Klas­si­sche Anfech­tungs­fal­len – das soll­ten Sie auf kei­nen Fall machen

Sehr häu­fig set­zen sich Gläu­bi­ger selbst und völ­lig unnö­tig einem Anfech­tungs­ri­si­ko aus. Nicht sel­ten müs­sen Gläu­bi­ger sogar Geld zurück­zah­len, weil ihr Haus­an­walt oder Unter­neh­mens­ju­rist leicht ver­meid­ba­re Feh­ler began­gen hat. In drei Anfech­tungs­fal­len tap­pen Gläu­bi­ger beson­ders häufig.

1. Anmel­dung einer For­de­rung zur Insolvenztabelle

Nach der Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens gegen Ihren Kun­den sind Sie als Ver­trags­part­ner auf For­de­run­gen sit­zen­ge­blie­ben. Nach eini­ger Zeit erhal­ten Sie einen Brief des Insol­venz­ver­wal­ters, der Sie auf­for­dert, Ihre For­de­run­gen mit den mit­ge­sen­de­ten For­mu­la­ren anzu­mel­den und zu begründen.

Genau dies tun Sie. Sie lis­ten alle Rech­nun­gen der ver­gan­ge­nen zwei Jah­re auf, inklu­si­ve der Teil­zah­lun­gen, die Sie erhal­ten haben. Zudem machen Sie Mahn- und Inkas­s­o­kos­ten sowie Zin­sen gel­tend. Um die­se Kos­ten zu bele­gen, lis­ten Sie mit Hil­fe Ihres Anwalts auf, wann Mah­nun­gen aus­ge­spro­chen und ein Inkas­so­dienst­leis­ter beauf­tragt wurde.

Was Sie zu die­sem Zeit­punkt noch nicht ahnen: Mit die­ser For­de­rungs­an­mel­dung lie­fern Sie dem Insol­venz­ver­wal­ter Anhalts­punk­te und Beweis­mit­tel dafür, dass Ihnen die dro­hen­de Zah­lungs­un­fä­hig­keit des Schuld­ners zu einem sehr frü­hen Zeit­punkt bekannt war.

Die Kon­se­quenz

Durch Ihre Anga­ben in der For­de­rungs­auf­stel­lung erfährt der Insol­venz­ver­wal­ter von Zah­lun­gen an Sie, von denen er mög­li­cher­wei­se noch gar nichts wuss­te. Dar­über hin­aus infor­mie­ren Sie ihn über Ihre Mah­nun­gen und Voll­stre­ckungs­hand­lun­gen und doku­men­tie­ren das schlep­pen­de Zah­lungs­ver­hal­ten des Schuld­ners in bes­ter Art und Güte.
Für den Insol­venz­ver­wal­ter ist dies eine her­vor­ra­gen­de Grund­la­ge, um im Wege der Anfech­tung die bereits erhal­te­nen Zah­lun­gen zurückzufordern.

Tipp:
Füh­ren Sie kei­ne For­de­rungs­an­mel­dung ohne Spe­zia­list für Insol­venz­an­fech­tung durch.

2. Aus­künf­te gegen­über einem Rechtsanwalt

Sie bekom­men Post von einem Rechts­an­walt, der einen ande­ren Gläu­bi­ger in einem Anfech­tungs­rechts­streit gegen einen Insol­venz­ver­wal­ter ver­tei­digt. Er möch­te von Ihnen wis­sen, wie das Zah­lungs­ver­hal­ten des Schuld­ners Ihnen gegen­über war, zum Bei­spiel ob es Raten­zah­lungs­ver­ein­ba­run­gen, Stun­dung oder Teil­zah­lun­gen gege­ben hat. Sie wol­len sich soli­da­risch ver­hal­ten und geben bereit­wil­lig Auskunft.

Die Kon­se­quenz

Vier Mona­te spä­ter erhal­ten Sie selbst die Anfech­tung des Insol­venz­ver­wal­ters. Die­ser erhält die­se Infor­ma­tio­nen im Zuge des Pro­zes­ses und nutzt sie nun gegen Sie.

Tipp:
Die Soli­da­ri­tät zwi­schen Gläu­bi­gern ist gut. Es kann aber für den Aus­kunfts­ge­ben­den zum Bume­rang und damit sehr teu­er wer­den. Des­halb geben Sie kei­ne Aus­künf­te zum Zah­lungs­ver­hal­ten des Schuldners!

3. Aus­künf­te gegen­über einem Insolvenzverwalter

Sie ertei­len einem Insol­venz­ver­wal­ter bereit­wil­lig Aus­künf­te im Zusam­men­hang mit Fra­gen, die mit einer Insol­venz­an­fech­tung ver­meint­lich nichts zu tun haben.
Die­se Infor­ma­tio­nen wer­den jedoch spä­ter gegen den Gläu­bi­ger ver­wen­det. Beson­ders Steu­er­be­ra­ter, Wirt­schafts­prü­fer und Rechts­an­wäl­te sind hier­von betroffen.

Die Kon­se­quenz

Sie wur­den zwar mit der Aus­sicht gelockt, Ihre Leis­tun­gen wür­den vom Insol­venz­ver­wal­ter aus der Insol­venz­mas­se ver­gü­tet, doch spä­ter stellt sich her­aus, dass der Ver­wal­ter alle erhal­te­nen Aus­künf­te nutzt, um einen Anfech­tungs­an­spruch gegen Sie zu begründen.

Tipp:
Aus­künf­te gegen­über Insol­venz­ver­wal­tern soll­ten nur mit Hil­fe eines Spe­zia­lis­ten für Insol­venz­an­fech­tung erfolgen!

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