• Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren erfolg­reich durchgeführt
  • Inves­ti­tio­nen in neue Pro­duk­ti­ons­an­la­ge und Instandhaltung

Plet­ten­berg. 12. April 2017. Bei der Gesenk­schmie­de Karl Groll GmbH & Co. KG ste­hen die Zei­chen wie­der in Rich­tung Zukunft. Das Amts­ge­richt Hagen hat das Insol­venz­ver­fah­ren in Eigen­ver­wal­tung des Plet­ten­ber­ger Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­mens auf­ge­ho­ben. Damit  kann Karl Groll wie­der in den nor­ma­len Geschäfts­be­trieb über­ge­hen. Wäh­rend des Ver­fah­rens konn­ten alle 130 Arbeits­plät­ze erhal­ten blei­ben. Lau­fen­de und neue Auf­trä­ge wur­den seit Antrag­stel­lung pro­blem­los durch­ge­führt. Wei­ter­hin wur­den nicht nur die ope­ra­ti­ven Män­gel beho­ben und Alt­las­ten besei­tigt, es konn­te sogar ein erheb­li­cher Betrag in eine neue Pro­duk­ti­ons­an­la­ge, die die Kapa­zi­tä­ten deut­lich erhö­hen und Ende April in den Betrieb gehen wird, inves­tiert wer­den. Die Mit­tel dazu wur­den aus dem ope­ra­ti­ven Geschäft und der Liqui­di­tät gene­riert, die im Ver­fah­ren ent­stan­den ist. Neu­kre­di­te waren nicht notwendig.

„Mit heu­ti­gem Tag haben wir die Sanie­rung im Rah­men eines Insol­venz­plan­ver­fah­rens erfolg­reich abge­schlos­sen und kön­nen so die Gesenk­schmie­de wei­ter fort­füh­ren“, freut sich Geschäfts­füh­rer Dr. Jörg Ped­ding­haus und wei­ter: „Unse­re Anstren­gun­gen haben sich gelohnt. Das ver­dan­ke ich dem hohen Enga­ge­ment mei­ner Mit­ar­bei­ter. Sie haben zusätz­li­che Auf­ga­ben wäh­rend der Restruk­tu­rie­rung über­nom­men und so das Ver­trau­en unse­rer Kun­den in unse­re Leis­tungs­fä­hig­keit auf­recht­erhal­ten.“ Über­rascht zeig­te sich der Geschäfts­füh­rer über die Mög­lich­kei­ten, die das Ver­fah­ren bie­tet: „Nie­mals hät­te ich damit gerech­net, dass wir in eine teu­re aber für die erfolg­rei­che Fort­füh­rung unbe­dingt not­wen­di­ge Anla­ge inves­tie­ren und gleich­zei­tig die Bank­kre­di­te voll­stän­dig zurück­zah­len kön­nen, und dies, obwohl wir bei Stel­lung des Antrags auf Eigen­ver­wal­tung noch zah­lungs­un­fä­hig waren.“

Wei­ter­hin habe die opti­ma­le Zusam­men­ar­beit mit der Bera­tung Bucha­lik Bröm­me­kamp, den Gläu­bi­gern, dem Insol­venz­ge­richt in Hagen sowie dem sanie­rungs­ori­en­tier­ten Sach­wal­ter Dr. Mar­kus Wischemey­er, Part­ner der Kanz­lei White & Case, zu einem rei­bungs­lo­sen Ver­fah­rens­ab­lauf bei­getra­gen. So hat­ten die Gläu­bi­ger dem Insol­venz­plan Mit­te März mit über­wäl­ti­gen­der Mehr­heit zuge­stimmt. Das Gericht bestä­tig­te unmit­tel­bar im Anschluss an die Abstim­mung den Plan, der die Ent­schul­dung und die zum Teil schon umge­setz­ten Restruk­tu­rie­rungs­maß­nah­men der Karl Groll auf­zeigt. Wesent­li­che Schwer­punk­te der Maß­nah­men waren die Redu­zie­rung der Fremd­fi­nan­zie­rung durch Ablö­sung der Bank­kre­di­te, die Stär­kung der zwei­ten Füh­rungs­ebe­ne sowie die Inves­ti­ti­on in eine neue voll­au­to­ma­ti­sche Ham­mer­li­nie. Mit der Kapa­zi­täts­er­wei­te­rung kann Karl Groll nun deut­lich bes­ser die hohen Anfor­de­run­gen der Auto­mo­bil­kun­den erfüllen.

„Durch einen neu­en Betriebs­lei­ter und einer Ver­bes­se­rung der Unter­neh­mens­ab­läu­fe konn­ten wir die Lie­fer­qua­li­tät deut­lich ver­bes­sern. Das war kei­ne leich­te Auf­ga­be. Wie auch die Her­stel­lung der Sanie­rungs­fä­hig­keit des Unter­neh­mens sehr kom­plex war. Das erfor­der­te eine Ablö­sung der Bank­kre­di­te, ver­bun­den mit einem Teil­ver­zicht der Ban­ken, einen Teil­ver­zicht der Lie­fe­ran­ten und einen Son­der­ta­rif­ver­trag für die Mit­ar­bei­ter. Das Ver­fah­ren konn­ten wir nur erfolg­reich been­den, weil alle Betei­lig­ten an der Fort­füh­rung von Karl Groll inten­siv mit­ge­wirkt haben“, erklärt Sanie­rungs­ge­schäfts­füh­rer Dani­el Meintz. Rechts­an­walt Meintz, der von der Kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp kam, wird mit der Auf­he­bung die Geschäfts­füh­rung wie­der verlassen.

Damit sich Geschäfts­füh­rer Dr. Jörg Ped­ding­haus wäh­rend des Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens auf das ope­ra­ti­ve Geschäft und die Neu­ge­stal­tung der Unter­neh­mens­pro­zes­se kon­zen­trie­ren konn­te, hat­te Bucha­lik Bröm­me­kamp die insol­venz­recht­li­chen Belan­ge sowie die betriebs­wirt­schaft­li­che und ope­ra­ti­ve Restruk­tu­rie­rung über­nom­men. Dazu zähl­ten die Abstim­mung mit den Ban­ken, Kun­den, Lie­fe­ran­ten sowie dem Betriebs­rat und die Ent­wick­lung des Sanierungskonzeptes.

Mit der Eigen­ver­wal­tung nutz­te Karl Groll die neu­en Mög­lich­kei­ten der Insol­venz­rechts­re­form, die im März 2012 in Kraft trat. Danach bleibt die Geschäfts­füh­rung in einem sol­chen Ver­fah­ren unter Insol­venz­schutz wei­ter­hin im Amt und kann selbst­stän­dig Sanie­rungs­maß­nah­men ent­wi­ckeln, die anschlie­ßend in einen Insol­venz­plan über­führt wer­den. Dem Insol­venz­plan, der die Ent­schul­dung und Fort­füh­rung des Unter­neh­mens auf­zeigt, müs­sen die Gläu­bi­ger zustim­men. Danach muss noch das Amts­ge­richt dem Plan bestä­ti­gen. Die Geschäfts­füh­rung steht wäh­rend des Ver­fah­rens ledig­lich unter der Auf­sicht eines soge­nann­ten Sach­wal­ters. Zum Sach­wal­ter wur­de Rechts­an­walt Dr. Mar­kus Wischemey­er, Part­ner der Kanz­lei White & Case bestellt. Karl Groll hat­te im Juni letz­ten Jah­res beim Amts­ge­richt Hagen einen Antrag auf ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren gestellt.

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