• Kreis­ver­band wie­der in wirt­schaft­lich sta­bi­ler Lage

Mül­heim an der Ruhr. 4. Juli 2017. Die Sanie­rung der Arbei­ter­wohl­fahrt (AWO) Kreis­ver­band Mül­heim an der Ruhr e.V. inner­halb eines Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens nimmt wei­ter an Fahrt auf und hat den nächs­ten Mei­len­stein erreicht. Das Amts­ge­richt Duis­burg eröff­ne­te plan­mä­ßig das Insol­venz­ver­fah­ren über das Ver­mö­gen des Ver­eins und hat zugleich die Fort­füh­rung des Ver­fah­rens in Eigen­ver­wal­tung ange­ord­net. „Die AWO ist inzwi­schen wie­der in einer sta­bi­len wirt­schaft­li­chen Lage. Alle Lie­fe­ran­ten wer­den pünkt­lich bezahlt und auf wei­te­re Fremd­fi­nan­zie­rungs­mit­tel konn­ten wir ver­zich­ten. Unse­re Ange­bo­te kön­nen wir unver­än­dert anbie­ten und wir freu­en uns dar­über, dass die­se wei­ter­hin gut ange­nom­men wer­den“, fasst Sabi­ne Dede­­richs-Raulf (Vor­stands­vor­sit­zen­de der AWO Mül­heim an der Ruhr) den Stand des Ver­fah­rens zusammen.

Damit hat die AWO ihre ers­ten gesteck­ten Zie­le wäh­rend des Sanie­rungs­ver­fah­rens erreicht. Dazu zählt auch die Ver­ein­ba­rung mit der Stadt Mül­heim über Zah­lun­gen und Zuschüs­se für die Leis­tun­gen der AWO. „Durch die nun lau­fen­den monat­li­chen Ein­gän­ge konn­ten wir die Kos­ten für die Vor­fi­nan­zie­rung unse­rer Leis­tun­gen erheb­lich sen­ken“, so Sanie­rungs­ge­schäfts­füh­rer Vol­ker Schreck. Eben­so sieht Geschäfts­füh­rer Lothar Fink den Erhalt aller Arbeits­plät­ze als Erfolg der Sanie­rung. „Oft wird in einem Sanie­rungs­ver­fah­ren beim Per­so­nal der Rot­stift ange­setzt. Dar­auf haben wir bewusst ver­zich­tet, da wir die AWO zukunfts­fä­hig aus­bau­en möch­ten. Mein Dank gilt des­halb mei­nen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern, die mit viel Enga­ge­ment an der Fort­füh­rung der AWO arbei­ten, obwohl das Mehr­ar­beit und eine zusätz­li­che Belas­tung bedeu­tet“, erklärt Fink. Für die finan­zi­el­le Sta­bi­li­tät steht auch, dass die AWO die Löh­ne und Gehäl­ter inzwi­schen wie­der sel­ber zahlt, da die Bun­des­agen­tur für Arbeit ledig­lich drei Mona­te rück­wir­kend ab Eröff­nung des Ver­fah­rens Insol­venz­geld übernimmt.

Der­zeit ent­wi­ckeln die Geschäfts­füh­rer Lothar Fink und Vol­ker Schreck zusam­men mit dem Düs­sel­dor­fer Bera­tungs­un­ter­neh­men Bucha­lik Bröm­me­kamp ein zukunfts­träch­ti­ges Sanie­rungs­kon­zept. Das Kon­zept wird die Fort­füh­rung und die Ent­schul­dung der AWO auf­zei­gen. Die­sem Kon­zept müs­sen dann die Gläu­bi­ger zustim­men. Ein wesent­li­cher Bau­stein wird der Ein­stieg in die Arbeits­markt­dienst­leis­tun­gen sein. Die AWO will sich auch als Trä­ger für beruf­li­che Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men und beruf­li­che Ein­glie­de­rung posi­tio­nie­ren. Eine Vor­aus­set­zung ist die Zer­ti­fi­zie­rung nach dem AZAV (Akkre­­di­­tie­­rungs- und Zulas­sungs­ver­ord­nung Arbeits­för­de­rung) durch unab­hän­gi­ge Prüf­stel­len. Die AZAV regelt die Aner­ken­nung und die Zulas­sung von Bil­dungs­trä­gern. Die AWO Mül­heim hat die Prü­fung bestan­den, in der die Struk­tur des Trä­gers und Qua­li­tät der Arbeit begut­ach­tet wird. Damit darf die AWO Mül­heim Arbeits- und Beschäf­ti­gungs­maß­nah­men anbie­ten. Gleich­zei­tig wur­de der Kreis­ver­band nach der deut­schen Qua­li­täts­norm (DIN EN ISO 9001:2008) und den spe­zi­fi­schen AWO-Qua­­li­­täts­­kri­­te­­ri­en zer­ti­fi­ziert. Der Kreis­ver­band hält die­sen hohen Qua­li­täts­stan­dard nun­mehr seit fast einem Jahr­zehnt und sieht sich in der Lage, der­ar­ti­ge Maßen durchzuführen.

Die AWO Mül­heim hat­te Ende 2016 einen Insol­venz­an­trag gestellt. Schon damals ord­ne­te das Amts­ge­richt Duis­burg auf Antrag des Unter­neh­mens eine vor­läu­fi­ge Eigen­ver­wal­tung an, die vom vor­läu­fi­gen Gläu­bi­ger­aus­schuss ein­stim­mig befür­wor­tet wur­de. Mit der Eigen­ver­wal­tung nutzt der Ver­ein die seit dem 1. März 2012 gel­ten­den neu­en Mög­lich­kei­ten einer Sanie­rung unter Insol­venz­schutz. Dabei erstellt die AWO Mül­heim einen Sanie­rungs­plan, in dem die Ent­schul­dung und nach­hal­ti­ge Fort­füh­rung des Ver­eins auf­ge­zeigt wird. Dem Sanie­rungs­plan müs­sen die Gläu­bi­ger zustim­men. Wäh­rend des Ver­fah­rens wird der Ver­ein durch einen Sach­wal­ter beauf­sich­tigt. Die­se Auf­ga­be über­nimmt wie schon im vor­läu­fi­gen Ver­fah­ren Rechts­an­walt Horst Pie­pen­burg von der Düs­sel­dor­fer Kanz­lei Pie­pen­burg — Ger­ling Rechtsanwälte.

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