Es ist gar nicht posi­tiv genug ein­zu­schät­zen, dass jetzt neben den alt­her­ge­brach­ten Fort­füh­rungs­mög­lich­kei­ten (Über­tra­gen­de Sanierung/Asset Deal) auch der Insol­venz­plan als gleich­be­rech­tig­te Sanie­rungs­al­ter­na­ti­ve zur Ver­fü­gung steht. Obwohl der Insol­venz­plan seit 1999 in der InsO ver­an­kert ist, hat er – dies dürf­te unbe­strit­ten sein – erst durch die Stär­kung der Eigenverwaltung
im Jahr 2012 eine ernst zu neh­men­de Pra­xis­re­le­vanz erlangt. Der Insol­venz­plan ist in vie­len Fäl­len auch vor­zugs­wür­dig, weil er dem Unter­neh­mer eine ech­te Wei­ter­füh­rungs­per­spek­ti­ve schafft und einen Anreiz zur früh­zei­ti­gen Ein­lei­tung des Ver­fah­rens bietet.

Das Risi­ko einer Fol­ge­insol­venz dürf­te bei der über­tra­gen­den Sanie­rung dage­gen höher sein, da in vie­len Fäl­len die Finan­zie­rung des nicht uner­heb­li­chen Kauf­prei­ses dem Unter­neh­men oft selbst auf­ge­bür­det wird. Es sind genug Fäl­le von Fol­ge­insol­ven­zen bei Asset Deals bekannt, bei denen die wirk­lich wert­vol­len Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de (Immobilien/ Maschi­nen­park etc.) bei der über­tra­gen­den Sanie­rung auf eine neue Gesell­schaft aus­ge­la­gert und die Arbeit­neh­mer einer ande­ren (prak­tisch ver­mö­gens­lo­sen) Gesell­schaft zuge­ord­net wur­den. Die nach Gesetz zur wei­te­ren Erleich­te­rung der Sanie­rung von Unter­neh­men (ESUG) ent­stan­de­ne deut­lich höhe­re Pra­xis­re­le­vanz des Insol­venz­plans zeigt sich inzwi­schen auch in zahl­rei­chen Gerichts­ent­schei­dun­gen zur Vor­prü­fung des Insol­venz­plans. Es bleibt zu hof­fen, dass auch im Hin­blick auf die steu­er­recht­li­che Behand­lung des Sanie­rungs­ge­winns bald posi­ti­ve Nach­rich­ten aus Brüs­sel kommen.

Den kom­plet­ten Bei­trag, der in ZIn­sO 2018, 494, Carl Hey­manns Verlag/Wolters Klu­wer Deutsch­land, erschie­nen ist, lesen Sie hier

Pres­se­mit­tei­lun­gen

Ver­an­stal­tun­gen

News­let­ter

Bücher

Stu­di­en & Leitfäden