Die Münch­ner Staats­an­walt­schaft und eini­ge Anle­ger­an­wäl­te fahn­den der­zeit inten­siv nach dem pri­va­ten Ver­mö­gen von P&R‑Gründer Heinz Roth. Laut der Münch­ner Behör­de, hat sie zwar ver­mö­gens­si­chern­de Maß­nah­men ein­ge­lei­tet, beschlag­nahmt wur­de jedoch noch nichts. Der Insol­venz­ver­wal­ter geht der­zeit von einem Ver­mö­gen von nur zehn bis 13 Mil­lio­nen Euro aus. Es bleibt abzu­war­ten, ob die Suche erfolg­reich sein wird und ob ange­sichts des Mil­­li­ar­­den-Scha­­dens die Anle­ger über­haupt etwas von die­sem Geld sehen wer­den. Ers­te Ein­bli­cke wer­den die Gläu­bi­ger­ver­samm­lun­gen Mit­te Okto­ber geben. Dann kön­nen die Anle­ger auch über das Schick­sal der P&R ent­schei­den. Trotz der gericht­li­chen Frist bis Mit­te Sep­tem­ber kön­nen auch wei­ter­hin For­de­rungs­an­mel­dun­gen abge­ge­ben werden.

Für die vier maß­geb­li­chen in Deutsch­land ansäs­si­gen P&R‑Gesellschaften hat das Insol­venz­ge­richt die nach­fol­gen­den Ter­mi­ne anberaumt:

  • P&R Gebraucht­con­tai­ner Ver­­­triebs- und Ver­­­wal­­tungs-GmbH, 17.10.2018 ab 10:00 Uhr,
  • P&R Con­tai­ner Ver­­­triebs- und Ver­­­wal­­tungs-GmbH, 18.10.2018, ab 09:00 Uhr,
  • P&R Tran­s­­port-Con­­tai­­ner GmbH, 18.10.2018, ab 15:00 Uhr,
  • P&R Con­tai­ner Lea­sing GmbH, 22.10.2018, ab 09:00 Uhr,

Im Rah­men der Gläu­bi­ger­ver­samm­lung, der auch Berichts­ter­min genannt wird, wer­den zunächst die jewei­li­gen Insol­venz­ver­wal­ter bestä­tigt oder kön­nen abge­wählt wer­den. Wei­ter­hin haben die Gläu­bi­ger über die Ein­set­zung und Beset­zung der Gläu­bi­ger­aus­schüs­se abzu­stim­men. Letzt­end­lich wer­den die Insol­venz­ver­wal­ter Dr. Micha­el Jaf­fé und Dr. Phil­ip Hein­ke über ihre bis­her getrof­fe­nen Maß­nah­men eben­so berich­ten, wie über die vor­ge­fun­de­nen finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und die aktu­el­le Lage der Gesellschaften.

Der Bericht des Insol­venz­ver­wal­ters stellt die wesent­li­che Infor­ma­ti­ons­quel­le für die Gläu­bi­ger dar. Aus die­sem Grun­de sieht das Gesetz auch vor, dass die Gläu­bi­ger dar­über zu infor­mie­ren sind, ob und wie die insol­ven­te Gesell­schaft fort­ge­führt wer­den kann. Auch die Liqui­da­ti­on des Unter­neh­mens ist sei­tens der Ver­wal­tung darzustellen.

Ent­schei­dungs­ge­walt liegt bei den Gläubigern 

Die Gläu­bi­ger müs­sen dann auf die­ser Infor­ma­ti­ons­grund­la­ge ent­schei­den, ob das Unter­neh­men liqui­diert wer­den soll, also die Unter­neh­mens­wer­te ver­äu­ßert wer­den sol­len oder, ob die Insol­venz­schuld­ne­rin (ggf. auch in ande­rer Gestalt) fort­ge­führt wer­den soll. Im Rah­men der Gläu­bi­ger­ver­samm­lung wer­den also weit­rei­chen­de Ent­schei­dun­gen über das Schick­sal des Unter­neh­mens getrof­fen. Viel­fach wird der Berichts­ter­min als rei­ne Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung ange­se­hen, in wel­chem die Gläu­bi­ger nur noch den Vor­schlag der Insol­venz­ver­wal­tung „abni­cken“ sol­len. Dabei wird ver­kannt, dass weder das Gericht noch der Insol­venz­ver­wal­ter über das Schick­sal ent­schei­den, son­dern die Gläubiger.

Ob eine Sanie­rung des Unter­neh­mens, eine gege­be­nen­falls auch ein­ge­schränk­te Fort­füh­rung oder auch ein Tausch der For­de­rung gegen Antei­le an dem Unter­neh­men (Dept to Equi­­ty-Swap) sinn­voll ist, bedarf einer fach­kun­di­gen Bewer­tung der vom Insol­venz­ver­wal­ter mit­ge­teil­ten Infor­ma­tio­nen und einer mehr­heit­li­chen Gläu­bi­ger­ent­schei­dung. Die­se Mehr­hei­ten wer­den jedoch häu­fig nicht erreicht. Hin­ter­grund ist, dass die Inves­to­ren ihre Rech­te und Ansprü­che nicht aus­rei­chend poo­len. Oft sind Inter­es­sen­ver­tre­ter nicht in der Lage die Rech­te in den Berichts­ter­mi­nen erfolg­reich aus­zu­üben, da sie nicht über aus­rei­chen­de insol­venz­recht­li­che Exper­ti­se ver­fü­gen. Die Insol­venz­ord­nung folgt eige­nen Regeln und hebelt dadurch das nor­ma­le Wirt­schafts­recht aus. Insol­venz­ver­fah­ren sind gera­de nicht mit Zivil‑, Ver­­­wal­­tungs- und Straf­pro­zes­sen ver­gleich­bar. Bei der Aus­wahl des rich­ti­gen Ver­tre­ters soll­te die Anle­ger des­halb auf das insol­venz­recht­li­che Know-how achten.

For­de­rungs­mel­dun­gen kön­nen wei­ter ange­mel­det werden

Am 14. Sep­tem­ber 2018 lief die vom Insol­venz­ge­richt gesetz­te Frist zur For­de­rungs­an­mel­dung ab. Anle­ger, die die­se Frist nicht ein­ge­hal­ten haben, kön­nen ihre For­de­rung wei­ter­hin anmel­den. Die „ver­spä­tet“ ange­mel­de­te For­de­rung wird grund­sätz­lich wie eine recht­zei­tig ange­mel­de­te For­de­rung behan­delt. Der Unter­schied besteht ledig­lich dar­in, dass eine an das Insol­venz­ge­richt zu zah­len­de Nach­mel­de­ge­bühr von 20 Euro (VV 2340 GKG Kos­ten­ver­zeich­nis) ent­ste­hen könn­te. Die Ent­ste­hung einer sol­chen Gebühr setzt die Anbe­raumung eines neu­en Prü­fungs­ter­mins, in wel­chem die ver­spä­tet ange­mel­de­te For­de­rung geprüft wird, vor­aus. Das Insol­venz­ge­richt hat die Prüf­ter­mi­ne für den 14. Novem­ber 2018 anberaumt.

For­de­rungs­an­mel­dung nach­mel­den und den neue­ren Ent­wick­lun­gen anpassen

Gläu­bi­ger, die ihre For­de­run­gen bis­lang nicht ange­mel­det haben, soll­ten mit der Anmel­dung ihrer For­de­run­gen jedoch nicht zu lan­ge war­ten. Nur wenn die For­de­rung aus­rei­chend begrün­det und sowohl für den Insol­venz­ver­wal­ter als auch für die wei­te­ren Gläu­bi­ger der Insol­venz­schuld­ne­rin nach­voll­zieh­bar ist, hemmt die Anmel­dung die Ver­jäh­rung. Erfolgt die Anmel­dung nicht ord­nungs­ge­mäß, also nicht aus­rei­chend indi­vi­dua­li­siert und sub­stan­ti­iert oder wird die For­de­rung gar nicht ange­mel­det, dann droht die Ver­jäh­rung der Ansprü­che im Insol­venz­ver­fah­ren. Eine Quo­te kön­nen die­se Gläu­bi­ger nicht erwar­ten. Unter Bezug­nah­me auf den Bun­des­ge­richts­hof stellt das OLG Mün­chen fest, dass es einer hin­rei­chen­den Dar­le­gung des Lebens­sach­ver­halts“ in der For­de­rungs­an­mel­dung bedarf, damit dem „Insol­venz­ver­wal­ter und den Gläu­bi­gern eine zutref­fen­de recht­li­che Beur­tei­lung der ange­mel­de­ten For­de­rung“ mög­lich ist.

Die auf das Insol­­venz- und Kapi­tal­an­la­ge­recht spe­zia­li­sier­te Kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp hat für ihre Man­dan­ten die For­de­rung recht­zei­tig zum 14. Sep­tem­ber 2018 ange­mel­det. Von einer Ver­wen­dung des Vor­drucks der Insol­venz­ver­wal­ter hat die Kanz­lei Abstand genom­men, da sie die in den vor­aus­ge­füll­ten For­de­rungs­an­mel­dun­gen ent­hal­te­ne Begrün­dung „For­de­rung aus Vertrag/Schadensersatz“ nicht für aus­rei­chend erach­te­te. Hin­zu kommt, dass den neue­ren Ent­wick­lun­gen, der Ver­haf­tung von Heinz Roth Rech­nung zu tra­gen war. Eine For­de­rungs­an­mel­dung, die nicht auch delik­ti­sche Ansprü­che berück­sich­tigt, miss­ach­tet also die aktu­el­len Entwicklungen.

Inves­to­ren, deren Anmel­dun­gen die neu­en Ent­wick­lun­gen nicht berück­sich­tigt, kön­nen ihre Anmel­dun­gen noch abän­dern. Dies soll­ten aller­dings Exper­ten durch­füh­ren, um Rechts­nach­tei­le zu vermeiden.

Kos­ten­lo­se Ver­tre­tung in der Gläubigerversammlung

Die Kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp ver­fügt nicht nur über die erfor­der­li­che Kapi­tal­markt­ex­per­ti­se, son­dern auch über das not­wen­di­ge insol­venz­recht­li­che Know-how, da sie seit vie­len Jah­ren Unter­neh­men in der Kri­se und Insol­venz erfolg­reich beglei­tet und saniert.

Um für die Man­dan­ten (sowie alle wei­te­ren geschä­dig­ten Anle­ger) in den P&R‑Insolvenzverfahren das best­mög­li­che Ergeb­nis zu errei­chen, bie­tet Bucha­lik Bröm­me­kamp sämt­li­chen Anle­gern der insol­ven­ten Gesell­schaf­ten die kos­ten­lo­se Wahr­neh­mung in den jewei­li­gen Gläu­bi­ger­ver­samm­lun­gen an.

 

Über Bucha­lik Brömmekamp

Seit über zehn Jah­ren ver­tritt Rechts­an­walt Sascha Borow­ski (Fach­an­walt für Bank- und Kapi­tal­markt­recht) von der auf Insol­venz­recht spe­zia­li­sier­ten Kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp erfolg­reich Inves­to­ren in und außer­halb von Insolvenzverfahren.

Die Kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp zählt zu den mark­füh­ren­den Insol­­venz- und Sanie­rungs­be­ra­tern und wur­de viel­fach, so u.a. vom FOCUS zur TOP Wirt­schafts­kanz­lei im Bereich Insol­venz & Sanie­rung, ausgezeichnet.

Ger­ne bera­ten wir Sie bei der Durch­set­zung Ihrer Ansprü­che. Set­zen Sie sich gern mit uns per E‑Mail: , per Tele­fon 0211 828977–200 oder pos­ta­lisch: Bucha­lik Bröm­me­kamp Rechts­an­walts­ge­sell­schaft mbH, Prin­zen­al­lee 15, 40549 Düs­sel­dorf, in Verbindung.

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