• Alle Arbeits­plät­ze wur­den gerettet
  • Pro­duk­ti­on und Filia­len auf den neu­es­ten Stand gebracht

Arn­stadt. 10. April 2018. In den ins­ge­samt drei Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren der Bäcke­rei­grup­pe Frisch­back in Arn­stadt haben die Gläu­bi­ger die Insol­venz­plä­ne ein­stim­mig ange­nom­men. Die Sanie­rungs­ver­fah­ren wer­den daher aller Vor­aus­sicht nach Ende April auf­ge­ho­ben. Die letz­ten Sanie­rungs­maß­nah­men sol­len dann bis Sep­tem­ber been­det sein. Frisch­back betreibt 120 Filia­len und beschäf­tigt 821 Mitarbeiter.

Laut Sanie­rungs­kon­zept fokus­siert sich die Grup­pe auf den Thü­rin­ger Markt und baut wäh­rend der Sanie­rung ihr Fili­al­netz um. So wur­den und wer­den neue Filia­len im direk­ten Umfeld der Pro­duk­ti­on in Arn­stadt über­nom­men oder neu eröff­net. Zusam­men mit einer Opti­mie­rung der gesam­ten Logis­tik kann nun noch mehr Fri­sche in den Filia­len sicher­ge­stellt wer­den. Zusätz­lich wur­de das Pro­dukt­port­fo­lio über­ar­bei­tet, sodass auch die Pro­duk­ti­ons­ab­läu­fe sich nun nach­hal­tig ver­bes­sern. Von den rund 500 Back­erzeug­nis­sen wur­den bereits 50 unren­ta­ble Pro­duk­te aus dem Sor­ti­ment genom­men. Im Ergeb­nis wird die Bäcke­rei­grup­pe Frisch­back ihrem Anspruch als regio­na­ler Hand­werks­bä­cker nun noch bes­ser gerecht.

Nach der Gläu­bi­ger­ver­samm­lung vor dem Amts­ge­richt Erfurt bedank­te sich der Geschäfts­füh­rer Alfred Heyl ent­spre­chend: „Nach der erfolg­rei­chen tief­grei­fen­den Restruk­tu­rie­rung besteht jetzt Sicher­heit für die mehr als 800 Mit­ar­bei­ter. Ich bemü­he mich wei­ter, Frisch­back opti­mal am Markt zu posi­tio­nie­ren und wer­de mich hier­bei auf die durch die erneu­er­te Struk­tur vor­ge­ge­be­ne Regi­on kon­zen­trie­ren. Bei allen Betei­lig­ten und beson­ders mei­nen Mit­ar­bei­tern bedan­ke ich mich für das Ver­trau­en und die oft inten­si­ve Zusammenarbeit.“

Beson­ders erfreu­lich ist, dass der Gläu­bi­ger­aus­schuss und ins­be­son­de­re die sehr enga­gier­te Com­merz­bank AG nicht nur voll­um­fäng­lich hin­ter dem in den ver­gan­ge­nen neun Mona­ten erar­bei­te­ten Sanie­rungs­kon­zept der Hand­werks­bä­cke­rei ste­hen, son­dern alle Gläu­bi­ger­aus­schuss­mit­glie­der ihre eige­nen Erfah­run­gen und Sicht­wei­sen kon­struk­tiv in die gemein­sa­me Erar­bei­tung die­ses Ergeb­nis­ses haben ein­flie­ßen lassen.

Glei­ches gilt für den Sach­wal­ter Rolf Rom­bach von der gleich­na­mi­gen Sozie­tät in Erfurt und sei­nem Team. Rom­bach hat­te sei­ne Zustim­mung zu den Plä­nen bereits vor der Gläu­bi­ger­ver­samm­lung erteilt. Das posi­ti­ve Votum für die Sanie­rungs­plä­ne ist eine wich­ti­ge Vor­aus­set­zung für die Been­di­gun­gen der Ver­fah­ren durch das Amts­ge­richt Erfurt.

Die Fri­sch­­back-Grup­­pe, bestehend aus der frisch­Back GmbH Arn­stadt, der Arn­städ­ter Land­brot­bä­cke­rei GmbH und der Back­spe­zia­li­tä­ten GmbH Thü­rin­gen, hat­te am 10. August 2017 für alle drei Unter­neh­men Insol­venz­an­trä­ge in Eigen­ver­wal­tung gestellt. Die Ver­fah­ren wur­den Anfang Janu­ar 2018 eröffnet.

„Im Vor­der­grund der Neu­aus­rich­tung der Fri­sch­­back-Grup­­pe stan­den von Beginn an die Reduk­ti­on der Kom­ple­xi­tät, die Opti­mie­rung der Fili­al­struk­tur sowie die Posi­tio­nie­rung als regio­na­ler, inha­ber­ge­führ­ter Qua­li­täts­an­bie­ter. Gemein­sam mit dem Unter­neh­men haben wir hier­zu nicht nur ein pass­ge­nau­es Kon­zept erar­bei­tet, son­dern bereits eine Viel­zahl von Maß­nah­men umge­setzt und die Neu­aus­rich­tung somit bereits auf einen guten Weg gebracht“, erklärt Bozi­dar Rad­ner, geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter der Bucha­lik Bröm­me­kamp, der die Restruk­tu­rie­rung des Unter­neh­mens mit sei­nem Team begleitet.

Dass mit der Sanie­rung und Restruk­tu­rie­rung eines Unter­neh­mens nicht zwangs­läu­fig ein Stel­­len- und Fili­al­ab­bau, son­dern viel­mehr ein ent­spre­chen­der Aus­bau ver­bun­den sein kann, zeigt sich im hie­si­gen Fall deut­lich: Im Rah­men der Opti­mie­rung der Fili­al­struk­tur über­nahm die Frisch­back von der eben­falls insol­ven­ten elmi-Bäcke­­rei sechs Filia­len. Den dort gekün­dig­ten Mit­ar­bei­tern konn­ten von Frisch­back neue Stel­len ange­bo­ten wer­den. Wei­ter­hin über­nahm der Tra­di­ti­ons­bä­cker inner­halb des Sanie­rungs­ver­fah­rens wei­te­re attrak­ti­ve Fili­al­stand­or­te wie das tra­di­ti­ons­rei­che Café am Dom in Erfurt. Die dies­be­züg­li­chen Ver­hand­lun­gen und die Ein­ar­bei­tung der teil­wei­sen Über­nah­me des Wett­be­wer­bers in das Gesamt­sa­nie­rungs­kon­zept waren dabei von gro­ßer Indi­vi­dua­li­tät geprägt und beweg­ten sich weit außer­halb jed­we­den übli­chen Sanierungsansatzes.

„In enger Zusam­men­ar­beit mit der Unter­neh­mer­fa­mi­lie ist es uns so gelun­gen, die Fri­sch­­back-Grup­­pe sowohl auf die Bedürf­nis­se der Unter­neh­mer­fa­mi­lie Heyl anzu­pas­sen als auch pro­­­du­k­­ti­ons- und ver­triebs­sei­tig fit für die Zukunft zu trim­men. Mit einer wei­te­ren Ver­stär­kung durch einen bran­chen­er­fah­re­nen Ver­triebs­ge­schäfts­füh­rer wird die Neu­aus­rich­tung in den kom­men­den Jah­ren nach­hal­tig fort­ge­führt und ver­tieft wer­den“, so Dr. Huber­tus Bar­tel­hei­mer, der feder­füh­rend die insol­venz­recht­li­che Bera­tung der Unter­neh­mens­grup­pe beglei­tet. Dr. Bar­tel­hei­mer ist geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter sowie Lei­ter der Ber­li­ner und Dresd­ner Büros von Bucha­lik Brömmekamp.

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