Als vor über 40 Jah­ren das ers­te Unter­neh­men der P&R‑Gruppe in Grün­wald bei Mün­chen gegrün­det wur­de, exis­tier­ten bei wei­tem nicht so vie­le Ver­­­brau­cher­­schutz- und Regu­lie­rungs­vor­schrif­ten wie heu­te. Nach­dem die US-ame­­ri­­ka­­nisch Invest­ment­bank Leh­man Bro­thers rund zehn Jah­re vor der P&R‑Insolvenz ein Cha­p­­ter-11-Ver­­­fah­­ren bean­trag­te und im Fol­gen­den abge­wi­ckelt wur­de, begann ein „Gesetz­ge­bungs­ma­ra­thon“. Ziel war es, die Klein­an­le­ger vor risi­ko­träch­ti­gen Anla­gen zu schüt­zen. Doch auch die zahl­rei­chen Rege­lun­gen, die seit der im Jahr 2007 begin­nen­den Finanz­kri­se erlas­sen wur­den, konn­ten weder den P&R-„Skandal“ noch die der­zeit befürch­te­te Inan­spruch­nah­me der Anle­ger durch den Insol­venz­ver­wal­ter ver­hin­dern. Der Gesetz­ge­ber ist gefordert.

Weder das zum 01.01.2012 in Kraft getre­te­ne Ver­mö­gens­an­la­ge­ge­setz (BGBl. 2011 I, 2481) noch das am 22.07.2013 erlas­se­ne Kapi­tal­an­la­ge­ge­setz­buch (BGBl. 2013 I, 1981) regu­lier­ten von Beginn an soge­nann­te Direktinvestments.

In Deutsch­land wur­den Direkt­in­vest­ments erst­mals infol­ge des am 03.07.2015 erlas­se­nen Klein­an­le­ger­schutz­ge­set­zes regu­liert, vgl. § 1 Abs. 2 Nr. 7 Ver­mö­gens­an­la­ge­ge­setz (Ver­mAnlG). Die Rege­lung erwies sich jedoch als zu lücken­haft, wes­halb auch die P&R‑Anlagen vor­erst unre­gu­liert blie­ben. Eine Umge­hung des § 1 Abs. 2 Nr. 7 Ver­mAnlG war mög­lich, indem die Rück­zah­lung sowie die Ver­zin­sung bzw. der Bar­aus­gleich nicht zum Zeit­punkt der Inves­ti­ti­on ver­ein­bart, son­dern nur in Aus­sicht gestellt wurde.

Erst mit dem am 01.01.2017 in Kraft getre­te­nen ers­ten Finanz­markt­no­vel­lie­rungs­ge­setz wur­de die Lücke für Direkt­in­vest­ments geschlos­sen. Seit­her reicht das Inaus­sicht­stel­len der Rück­zah­lung, der Ver­zin­sung bzw. des Bar­aus­glei­ches aus, damit eine Anla­ge von § 1 Abs. 2 Nr. 7 Ver­mAnlG erfasst ist.

Lesen Sie den kom­plet­ten Arti­kel in der VuR Der Fall P&R – wie eine ver­meint­lich siche­re Geld­an­la­ge zu einer Irr­fahrt wer­den kann

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Pres­se­mit­tei­lun­gen

  • Die NEUERO-Farm- und För­der­tech­nik GmbH will sich mit­hil­fe eines Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens sanie­ren. Am 23.02.2022 stell­te die Geschäfts­füh­rung einen ent­spre­chen­den Antrag beim Amts­ge­richt Osna­brück. Das Gericht ent­sprach dem Antrag und ord­ne­te die vor­läu­fi­ge Eigen­ver­wal­tung an.

  • BBR Bucha­lik Bröm­me­kamp Rechts­an­wäl­te hat das ers­te Restruk­tu­rie­rungs­ver­fah­ren eines Ein­zel­un­ter­neh­mers nach den neu­en StaRUG-Rege­lun­gen in Rhein­land-Pfalz erfolg­reich bera­ten und beglei­tet. Die plan­be­trof­fen Gläu­bi­ger nah­men am 28.10.2021 den Restruk­tu­rie­rungs­plan in allen Plan­grup­pen ein­stim­mig an und das AG Koblenz als Restruk­tu­rie­rungs­ge­richt bestä­tig­te den Plan noch im Abstimmungstermin.

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