• Amts­ge­richt Düs­sel­dorf hebt Sanie­rungs­ver­fah­ren auf
  • Kern­ge­schäft Restau­ra­ti­ons­be­trie­be mit Mes­­se- und Event­ca­te­ring wird wei­ter ausgebaut

Düs­sel­dorf. 17. April 2018. Das Düs­sel­dor­fer Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men Stock­heim kann nach dem erfolg­rei­chen Ende des Insol­venz­ver­fah­rens wie­der durch­star­ten. Das Amts­ge­richt Düs­sel­dorf hat die Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren der Gas­tro­no­mie­grup­pe auf­ge­ho­ben. Damit wech­selt Stock­heim wie­der in den regu­lä­ren Geschäfts­be­trieb. Inner­halb der Eigen­ver­wal­tung hat Stock­heim die Wei­chen für eine umfang­rei­che Neu­aus­rich­tung gestellt. Das Ziel ist es, sich auf das Kern­ge­schäft zu kon­zen­trie­ren und sich damit lang­fris­tig wie­der wirt­schaft­lich erfolg­reich auf­zu­stel­len. Stock­heim setzt dabei auf sei­ne lang­jäh­ri­gen Part­ner und Loca­ti­ons —  das Con­gress Cen­ter Düs­sel­dorf (CCD), die Mes­se Düs­sel­dorf und die Rhein­ter­ras­se sowie den wei­te­ren Aus­bau des Event­ca­te­rings. „In die­sem Zusam­men­hang bedan­ken wir uns aus­drück­lich bei unse­ren Geschäfts­part­nern für das ent­ge­gen­ge­brach­te Ver­trau­en und die kon­struk­ti­ve Zusam­men­ar­beit. Unse­re vol­le Auf­merk­sam­keit gehört dem Mes­­se- und Ver­an­stal­tungs­ge­schäft in Düs­sel­dorf. Wir wer­den nun alle Ener­gien bün­deln und auch wei­ter in die Expan­si­on inves­tie­ren“, so Sto­ck­heim-Geschäfts­­­füh­­rer Özgür Günes.

Im Kern­be­reich von Stock­heim wer­den nun kla­re Schwer­punk­te gesetzt, um wei­te­re Wachs­tums­po­ten­zia­le wahr­zu­neh­men. Die wesent­li­chen Leis­tungs­or­te der Restau­ra­ti­ons­be­trie­be, die Rhein­ter­ras­se, der angren­zen­de Stock­heim Rhein­Blick 33, das CCD und die Mes­se­hal­len wer­den in den nächs­ten Mona­ten den Kun­den­be­dürf­nis­sen ent­spre­chend wei­ter über­ar­bei­tet. Kon­zep­tio­nell wird der Aus­bau von gas­tro­no­mi­schen Kon­zep­ten in den Vor­der­grund gestellt. „Die Sto­ck­heim-Pro­­­du­k­­te wer­den wir zukünf­tig über­wie­gend in The­men­wel­ten und Kon­zep­ten wie­der­fin­den“, so Car­la Stock­heim, ver­ant­wort­lich für Brand Manage­ment & Deve­lo­p­ment bei Stock­heim. „An die­ser Stel­le gilt unser Dank natür­lich auch den Gesell­schaf­tern Karl-Heinz und Mar­gret Stock­heim für das außer­or­dent­li­che Ver­trau­en und die all­zeit tat­kräf­ti­ge Unter­stüt­zung“, ergän­zen Car­la Stock­heim und Özgür Günes.

Mit der Eigen­ver­wal­tung nutz­te Stock­heim die seit dem 1. März 2012 gel­ten­den Mög­lich­kei­ten einer Sanie­rung unter Insol­venz­schutz. Es han­delt sich dabei nicht um eine Insol­venz im klas­si­schen Sin­ne, son­dern um ein Sanie­rungs­ver­fah­ren mit dem obers­ten Ziel des Unter­neh­mens­er­halts und der Unter­neh­mens­fort­füh­rung. Die Geschäfts­füh­rung bleibt wei­ter­hin im Amt und führt die Sanie­rungs­maß­nah­men selbst­stän­dig durch.

Stock­heim hat­te im Mai 2017 beim Amts­ge­richt Düs­sel­dorf für sechs Unter­neh­men einen Antrag auf Ein­lei­tung eines vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­fah­rens in Eigen­ver­wal­tung gestellt: Stock­heim GmbH & Co. KG, Stock­heim Sys­tem­gas­tro­no­mie GmbH & Co. KG, Stock­heim (Hbf-Köln) GmbH, Restau­ra­ti­ons­be­trie­be Stock­heim GmbH & Co. KG, Stock­heim Cate­ring Ham­burg GmbH und HAGATEC Koor­di­na­ti­on & Pla­nung GmbH & Co. KG. Wäh­rend der Ver­fah­ren wur­den die Unter­neh­men vom Bera­tungs­haus Bucha­lik Bröm­me­kamp aus Düs­sel­dorf betriebs­wirt­schaft­lich und recht­lich beglei­tet. Dar­über hin­aus ergänz­ten Dr. Utz Bröm­me­kamp (Stock­heim GmbH & Co. KG), Dani­el Meintz (Stock­heim Sys­tem­gas­tro­no­mie GmbH & Co. KG und Stock­heim (Hbf-Köln) GmbH) sowie Dr. Adri­an Böl­in­gen (Restau­ra­ti­ons­be­trie­be Stock­heim GmbH & Co. KG und Stock­heim Cate­ring Ham­burg GmbH) das Manage­ment als Sanie­rungs­ge­schäfts­füh­rer. Mit dem Ver­fah­ren­sen­de schei­den sie aus ihren Ämtern aus. Als vom Amts­ge­richt Düs­sel­dorf bestell­ter Sach­wal­ter war der renom­mier­te White & Case-Par­t­­ner Dr. Biner Bähr tätig.

Zusam­men mit dem Bera­tungs­un­ter­neh­men Bucha­lik Bröm­me­kamp hat­te Sto­ck­heim-Geschäfts­­­füh­­rer Özgür Günes die Sanie­rungs­plä­ne ent­wi­ckelt, in denen die Ent­schul­dung und nach­hal­ti­ge Fort­füh­rung der Unter­neh­mens­tei­le auf­ge­zeigt wur­den. Den Plä­nen haben die Gläu­bi­ger zuge­stimmt. „Es freut mich außer­or­dent­lich, dass wir Stock­heim mit der umfas­sen­den Sanie­rung wie­der zukunfts­fä­hig auf­stel­len konn­ten. Im Fokus stand hier­bei die Rück­be­sin­nung auf die Wur­zeln als Düs­sel­dor­fer Fami­li­en­un­ter­neh­men, wel­ches sei­nen natio­na­len und inter­na­tio­na­len Kun­den durch Qua­li­tät, Inno­va­ti­on und Lei­den­schaft ein­ma­li­ge Erleb­nis­se bie­ten möch­te“, so Bozi­dar Rad­ner, geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter von Bucha­lik Bröm­me­kamp und zustän­di­ger Projektpartner.

Ein wesent­li­cher Schritt, die finan­zi­el­le Sta­bi­li­tät von Stock­heim zu errei­chen, war die Tren­nung von Unter­neh­mens­tei­len. Die Spar­te Sys­tem­gas­tro­no­mie mit den Gesell­schaf­ten Stock­heim (Hbf.-Köln) GmbH und Stock­heim Sys­tem­gas­tro­no­mie GmbH & Co. KG wur­de im Dezem­ber 2017 an die SSP ver­äu­ßert. Die in bei­den Unter­neh­men beschäf­tig­ten rund 500 Mit­ar­bei­ter wur­den von SSP über­nom­men. Die Cate­ring­ak­ti­vi­tä­ten und die Mit­ar­bei­ter am Stand­ort in Ham­burg gin­gen im Dezem­ber 2017 an die Käfer-Gruppe.

„Das Insol­venz­plan­ver­fah­ren in Eigen­ver­wal­tung“, so der Sanie­rungs­ex­per­te Dr. Utz Bröm­me­kamp, „hat sich hier erfreu­li­cher­wei­se als beson­de­res Erfolgs­mo­dell prä­sen­tiert. Denn die Gläu­bi­ger erhal­ten Befrie­di­gungs­quo­ten zwi­schen 55 und 100 Pro­zent.“ Zum Ver­gleich: Laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt liegt die durch­schnitt­li­che Quo­te in Rege­l­in­sol­venz­ver­fah­ren gera­de ein­mal bei drei Pro­zent. „Gläu­bi­ger, Mit­ar­bei­ter, Sach­wal­ter und das Gericht haben den ein­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­weg immer kon­struk­tiv unter­stützt. Mein Dank gilt des­halb allen Betei­lig­ten für ihr Enga­ge­ment. Das Ergeb­nis stimmt mich sehr zuver­sicht­lich, dass Stock­heim in der Düs­sel­dor­fer Mes­­se- und Event­gas­tro­no­mie wie­der eine füh­ren­de Rol­le ein­neh­men kann“, ist sich Dr. Bröm­me­kamp sicher.

Stock­heim beschäf­tigt nach der Umstruk­tu­rie­rung wei­ter­hin 120 Mit­ar­bei­ter. „Obwohl die Tren­nung von den Geschäfts­be­rei­chen aus stra­te­gi­scher Sicht die sinn­volls­te Lösung war, haben wir uns die Ent­schei­dung nicht leicht gemacht. Ich dan­ke auch noch­mal im Namen der Fami­lie Stock­heim, dass die vie­len Mit­ar­bei­ter mit so viel Herz­blut und Loya­li­tät ihrer Arbeit im Unter­neh­men nach­ge­gan­gen sind. Ich weiß, wie schwie­rig das war, und das schät­zen wir sehr. Die Umstruk­tu­rie­rung war mit vie­len Unsi­cher­hei­ten ver­bun­den. Am Ende jedoch konn­ten wir so gut wie alle Arbeits­plät­ze erhal­ten oder die Mit­ar­bei­ter in Fol­ge­be­schäf­ti­gun­gen über­füh­ren. Wir sind über­zeugt, dass sich in die­ser Aus­rich­tung die Geschäfts­be­rei­che nun bes­ser ent­wi­ckeln kön­nen.“, erklärt Car­la Stockheim.

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