren ver­an­lasst die­se Auf­ga­ben der Insolvenzverwalter.

In der Über­sicht stellt sich der Ablauf eines Insol­venz­ver­fah­rens in Eigen­ver­wal­tung wie folgt dar:

Ablauf Eigenverwaltung

Ein Rege­l­in­sol­venz­ver­fah­ren läuft ähn­lich ab. Aller­dings bestehen eini­ge gra­vie­ren­de Unter­schie­de zu einer Eigen­ver­wal­tung. Das Gericht bestellt zum Bei­spiel einen Insol­venz­ver­wal­ter, der das Ver­fah­ren maß­geb­lich füh­ren wird. Denn der Insol­venz­ver­wal­ter ver­wal­tet und ver­wer­tet die Insol­venz­mas­se, wor­aus sich weit­rei­chen­de Befug­nis­se ergeben.

Des Wei­te­ren wird in klas­si­schen Rege­l­in­sol­venz­ver­fah­ren nur sehr spo­ra­disch von der Mög­lich­keit einer Sanie­rung über den Insol­venz­plan Gebrauch gemacht. Eigent­lich fort­füh­rungs­wür­di­ge Unter­neh­men wer­den über­durch­schnitt­lich oft an einen Käu­fer über­ge­ben oder liquidiert.

Ablauf Regelinsolvenz

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5. Sind Insol­ven­zen öffent­lich einsehbar?

Auf der Inter­net­sei­te www.Insolvenzbekanntmachungen.de ver­öf­fent­li­chen die deut­schen Insol­venz­ge­rich­te im Fal­le einer Insol­venz sol­che Bekannt­ma­chun­gen, die die Insol­venz­ord­nung vor­schreibt.

Dazu gehö­ren bei einem Rege­l­in­sol­venz­ver­fah­ren sowohl der Beschluss über die Anord­nung des vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­fah­rens als auch der Beschluss über die Eröff­nung des Insolvenzverfahrens.

Bei einer Insol­venz in Eigen­ver­wal­tung wird der Beschluss über die Anord­nung in aller Regel nicht ver­öf­fent­licht. Das gibt dem Unter­neh­men die Mög­lich­keit, gezielt ein­zel­ne Gläu­bi­ger anzu­spre­chen und sie über die geplan­ten nächs­ten Schrit­te zu infor­mie­ren. Eine Pflicht, alle Gläu­bi­ger über die Insol­venz zu infor­mie­ren besteht nicht.

Der Beschluss über die Eröff­nung des Ver­fah­rens wird in jedem Fall ver­öf­fent­licht. In aller Regel wird der Insol­venz­ver­wal­ter bzw. bei einer Eigen­ver­wal­tung der Sach­wal­ter damit beauf­tragt, den Beschluss an die Gläu­bi­ger zu senden.

Gläu­bi­ger kön­nen auf dem Por­tal Insolvenzbekanntmachungen.de fort­lau­fend nach Ver­öf­fent­li­chun­gen in einem spe­zi­fi­schen Insol­venz­ver­fah­ren recher­chie­ren. Die Ein­tra­gun­gen wer­den regel­mä­ßig aktualisiert.

6. Wel­che Pflich­ten habe ich als Schuldner?

Wird eine Restruk­tu­rie­rung des Unter­neh­mens im Rah­men eines Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens ange­strebt, ist die Geschäfts­füh­rung an den Inter­es­sen der Gläu­bi­ger auszurichten.

Die­se müs­sen nicht zwangs­läu­fig dar­in bestehen, best­mög­lich befrie­digt zu wer­den. Auch der Erhalt eines Schuld­ners kann von Inter­es­se sein, näm­lich wenn man zukünf­tig wie­der Geschäft mit ihm erwartet.

7. Was kann ich als Gläu­bi­ger unternehmen?

Wenn Sie als Gläu­bi­ger von der Insol­venz eines Schuld­ners betrof­fen sind, soll­ten Sie zunächst bestehen­de Siche­rungs­rech­te gel­tend machen. Deren Ver­ein­ba­rung ist im heu­ti­gen Geschäfts­le­ben weit ver­brei­tet. Vie­le Gläu­bi­ger ver­fü­gen über Eigen­tums­vor­be­halts­rech­te oder Grundpfandrechte.

Soll­ten Sie sich als Gläu­bi­ger dazu ent­schei­den, trotz Insol­venz mit dem Schuld­ner wei­te­re Geschäf­te zu täti­gen, dann soll­ten Sie sich über die zukünf­ti­ge Zahl­wei­se der For­de­run­gen Gedan­ken machen.

Eine Opti­on wäre die Umstel­lung auf Vor­kas­se, die die meist ohne­hin ange­spann­te Liqui­di­tät des Schuld­ners aller­dings wei­ter stra­pa­zie­ren dürf­te. Ziel von Gläu­bi­gern muss es sein, ein mög­lichst hohes Maß an Sicher­heit zu erlan­gen, ohne die Erho­lung des viel­leicht für das eige­ne Geschäft wich­ti­gen Schuld­ners abzuwürgen.

Eine Gewäh­rung von Zah­lungs­zie­len ist wei­ter mög­lich. Aller­dings soll­ten sie nicht zu lang sein. Allein schon mit Blick auf eine even­tu­ell dro­hen­de Anfech­tung ist daher zu emp­feh­len, dass zwi­schen Leis­tung und Zah­lung nicht mehr als 30 Tage lie­gen sollten.

Mit Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens wird den Gläu­bi­gern der Eröff­nungs­be­schluss zuge­stellt. Dar­in wer­den die Gläu­bi­ger u. a. auf­ge­for­dert, ihre For­de­run­gen inner­halb einer gewis­sen Frist zur Insol­venz­ta­bel­le anzu­mel­den. Die Insol­venz­ta­bel­le wird von dem Insol­venz­ver­wal­ter bzw. bei der Eigen­ver­wal­tung vom Sach­wal­ter geführt. Die gel­tend gemach­te For­de­rung ist dem Insol­venz­ver­wal­ter bzw. Sach­wal­ter mit­tels geeig­ne­ter Doku­men­te nachzuweisen.

Wird die­se Frist ver­säumt, ist es den Gläu­bi­gern nicht genom­men ihre For­de­run­gen trotz­dem noch zur Insol­venz­ta­bel­le anzu­mel­den. Die Nach­mel­dung ver­ur­sacht ledig­lich eine klei­ne Gebühr von der­zeit 20 EUR.

Eine ande­re Fra­ge ist, ob sich der Auf­wand für die Anmel­dung mit Blick auf die zu erwar­ten­de Quo­te wirt­schaft­lich lohnt. Aller­dings lässt sich dies nicht pau­schal beur­tei­len. Es ist grund­sätz­lich nicht aus­ge­schlos­sen, dass sich die Insol­venz­mas­se noch bis zur Schluss­ver­tei­lung ver­meh­ren kann.

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8. Kann im Insol­venz­ver­fah­ren gepfän­det werden?

Eine Pfän­dung ist eine Maß­nah­me der Ein­zel­zwangs­voll­stre­ckung. Zwangs­voll­stre­ckun­gen für ein­zel­ne Insol­venz­gläu­bi­ger sind wäh­rend der Dau­er des Insol­venz­ver­fah­rens weder in die Insol­venz­mas­se noch in das sons­ti­ge Ver­mö­gen des Schuld­ners zuläs­sig. Da das Insol­venz­ver­fah­ren ein Gesamt­voll­stre­ckungs­ver­fah­ren ist, erfolgt die Voll­stre­ckung viel­mehr durch den Insolvenzverwalter.

Hat ein Gläu­bi­ger im letz­ten Monat vor dem Antrag auf Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens oder nach die­sem Antrag durch Zwangs­voll­stre­ckung eine Siche­rung an dem zur Insol­venz­mas­se gehö­ren­den Ver­mö­gen des Schuld­ners erlangt, so wird die­se Siche­rung mit der Eröff­nung des Ver­fah­rens unwirksam.

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9. Steht am Ende eines Ver­fah­rens die Restschuldbefreiung?

Die Rest­schuld­be­frei­ung ist das Ziel eines jeden Ver­brau­cher­insol­venz­ver­fah­rens. Damit der Schuld­ner am Ende der nun­mehr nur noch drei­jäh­ri­gen Wohl­ver­hal­tens­pha­se sei­ne Schul­den los ist, muss er aber bei Gericht einen ent­spre­chen­den Antrag stel­len. Dies geschieht idea­ler­wei­se mit Stel­lung des Insolvenzantrags.

Durch­läuft ein Unter­neh­men eine Insol­venz, sieht das deut­sche Insol­venz­recht hin­ge­gen nicht auto­ma­tisch eine Ent­le­di­gung der Schul­den am Ende des Ver­fah­rens vor. Aller­dings steht dem Unter­neh­men die Mög­lich­keit offen, sich über einen Insol­venz­plan mit sei­nen Gläu­bi­gern auf eine (Teil-)Entschuldung zu einigen.

10. Fazit

Eine Insol­venz bedeu­tet heut­zu­ta­ge nicht mehr das auto­ma­ti­sche Ende einer Unter­neh­mung. Die durch die Geschäfts­lei­tung ver­ant­wor­te­te Sanie­rung unter Insol­venz­schutz, die sog. Eigen­ver­wal­tung, hat sich mitt­ler­wei­le etabliert.

Das Ver­fah­ren läuft dabei ähn­lich ab wie ein Rege­l­in­sol­venz­ver­fah­ren. Aller­dings gibt es zahl­rei­che Vor­tei­le. So gibt es z. B. kei­nen Insol­venz­ver­wal­ter und der Beschluss über die Anord­nung des vor­läu­fi­gen Ver­fah­rens wird in aller Regel nicht ver­öf­fent­licht. Dies gibt dem Schuld­ner die Mög­lich­keit, die Geschäfts­part­ner ziel­ge­rich­tet zu infor­mie­ren und mit ihnen eine Lösung für die zukünf­ti­ge Zusam­men­ar­beit zu suchen.

Sol­len die Schul­den am Ende des Restruk­tu­rie­rungs­ver­fah­rens ganz oder größ­ten­teils erlas­sen wer­den, muss dies im Rah­men eines Insol­venz­pla­nes ent­spre­chend gere­gelt wer­den. Eine Rest­schuld­be­frei­ung wie im Ver­brau­cher­insol­venz­ver­fah­ren kennt das Rege­l­in­sol­venz­ver­fah­ren nicht.

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