• Alle Filia­len sind unver­än­dert geöffnet
  • Back­pro­duk­ti­on läuft weiter

Arn­stadt. 11. August 2017. Zuneh­men­de Kampf­prei­se durch die Bil­lig­kon­kur­renz wie Dis­coun­ter oder SB-Back­­shops machen es dem tra­di­tio­nel­len Bäcker­hand­werk immer schwe­rer. Hand­werks­bä­cker kön­nen sich nur durch eine Neu­aus­rich­tung des Fili­al­kon­zep­tes behaup­ten. Dazu ist es erfor­der­lich, mehr gesun­de Lebens­mit­tel, ver­stärkt regio­na­le Pro­duk­te und Ange­bo­te aus dem Gas­tro­no­mie­be­reich wie Kaf­fee, Snacks und Mit­tags­tisch anzu­bie­ten. „Wir haben in den ver­gan­ge­nen Jah­ren in Mil­lio­nen­hö­he in unse­re Filia­len und Pro­duk­ti­on inves­tiert. Doch der hohe Kapi­tal­dienst für die Inves­ti­ti­ons­kre­di­te und die gestie­ge­nen Per­so­nal­auf­wen­dun­gen, wie die Erhö­hung des Min­dest­loh­nes in die­sem Jahr, haben zu einem Liqui­di­täts­eng­pass geführt“, erklärt Alfred J. Heyl, Geschäfts­füh­rer der frisch­Back GmbH, die der­zei­ti­ge wirt­schaft­li­che Lage. Mit einem Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren will er nun das Fili­al­ge­schäft sowie die bei­den Pro­duk­ti­ons­stand­or­te in Arn­stadt und Schmal­kal­den nach­hal­tig sanieren.

Geschäfts­füh­rer Heyl hat des­halb für die drei Unter­neh­men frisch­Back GmbH, die Arn­städ­ter Land­brot­bä­cke­rei GmbH und die Back­spe­zia­li­tä­ten GmbH beim Amts­ge­richt Erfurt Anträ­ge auf ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren gestellt. Das Amts­ge­richt hat den Anträ­gen des Unter­neh­mens ent­spro­chen und die vor­läu­fi­ge Eigen­ver­wal­tung ange­ord­net. „Ziel des Ver­fah­rens ist es, unse­re Unter­neh­men fort­zu­füh­ren und die Arbeits­plät­ze zu sichern. Alle Filia­len und Groß­kun­den wer­den wei­ter belie­fert. Unse­re Kun­den wer­den das Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren nicht bemer­ken, da unse­re Lie­fer­fä­hig­keit in der gewohn­ten Qua­li­tät und Pünkt­lich­keit sicher­ge­stellt ist“, erklärt Heyl. frisch­Back betreibt rund 130 Filia­len in Thü­rin­gen, Sach­sen, Sach­­sen-Anhalt, Ost­hes­sen und Nord­bay­ern und zählt damit zu den 30 füh­ren­den Back­­wa­­ren-Fili­a­­lis­­ten in Deutschland.

Die über 800 Mit­ar­bei­ter, die in den Filia­len und den Pro­duk­ti­ons­stand­or­ten beschäf­tigt sind, wer­den in Betriebs­ver­samm­lun­gen über das Ver­fah­ren infor­miert. Die Löh­ne und Gehäl­ter sind gesi­chert und wer­den pünkt­lich ange­wie­sen. Es wer­den kei­ne Arbeits­plät­ze abgebaut.

Bereits in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren hat­te die frisch­Back mas­siv in die Pro­duk­ti­vi­täts­stei­ge­rung ihrer Bäcke­rei und in die Moder­ni­sie­rung der Filia­len inves­tiert und damit auf die Ver­än­de­rung des Mark­tes reagiert. Dazu gehör­te die Ver­la­ge­rung von Tei­len der Pro­duk­ti­on von Schmal­kal­den nach Arn­stadt, um nur dort einen Voll­sor­ti­ments­stand­ort zu betrei­ben. „Die Pro­duk­ti­on und Logis­tik wer­den wir nach den heu­ti­gen Anfor­de­run­gen so aus­rich­ten, dass die Filia­len effi­zi­en­ter belie­fert wer­den und der Ver­kauf eine höhe­re Fle­xi­bi­li­tät bei den Pro­duk­ten auf­weist“, so Heyl.

Dazu wird er zusam­men mit dem Bera­tungs­un­ter­neh­men Bucha­lik Bröm­me­kamp das bestehen­de Sanie­rungs­kon­zept wei­ter ent­wi­ckeln, dem das Gericht und die Gläu­bi­ger zustim­men müs­sen. Außer­dem ergänzt der Sanie­rungs­ex­per­te Andre­as Schmieg, Bucha­lik Bröm­me­kamp Unter­neh­mens­be­ra­tung, die Geschäfts­lei­tun­gen der drei Unter­neh­men wäh­rend des Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens. Bucha­lik Bröm­me­kamp hat bereits über 100 wei­te­re Unter­neh­men erfolg­reich durch ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren beglei­tet. Die­se agie­ren durch das Ver­fah­ren gestärkt wie­der am Markt. „Mit den Mög­lich­kei­ten des Ver­fah­rens wer­den wir die Liqui­di­täts­si­tua­ti­on deut­lich ver­bes­sern und so den wesent­li­chen Sanie­rungs­an­satz umset­zen. Dazu wer­den wir vor allem unren­ta­ble Stand­or­te auf den Prüf­stand stel­len und sie fit für die Zukunft machen. Die wich­tigs­ten Lie­fe­ran­ten haben uns schon zuge­sagt, den ein­ge­schla­ge­nen Weg zu unter­stüt­zen“, sagt Andre­as Schmieg. „Außer­halb eines Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens wären die dafür not­wen­di­gen Auf­­­bau- und Restruk­tu­rie­rungs­maß­nah­men nicht zu finan­zie­ren“, ergänzt Dr. Huber­tus Bar­tel­hei­mer, der pro­jekt­be­glei­ten­de Part­ner des Beratungsunternehmens.

Erst seit 2012 könn­ten Unter­neh­men die erwei­ter­ten Mög­lich­kei­ten einer Eigen­ver­wal­tung zur Sanie­rung nut­zen. Im Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren bleibt die unter­neh­me­ri­sche Ver­ant­wor­tung bei der bis­he­ri­gen Geschäfts­füh­rung. Sie füh­ren den Sanie­rungs­pro­zess selbst­stän­dig und ohne Insol­venz­ver­wal­ter aber mit einem zur Sei­te gestell­ten Sach­wal­ter durch. Das Amts­ge­richt Erfurt hat als vor­läu­fi­gen Sach­wal­ter Rechts­an­walt Rolf Rom­bach, Part­ner der gleich­na­mi­gen Kanz­lei, bestellt. Der vor­läu­fi­ge Sach­wal­ter über­nimmt eine Auf­sichts­funk­ti­on und hat dar­über hin­aus die Auf­ga­be, die wirt­schaft­li­che Lage des Schuld­ners zu prüfen.

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