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Eigen­ver­wal­tung (vor­läu­fi­ge)

Wird das Insol­venz­ver­fah­ren in Eigen­ver­wal­tung eröff­net, ver­liert der Schuld­ner nicht die Ver­fü­gungs­be­fug­nis über sein Ver­mö­gen an einen Insol­venz­ver­wal­ter. Es wird vom Insol­venz­ge­richt an Stel­le eines Insol­venz­ver­wal­ters ein Sach­wal­ter bestellt, der den Schuld­ner beauf­sich­tigt. Dies gilt bereits in dem der Eröff­nung vor­ge­schal­te­tem Zeit­raum zwi­schen Insol­venz­an­trag und Insol­venz­eröff­nung, dem soge­nann­ten Eröff­nungs­ver­fah­ren, In die­sem Zeit­raum spricht man von der vor­läu­fi­gen Eigen­ver­wal­tung und es wird dann ein vor­läu­fi­ger Sach­wal­ter vom Insol­venz­ge­richt bestellt.

Nur bestimm­te Rech­te wer­den dem Schuld­ner ent­zo­gen. Geht es z.B. um Haf­tungs­an­sprü­che gegen ihn, macht der Sach­wal­ter die­se Ansprü­che geltend.

Die Eigen­ver­wal­tung kann nur auf Antrag des Schuld­ners ange­ord­net wer­den. Die Antrags­un­ter­la­gen set­zen eine sehr sorg­fäl­ti­ge Pla­nung des wei­te­ren Ver­fah­rens­ab­laufs voraus.

Der Schuld­ner ist oft im Insol­venz­recht nicht aus­rei­chend erfah­ren, um den Antrag auf Eigen­ver­wal­tung stel­len und das Ver­fah­ren durch­füh­ren zu kön­nen. Daher wird er schon im Vor­feld des Antrags einen ent­spre­chend qua­li­fi­zier­ten Bera­ter auf­ge­sucht haben. Häu­fig wird ihm auch von die­sem Bera­ter eine Per­son als Gene­ral­be­voll­mäch­tig­ter an die Sei­te gestellt, die mit ihm das Ver­fah­ren durchführt.

Ist der Schuld­ner eine juris­ti­sche Per­son (z.B. eine GmbH), kann die­se Begleit­per­son für die Lauf­zeit des Ver­fah­rens Mit­glied der Geschäfts­füh­rung wer­den. Man spricht dann von einem Sanie­rungs­ge­schäfts­füh­rer oder CRO (Chief Rest­ruc­tu­ring Officer).

Die Eigen­ver­wal­tung kann auf­ge­ho­ben und ein ver­fü­gungs­be­rech­tig­ter Insol­venz­ver­wal­ter bestellt wer­den, wenn das Gericht dies auf begrün­de­ten Antrag eines oder meh­re­rer Gläu­bi­ger beschließt.

Recht­li­che Grundlage:

  • § 270 bis 285 InsO
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