Der­zeit wird in Stutt­gart das Straf­ver­fah­ren gegen die bei­den geschäfts­füh­ren­den Gesell­schaf­ter sowie die Steu­er­be­ra­te­rin der EN Sto­rage GmbH ver­han­delt. Par­al­lel hier­zu haben die ers­ten Anle­ger vom Insol­venz­ver­wal­ter Dr. Hol­ger Leicht­le Post erhal­ten. Die­se Schrei­ben ent­hal­ten kei­ne guten Nach­rich­ten für die frü­he­ren Inves­to­ren und jet­zi­gen Insol­venz­gläu­bi­ger. Zah­lun­gen, wel­che die EN Sto­rage GmbH in den letz­ten vier Jah­ren vor dem Insol­venz­an­trag an die Anle­ger leis­te­te, wer­den nun vom Insol­venz­ver­wal­ter zurückgefordert.

Was for­dert der Insolvenzverwalter?

Hin­ter­grund für die Rück­for­de­run­gen von Insol­venz­ver­wal­ter Leicht­le ist die Insol­venz­an­fech­tung. Den Rück­for­de­rungs­an­spruch stützt er u.a. dar­auf, dass die Insol­venz­schuld­ne­rin ein „Schnee­ball­sys­tem“ betrie­ben habe und es damit kei­nen Rechts­grund für die an die Anle­ger geflos­se­nen Zah­lun­gen gab.

Zwar hat der Bun­des­ge­richts­hof bei der Aus­zah­lung von Schein­ge­win­nen und Schnee­ball­sys­te­men schon häu­fig gegen den Anle­ger ent­schie­den. Im Ein­zel­fall bestehen aber gute Chan­cen, den Anspruch ganz oder zumin­dest teil­wei­se abzu­weh­ren. Insol­venz­ver­wal­ter über­se­hen oft wich­ti­ge Details bei der Anwen­dung des hier maß­geb­li­chen § 134 der Insol­venz­ord­nung (InsO). Frag­lich ist schon, ob die Zah­lun­gen der spä­te­ren Insol­venz­schuld­ne­rin auf Gewin­ne und die geleis­te­te Ein­la­ge erfolg­ten. Hier steckt der Teu­fel im Detail.

Bis­lang haben nur eini­ge Anle­ger einen sol­chen Brief erhal­ten, da nach Anga­ben des Insol­venz­ver­wal­ters bis­lang nicht in allen Fäl­len der Sach­ver­halt aus­er­mit­telt sei und zunächst „Mus­ter­pro­zes­se“ geführt wer­den sol­len, was der Gläu­bi­ger­aus­schuss beschlos­sen habe. Den betrof­fe­nen Anle­gern wur­de eine im Ver­hält­nis zu den Rück­for­de­rungs­be­trä­gen ver­gleichs­wei­se kur­ze Frist, inner­halb derer sie den Betrag zah­len sol­len, gesetzt. Zur Begrün­dung des Rück­for­de­rungs­an­spruchs ver­weist der Insol­venz­ver­wal­ter auf den mit­ver­schick­ten Kla­ge­ent­wurf, womit den Anle­gern klar vor Augen geführt wer­den soll, dass ein Pro­zess droht, wenn sie den Betrag nicht zahlen.

Dass der Insol­venz­ver­wal­ter dahin­ge­hen­de Ansprü­che ver­su­chen wird durch­zu­set­zen, hat Rechts­an­walt Sascha Borow­ski von Bucha­lik Bröm­me­kamp schon zu Beginn des Ver­fah­rens prognostiziert.

Ins­be­son­de­re Anle­ger, die mit der EN Sto­rage GmbH soge­nann­te Kauf- und Über­las­sungs­ver­trä­ge schlos­sen, müs­sen mit einer Inan­spruch­nah­me durch den Ver­wal­ter rech­nen. Die vom Insol­venz­ver­wal­ter gel­tend gemach­ten Ansprü­che ver­jäh­ren erst mit Ablauf des Jah­res 2020.

Was kön­nen Anle­ger tun?

Anle­ger, die sol­che Schrei­ben erhal­ten, soll­ten die­se Auf­for­de­run­gen weder unter­schät­zen noch igno­rie­ren. Viel­mehr soll­ten die betrof­fe­nen Inves­to­ren sich von Insol­­ven­z­an­­fech­­tungs- sowie Bank- und Kapi­tal­markt­rechts­spe­zia­lis­ten bera­ten las­sen, bevor sie dem Insol­venz­ver­wal­ter ant­wor­ten. Auch der unge­prüf­te Aus­gleich des For­de­rungs­be­tra­ges stellt kei­ne Alter­na­ti­ve für den Anle­ger dar.

Als ers­tes soll­te geprüft wer­den, ob der zurück­ge­for­der­te Betrag tat­säch­lich aus­ge­zahlt wur­de. Dies wird zwar rege­mä­ßig der Fall sein, eine dahin­ge­hen­de Prü­fung der Inves­to­ren soll­te gleich­wohl erfol­gen, um Feh­ler des Ver­wal­ters auf­zu­de­cken. In einem zwei­ten Schritt ist zu prü­fen, ob ein anfecht­ba­rer Anspruch über­haupt besteht. Soll­te auch dies der Fall sein, stellt sich die Fra­ge, ob die Anle­ger mög­li­cher­wie­se ent­rei­chert sind. Ein juris­ti­scher Laie kann dies aber nicht beur­tei­len, da hier­zu die Aus­wer­tung der Recht­spre­chung der letz­ten Jah­re zwin­gend erfor­der­lich ist.

Ver­su­che der geschä­dig­ten Inves­to­ren den Fall der Ent­rei­che­rung gegen­über dem Ver­wal­ter selbst dar­zu­le­gen, schei­tern regel­mä­ßig. Eine sinn­vol­le und erfolgs­ver­spre­chen­de Ver­tei­di­gung in spä­te­ren Pro­zes­sen ist für den Anwalt dann kaum noch mög­lich. Allein die Aus­sa­ge, dass man das Geld nicht mehr habe oder sich ent­rei­chert füh­le, reicht für die Ver­tei­di­gung nicht aus.

Auch Anle­ger, die vom Insol­venz­ver­wal­ter bis­her nicht in Anspruch genom­men wur­den, soll­ten sich schon jetzt anwalt­lich bera­ten las­sen, um auf die Inan­spruch­nah­me vor­be­rei­tet zu sein. Bereits jetzt steht fest, dass die Rück­for­de­rung durch den Ver­wal­ter jeder­zeit droht und dann auf­grund der kurz gesetz­ten Frist des Ver­wal­ters nur wenig Zeit ver­bleibt, um eine Ent­rei­che­rung zu prü­fen, eine Deckungs­an­fra­ge bei der Rechts­schutz­ver­si­che­rung zu stel­len etc.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen erhal­ten Anle­ger zum Fall En Sto­rage sowie zu Kapi­tal­an­al­gen in der Kri­se unter https://www.kapitalanlagen-krise.de/. Die Sei­te https://www.insolvenzanfechtung-buchalik.de/ infor­miert über die Rech­te von Gläu­bi­gern im Rah­men der Insolvenzanfechtung

Über EN Storage

Die EN Sto­rage hat­te Ende Febru­ar 2017 Insol­venz ange­mel­det. Nach der Antrag­stel­lung erklär­te Insol­venz­ver­wal­ter Leicht­le, dass ein Groß­teil des aus­ge­wie­se­nen Geschäfts nicht exis­tie­ren wür­de und die Gel­der der Anle­ger nicht in die ver­spro­che­ne Infra­struk­tur inves­tiert wur­den.  EN Sto­rage hat­te als Geschäfts­mo­dell ange­ge­ben, die unter­neh­mens­ei­ge­ne IT-Infra­­stru­k­­tur zur Daten­spei­che­rung ande­ren Unter­neh­men bereit­zu­stel­len. Für den Auf­bau der Infra­struk­tur sam­mel­te EN Sto­rage bei mehr als 2000 Anle­gern Gel­der ein. Der Min­dest­ein­satz betrug 1000 Euro. Der Scha­den soll rund 95 Mil­lio­nen Euro betragen.

Über Bucha­lik Brömmekamp

Seit über zehn Jah­ren ver­tritt Rechts­an­walt Sascha Borow­ski (Fach­an­walt für Bank- und Kapi­tal­markt­recht) von der Kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp erfolg­reich Inves­to­ren sowohl bei der Abwehr von For­de­run­gen durch den Insol­venz­ver­wal­ter, als auch bei der Durch­set­zung von Ansprü­chen geschä­dig­ter Investoren.

Die Kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp zählt zu den mark­füh­ren­den Insol­­venz- und Sanie­rungs­be­ra­tern und wur­de viel­fach, so u.a. vom FOCUS zur TOP Wirt­schafts­kanz­lei im Bereich Insol­venz & Sanie­rung ausgezeichnet.

Ger­ne bera­ten wir Sie bei der Durch­set­zung Ihrer Ansprü­che. Set­zen Sie sich gern per E‑Mail: kapitalanlagen@buchalik-broemmkamp.de, per Tele­fon 0211 828977–200 oder pos­ta­lisch: Bucha­lik Bröm­me­kamp Rechts­an­walts­ge­sell­schaft mbH, Prin­zen­al­lee 15, 40549 Düs­sel­dorf, in Verbindung.

Besu­chen Sie uns auch unter: https://www.kapitalanlagen-krise.de/ oder https://www.insolvenzanfechtung-buchalik.de/

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