Der Bun­des­tag hat im ver­gan­ge­nen Jahr das Recht der Insol­venz­an­fech­tung geän­dert. Mit der Reform soll­te die Rechts­un­si­cher­heit besei­tigt und aus­ufern­de sowie unbe­rech­tig­te Rück­zah­lungs­for­de­run­gen der Insol­venz­ver­wal­ter in der Zukunft ver­hin­dert wer­den. Die Pra­xis zeigt, dass die­ses Ziel ver­fehlt wur­de und das Anfech­tungs­ri­si­ko für Gläu­bi­ger unver­min­dert hoch ist. Unter­neh­mer bekom­men wei­ter­hin Zah­lungs­auf­for­de­run­gen von Insol­venz­ver­wal­tern, die sie ver­un­si­chern. Die maß­geb­li­chen Vor­schrif­ten sind noch kom­pli­zier­ter geworden.

Mit eini­gen Maß­nah­men lässt sich das Risi­ko einer Insol­venz­an­fech­tung min­dern: Lie­fe­ran­ten kön­nen zum Bei­spiel groß­zü­gi­ge­re Zah­lungs­zie­le ver­ein­ba­ren, etwa drei Mona­te statt sofor­ti­ge Fäl­lig­keit. Dann fällt es dem
Kun­den leich­ter, immer pünkt­lich zu zah­len. Zahlt der Kun­de aber den­noch stets ver­spä­tet, ist Eile gebo­ten. Der Unter­neh­mer muss dann dar­auf ach­ten, dass ein unmit­tel­ba­rer Leis­tungs­aus­tausch statt­fin­det. Wenn zwi­schen Leis­tung und Gegen­leis­tung nicht mehr als 30 Tage lie­gen, ist eine Anfech­tung trotz Kennt­nis aus­ge­schlos­sen. Maß­geb­lich ist aber die tat­säch­li­che Leis­tung, nicht das Rech­nungs­da­tum. Der Kun­de soll­te immer auf die aktu­el­le Rech­nung zah­len. Alt­ver­bind­lich­kei­ten wer­den gestun­det und über eine Raten­zah­lung, die der Kun­de erfül­len kann, abgezahlt.

Der Arti­kel “Damo­kles­schwert Insol­venz­an­fech­tung” in “Unse­re Wirt­schaft” der IHK Lüneburg

Ter­min­hin­weis: Was zu tun ist, wenn der Insol­venz­ver­wal­ter von Gläu­bi­gern Geld zurück­for­dert, erklärt Insol­venz­rechts­exper­te Robert Buch­a­lik bei der IHK-Ver­­an­stal­­tung „Damo­kles­schwert Insol­venz­an­fech­tung – Risi­ko­mi­ni­mie­rung für Unter­neh­mer“ am 29. Novem­ber, 16 bis 18 Uhr, in unse­rer IHK in Lüneburg.

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Pres­se­mit­tei­lun­gen

  • 25 Jah­re Sanie­rungs­be­ra­tung aus einer Hand! Gemein­sam mit unse­rer Schwes­ter­ge­sell­schaft ple­no­via fei­ern wir im Jah­re 2023 das Erfolgs­kon­zept der inte­grier­ten Bera­tung: Betriebs­wirt­schaft­li­che Kom­pe­tenz mit spe­zia­li­sier­ter Rechts­be­ra­tung und Rechts­ge­stal­tung auf allen Gebie­ten des Restrukturierungsrechts.

  • Die NEUERO-Farm- und För­der­tech­nik GmbH hat sich mit­hil­fe eines Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens erfolg­reich saniert. Das Fami­li­en­un­ter­neh­men, das rund 50 Mit­ar­bei­ten­de beschäf­tigt, hat­te am 23.02.2022 beim Amts­ge­richt Osna­brück ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren bean­tragt. Der Restruk­tu­rie­rungs­plan wur­de von den Gläu­bi­gern ein­stim­mig ange­nom­men und das Ver­fah­ren am 31.12.2022 aufgehoben.

  • Die Dücker-Grup­pe will ihre drei Gesell­schaf­ten Dücker Group GmbH, die Dücker con­vey­or sys­tems GmbH sowie die Dücker För­der-Sys­te­me GmbH durch ein Schutz­schirm­ver­fah­ren sanie­ren. Das Amts­ge­richt Düs­sel­dorf stimm­te dem ent­spre­chen­den Antrag zu.

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