• Pro­duk­ti­on geht unver­än­dert weiter
  • Stel­len­ab­bau ist im Ver­fah­ren nicht vorgesehen

Des­­sau-Roß­lau. 7. Febru­ar 2019. „Auf­grund eines unge­wöhn­lich hohen Kran­ken­stan­des in der Pro­duk­ti­on konn­ten wir im ver­gan­ge­nen Jahr nicht alle geplan­ten Fahr­zeu­ge ter­min­ge­recht aus­lie­fern. Das führ­te zu einer erheb­li­chen Ertrags­schmä­le­rung, die wir bis­her nicht kom­pen­sie­ren konn­ten“, erklärt Hen­ning Mei­er, Geschäfts­füh­rer des Fahr­zeug­bau­ers Mei­er-Ratio GmbH (Des­­sau-Roß­lau) die der­zeit ange­spann­te wirt­schaft­li­che Lage. Mei­er-Ratio pro­du­ziert mit 48 Mit­ar­bei­tern Absetz- und Abroll­kip­per­auf­bau­ten für Nutz­fahr­zeu­ge. Vor­sorg­lich hat Hen­ning Mei­er des­halb beim Amts­ge­richt Des­­sau-Roß­lau einen Antrag auf ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren gestellt, um das Unter­neh­men umfas­send zu sanie­ren und die Pro­duk­ti­vi­tät zu stei­gern. Das Amts­ge­richt hat dem Antrag des Unter­neh­mens ent­spro­chen und eine vor­läu­fi­ge Eigen­ver­wal­tung angeordnet.

„Mit dem Ver­fah­ren ver­fol­gen wir das Ziel, das Unter­neh­men dau­er­haft mit den bestehen­den Gesell­schaf­tern fort­zu­füh­ren. Der Geschäfts­be­trieb läuft voll­um­fäng­lich wei­ter. Bereits das Vor­jahr war vom Auf­trags­ein­gang her höchst zufrie­den­stel­lend und in die­sem Jahr sind wir mit einem Auf­trags­plus von über 54 Pro­zent gegen­über 2018 gestar­tet. Ich bin sehr zuver­sicht­lich“, so Geschäfts­füh­rer Mei­er. In einer Betriebs­ver­samm­lung wur­den die Beschäf­tig­ten über das Ver­fah­ren infor­miert. Die Löh­ne und Gehäl­ter sind in den nächs­ten drei Mona­ten über das Insol­venz­geld gesi­chert. Danach über­nimmt Mei­er-Ratio wie­der die Zah­lun­gen. Ein Stel­len­ab­bau ist in dem Ver­fah­ren nicht geplant.

Der Fahr­zeug­bau­er wird nun zusam­men mit dem Bera­tungs­un­ter­neh­men Bucha­lik Bröm­me­kamp (Düs­sel­dorf) ein trag­fä­hi­ges Sanie­rungs­kon­zept ent­wi­ckeln, dem das Gericht und die Gläu­bi­ger zustim­men müs­sen. Bucha­lik Bröm­me­kamp hat bereits über 150 wei­te­re Unter­neh­men erfolg­reich durch ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren beglei­tet. Die­se agie­ren durch das Ver­fah­ren gestärkt wie­der am Markt. „Mit den Mög­lich­kei­ten des Ver­fah­rens wer­den wir die Liqui­di­täts­si­tua­ti­on deut­lich ver­bes­sern und so den wesent­li­chen Sanie­rungs­an­satz umset­zen. Wir wer­den unse­re Pro­zes­se, Berei­che wie die IT und Logis­tik, tech­ni­sche Anpas­sun­gen an den Pro­duk­ten und die Anzahl der Mit­ar­bei­ter auf den Prüf­stand stel­len. In Spe­zi­al­be­rei­chen sind die Auf­trags­bü­cher zwar voll, aber wir sind deut­lich unter­be­setzt. Dar­an wer­den wir vor­ran­gig arbei­ten”, erklärt Geschäfts­füh­rer Hen­ning Meier.

Mit der Eigen­ver­wal­tung nutzt das Unter­neh­men die seit 2012 gel­ten­de Mög­lich­keit einer Sanie­rung unter Insol­venz­schutz. Im Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren bleibt die unter­neh­me­ri­sche Ver­ant­wor­tung bei der bis­he­ri­gen Geschäfts­füh­rung. Sie führt den Sanie­rungs­pro­zess selbst­stän­dig und ohne Insol­venz­ver­wal­ter aber mit einem zur Sei­te gestell­ten Sach­wal­ter durch. Das Amts­ge­richt hat als vor­läu­fi­gen Sach­wal­ter Rechts­an­walt Dr. Ste­phan Thie­mann von der Plu­ta Rechts­an­walts GmbH bestellt. Der Sach­wal­ter über­nimmt eine Auf­sichts­funk­ti­on und hat dar­über hin­aus die Auf­ga­be, die wirt­schaft­li­che Lage des Schuld­ners zu prüfen.

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