Wohl­ver­hal­tens­pha­se

Die Wohl­ver­hal­tens­pha­se - auch Rest­schuld­be­frei­ungs­pha­se oder Wohl­ver­hal­tens­pe­ri­ode genannt — schließt sich einem Insol­venz­ver­fah­ren einer natür­li­chen Per­son an, soweit ein ent­spre­chen­der Antrag gestellt wor­den ist. Die­ser ist vor der Ver­fah­rens­er­öff­nung zu stel­len. Nach Abschluss der Rest­schuld­be­frei­ungs­pha­se wird der Schuld­ner von allen, danach noch bestehen­den Ver­bind­lich­kei­ten befreit. Dies gilt auch gegen­über den Gläu­bi­gern, die ihre For­de­rung nicht zur Insol­venz­ta­bel­le ange­mel­det haben.

Die Dau­er der Rest­schuld­be­frei­ungs­pha­se ein­schließ­lich des vor­an­ge­hen­den Insol­venz­ver­fah­ren beträgt nach neu­em Recht (seit dem 01.01.2021) ins­ge­samt 3 Jahre.

Rest­schuld­be­frei­ung erhal­ten nur natür­li­che Per­so­nen. Kei­ne Rest­schuld­be­frei­ungs­pha­se schießt sich daher an bei Insol­venz­ver­fah­ren von juris­ti­schen Per­so­nen und über Nach­läs­se (Nach­lassin­sol­venz­ver­fah­ren).

Bei Ein­tritt in die Rest­schul­be­frei­ungs­pha­se bestimmt das Insol­venz­ge­richt einen Treu­hän­der. An die­sen tritt der Schuld­ner für die Dau­er der Rest­schuld­be­frei­ungs­pha­se sei­ne pfänd­ba­ren Lohn- und Gehalts­an­tei­le ab. Der Treu­hän­der ver­ein­nahmt die­se für die Gläu­bi­ger­ge­mein­schaft und ver­teilt die ein­ge­hen­den Gel­der an die­se ein­mal jähr­lich. Des Wei­te­ren ist der Treu­hän­der ver­pflich­tet, jähr­lich einen Bericht gegen­über dem Insol­venz­ge­richt abzu­ge­ben. Der Schuld­ner ist dem Treu­hän­der gegen­über ins­be­son­de­re ver­pflich­tet, einen Wech­sel sei­ner Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se und sei­nes Wohn­or­tes mitzuteilen.

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