• Unter­neh­men kon­zen­triert sich auf Tief- und Industriebau

Ibben­bü­ren. 7.3.2014. Das Amts­ge­richt Müns­ter hat das Insol­venz­ver­fah­ren über die Schä­­fer-Bau­­­ten GmbH in Eigen­ver­wal­tung plan­mä­ßig eröff­net. Mit Hil­fe des Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens kann das Bau­un­ter­neh­men aus Ibben­bü­ren den bereits ein­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­kurs fort­set­zen. Zum Sach­wal­ter wur­de der Fach­an­walt für Insol­venz­recht Ste­fan Mey­er aus Müns­ter bestellt.

Die Schä­­fer-Bau­­­ten GmbH hat in den ver­gan­ge­nen Wochen das Zukunfts­kon­zept wei­ter­ent­wi­ckelt, das die Fort­füh­rung des Geschäfts­be­reichs „Tief- und Indus­trie­bau“ vor­sieht. Unver­meid­lich ist dage­gen die Schlie­ßung des Berei­ches Brückenbau.

Die Schlie­ßung des Teil­be­reichs „Brü­cken­bau“ ist auch mit schmerz­li­chen Per­so­nal­an­pas­sungs­maß­nah­men ver­bun­den, die mit der Arbeit­neh­mer­sei­te (ver­tre­ten durch die Betriebs­rä­te unter Ein­be­zie­hung der Gewerk­schaft und anwalt­li­cher Bera­ter) ver­han­delt wur­de. Betrof­fen sind rund 120 Mit­ar­bei­ter an den Stand­or­ten in Ibben­bü­ren und Gel­sen­kir­chen, die mit Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens ihre Kün­di­gung erhal­ten wer­den. Die zum Per­so­nal­ab­bau erfor­der­li­chen Inter­es­sen­aus­glei­che und Sozi­al­plä­ne, die auch in der Insol­venz die sozia­len Här­ten der Kün­di­gun­gen best­mög­lich abfan­gen sol­len, sind kurz vor dem Abschluss.

„Auf­grund des enor­men Preis­dru­ckes und der immer wie­der­keh­ren­den Inves­ti­ti­ons­ver­schie­bun­gen im öffent­li­chen Stra­­ßen- und Brü­cken­bau muss­ten wir die­sen Schritt zwin­gend gehen. Es ist die ein­zi­ge Opti­on, um das Unter­neh­men (mit schlan­ke­ren Struk­tu­ren) für die Zukunft aus­zu­rich­ten und auf die­sem Weg zumin­dest die ver­blei­ben­den rund 80 Arbeits­plät­ze zu sichern. Wir wer­den uns nun ganz auf den Tief- und Indus­trie­bau kon­zen­trie­ren“, erklärt Geschäfts­füh­re­rin Ste­fa­nie Schäfer.

Im Unter­neh­mens­be­reich „Brü­cken­bau“ wer­den auf Basis von Ver­ein­ba­run­gen mit den Kun­den noch Rest­ar­bei­ten vor­ge­nom­men. Der Geschäfts­be­trieb im Unter­neh­mens­be­reich  Tief- und Indus­trie­bau wird dage­gen auch nach der Eröff­nung des Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens ohne Ein­schrän­kun­gen  fort­ge­führt. Trotz des ein­ge­lei­te­ten Ver­fah­rens konn­ten das Ver­trau­en der Kun­den in die Zukunfts­fä­hig­keit des Unter­neh­mens erhal­ten und sogar bei poten­ti­el­len Neu­kun­den gewon­nen wer­den, so dass mit dem Ein­gang von Neu­auf­trä­gen gerech­net wer­den kann.

Wei­ter­hin wur­de mit Zustim­mung des vor­läu­fi­gen Gläu­bi­ger­aus­schus­ses und des vor­läu­fi­gen Sach­wal­ters ein Inves­to­ren­pro­zess gestar­tet, um einen finanz­kräf­ti­gen Inves­tor zu fin­den. „Ers­te Gesprä­che und Ver­hand­lun­gen mit poten­zi­el­len Inves­to­ren stim­men uns zuver­sicht­lich“, erläu­tert  die Sanie­rungs­ge­schäfts­füh­re­rin und Fach­an­wäl­tin für Insol­venz­recht Saskia Streicher.

Mit dem Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren nutzt Schä­­fer-Bau­­­ten eine neue gesetz­li­che Mög­lich­keit der Sanie­rung unter Insol­venz­schutz. Das Unter­neh­men hat­te am 16. Dezem­ber 2013 einen Antrag auf Eröff­nung eines Insol­venz­ver­fah­rens in Eigen­ver­wal­tung gestellt. Das Beson­de­re des Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens ist: Das Unter­neh­men bleibt voll hand­lungs­fä­hig. Das Amts­ge­richt und ein Sach­wal­ter über­neh­men eine Auf­sichts­funk­ti­on, um sicher zu stel­len, dass die Inter­es­sen der Gläu­bi­ger im Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren eben­so beach­tet wer­den wie im Regelinsolvenzverfahren.

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