Über 40 Jah­re bot die in Grün­wald ansäs­si­ge P&R‑Unternehmensgruppe soge­nann­te Direkt­in­vest­ments in Con­tai­nern an. Über Genera­tio­nen hin­weg inves­tier­ten gan­ze Fami­li­en zum Zwe­cke der Alters­vor­sor­ge sowie Unter­neh­men in die Pro­duk­te die­ses Anbie­ters; so auch Man­dan­ten der Kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp. Ins­ge­samt sol­len über die anbie­ten­den vier Gesell­schaf­ten in Deutsch­land rund 3,5 Mrd. Euro von wenigs­tens 54 000 Anle­gern ein­ge­wor­ben wor­den sein. Nach­dem im März 2018 Insol­venz­an­trä­ge für die in Deutsch­land ansäs­si­gen Gesell­schaf­ten gestellt wor­den waren, teil­ten die Insol­venz­ver­wal­ter Dr. Micha­el Jaf­fé und Dr. Phil­ip Hein­ke schon vor Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens am 24. Juli 2018 mit, dass nur rund ein Drit­tel (618 000) der an die Inves­to­ren ver­kauf­ten 1,6 Mil­lio­nen Con­tai­ner vor­han­den sei.

Gläu­bi­gern feh­len Infos

Sowohl die Zahl der Gläu­bi­ger als auch die Höhe der For­de­run­gen soll­ten den Finanz­buch­hal­tun­gen der insol­ven­ten P&R‑Gesellschaften ent­nom­men wer­den kön­nen. Die so erstell­ten Anmel­dun­gen wer­den aber nur für die jewei­li­gen Insol­venz­ver­wal­ter nach­voll­zieh­bar sein, nicht aber für wei­te­re Gläu­bi­ger, denen die Finanz­buch­hal­tung nicht zur Ver­fü­gung steht. Die Ver­wen­dung der vor­aus­ge­füll­ten Forderungsanmeldung
wäre selbst dann, wenn die­se zutref­fend wären, für die Anle­ger mit Risi­ken ver­bun­den, da auch wei­te­re Gläu­bi­ger die For­de­rung sowie deren Höhe aus der Anmel­dung selbst her­aus nach­voll­zie­hen kön­nen müs­sen. Andern­falls besteht die Gefahr, dass die Anmel­dun­gen bestrit­ten werden.

Die Auf­ga­be der Insol­venz­ver­wal­ter wird sich nicht auf die Ermitt­lung sowie die Suche nach wei­te­ren Con­tai­nern beschrän­ken, son­dern auch auf die Aus­wer­tung der Zah­lungs­strö­me. Dies könn­te für die Inves­to­ren, die in den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren vor Insol­venz­an­trag­stel­lung Zah­lun­gen von P&R erhiel­ten, Rück­for­de­run­gen infol­ge der Insol­venz­an­fech­tung zur Fol­ge haben. Zah­lun­gen, wel­che die Anle­ger in Form von Mie­ten erhiel­ten, könn­ten  man­gels Erwerb des Eigen­tums an den Con­tai­nern als unent­gelt­li­che Leis­tun­gen qua­li­fi­ziert wer­den (§ 134 InsO). Viel spricht bis­lang auch dafür, dass nur durch die Ein­wer­bung neu­en Kapi­tals die Befrie­di­gung zuvor inves­tier­ter Gläu­bi­ger mög­lich war, was einem Schnee­ball­sys­tem gleicht. Die Ver­wal­ter äußern sich hier­zu vor dem Berichts­ter­min zurück­hal­tend, die Rechts­fra­ge sei — so die Ver­wal­ter — noch nicht abschlie­ßend geklärt.

Der kom­plet­te Arti­kel “Die letz­te Rei­se der P&R‑Container und die Fol­gen für die Anleger”

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