Die Ver­gü­tung des gemein­sa­men Ver­tre­ters nach dem Schuld­ver­schrei­bungs­ge­setz (SchVG) 1 im Insol­venz­ver­fah­ren war, man­gels einer aus­drück­li­chen Rege­lung im SchVG, Gegen­stand zwei­er Ent­schei­dun­gen des BGH. Der nach­fol­gen­de Bei­trag setzt sich sowohl mit dem BGH, Beschl. v. 14.7.2016 – IX ZB 46/15, als auch mit dem BGH, Urt. v. 12.1.2017 – IX ZR 87/16, aus­ein­an­der und beleuch­tet zudem mög­li­che Haf­tungs­an­sprü­che von Insol­venz­ver­wal­tern, die vor und nach die­sen Ent­schei­dun­gen Zah­lun­gen an sog. „gemein­sa­me“ Ver­tre­ter aus der Mas­se vornahmen.

Zusam­men­fas­sung

Mit dem Urteil des BGH v. 12.1.2017 ist die Tätig­keit des gemein­sa­men Ver­tre­ters sehr viel unat­trak­ti­ver gewor­den, obwohl hier durch­aus Vor­tei­le zuguns­ten der Insol­venz­mas­se und der betref­fen­den Gläu­bi­ger ent­ste­hen kön­nen. Bedau­er­li­cher­wei­se sieht der Gesetz­ge­ber der­zeit kei­nen Handlungsbedarf.

Ver­gü­tungs­aus­zah­lun­gen des Insol­venz­ver­wal­ters an den gemein­sa­men Ver­tre­ter vor dem BGH-Urteil stel­len insol­venz­recht­li­che Pflicht­ver­stö­ße dar, für die sich der Ver­wal­ter jedoch exkul­pie­ren dürfte.

Unter­las­se­ne Rück­for­de­run­gen der schon bezahl­ten Ver­gü­tung des gemein­sa­men Ver­tre­ters stel­len aber schuld­haf­te Pflicht­ver­stö­ße des Insol­venz­ver­wal­ters nach § 60 InsO dar. Betrof­fe­ne Insol­venz­ver­wal­ter müs­sen durch Gel­tend­ma­chung des Rück­for­de­rungs­an­spruchs ver­hin­dern, dass mög­li­che Rück­for­de­rungs­an­sprü­che verjähren.

Ver­gü­tungs­aus­zah­lun­gen nach dem BGH-Urteil begrün­den Scha­dens­er­satz­pflich­ten des Insol­venz­ver­wal­ters nach § 60 InsO.

Ins­be­son­de­re den Kas­sen­prü­fern obliegt es, sol­che mög­li­chen Pflicht­ver­stö­ße im Rah­men der Kas­sen­prü­fung zu untersuchen.

Den kom­plet­ten Arti­kel “Die Haf­tungs­ri­si­ken des Insol­venz­ver­wal­ters im Lich­te der BGH-Rech­t­spre­chung zur Ver­gü­tung des gemein­sa­men Ver­tre­ters – kei­ne Bevor­zu­gung einer Gläu­bi­ger­grup­pe” lesen.

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Pres­se­mit­tei­lun­gen

  • 25 Jah­re Sanie­rungs­be­ra­tung aus einer Hand! Gemein­sam mit unse­rer Schwes­ter­ge­sell­schaft ple­no­via fei­ern wir im Jah­re 2023 das Erfolgs­kon­zept der inte­grier­ten Bera­tung: Betriebs­wirt­schaft­li­che Kom­pe­tenz mit spe­zia­li­sier­ter Rechts­be­ra­tung und Rechts­ge­stal­tung auf allen Gebie­ten des Restrukturierungsrechts.

  • Die NEUERO-Farm- und För­der­tech­nik GmbH hat sich mit­hil­fe eines Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens erfolg­reich saniert. Das Fami­li­en­un­ter­neh­men, das rund 50 Mit­ar­bei­ten­de beschäf­tigt, hat­te am 23.02.2022 beim Amts­ge­richt Osna­brück ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren bean­tragt. Der Restruk­tu­rie­rungs­plan wur­de von den Gläu­bi­gern ein­stim­mig ange­nom­men und das Ver­fah­ren am 31.12.2022 aufgehoben.

  • Die Dücker-Grup­pe will ihre drei Gesell­schaf­ten Dücker Group GmbH, die Dücker con­vey­or sys­tems GmbH sowie die Dücker För­der-Sys­te­me GmbH durch ein Schutz­schirm­ver­fah­ren sanie­ren. Das Amts­ge­richt Düs­sel­dorf stimm­te dem ent­spre­chen­den Antrag zu.

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