So erken­nen und bewäl­ti­gen Sie Kri­sen mit neu­en Wegen zur Unternehmensrestrukturierung

Die Ursa­chen für Unter­neh­mens­kri­sen sind viel­fäl­tig: Kon­junk­tu­rel­le Ent­wick­lun­gen, Geset­zes­än­de­run­gen oder die Vola­ti­li­tät von Roh­­stoff- und Wäh­rungs­prei­sen, aber auch inter­ne Fak­to­ren wie Füh­rungs­feh­ler, fal­sche Akqui­si­tio­nen oder unaus­ge­wo­ge­ne Finan­zie­rungs­struk­tu­ren. Kri­sen­si­tua­tio­nen sind Aus­nah­me­si­tua­tio­nen, denen selbst ein gut auf­ge­stell­tes Manage­ment man­gels aus­rei­chen­der Erfah­rung nur sel­ten gewach­sen ist. Häu­fig wer­den die Pro­ble­me durch die Nach­wir­kun­gen der Finanz- und Wirt­schafts­kri­se ver­stärkt, die maß­geb­lich das Eigen­ka­pi­tal geschwächt und die Liqui­di­tät auf­ge­zehrt hat. Ungüns­ti­ge Bilanz­re­la­tio­nen füh­ren bank­sei­tig zu einem ver­schlech­ter­ten Rating und trotz aus­rei­chend am Markt vor­han­de­ner Mit­tel zu einer zurück­hal­ten­den Kre­dit­ver­ga­be. Oft genü­gen schon gering­fü­gi­ge Kri­sen­ver­stär­ker, wie zuneh­men­der Wett­be­werb oder sai­so­na­le Umsatz­rück­gän­ge, um aus einer Ergeb­nis­kri­se eine aus­ge­wach­se­ne Liqui­di­täts­kri­se wer­den zu lassen.

Tritt die Kri­se ein, ist Restruk­tu­rie­rungs­kom­pe­tenz gefragt. Abge­se­hen davon, dass die­se Kom­pe­tenz im Unter­neh­men meist nicht vor­han­den ist, grei­fen auch die klas­si­schen Maß­nah­men wie Umsatz­stei­ge­rung, Kos­ten­sen­kung, Ein­­kaufs- und Pro­duk­ti­ons­op­ti­mie­rung, ver­bes­ser­tes Con­trol­ling etc. zu spät, um die Kri­se zu über­win­den. Das gilt vor allem, wenn es an Liqui­di­tät fehlt, um eine zunächst kos­ten­ver­ur­sa­chen­de Sanie­rung umzu­set­zen. Hier kann eine Sanie­rung unter Insol­venz­schutz der Erfolg ver­spre­chen­de Aus­weg sein.

ERHALT DES UNTERNEHMENS STEHT IM VORDERGRUND

Die Insol­venz bie­tet mit dem seit 01.03.2012 in Kraft getre­te­nen Gesetz zur erleich­ter­ten Sanie­rung von Unter­neh­men (ESUG) stra­te­gi­sche Optio­nen zur Bewäl­ti­gung einer Kri­sen­si­tua­ti­on in einem bis­her nie gekann­ten Aus­maß. Dabei gilt die kla­re Ansa­ge, dass das Unter­neh­men dem Unter­neh­mer erhal­ten blei­ben soll. Die Sanie­rung unter dem ESUG erfolgt in Eigen­ver­wal­tung, einem Insol­venz­ver­fah­ren ohne Insol­venz­ver­wal­ter. Ziel ist der Erhalt des bis­he­ri­gen Rechts­trä­gers, also der bis­he­ri­gen Gesell­schaft. Die Gesell­schaf­ter­stel­lung der Alt­ge­sell­schaf­ter soll mög­lichst unan­ge­tas­tet bleiben.

Das geschieht dadurch, dass die Pas­siv­sei­te der Bilanz ver­kürzt wird, indem Alt­ver­bind­lich­kei­ten ganz oder zum Teil abge­schnit­ten und gleich­zei­tig im Wege der ope­ra­ti­ven Sanie­rung die bis­he­ri­gen Kri­sen­ur­sa­chen besei­tigt wer­den. Bei­des, die bilan­zi­el­le und die ope­ra­ti­ve Sanie­rung, sind Bestand­tei­le eines Insol­venz­plans, über den die Gläu­bi­ger am Ende des Ver­fah­rens abstim­men. Die Insol­venz kann fünf bis sie­ben Mona­te nach ihrem Beginn bereits voll­stän­dig been­det sein. Das Eigen­ka­pi­tal wird durch Gläu­bi­ger­ver­zich­te maß­geb­lich gestärkt, vor allem aber wird aus­rei­chend Liqui­di­tät gene­riert, ohne dass Bank­kre­di­te zusätz­lich in Anspruch genom­men wer­den müs­sen. Quel­len die­ser Liqui­di­tät sind u.a. das Insol­venz­geld (die Löh­ne und Gehäl­ter wer­den für 3 Mona­te von der Bun­des­agen­tur für Arbeit über­nom­men), die Nicht­zah­lung von Kran­ken­kas­sen­bei­trä­gen und Steu­ern, wie Lohn­steu­er oder Umsatz­steu­er­zahl­last. Unge­si­cher­te Alt­ver­bind­lich­kei­ten wer­den genau­so wenig bedient wie wäh­rend des Ver­fah­rens anfal­len­de Zin­sen und Til­gun­gen. Bis auf die Zin­sen und Til­gun­gen wird auf alle ande­ren vor­ste­hend benann­ten Ver­bind­lich­kei­ten nach Been­di­gung des Ver­fah­rens nur ein klei­ner Teil (meist 10 ‑20%) an die Gläu­bi­ger zurück­be­zahlt. Der Rest ver­bleibt im Unter­neh­men. Die Ver­schul­dung des Unter­neh­mens wird deut­lich gesenkt und nicht sel­ten die Haf­tungs­ri­si­ken der Unter­neh­mer und der Geschäfts­füh­rung erheb­lich redu­ziert oder gar voll­stän­dig besei­tigt und das Eigen­ka­pi­tal erheb­lich gestärkt.

Damit ste­hen aber auch die liqui­den Mit­tel bereit, um eine ope­ra­ti­ve Sanie­rung zu finan­zie­ren. Und auch hier bie­tet die Insol­venz in Eigen­ver­wal­tung erheb­li­che Vor­tei­le: Kün­di­gun­gen von Mit­ar­bei­tern las­sen sich ein­fa­cher umset­zen. Ein Sozi­al­plan oder Abfin­dun­gen kos­ten nur einen Bruch­teil im Ver­hält­nis zu einer Sanie­rung außer­halb eines Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens, Dau­er­schuld­ver­hält­nis­se (z.B. Miet- oder Lea­sing­ver­trä­ge) kön­nen ohne finan­zi­el­len Nach­teil mit einer Frist von 3 Mona­ten gekün­digt wer­den, selbst wenn die­se Ver­trä­ge noch vie­le Jah­re laufen.

Mit die­sen Hand­lungs­op­tio­nen wer­den dem eigen­ver­wal­ten­den Insol­venz­schuld­ner unglaub­li­che Mög­lich­kei­ten zur Kri­sen­be­wäl­ti­gung an die Hand gege­ben, die außer­halb eines Insol­venz­ver­fah­rens undenk­bar sind.

Wesent­li­che Vor­aus­set­zung für das Gelin­gen eines sol­chen Ver­fah­rens ist aller­dings die pro­fes­sio­nel­le Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung, denn das Ver­fah­ren birgt vie­le Fall­stri­cke. Rich­tig ange­gan­gen und ange­wandt, bie­tet es eine über­ra­gen­de Chan­ce für den Unter­neh­mer, sein Unter­neh­men zu erhal­ten, es von der Schul­den­last zu befrei­en und mit einem Neu­start in die Zukunft zu gehen.

Bucha­lik Bröm­me­kamp ist eine Anwalts­kanz­lei und eine Unter­neh­mens­be­ra­tung, die sich auf die­ses Ver­fah­ren spe­zia­li­siert hat und in Deutsch­land bei den rele­van­ten Ver­fah­ren einen Markt­an­teil von 20 % hat. Seit 2012 wur­den von Bucha­lik Bröm­me­kamp fast 100 mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men auf die­se Wei­se erfolg­reich saniert. Kein Wett­be­wer­ber hat auch nur annä­hernd die­se Erfah­rung. Auf der Home­page (www.buchalik-broemmekamp.de) fin­den sich zahl­rei­che Refe­ren­zen, die dies ein­drucks­voll belegen.

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