Insol­venz­schutz | Seit vier Jah­ren besteht das Gesetz zur wei­te­ren Erleich­te­rung der Sanie­rung von Unter­neh­men (ESUG). Es bie­tet Unter­neh­men neue Mög­lich­kei­ten an, im Fall der Kri­se die Sanie­rung unter Insol­venz­schutz durch­zu­füh­ren. Steu­er­be­ra­ter soll­ten die Opti­on der Eigen­ver­wal­tung gegen­über dem Man­dan­ten offen­siv ansprechen.
Autor: Dr. Jasper Stahlschmidt

Seit nun­mehr vier Jah­ren bestehen für Unter­neh­men neue Mög­lich­kei­ten, im Fal­le der Kri­se die Sanie­rung unter Insol­venz­schutz durch­zu­füh­ren. Damit gibt der Unter­neh­mer das Heft des Han­delns nicht mehr an den Insol­venz­ver­wal­ter ab. Statt­des­sen steu­ert er den Betrieb unter der Auf­sicht eines vom Gericht ein­ge­setz­ten Sach­wal­ters wei­ter. In dem dann ein­ge­lei­te­ten Sanie­rungs­ver­fah­ren in Eigen­ver­wal­tung kann dann mit­tels eines Insol­venz­plans das Unter­neh­men ent­schul­det wer­den. Daneben
bie­tet das Insol­venz­recht vie­le Werk­zeu­ge, wie bei­spiels­wei­se erleich­ter­te Kün­di­gungs­mög­lich­kei­ten von Miet­ver­trä­gen oder Arbeits­ver­trä­gen, um das Unter­neh­men auch ope­ra­tiv zu sanie­ren. Auf die­se Wei­se kann der Betrieb dau­er­haft gestärkt wer­den, und dem Unter­neh­mer bleibt das Unter­neh­men auch erhal­ten. Im Fal­le einer Rege­l­in­sol­venz muss dage­gen oft befürch­tet wer­den, dass es zu einer Liqui­da­ti­on kommt oder der Gesell­schaf­ter durch eine soge­nann­te über­tra­gen­de Sanie­rung fak­tisch ent­eig­net wird und sein Unter­neh­men verliert.

Stu­di­en bele­gen den Erfolg

Der Gesetz­ge­ber hat mit dem 2012 in Kraft getretenen
ESUG ganz bewusst die Eigen­ver­wal­tung gestärkt und hat damit für Unter­neh­mer einen Anreiz geschaf­fen, von sich aus ein sol­ches Sanie­rungs­ver­fah­ren früh­zei­tig ein­zu­lei­ten. Es soll­te eine bis­her in Deutsch­land nicht vor­han­de­ne Sanie­rungs­kul­tur unter Insol­venz­schutz geschaf­fen wer­den, wie sie in den USA schon längst eta­bliert ist. Die­se Kul­tur der zwei­ten Chan­ce ent­wi­ckelt sich all­mäh­lich auch in Deutsch­land, wie diver­se Stu­di­en zum ESUG nun­mehr zei­gen. So wur­de in einer Rei­he von Unter­su­chun­gen ein Zwi­schen­fa­zit gezo­gen, das auf der Befra­gung von mehr als 1.000 Ent­schei­dern mit umfas­sen­den ESUG-Erfah­­run­­­gen beruht sowie auf den Erfah­rungs­be­rich­ten von cir­ca 50 betrof­fe­nen Unter­neh­mern, die ein ESUG-Ver­­­fah­­ren durch­ge­führt haben. Danach sind die Erwar­tun­gen von cir­ca 90 Pro­zent der befrag­ten Ent­schei­der an das ESUG voll oder zumin­dest teil­wei­se erfüllt. Zwei Drit­tel der befrag­ten Unter­neh­mer, die ein ESUG-Ver­­­fah­­ren durch­lau­fen haben, waren mit dem Ver­lauf des Ver­fah­rens zufrie­den, wenn nicht sogar sehr zufrie­den. Neben der Befra­gung der betrof­fe­nen Bera­ter und Unter­neh­mer wur­den auch die Fall­zah­len aus­ge­wer­tet. Je grö­ßer ein Unter­neh­men, umso eher wird von den Mög­lich­kei­ten des ESUG Gebrauch gemacht. So sind unter den 50 größ­ten Insol­venz­ver­fah­ren im Jahr 2014 bereits 22 Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren gewe­sen. Je pro­fes­sio­nel­ler die Bera­tung, umso grö­ßer sind auch die Erfolgs­aus­sich­ten eines sol­chen Ver­fah­rens. Ins­ge­samt ist das ein durch­aus posi­ti­ves Zwi­schen­fa­zit, wobei die Erfah­rung des Bera­ters von ent­schei­den­der Bedeu­tung für die Erfolgs­aus­sich­ten des Ver­fah­rens ist, denn es gilt gleich­wohl, immer wie­der Hür­den zu überwinden.

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