• Geschäfts­be­trieb läuft unein­ge­schränkt weiter

Lan­gen­feld. 15. Juli 2019. Susan­ne Schme­es-Bes­­gen und Patrick Poschen, bei­de Geschäfts­füh­rer der Beo­plast Bes­gen GmbH in Lan­gen­feld, wol­len das Fami­li­en­un­ter­neh­men durch ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren sanie­ren und wie­der wett­be­werbs­fä­hig auf­stel­len. Einem ent­spre­chen­den Antrag des Unter­neh­mens hat das Amts­ge­richt Düs­sel­dorf zuge­stimmt. „Mit der Eigen­ver­wal­tung ver­fol­gen wir das Ziel, Beo­plast fort­zu­füh­ren und nach­hal­tig zu sanie­ren. Des­halb lau­fen alle Pro­jek­te und der Geschäfts­be­trieb unein­ge­schränkt wei­ter wie bis­her. Wir sind sehr froh, dass unse­re Haus­bank, die Spar­kas­se Lan­gen­feld, den von uns vor­ge­schla­ge­nen Weg der Sanie­rung ohne Ein­schrän­kun­gen unter­stützt“, erklärt Susan­ne Schme­es-Bes­­gen. Die rund 60 Mit­ar­bei­ter wur­den bereits über die aktu­el­le Ent­wick­lung infor­miert. Löh­ne und Gehäl­ter sind in den ers­ten drei Mona­ten des Ver­fah­rens über das Insol­venz­geld abgesichert.

Mit dem Ver­fah­ren nutzt das Unter­neh­men nun die Chan­ce, die der Gesetz­ge­ber mit dem ESUG (Gesetz zur wei­te­ren Erleich­te­rung der Sanie­rung von Unter­neh­men) vor sie­ben Jah­ren geschaf­fen hat. Durch die Eigen­ver­wal­tung kön­nen sich Unter­neh­men in schwie­ri­gen Situa­tio­nen wie­der neu auf­stel­len. Die Unter­neh­mens­lei­tung bleibt in der Eigen­ver­wal­tung wei­ter­hin im Amt und wird die Sanie­rung unter Auf­sicht des Gerichts und eines Sach­wal­ters selbst­stän­dig durch­füh­ren. Als vor­läu­fi­gen Sach­wal­ter bestell­te das Düs­sel­dor­fer Amts­ge­richt Rechts­an­walt Dr. Biner Bähr, Part­ner der Kanz­lei White & Case aus Düsseldorf.

In dem Ver­fah­ren wird Beo­plast von der Wirt­schafts­kanz­lei und Unter­neh­mens­be­ra­tung Bucha­lik Bröm­me­kamp aus Düs­sel­dorf beglei­tet, mit deren Unter­stüt­zung in den nächs­ten Wochen ein Sanie­rungs­kon­zept erar­bei­tet wird. Die­ses Kon­zept mün­det spä­ter in einen Insol­venz­plan, in dem die Ent­schul­dung und nach­hal­ti­ge Fort­füh­rung des Unter­neh­mens auf­ge­zeigt wird. Dem Plan müs­sen zunächst die Gläu­bi­ger zustim­men. Danach muss er vom Amts­ge­richt Düs­sel­dorf bestä­tigt werden.

Beo­plast spürt, wenn auch spä­ter als ande­re Anbie­ter, zöger­li­che Abru­fe im Auto­­mo­­ti­­ve-Sek­­tor. Der zusätz­li­che Ver­lust eines grö­ße­ren Pro­duk­ti­ons­auf­tra­ges im ver­gan­ge­nen Jahr konn­te lei­der durch kurz­fris­tig ein­ge­lei­te­te Maß­nah­men nicht voll­stän­dig auf­ge­fan­gen wer­den, so dass eine wirt­schaft­li­che Schief­la­ge ent­stand. Die Geschäfts­lei­tung ent­schloss sich des­halb zu einer Sanie­rung des Unter­neh­mens im Rah­men einer Eigen­ver­wal­tung. Ande­re Unter­neh­men der Eigen­tü­­mer-Fami­­lie sind von der Situa­ti­on nicht betroffen.

Beo­plast stellt seit 1990 Kunst­stoff­pro­duk­te für den Auto­mo­bil­sek­tor her. Das mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men erwirt­schaf­tet mit rund 60 Mit­ar­bei­tern einen Umsatz von 7,5 Mio. Euro. Beo­­plast-Pro­­­du­k­­te wer­den in über 25 Län­der, vor­nehm­lich natür­lich inner­halb Deutsch­lands sowie im euro­päi­schen Aus­land, aber auch in Asi­en, Süd- und Nord­ame­ri­ka ein­ge­setzt. Das Lan­gen­fel­der Unter­neh­men setzt in der Pro­duk­ti­on auf öko­lo­gi­sche Aspek­te und wur­de mit dem deut­schen Nach­hal­tig­keits­preis in der Kate­go­rie KMU der gleich­na­mi­gen Stif­tung und der Bun­des­re­gie­rung aus­ge­zeich­net. Um den Preis hat­ten sich über 800 Unter­neh­men beworben.

„Durch Anpas­sun­gen der Kapa­zi­tä­ten an den gesun­ke­nen Umsatz im Auto­­mo­­ti­­ve-Sek­­tor und den ver­stärk­ten Ver­trieb auch in neu­en Kun­den­bran­chen soll Beo­plast wie­der wirt­schaft­lich sicher auf­ge­stellt wer­den. Im Rah­men der Pla­nin­sol­venz wird das Unter­neh­men ertrags- und liqui­di­täts­mä­ßig wie­der gestärkt“, blickt Sanie­rungs­ex­per­te Nor­bert Schrö­er (Bucha­lik Bröm­me­kamp), der die Unter­neh­mens­lei­tung in dem Ver­fah­ren beglei­ten wird, zuver­sicht­lich in die Zukunft.

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