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Pen­si­ons­ver­pflich­tung

Als Pen­si­ons­ver­pflich­tung bezeich­net man die Ver­pflich­tung eines Unter­neh­mens, an Ange­stell­te unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen und ab einem fest­ge­leg­ten Zeit­punkt eine Alters‑, Inva­li­den- oder Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung zu leisten.

Rechts­grund­la­gen der Pensionsverpflichtung

Die Pen­si­ons­ver­pflich­tung kann unter ver­schie­de­nen Vor­aus­set­zun­gen recht­lich bin­dend wer­den. Dazu gehören:

  • Betriebs­ver­ein­ba­rung
  • Tarif­ver­trag
  • Ver­trag mit ein­zel­nen Beschäftigten
  • Betrieb­li­che Übung
  • Grund­satz der Gleichbehandlung
  • Besol­dungs­ord­nung

Neben den Arbeit­neh­mern kann auch ande­ren Per­so­nen eine Pen­si­ons­ver­pflich­tung zuste­hen, bei­spiels­wei­se Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rern. In die­sem Fall erhal­ten die­se die Alters- oder Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung als sog. Leis­tungs­ent­gelt. Vor­aus­set­zung für den Erhalt der Pen­si­ons­ver­pflich­tung ist in der Regel eine lang­jäh­ri­ge Tätig­keit in der Firma.

Die Leis­tun­gen der Pen­si­ons­ver­pflich­tung wer­den zuvor fest­ge­legt und kön­nen ent­we­der regel­mä­ßig (Geld- oder Sach­wer­te) oder ein­ma­lig (etwa als Abfin­dung) erfolgen.

Wel­che Arten der Pen­si­ons­ver­pflich­tung gibt es?

Man unter­schei­det zwischen

  • mit­tel­ba­ren und
  • unmit­tel­ba­ren Pensionsverpflichtungen.

Mit­tel­ba­re Pensionsverpflichtungen

Bei einer mit­tel­ba­ren Pen­si­ons­ver­pflich­tung ver­pflich­tet sich der Arbeit­ge­ber aus­schließ­lich dazu, zuguns­ten des Arbeit­neh­mers Alters­ver­sor­gungs­bei­trä­ge an eine Ver­sor­gungs­ein­rich­tung zu ent­rich­ten. Die zu erwar­ten­de Höhe der Pen­si­ons­leis­tung setzt sich dabei aus die­sen Bei­trä­gen sowie den erwirt­schaf­te­ten Erträ­gen zusammen.

Unmit­tel­ba­re Pensionsverpflichtungen

Eine unmit­tel­ba­re Pen­si­ons­ver­pflich­tung liegt vor, wenn sich der Arbeit­ge­ber unmit­tel­bar gegen­über dem Arbeit­neh­mer ver­pflich­tet hat, Alters­ver­sor­gungs­bei­trä­ge zu ent­rich­ten. Im Gegen­satz zur mit­tel­ba­ren Pen­si­ons­ver­pflich­tung muss der Arbeit­ge­ber hier nicht nur eine Prä­mie zur betrieb­li­chen Alters­vor­sor­ge der Mit­ar­bei­ter zah­len, son­dern ver­pflich­tet sich viel­mehr zur Zah­lung einer im Vor­aus defi­nier­ten Leis­tung nach Been­di­gung des Arbeitsverhältnisses.

Aus­la­ge­rung von Pen­si­ons­ver­pflich­tun­gen: wann ist das möglich?

Die Pen­si­ons­ver­pflich­tun­gen kön­nen die Bilanz eines Unter­neh­mens erheb­lich belas­ten (Pen­si­ons­rück­stel­lun­gen) – daher stel­len sich vie­le Fir­men die Fra­ge, ob und wie eine Aus­la­ge­rung von Pen­si­ons­ver­pflich­tun­gen mög­lich ist.

So kön­nen bei­spiels­wei­se beim Unter­neh­mens­ver­kauf Pen­si­ons­ver­pflich­tun­gen in Form eines Durch­füh­rungs­wech­sel auf einen exter­nen Ver­sor­gungs­trä­ger über­tra­gen wer­den. Dies ent­las­tet die Bilanz und wirkt sich posi­tiv auf das Rating bzw. die Boni­tät des Unter­neh­mens aus, was beim Ver­kauf wie­der­um einen nied­ri­ge­ren Finan­zie­rungs­zins­satz für den Käu­fer zur Fol­ge hat.

Wenn Sie Ihre Pen­si­ons­ver­pflich­tun­gen aus­la­gern möch­ten, soll­ten Sie sich von einem erfah­re­nen Exper­ten zu Ihren Mög­lich­kei­ten bera­ten las­sen. Hier ste­hen wir Ihnen ger­ne zur Verfügung.

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