Die Hein­rich Woer­ner GmbH will sich durch ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren sanie­ren. Geschäfts­füh­rer Dr. Domi­nik Traut­wein will so das lang­jäh­ri­ge Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men wie­der wett­be­werbs­fä­hig auf­stel­len. Einem ent­spre­chen­den Antrag des Unter­neh­mens hat das Amts­ge­richt Heil­bronn zuge­stimmt und eine vor­läu­fi­ge Eigen­ver­wal­tung gemäß § 270a InsO ange­ord­net. „Wir wol­len unser Unter­neh­men fort­füh­ren. Das Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren bie­tet für alle Betei­lig­ten die bes­te Lösung einer umfas­sen­den Sanie­rung. Der Geschäfts­be­trieb läuft daher unein­ge­schränkt wei­ter wie bis­her“, erklärt Dr. Domi­nik Traut­wein. Die ca. 100 Mit­ar­bei­ter wur­den bereits über die aktu­el­le Ent­wick­lung infor­miert. Löh­ne und Gehäl­ter sind in den ers­ten drei Mona­ten des Ver­fah­rens über das Insol­venz­geld abgesichert.

Als vor­läu­fi­gen Sach­wal­ter bestell­te das Heil­bron­ner Amts­ge­richt Rechts­an­walt Dr. Tibor Braun von der Kanz­lei Illig, Braun, Kir­sch­nek Rechts­an­wäl­te aus Stutt­gart. In dem Ver­fah­ren wird Hein­rich Woer­ner zudem von Rechts­an­walt Dr. Alex­an­der Verhoeven aus der Wirt­schafts­kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp aus Frank­furt sowie von den Sanie­­rungs- und Restruk­tu­rie­rungs­ex­per­ten der ple­no­via GmbH aus Düs­sel­dorf beglei­tet, mit deren Unter­stüt­zung in den nächs­ten Wochen ein Sanie­rungs­kon­zept erar­bei­tet wird.

Wäh­rend des Ver­fah­rens läuft die Pla­nung und Durch­füh­rung von Laden­bau­pro­jek­ten sowie der Ver­kauf und Ver­sand der mehr als 11.000 Pro­duk­te über die Ver­triebs­ka­nä­le Kata­log und Web-Shop wei­ter. Das Unter­neh­men wur­de im Jahr 1925 von sei­nem Namens­ge­ber Hein­rich Woer­ner gegrün­det und ent­wi­ckel­te sich im Lau­fe der Jah­re vom Rekla­me­ver­lag zum größ­ten Ver­sand­haus für Visu­al Mer­chan­di­sing in Euro­pa. Hein­rich Woer­ner erwirt­schaf­te­te zuletzt einen Jah­res­um­satz in Höhe von rund 10 Mio Euro.

Auch wenn das Unter­neh­men über einen hohen Bekannt­heits­grad und eine brei­te Kun­den­ba­sis ver­fügt, spürt es einen hohen Preis­druck und inten­si­ven Wett­be­werb, beson­ders durch die immer grö­ßer wer­den­de Online-Kon­­kur­­renz. Mehr als 70% sei­nes Umsat­zes erwirt­schaf­tet das Unter­neh­men mit dem sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­del. Durch die behörd­li­che Schlie­ßung des­sen auf­grund der Coro­­na-Kri­­se ist der Umsatz um mehr als 50% rück­läu­fig und Hein­rich Woer­ner in der Fol­ge in die wirt­schaft­li­che Schief­la­ge geraten.

„Durch die Anpas­sung der Kapa­zi­tä­ten an den gesun­ke­nen Umsatz, den Auf- und Aus­bau eines schlag­kräf­ti­gen Ver­triebs und die Ein­füh­rung eines stra­te­gi­schen Ein­kaufs wol­len wir Hein­rich Woer­ner wirt­schaft­lich wie­der in siche­res Fahr­was­ser brin­gen. Zudem sol­len im Zuge der Sanie­rung des Unter­neh­mens ein neu­zeit­li­ches Cate­­go­­ry-Mana­ge­­ment und ein moder­nes IT-Waren­­wir­t­­schafts­­­sys­­tem ein­ge­führt wer­den, ein neu­er Web-Shop online gehen sowie sämt­li­che leis­tungs­wirt­schaft­li­chen Abläu­fe und Pro­zes­se opti­miert wer­den“, blickt Dr. Domi­nik Traut­wein zuver­sicht­lich in die Zukunft und Sanie­rungs­ex­per­te Dr. Alex­an­der Verhoeven (Bucha­lik Bröm­me­kamp) ergänzt: „Das Insol­venz­plan­ver­fah­ren bie­tet uns die Mög­lich­keit, Hein­rich Woer­ner eigen­stän­dig durch die­se plötz­lich ein­ge­tre­te­ne Kri­se zu füh­ren und ertrags- sowie liqui­di­täts­mä­ßig wie­der zu stär­ken. Im Rah­men des nun kurz­fris­tig zu ent­wi­ckeln­den Sanie­rungs­kon­zep­tes wird eine Behe­bung der Schwach­stel­len auf­ge­zeigt und das Unter­neh­men erhält die Mög­lich­keit, sich neu am Markt zu positionieren“.

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