• M&A‑Prozess für den Ver­kauf an stra­te­gi­schen Part­ner gestartet
  • Pro­duk­ti­on läuft unver­än­dert weiter

Arns­berg. 20. Juni 2018. Die Ernst Kel­ler GmbH & Co. KG will ihren Sanie­rungs­weg durch ein Schutz­schirm­ver­fah­ren fort­set­zen. Hin­ter­grund ist der wei­ter sin­ken­de Umsatz des Ver­bin­dungs­tech­ni­kers. Wett­be­wer­ber in Ost­eu­ro­pa mit einem deut­lich nied­ri­ge­ren Lohn- und Kos­ten­ni­veau kön­nen die Kel­­ler-Pro­­­du­k­­te deut­lich preis­wer­ter anbie­ten und set­zen sich bei Kun­den­auf­trä­gen immer wei­ter durch. Kel­ler pro­du­ziert und ver­treibt Seil­kom­po­nen­ten für Sicher­heits­gur­te. „In den ver­gan­gen Jah­ren ist unser Umsatz immer wie­der deut­lich ein­ge­bro­chen. Opti­mie­run­gen bei den Pro­zes­sen und Kos­ten und auch der Inter­es­sen­aus­gleich haben nicht zu der erfor­der­li­chen Kos­ten­struk­tur geführt, um wett­be­werbs­fä­hi­ge Prei­se anzu­bie­ten. Des­halb haben wir uns vor­sorg­lich für eine Sanie­rung inner­halb eines Schutz­schirm­ver­fah­rens ent­schie­den“, erklärt der geschäfts­füh­ren­de Gesell­schaf­ter Det­lev Guht. Dazu stell­te Ernst Kel­ler einen ent­spre­chen­den Antrag beim Amts­ge­richt Arns­berg. Das Gericht hat dem Antrag voll­um­fäng­lich ent­spro­chen und die Eigen­ver­wal­tung angeordnet.

Einen Bezug zu den namens­ähn­li­chen und benach­bar­ten Unter­neh­men A. + E. Kel­ler GmbH & Co. KG und zu Ernst Kel­ler Forming Tools GmbH & Co. KG, gibt es in die­sem Zusam­men­hang nicht.

Beim Schutz­schirm­ver­fah­ren, ähn­lich dem ame­ri­ka­ni­schen Cha­p­­ter-11-Ver­­­fah­­ren, in dem sich bei­spiels­wei­se Gene­ral Motors sanier­te, trägt die bis­he­ri­ge Geschäfts­füh­rung wei­ter­hin die Ver­ant­wor­tung für alle Ent­schei­dun­gen. Sie führt die Sanie­rung sel­ber durch. Vor­aus­set­zung für das Schutz­schirm­ver­fah­ren ist, das kei­ne Zah­lungs­un­fä­hig­keit vor­liegt. Zudem hat ein exter­ner Gut­ach­ter die Sanie­rungs­fä­hig­keit des Unter­neh­mens bestä­tigt. Im Schutz­schirm­ver­fah­ren wird das Unter­neh­men von der Wirt­schafts­kanz­lei und Unter­neh­mens­be­ra­tung Bucha­lik Bröm­me­kamp aus Düs­sel­dorf juris­tisch und betriebs­wirt­schaft­lich beraten.

Die 42 Mit­ar­bei­ter und der Betriebs­rat am Stand­ort in Arns­berg sind über den Ver­lauf des Ver­fah­rens infor­miert wor­den. Die Löh­ne und Gehäl­ter der Mit­ar­bei­ter wer­den pünkt­lich und ohne Ein­schrän­kun­gen wei­ter­be­zahlt. Dabei wer­den die ers­ten drei Mona­te über das Insol­venz­geld abge­si­chert; danach über­nimmt das Unter­neh­men wie­der die Zah­lun­gen. Ernst Kel­ler beschäf­tigt wei­ter­hin rund 120 Mit­ar­bei­ter am zwei­ten Stand­ort in der Slo­wa­kei. Die Aus­lands­ge­sell­schaft ist von dem Schutz­schirm­ver­fah­ren nicht betroffen.

Inner­halb der nächs­ten drei Mona­te wird das Unter­neh­men unter einem gesetz­li­chen Schutz­schirm einen Sanie­rungs­plan erstel­len. Die­sem Plan, der die Fort­füh­rung des Unter­neh­mens auf­zeigt, müs­sen die Gläu­bi­ger zustim­men und er muss anschlie­ßend vom Amts­ge­richt Arns­berg bestä­tigt wer­den. Ziel des Sanie­rungs­pla­nes ist es, den Ver­bin­dungs­tech­ni­ker fort­zu­füh­ren und wie­der wett­be­werbs­fä­hig auf­zu­stel­len. Das Unter­neh­men will nun alle Sanie­rungs­op­tio­nen ergeb­nis­of­fen prü­fen. „Vor­ran­gig wer­den wir einen Unter­neh­mens­ver­kauf anstre­ben. Dazu sto­ßen wir in den nächs­ten Tagen einen Inves­to­ren­pro­zess an, um einen stra­te­gi­schen Part­ner zu gewin­nen. Eine Schlie­ßung der Pro­duk­ti­on am Stand­ort in Arns­berg ist aber auch nicht aus­zu­schlie­ßen, wenn sich kein Käu­fer fin­det“, so Geschäfts­füh­rer Guht.

Wäh­rend des Ver­fah­rens wird das Unter­neh­men, das den Antrag frei­wil­lig gestellt hat, dem unmit­tel­ba­ren Zugriff sei­ner Gläu­bi­ger ent­zo­gen. Ein Schutz­schirm­ver­fah­ren kann jedoch nur bean­tragt wer­den, wenn noch kei­ne Zah­lungs­un­fä­hig­keit vor­liegt. Ein unab­hän­gi­ger Sach­ver­stän­di­ger muss die­sen Finanz­sta­tus dem Gericht nach­wei­sen. Zusätz­lich muss beschei­nigt wer­den, dass die ange­streb­te Sanie­rung mög­lich ist. Dar­über hin­aus beauf­sich­tigt ein vor­läu­fi­ger Sach­wal­ter die Geschäfts­füh­rung. Die­ser über­wacht die Ein­hal­tung der insol­venz­recht­li­chen Rege­lun­gen und soll Gläu­bi­ger­be­nach­tei­li­gun­gen ver­hin­dern. Als vor­läu­fi­gen Sach­wal­ter bestell­te das Amts­ge­richt Wil­fried Poh­le von der Kanz­lei Dr. Klo­ke und Kol­le­gen aus Marsberg.

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