Start­sei­teRechts­be­ra­tungInsol­venz­le­xi­konPfändungsschutzkonto/ P‑Konto

Pfän­dungs­schutz­kon­to / P‑Konto

Ein Pfän­dungs­schutz­kon­to ist ein Giro­kon­to, das auto­ma­ti­schen Pfän­dungs­schutz bis zu einem Frei­be­trag von monat­lich 1.178,59 EUR gewährt.

Am 01. Juli 2010 hat der Gesetz­ge­ber die Mög­lich­keit ein­ge­führt, für ein bestehen­des Ein­zel­gi­ro­kon­to auf Gut­ha­ben­ba­sis einen auto­ma­ti­schen Pfän­dungs­schutz ein­zu­rich­ten. Die Ein­rich­tung bzw. Umwand­lung eines bereits bestehen­den Kon­tos eines/ in ein so-genann­ten/ genann­tes P‑Konto (Pfän­dungs­schutz­kon­to) muss der Schuld­ner per­sön­lich bei sei­ner Bank beantragen.

Das Pfän­dungs­schutz­kon­to hat den Zweck, für den Schuld­ner sicher­zu­stel­len, dass er trotz Pfän­dungs­maß­nah­men sei­ner Gläu­bi­ger über einen monat­li­chen Grund­frei­be­trag ver­fü­gen kann, der das Exis­tenz­mi­ni­mum absi­chert. Dem­entspre­chend steht dem Kon­to­in­ha­ber mit der Ein­rich­tung eines P‑Kontos auto­ma­tisch ein geschütz­ter pfän­dungs­frei­er Grund­frei­be­trag in Höhe von aktu­ell 1.178,59 EUR zu. Dabei gilt der Grund­frei­be­trag unab­hän­gig von der Art der erziel­ten Ein­künf­te (Arbeits­lohn, Ein­kom­men aus selb­stän­di­ger Tätig­keit, Sozi­al­leis­tun­gen, Steu­er­erstat­tun­gen) immer in glei­cher Höhe.

Bei bestehen­den und nach­ge­wie­se­nen gesetz­li­chen Unter­halts­ver­pflich­tun­gen erhöht sich der oben genann­te Grund­frei­be­trag um 443,57 EUR für die ers­te und 247,12 EUR für die zwei­te bis fünf­te unter­halts­be­rech­tig­te Per­son. Der Nach­weis bestehen­der Unter­halts­pflich­ten kann von dem Schuld­ner durch Vor­la­ge von Lohn­ab­rech­nun­gen, aus denen die Steu­er­klas­se und der Kin­der­frei­be­trag her­vor­ge­hen oder durch die Vor­la­ge der Bestä­ti­gung einer aner­kann­ten Stel­le, z. B. den Arbeit­ge­ber, die zust. Fami­li­en­kas­se oder den zust. Sozi­al­leis­tungs­trä­ger geführt werden.

Sofern die auf dem P‑Konto ein­ge­hen Ein­künf­te den Grund­frei­be­trag über­stei­gen, kann bei dem zustän­di­gen Voll­stre­ckungs­ge­richt eine indi­vi­du­el­le Kon­to­frei­ga­be bean­tragt werden.

Da ein Gemein­schafts­kon­to (insb. von Ehe­leu­ten) nicht als P‑Konto geführt wer­den kann, emp­fiehlt es sich, bei der kon­to­füh­ren­den Bank die Auf­tei­lung in zwei ein­zel­ne Giro­kon­ten mit jewei­li­ger Pfän­dungs­schutz­ver­ein­ba­rung zu veranlassen.

Falls in der Ver­gan­gen­heit eine Kon­to­pfän­dung auf ein regu­lä­res Giro­kon­to aus­ge­bracht wor­den ist, kann das Giro­kon­to durch die kon­to­füh­ren­de Bank inner­halb von vier Wochen ab Zustel­lung des Pfän­dungs­be­schlus­ses noch in ein P‑Konto umge­wan­delt wer­den, so dass der Pfän­dungs­schutz rück­wir­kend ab dem Tag der Kon­to­pfän­dung gilt.

Wei­ter recherchieren
image_pdf